Problemorientierung
im Deutschunterricht
Richtlinien
und Lehrplan Deutsch Sekundarstufe I - Gymnasium. NRW 1993, 34 f.:
Wie
den anderen Fächern ist auch dem Deutschunterricht verbindlich vorgegeben, den
Schülerinnen und Schülern durch die Thematisierung
von Schlüsselproblemen unserer Lebenswelt Einsichten
zu ermöglichen in die Mitverantwortung aller Menschen für
▪
den
Frieden als individuelle und globale Aufgabe,
▪
die
Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen,
▪
den
Ausgleich von Benachteiligungen von einzelnen, Gruppen und Völkern,
▪
das
Selbstbestimmungsrecht der Völker,
▪
das
Streben von Individuen und Völkern nach kultureller Identität,
▪
das
Streben nach Humanität in einer sich wandelnden Berufs- und Arbeitswelt,
▪
das
Recht des Menschen auf soziale, wirtschaftliche und politische Partizipation,
▪
eine
selbstbestimmte, verantwortliche Rollen- und Aufgabenverteilung zwischen Frauen
und Männern in Familie, Beruf und Gesellschaft,
▪
die
Wahrung der Menschenrechte etc.
Angesichts
der globalen Veränderungen durch Wissenschaft und Technik müssen Themen
hinzutreten, deren Stellenwert erst in Umrissen erkennbar ist. Hierzu gehören
u. a. die neuen Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien mit
ihren ethischen und kulturellen Herausforderungen.
Eine
an Problemen der Lebenswelt orientierte Unterrichtsplanung ist vor
allem dann tragfähig, wenn die Schülerinnen und Schüler sich mit ihren
eigenen Problemen in den Themen und Fragestellungen des Unterrichts wiederfinden.
Allerdings ist auch hier eine Auswahl unabdingbar, zudem werden die Interessen
in den Lerngruppen divergieren. Die Erläuterungen in der abschließenden Übersicht
[Tabelle der Obligatorik; G.E.] bilden einen Rahmen für entsprechende
Planungsgespräche in den Kursgruppen. Eine Problemorientierung in der
Unterrichtsplanung ist fachlich gerechtfertigt, wenn der gewählte Problemaspekt
in deutlichem Bezug zu diesem Rahmen steht.
Probleme
der Lebenswelt
▪
Anspruch
auf Selbstbestimmung, auf Sinnfindung für das eigene Leben und Anerkennung
dieses Anspruchs bei anderen
▪
Mitverantwortung
für die Gestaltung der zwischenmenschlicher Beziehungen
▪
Mitverantwortung
für die Gestaltung der kulturellen Verhältnisse
▪
die
eigenen Ansprüche, die der Mitmenschen und die Anforderungen der Gesellschaft
in eine ausgewogene Relation bringen
▪ den eigenen Standort im Kontext der historischen Entwicklung reflektieren
▪
den
eigenen Standort in der Begegnung mit fremden Kulturen reflektieren
Sie sind in den Jahrgangsstufen, Kursen und Unterrichtsvorhaben in unterschiedlicher Gewichtung zu berücksichtigen.
s. auch: Problemorientierung und Lernen
G.
Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de