Sachanalyse  zu Thema   sowie   Text/Material /Medien  der Stunde

 

1. Beispiel: Fontane „Effi Briest“ Kap. 18: „Effi war unzufrieden … erst voll zu

                        Bewusstsein und Besitz.“ –  Jg. 12

 

 

Problemanalyse

Materialanalyse

Grundsätzliche Überlegungen

 

weiterer Kontext = vorbereitet für Vertiefungen

 

 

Probleme aus:

        Alltags- und Welterfahrung;

        fachliche Erfahrungen;

 

Problembereiche wie:

        Ich - Mitmenschen - Natur - Kultur - Technik -  ...

(s. „Schlüsselprobleme“ in den Lehrplänen)

 

 

Beispiel:

Dreiecksverhältnisse, zeitgebundene Normen, Rolle der Frau zwischen Selbsterfüllung und Normerfüllung; Situation im 19. Jh. Adel – Bürgertum; Ehrbegriff; epochentypische Konfliktlösungen …

 

Aspekte von:

        Textsorten, Gattungen, Genres, textgestaltende Mittel;

        Sprache, sprachliche, rhetorische, stilistische Mittel; 

        Methoden und Begriffe

        Literatur und Medien;

        geschichtliche Prozesse;

        Wahrnehmungsmuster;

 

 

Beispiel:

Fontanes poetischer Realismus;

Romanform; Erzählhaltungen;

sprachliche Mittel wie temporale und pronominale Verflechtungen…;

Unterscheidungen von Handlungen und Reflexionen; Bericht und Beschreibung …

stunden- und textspezifische Analysen

 

→ engerer Ausschnitt = das Zentrale in der Stunde; das Neue

 

 

 

Untersuchen:

wie sich das allgemeine Problem ganz spezifisch in der Inhaltsebene von Text, Material und Medien der Stunde zeigt

 

 

Beispiel:

Konkrete Situation des Verzichts auf Crampas als (vorläufige) Lösung des Beziehungskonflikts; Rückblick auf die Situation im Gefühl, etwas erlebt und zugleich überstanden zu haben; Zukunftsprognose; Einfluss äußerer Umstände (Winter; Reisen) …

 

 

Untersuchen:

wie sich Sprache, Formen und Mittel spezifisch und funktional in der Darstellungsebene von Text, Material und Medien der Stunde zeigen

 

 

Beispiel:

Effis Selbstreflexion mit Wechsel von auktorialem und personalem Erzählen, z.T. erlebte Rede; viele Verben der geistigen und sinnlichen Wahrnehmung mit folgenden Inhaltssätzen; beschreibende Elemente; Häufung des Reflexivpronomens; Konjunktiv II der imaginierten Zukunft; Themenwechsel: von sich - zu Crampas - zu Instetten; Moralbegriffe, Wertungsvokabular; Redewiedergabe zu Instettens Vorschlag …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fontane: Effi Briest

Achtzehntes Kapitel

Effi war unzufrieden mit sich und freute sich, daß es nunmehr feststand, diese gemeinschaftlichen Ausflüge für die ganze Winterdauer auf sich beruhen zu lassen. Überlegte sie, was während all dieser Wochen und Tage gesprochen, berührt und angedeutet war, so fand sie nichts, um dessentwillen sie sich direkte Vorwürfe zu machen gehabt hätte. Crampas war ein kluger Mann, welterfahren, humoristisch, frei, frei auch im Guten, und es wäre kleinlich und kümmerlich gewesen, wenn sie sich ihm gegenüber aufgesteift und jeden Augenblick die Regeln strengen Anstandes befolgt hätte. Nein, sie konnte sich nicht tadeln, auf seinen Ton eingegangen zu sein, und doch hatte sie ganz leise das Gefühl einer überstandenen Gefahr und beglückwünschte sich, daß das alles nun mutmaßlich hinter ihr läge. Denn an ein häufigeres Sichsehen en famille war nicht wohl zu denken, das war durch die Crampasschen Hauszustände so gut wie ausgeschlossen, und Begegnungen bei den benachbarten adligen Familien, die freilich für den Winter in Sicht standen, konnten immer nur sehr vereinzelt und sehr flüchtige sein. Effi rechnete sich dies alles mit wachsender Befriedigung heraus und fand schließlich, daß ihr der Verzicht auf das, was sie dem Verkehr mit dem Major verdankte, nicht allzu schwer ankommen würde. Dazu kam noch, daß Innstetten ihr mitteilte, seine Fahrten nach Varzin würden in diesem Jahre fortfallen: der Fürst gehe nach Friedrichsruh, das ihm immer lieber zu werden scheine; nach der einen Seite hin bedauere er das, nach der anderen sei es ihm lieb - er könne sich nun ganz seinem Hause widmen, und wenn es ihr recht wäre, so wollten sie die italienische Reise, an der Hand seiner Aufzeichnungen, noch einmal durchmachen. Eine solche Rekapitulation sei eigentlich die Hauptsache, dadurch mache man sich alles erst dauernd zu eigen, und selbst Dinge, die man nur flüchtig gesehen und von denen man kaum wisse, daß man sie in seiner Seele beherberge, kämen einem durch solche nachträglichen Studien erst voll zu Bewußtsein und Besitz.

 

[Fontane: Effi Briest, S. 228 ff. Digitale Bibliothek Band 1: Deutsche Literatur, S. 30341 (vgl. Fontane-RuE Bd. 7, S. 149 ff.)]

 

Sachanalyse

 

2. Beispiel:  G. E. Lessing: Emilia Galotti. II 6

 

Der Text (pdf-Datei)

 

Die Sachanalyse (pdf-Datei) - Holger Müller-Hillebrand Fachseminar Deutsch 2004-06

 

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