Studienseminar Jülich -
Fachseminare Deutsch
Diese Hinweise für den Stundenentwurf folgen dem Konzept, dass geplante
Stunden zu einem in sich schlüssigen, vertretbaren, ggf. allerdings in der
unterrichtlichen Realisierung dann modifizierten Ergebnis kommen müssen, damit
die Schülerinnen und Schüler Lernfortschritte erleben.
Stundenentwürfe sind während der Ausbildung ein Lerninstrument, damit
die Planungs- und Umsetzungsverfahren erprobt, eingeübt und zur Routine
entwickelt werden.
Dabei werden pragmatisch die tatsächlichen Anforderungen in der
gegenwärtigen Schulpraxis (Zeitraster, Stundenfolge, Klassenarbeitstermine etc.
der einzelnen Ausbildungsschule) sowie die Vorgabe für die
unterrichtspraktische Prüfung im Zweiten Staatsexamen berücksichtigt:
- OVP 11.11.2003 § 34 Abs. 2
und 4 -
„Unterrichtspraktische Prüfungen sind so anzulegen, dass in der
methodischen und didaktischen Planung und Durchführung des Unterrichts auch
die Fähigkeit deutlich wird, komplexere unterrichtliche Situationen
eigenständig und sachangemessen auf dem Stand der jeweiligen Fachdiskussion zu
gestalten. Besondere Formen der unterrichtspraktischen Prüfung können mit
Zustimmung des Prüfungsamtes erprobt werden.“
„Vor Beginn der Prüfung legt der Prüfling den Mitgliedern des
Prüfungsausschusses eine knappe
schriftliche Planung des Unterrichts oder gegebenenfalls eine
kurzgefasste schriftliche Planung des Vorhabens vor.“
Dabei ist eine Beschränkung auf 45 Minuten vorgegeben (Landesprüfungsamt: Hinweise für Lehramtsanwärterinnen
und Lehramtsanwärter. Stand: Dezember
2005 – „Nur dann, wenn die an der Schule übliche
Unterrichtseinheit davon abweicht, kann die unterrichtspraktische Prüfung im
Rahmen der an der Schule verbindlichen Stundentafel oder der sonstigen
Festlegungen durchgeführt werden. Das „Beurteilungsfenster“, das die Grundlage
für die Bewertung durch den Prüfungsausschuss bildet, muss sich jedoch im Rahmen von 40 bis 60 Minuten bewegen.“ Ebd.).
„knapp“
heißt nach Verabredung im Seminar Jülich: Der Unterrichtsentwurf umfasst i.d.R.
ca. 4 - 5 Seiten
(ohne Anhang; Dateivorlage für das Deckblatt
s. Seminar-Download). – Nach Auskunft des Landesprüfungsamtes (LRSD Brinkmann)
umfasst die knappe schriftliche Planung: Stundenthema,
die Lernziele, die didaktische Schwerpunktsetzung sowie einen Verlaufsplan
(im Anschluss an die VV zur OVP 2001). Weitergehende Ausführungen können den
LAA empfohlen, jedoch nicht eingefordert werden.
Neu:
Landesprüfungsamt für Zweite Staatsprüfungen – Verfügung vom 7.4.2005 - aus:
Ergebnisniederschrift der Dienstbesprechung: „Da nach der OVP v. 11.11.2003
nicht mehr wie bisher die Möglichkeit besteht, in einem Gespräch die
Unterrichtsstunde in größere didaktisch-methodische Begründungszusammenhänge zu
stellen, ist darüber nachzudenken, wie diese Begründungszusammenhänge nun in
die schriftliche Planung aufgenommen werden können. Die schriftliche Planung
sollte jedoch vom Umfang her knapp bleiben.“ – Danach wäre also auch an 6 Seiten
zu denken.
Der Umfangsspielraum entsteht durch die individuell unterschiedlichen
Ausführungen und Konkretisierungen zum Entwurfsteil „didaktische
Schwerpunktsetzung“, in dem sachlogische, didaktische und methodische
Entscheidungen integriert und teilweise begründet werden. Sachanalytische
Ausführungen sollen aber bis auf die für die Stunde zentralen Kerne reduziert
werden.
Eine definitive Beschränkung der Seitenzahl ist rechtlich und faktisch
nicht vorgegeben, schon gar nicht für das Examen, Die Qualität der Planung
zeigt sich allerdings auch an der Fähigkeit zur konzisen und kompakten
Darstellung komplexer Sachverhalte.
Im 1. Ausbildungshalbjahr und vor dem selbständigen Unterricht sollte
jeder einmal den interdependenten
Begründungszusammenhang ausformulieren und dabei auf Antizipation und Konkretisierung
achten.
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x. Stundenentwurf des/der StRef.’ (Name) - Schule - Datum - Raum -
Kurs/Klasse - Fachlehrer/in |
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1.
Thema: 1.1 der Stunde - 1.2 der Reihe - 1.3 der letzten Stunde
- 1.4 der folgenden Stunde |
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Ein
Thema nennt den Lerngegenstand, z.B. Text, Szene, Gedicht, Aufsatz etc. und den konkreten Betrachtungsaspekt der Sache
gegenüber, z.B. ein problemorientierter oder inhaltlicher, formaler,
methodenorientierter ... Schwerpunkt. - Das Thema nennt noch nicht die
Methode. Beispiele:
Semantische Analyse am Beispiel des Gedichts „Der Arbeitsmann“ von R.
Dehmel / Kommunikationsstörungen in
der Erzählung von H. Bender: Fondue oder der Freitisch /
Wortschatzarbeit zur Vorbereitung einer Vorgangsbeschreibung „Montage
eines Elektrosteckers“ / H. von Moltke: Der Araber und sein Ross -
die Gliederung nach Handlungsschritten - Wiederholung und Anwendung / Die
Dauer der Liebe – in Ulla Hahns Gedicht „Irrtum“ (1988) |
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2.
Bedingungen (nur knapp vertextet, auch als
Liste): 2.1 Lernstand der Klasse im Reihenzusammenhang (Vorwissen, Kenntnisse
und Fertigkeiten) - 2.2 besondere Bedingungen der Klasse und des Tages - 2.3
Hausaufgabe zur Stunde |
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3.
Didaktische
Schwerpunktsetzung (vertextet, z.T. auch mit Spiegelstrichen): 3.1 die sachlogische, didaktische und methodische
Schwerpunktsetzung - 3.2 die Lernphasen und die Progression im Lernweg - 3.3
das Neue
und Spezifische dieser Stunde |
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4. Kompetenzen (gemäß Kernlehrplan des Jahrgangs/schuleigenen
Curriculums), denen diese Stunde mit ihren Lernzielen im Rahmen der
Unterrichtsreihe langfristig zuarbeitet: z.B. Jg. 9/10 - Sprechen und
Zuhören - Gestaltend sprechen / szenisch spielen: „12. Sie vertreten in
Rollenspielen ihre eigene Position (z. B. im Bewerbungsgespräch). Sie
verknüpfen in freier Rede Argumentation und Appell. (Redestrategien
einsetzen: z. B. Fünfsatz, Anknüpfungen formulieren, rhetorische Mittel
verwenden und ihre Wirkung beachten)“
und: - Schreiben -
Texte schreiben: „4. Sie verfassen unter Beachtung unterschiedlicher Formen
schriftlicher Erörterung argumentative Texte. (Thesen entwickeln,
Argumente sammeln, nach Gewichtigkeit ordnen; korrekt zitiert belegen, Argumente
durch Beispiele veranschaulichen, Schlussfolgerungen ziehen; den
Argumentationsgang einer Vorlage zusammenfassen; für eine eigene Auffassung
mithilfe wertender Akzentuierung argumentieren, Argumente überlegt anordnen;
Gegenargumente zurückweisen- z. B. in einem Leserbrief, einer Resolution,
einer Rede) Schwerpunkt der unterrichtlichen Arbeit“ |
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5. Ziele (als Liste) |
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5.1 Stundenziel
/Intention: (am Ende der Stunde soll fachlich erreicht sein...) |
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5.2 Teilziele / Lehr-,
Lernzielkomplexe: Die Schüler/innen sollen ... 1. ... 2. ... 3. ...
etc. (i.d.R. ca. 5 - 7 Ziele) |
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Ein Lernziel
nennt die Ergebnislage nach
einer bestimmten Phase des Umgangs mit der Sache: -
Es soll konkretisiert sein und
sich insofern von den Arbeitsaufträgen unterscheiden: also was genau ist am Ende der Arbeitsphase
erkannt, produziert, erörtert...? -
Und es soll operationalisiert sein
und durch entsprechende Verben
(= Operatoren) die beabsichtigten Aktivitäten / Operationen der Schülerinnen
und Schüler angeben. Also wie
sollen sie vorgehen: sollen sie untersuchen, erörtern, vergleichen,
erschließen, bewerten, vortragen etc.? - Ziele
lassen sich gruppieren nach
unterschiedlichen Zieldimensionen: kognitive, affektive, instrumentelle und
soziale Ziele - und/oder nach der Chronologie der Stunde
und der Lernprogression: Phasenziele, die sich i.d.R. nach der
Anforderungshöhe unterscheiden: Reproduktion - Reorganisation - Transfer -
Problemlösung - Bewertung. |
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6. Geplanter
Verlauf |
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Phase,
Zeit, Teilziel |
Unterrichtsschritte /
Unterrichtsinhalte (konkret: spezifisch für diese
Stunde!) |
Unterrichtsformen / Methoden,
Medien (als Liste) oder Didaktisch-methodischer Kommentar (knapp vertextet) |
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Aufbau der Lernsituation z.B.
(!!) ca.
4' (Dauer) TZ
1 (Teilziel
1 s.o.) |
z.B.(!)
Brücke zum letzten Thema; Wiederholung der Lernergebnisse der letzten Stunde; Einbringen / Kontrolle der Hausaufgaben
(ggf. später funktional einbeziehen) – pre-reading activities; explizite
Motivation nötig? Präsentation
eines Textes, eines Problems, einer
Folie; Hinlenkung zu einem sprachlichen Phänomen; Information zur Stunde; informierender
Unterrichtseinstieg; Erläuterung des Themas; etc. |
T = Text OHP = Overheadprojektor/Folie PC etc. I = Impuls F = Frage At = Arbeitsauftrag LV = Lehrervortrag SV = Schülervortrag EA = Einzelarbeit P = Präsentation PA = Partnerarbeit
StA = Stillarbeit GA = Gruppenarbeit:
at. = arbeitsteilig ag. = arbeitsgleich → auch andere
schülerorientierte Formen
einsetzbar! UG = Unterrichtsgespräch:
gel. = gelenktes,
f.-e. = fragend-entwickelndes,
imp. = impulsgesteuertes
offen = offenes UG, offen
für
Themen- / Zielentwicklung
und Schülerplanung
mod. = moderiertes Gespräch KG = Kettengespräch RG = Rundgespräch (im Kreis) Disk = Diskussion nach best. Regeln: mit Leiter, in Pro-und-Kontra-Form Tf = Tafeltext/-bild
/ Grafik
begl. = den Gedankengang
begleitend
res. = Ergebnisse
resümierend,
sichernd
strukt. = die Struktur
eines
Themas grafisch darstellend |
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ggf.
Spontanphase 5' |
z.B.
Ersteindrücke, Fragen, Ideen |
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Problemeröffnung /
Zielausrichtung 3' TZ
2 |
i.d.R.
explizite Eröffnung des Themas, Problems; Überlegungen zum Arbeitsschwerpunkt;
Erstellen eines Erkenntnisinteresses; Entwicklung einer Arbeitsfrage, einer
Suchrichtung; Konzentration auf entscheidende Fragen und Aufgabenstellungen,
Formulierung von Verstehensansätzen, Deutungshypothesen; ggf.
Methodenreflexion zum Vorgehen |
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Erarbeitung 10' TZ
3 5' TZ
4 |
konkrete Angaben zu: Untersuchungs-
oder Produktionskomplexe; Arbeitsaufträge,
Arbeitsgrundlagen und zentrale Impulse für die Schüler; Arbeit
am Text, Ausschnitt, Material; alleine,
mit anderen, im Unterrichtsgespräch mit allen (s. 3. Spalte); unter
Anwendung von Methoden; Zeitrahmen … |
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Verarbeitung /
Integration / Ergebnissichtung / Ergebnissicherung 10' TZ
5 |
Vermittlung
und Sichtung des Erarbeiteten; ggf. Formen einer Präsentation; Verarbeitende
Gesprächsformen: Verknüpfung der Aspekte,
Zusammenhang der Teile, Zwischenergebnisse → Teilthemen zur inhaltlichen
Strukturierung dieser zentralen Gesprächsphase („Themeninseln“) |
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Vertiefung /
Anwendung / Transfer Kontrolle 5' TZ
6 |
▪ Vertiefung a) in der Problemebene oder/und b) der
Textebene, c) der Methodenebene, d) der wertenden Auseinandersetzung – ▪ exemplarische
Textvertiefung…; ▪ Erweiterung der Fragestellung; Teilthemen s.o.; ▪ Rückbezug zum Ausgangspunkt, zur Problemstellung,
zum Arbeitsziel; ▪ Verallgemeinerung; ▪ Bezug zu den Schülern, zur Lebenspraxis etc. ▪ zum Sequenzverlauf → Teilthemen zur inhaltlichen
Strukturierung dieser zentralen Gesprächsphase („Themeninseln“) |
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Hausaufgabe / ggf. Perspektivbildung 3' |
Herausbildung
einer nächsten Problemstellung, der folgenden Fragestellung etc.; Hausaufgabe
(mit konkreter Operation: etw. schreiben, für den mündl. Vortrag vorbereiten;
eine Grafik entwerfen etc. ) |
Füllung des Rasters
in konzentrierter Auswahl, ggf. mit Varianten, jeweils auf den Schwerpunkt
der Phase hin. |
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7.
Literatur (Printform und
Internet - bibliographische Angaben, Internetadressen ...) bei jedem Entwurf! |
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1. Quellen der Texte und Materialien 2. Lehrwerke und Unterrichtsmaterialien 3. Sekundärliteratur zum Gegenstand 4.
Fachdidaktische Literatur Dringend: Beachten Sie das Urheberrecht und die Normen
wissenschaftlichen Schreibens, d.h. genaue Quellenangabe auch für einzelne
aus Fremdquellen übernommene Passagen oder Konzepte, auch und erst recht
bei Übernahmen aus dem Internet! - Natürlich ist eine Nutzung aus anderen
erreichbaren Quellen erlaubt und das Fußen auf der Arbeit von Vorgängern
ebenfalls wissenschaftlich. Die Selbstständigkeit liegt dann in einer
angemessenen Adaption für die eigene Situation. Aber: Bei Nichtbeachtung der Vorschrift zur
Quellenangabe liegt vollendete Täuschung vor. Im Examen bedeutet dies dann:
„nicht bestanden“ (wie 2003 im Seminar Paderborn oder gerade erst im Seminar
Düsseldorf 2005 geschehen!). |
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7. Anhang: die für diese Stunde vorgesehenen Texte,
Materialien, Tafelbildentwurf o.ä. |
► Denken Sie beim Methodenwechsel an die
Grundsätze:
-
in unteren
Klassen: in jeder Stunde eine schriftliche Phase - Phasen von kürzerer Dauer -
keine 45 Minuten Gesprächsunterricht!!
-
in höheren Klassen:
eindeutige Phasen der Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler +
Verarbeitung und Vertiefung im Plenum (mit vorgeplanten Aspekten /
Teilthemen)!!
►
Achten Sie auf Vermeidung der klassischen Fallen im
Deutschunterricht!
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Mit dem Unterrichten
beginnen: Sie hospitieren kurz bei verschiedenen Deutschlehrern
an Ihrer Schule und beginnen dann rasch (Ende Februar / Anfang März) mit
Einzelstunden, Kurzsequenzen und danach längeren Unterrichtsreihen. Sie legen
sich auf den Jahrgang fest, der Ihnen am Anfang am meisten liegt.
Die
erste Runde der Unterrichtsbesuche durch den Fachleiter hat vor allem
beratenden Charakter. Sie beginnt im Umkreis der Osterferien, also kurz davor
oder danach. Sie planen Ihre Termine und schlagen sie mir vor. Im weiteren
Verlauf achten Sie darauf, dass Sie bei Klassen- oder Kurswechsel bereits
überlappend hospitieren, um die Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen, sich
über die Lernvoraussetzungen zu informieren und mit dem Fachlehrer Ihren
Unterrichtseinsatz zu planen. - Zu den 5 vorgeschriebenen Unterrichtsbesuchen
kann auf Ihren Wunsch zur Beratung oder nach Bedarf auch noch ein weiterer hinzu
kommen.
Bedingung (Kurs
2006-08) für i.d.R. 5 verbindliche Unterrichtsbesuche (+ 1 möglicher):
a)
Es sollen alle drei Teilbereiche des
Faches Deutsch präsentiert werden: Literaturunterricht (Umgang mit Texten) - Aufsatzunterricht
(schriftliche Kommunikation) - Reflexion über Sprache; bei integrativem
Deutschunterricht ist der Teilbereichsschwerpunkt auszuweisen. Auch
Rechtschreibung und mündliche Kommunikation sind möglich. - Zumeist häufen sich
Literaturstunden; achten Sie dann aber zumindest auf die Integration anderer
Lernbereiche. - Produktionsorientierte Literaturstunden sollten sich nicht
häufen, vor allem nicht solche mit einem mangelnden Verständnis von
Produktionsorientierung; s. dazu „Vorsicht“!
Bringen Sie dann besser einmal eine produktionsorientierte und ein andermal
eine kognitiv-analytische Literaturstunde ein, damit beide Fähigkeiten bei
Ihnen deutlich werden.
b)
Es sollten möglichst alle Schulstufen
und Kursniveaus präsentiert werden -
in der Abfolge je nach Schulsituation:
1
x Sek. I Jahrgang 5/6
1
x Sek. I Jahrgang 7-10
1 x Sek. II
Leistungskurs (nach Möglichkeit - bekannt sind die Probleme der Kollision mit
dem bdU!)
2
x Sek. II Grundkurs
c)
Selbständiger Unterricht ist in die
Unterrichtsbesuche einzubeziehen.
d)
In mindestens einem Unterrichtsbesuch soll die sinnvolle und funktionale
Nutzung von verschiedenen, vor allem neuen Medien nachgewiesen werden
(über den Einsatz von Texten, Arbeitsblättern, Projektionsfolien und der Tafel
hinausgehend) - nach den Möglichkeiten im Fach. (Beschluss Jülich 17.12.2003)
e) In den Stunden
soll die didaktisch-methodische, die pädagogische, organisatorische,
moderierende etc. Qualifikation der Referendarinnen und Referendare
offensichtlich werden; d.h. nur das Initiieren einer 40-minütigen Gruppenarbeit
wäre für einen Unterrichtsbesuch nicht sinnvoll. Auch 25 Minuten einfachster
Aktivitäten wie Heraussuchen aus Zeitschriften und Aufkleben o.ä. sind
unpassend; solche leichten Arbeitsformen verlagert man am besten in die
vorbereitende Hausaufgabe, damit die knappe kostbare Unterrichtszeit für die
Klärung, Auswertung, Verarbeitung und Vertiefung genutzt werden kann.
f)
Ebenso hat sich bewährt, bei produktionsorientiertem Unterricht eine Produktion
der Schülerinnen und Schüler, die über 10-15 Minuten hinaus dauert, in die
Hausaufgabe oder Stunde vor dem Unterrichtsbesuch zu verlagern, damit die
Lehrerleistung bei der Verarbeitung der Schülerprodukte ins Zentrum kommt.
g)
Nicht in allen Unterrichtsbesuchen muss es sich um den „erarbeitenden
Unterricht“ (s.o.) handeln; so sind auch Verarbeitungsstunden im Rahmen des
Projektunterrichts oder Anwendungsstunden mit Evaluation der Ergebnisse nach
einer Einführung oder spielerische Übungsstunden oder Gestaltungsstunden mit
vorheriger Ideenfindung u.a.m. möglich.
► 3
Unterrichtsbesuche bis zum PEG (im Dez./Januar des 1. Ausbildungsjahres) -
davon 2 in der Oberstufe
► alle 5 (+1
möglicher) Unterrichtsbesuche abschließen bis zu den Sommerferien im letzten
Ausbildungsjahr / denken Sie daran, dass an manchen Schulen in der Zeit nach
Eintragung der Noten, d.h. oft in den letzten 14 Tagen vor den Sommerferien,
nur sehr schwer „normaler Unterricht“ durchführbar ist!
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Außerdem: Gruppenhospitationen
- Gem. OVP 11.11.03/VV
30.4.04 Abs. 11.3 umfasst die Ausbildung auch „Unterrichtshospitationen bei
Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern“.
Grundsatz:
Bei einer großen Fachgruppe wie im Fach Deutsch finden insgesamt nur 2
Gruppenhospitationen statt, die im Fachseminar gemeinsam vorbereitet werden.
Insgesamt also nur 2 Referendare oder Referendarinnen müssen sich bereit
finden, um - unterstützt von der ganzen Gruppe - 1 Stunde für das Fachseminar
anzubieten. Mindestens die Hälfte etwa des Fachseminars besucht also je 1
dieser 2 Stunden.
Zeitraum:
Wegen des selbständigen Unterrichts nur noch im ersten Ausbildungshalbjahr möglich und zu nutzen!
Einladungen an alle (Email).
Zu diesen 2 Terminen wird auch der Fachleiter eingeladen.
© G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de