Kriterien der Textauswahl - das Kanonproblem
Kriterien der Textauswahl (Lehrplan NW SII 1999):
Literarische Texte
Literarische
Texte bieten Konstellationen, in denen sich eine subjektive und historisch bedingte
Sicht auf Mensch und Welt artikuliert. Sie geben Impulse zu differenzierter
Wahrnehmung von Wirklichkeit und zu deren Bewertung und erweitern die
ästhetische Kompetenz der Rezipienten.
Je
nach Unterrichtszusammenhang werden unterschiedliche Aspekte eines Textes
bedeutsam. So müssen literarische Texte nicht immer umfassend untersucht werden,
sondern lebensweltliche, historische, ethisch-normative und ästhetische Aspekte
können Schwerpunkte der unterrichtlichen Arbeit bilden.
Kriterien
für die Auswahl literarischer Texte sind ihre thematische, (literar)historische
oder kulturelle Bedeutung, ihre sprachliche und künstlerische Qualität sowie
ihr Gattungsbezug.
Die folgenden Hinweise sind Teil der
Obligatorik.
Die thematische Bedeutung
zeigt sich in der Anbindung
• an Probleme
der Lebenswelt
• an aktuelle
Fragen
• an die Interessen und Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler.
Die
(literar-)historische und kulturelle Bedeutung sowie die
sprachliche und künstlerische Qualität zeigen sich
• in
nachhaltiger Wirkungsgeschichte
• in aktueller
Rezeption
• in ihrer kulturhistorischen Repräsentanz (Akzentuierung der Umbrüche vom 18. zum 19., vom 19. zum 20. Jahrhundert und der Gegenwart)
• (für den Leistungskurs) in der Berücksichtigung von Literatur
vor 1700 und des Umbruchs der Nachkriegszeit.
Die beiden Epochenumbrüche vom 18. zum 19. Jahrhundert und vom 19. zum 20. Jahrhundert bieten ein reiches Spektrum an Texten unterschiedlicher Schreibweise und Perspektive, die Einblicke in die kulturelle Entwicklung verschaffen. Die „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" von Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik und Romantik zeigt die produktiven Widersprüche, die bis in die Gegenwart fortwirken. Die zeitliche Parallelität von Naturalismus, Expressionismus und Neuer Sachlichkeit kennzeichnet die Anfänge der Moderne, in der wir heute leben. Eine Konzentration auf die Zeiträume, deren Bedeutung für die Gegenwart außer Frage steht, sichert somit auch das notwendige literarhistorische Grundlagenwissen und Kenntnisse und Einblick in ein breites Spektrum literarischer Strömungen.
Der Vorteil dieser Konzentration besteht
darin, dass den Schülerinnen und Schülern über das Vergleichen und
Kontrastieren von Texten, Schreibweisen und Bewertungen interessante Lernwege
eröffnet werden. Die Lehrperson kann Lerngegenstände (Texte/Themen) und
Aufgabenstellungen so konstituieren, dass ein aspektreicher Unterricht möglich
ist.
MSWWF
NRW (Hrsg.): Richtlinien und Lehrpläne Deutsch Sek. II Gymnasium/Gesamtschule.
Frechen: Ritterbach. 1999 - S. 18
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Weitere
Kriterien zur Diskussion um den Kanon:
Kriterien
der Textauswahl (Lehrplan NW SII 1982):
thematische Relevanz - Exemplarität des Textes in seiner Struktur und kommunikativen Funktion - Exemplarität des Textes für eine Textart bzw. für die spezifische Erscheinungsform einer Gattung - geschichtliche Relevanz - Anreiz zur Förderung der kommunikativen Kompetenz
"Die didaktische Diskussion der letzten Jahre
hat allerdings gezeigt, daß es nicht möglich ist,
über eine Angebotsliste von konkreten Texten durchgängig Konsens zu erzielen
oder sogar einen revidierten Lektürekanon zu etablieren. Denn ein relativ
geschlossenes, vollständiges Bild gemeinsamer Tradition ist zur Zeit aus
literaturimmanenten und gesellschaftspolitischen Gründen nicht plausibel für
alle gesellschaftlichen Gruppen zu erstellen."
(RLL NW Gymn. Deutsch SII
1982, S.68 f.)
Textauswahl
nach "Denkbildern":
Identifikation - Mitleid - Erschrecken - Entdecken -
Kritik - Lehre - Utopie - Irritation - Lachen und Spaß
(Benjamin/Müller-Michaels/Funhoff)
Orientierung
an Grundtendenzen der Gegenwart:
Enttraditionalisierung der Lebenswelt -
Pluralisierung der Lebenswelt - Individualisierung der Lebenswelt - Suche nach
Orientierung
(Ulrich Beck:
Risikogesellschaft. Fft. 1986)
Thesen:
|
Aut prodesse volunt aut delectare
poetae aut simul et iucunda et idonea dicere vitae
Horaz |
Die Dichter wollen entweder belehren, oder sie
wollen erfreuen, oder sie wollen beides zugleich: sowohl das zum Leben
Angenehme als auch das Angemessene sagen. (Funhoff) |
"Noch nie wirkte Thekla so lächerlich wie
jetzt. Aber auch Luise Millerin hat Schmerzen, die
einfach nur noch restlos komischen Eindruck machen. Die Tragik der
Gretchenkomödie ist verblaßt, und die Reinheit
Hermanns läßt den Gedanken der Verlogenheit aufkommen
... Welche Dichtungsform entspricht denn unserer Zeit des Radios und des Kinos,
der kniefreien Röcke, der Sensationspresse, der dachlosen Häuser, der
Sportrekordleistungen?"
(W.Schönbrunn
1929)
"Die Frage nach dem literarischen Kanon für die
Schule [...] ist heute daher zunächst und vordringlich die Frage nach den
Möglichkeiten der Vermittlung von Buchkultur, dann erst die Frage nach der
Auswahl von Texten. Also gibt es keinen Kanon mehr? Nein, im Sinne einer
verbindlichen Lektüreliste: nein. Aber als täglich neu gestellte Verpflichtung
zu einer Auswahl von Texten, mit der ich als Deutschlehrer jeweils von neuem
den Versuch wage, wagen muß, für diese Schüler vor
mir und für mich selbst über die ausgewählten Texte der Vergangenheit Bedeutung
zuzuschreiben, die Gegenwart zu erklären, der Zukunft Orientierung zu liefern.
Vielleicht ist das doch ein wesentliches Moment von Freiheit, daß uns diese Aufgabe nicht abgenommen werden kann."
(F.Kowsky, 1993)
Nur der radikale Methodenwechsel vom kognitiv-analytischen, interpretierenden Literaturunterricht zum produktiven Umgang mit Literatur hilft über das Fehlen eines Gesamtkonzepts hinweg.
(nach: J.Förster,
DU 4/93)
Innovationen der letzten Dekade: ... „die Fundierung
des Literaturunterrichts auf einem erweiterten
Textbegriff, d.h. Einbezug von Jugendliteratur und von Texten aus
elektronischen Medien, Aufgabe des Kanons ‚obligatorischer Werke der
Nationalliteratur’, der Einbezug neuer Methoden
der sprachaufmerksamen Textanalyse (genaues Lesen; philoiogische
Textkommentierung) und die Arbeit am
Kanon und an Kanonisierungsprozessen statt der Deutung kanonischer Werke im
Epochen-Kontext.“ (Fingerhut 2002)
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Thesen:
▪ Leser stecken Leser an.
▪ Deutschlehrer sind selber
keine Leser mehr.
▪ Lesen ist Familiensache.
▪ Man kann nur überzeugend vermitteln, was man selber mit
Lust, Schrecken und neuen Erfahrungen gelesen hat.
▪ Es gehört zu den Privilegien
des Literaturlehrers, Texte der Gegenwartsliteratur frei auswählen zu können.
▪ Der heimliche Lehrplan
lautet: Steven King, TV-Programmzeitung, Das Buch zum Film, Das
Biologie-Buch,...
▪ Literatur ist folgenlos. - Lesen bildet.
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Bildung
Literatur in der Schule? Mangelhaft.
Experte kritisiert Vorgehen der Schulen bei der Literaturvermittlung
Deutschlands Schüler lesen Faust II - und verstehen nur Bahnhof. Schuld sind die Schulen. So sieht es jedenfalls der Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, Klaus Reichert. In einem dpa-Gespräch bescheinigte er den Schulen Versagen bei der Vermittlung von Literatur. Viele Schüler hätten nicht mehr genügend Hintergrundwissen, um bedeutende Werke zu verstehen.
Lehrer konfrontierten ihre Schülerinnen und Schüler zu früh mit schwierigen Werken. "Faust II als Schullektüre ist grober Unfug, auch wenn er in einem Kanon der Wochenzeitung "Die Zeit" als unabdingbar auftaucht", so Reichert. Das Werk sei keinem Schüler zuzumuten. Es bestehe vielmehr die Gefahr, ihm für alle Zeit das Interesse an diesem großartigen Faust zu vermiesen. Reichert fordert ein größeres persönliches Engagement von Literaturdozenten. Nur wenn diese sich selbst für die besprochenen Werke begeisterten, könnten sie ihre Schüler und Studenten zum Lesen verführen.
Literaturkanon ja - aber nur unter Vorbehalt ständiger Anpassung
"Sie brauchen jemanden, der ihnen sagt, was sie lesen sollen", meinte der Frankfurter Professor für Anglistik und Amerikanistik. "Zudem müssten die Lehrpläne flexibler sein, damit die Lehrer stärker ihre eigenen Interessen einbringen können." Ein Literaturkanon, wie ihn jetzt der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vorgeschlagen hat, sei zwar immer subjektiv, aber durchaus hilfreich. "Ein Literaturkanon ist dafür da, dass man ihn in Frage stellt, dass einem ein Gegenkanon einfällt". Eine solche Liste müsse ständig entrümpelt und ergänzt werden.
dpa - 27. Mai 2002
http://www.workshop-zukunft.de/newsletter/2002/05/schule_literatur.html
Vorschläge:
Z E I T - S C H Ü L E R B I B L I O T H E K - (c) DIE ZEIT 42/2002 – mit Kommentierungen
1. Bettina von Arnim:
Die Günderode
2. Jurek Becker: Jakob, der Lügner
3. Heinrich Böll: Erzählungen
4. Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür
5. Hermann Bote: Till Eulenspiegel
6. Bertolt Brecht: Leben des Galilei
7. Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen
8. Georg Büchner: Lenz, Leonce und Lena, Dantons Tod
9. Wilhelm Busch: Ausgewählte Geschichten
10. Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame
11. Marie von Ebner-Eschenbach: Das Gemeindekind
12. Josephvon Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts
13. Michael Ende: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
14. Hans Fallada: Kleiner Mann - was nun?
15. Theodor Fontane: Effi Briest
16. Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter
17. Johann Wolfgang von Goethe: Faust I
18. Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers
19. Hans J. Christoffel von Grimmelshausen: Der Abenteuerliche Simplicissimus
20. Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen
21. Wilhelm Hauff: Märchen
22. E.T.A. Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi, Der Sandmann
23. Friedrich Hölderlin: Hyperion
24. Hans Henny Jahnn: Das Holzschiff
25. Anna Maria Jokl: Die Perlmutterfarbe
26. Franz Kafka: Der Prozess
27. Franz Kafka: Erzählungen
28. Marie Luise Kaschnitz: Erzählungen
29. Erich Kästner: Das fliegende Klassenzimmer
30. Gottfried Keller: Die drei gerechten
Kammacher, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Kleider machen Leute
31. Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas, Die Marquise von O., Das Erdbeben in Chili
32. Heinrich von Kleist: Penthesilea
33. Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise
34. Georg Christoph Lichtenberg: Aphorismen
35. Martin Luther: Das Matthäus-Evangelium
36. Lyrik I: Von Walther bis Hölderlin
37. Lyrik II: Von Novalis bis Hoffmann von Fallersleben
38. Lyrik III: Von Droste-Hülshoff bis Nietzsche
39. Lyrik IV: Von Morgenstern bis Bachmann
40. Lyrik V: Balladen
41. Heinrich Mann: Der Untertan
42. Thomas Mann: Mario und der Zauberer, Der Tod in Venedig
43. Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
44. Joseph Roth: Hiob
45. Friedrich Schiller: Kabale und Liebe
46. Arno Schmidt: Brand's Haide
47. Arthur Schnitzler: Fräulein Else, Traumnovelle
48. Anna Seghers: Das siebte Kreuz, Der Ausflug der toten Mädchen
49. Theodor Storm: Die Regentrude, Der Schimmelreiter
50. Frank Wedekind: Frühlings Erwachen
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http://www.zeit.de/schwerpunkte/literatur/schuelerbibliothek
Leseliste - Land Salzburg - Oberstufe © SHI 1995 - 2000
1. Allgemeine Empfehlungen (an keine bestimmte Klasse
gebunden)
Dürrenmatt: Die Physiker
Kipphardt: In der Sache J. R. Oppenheimer
Brecht: Leben des Galilei
Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker, Der Besuch der
alten Dame
Hesse: Unterm Rad
Horvath: Jugend ohne Gott
Torberg: Der Schüler Gerber
Bernhard: Der Keller, Ein Kind
Innerhofer: Schöne
Tage
Passrugger: Hartes
Brot
Frischmuth: Die
Ferienfamilie
Mitterer: Die
Piefke-Saga, Kein Platz für Idioten, Die Kinder des Teufels
Kempff: Fettfleck
Mechtel: Cold Turkey. Die Drogenkarriere des Andreas B.
Kerr: Als Hitler das rote Kaninchen stahl
Frank: Tagebuch der Anne Frank
Frisch: Andorra
Böll: Erzählungen, Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Fritsch: Moos auf den Steinen
Brandstetter: Zu Lasten der Briefträger, Überwindung der
Blitzangst, Hier kocht der Wirt
Handke: Wunschloses Unglück, Kindergeschichte
Jandl: Gedichte (laut und luise,
Idyllen ...)
Schneider: Schlafes Bruder
Köhlmeier: Sunrise, Telemach
Haslinger:
Opernball, Das Vaterspiel
G. Roth: Der See, Der Plan
Haas, Der Knochenmann, Auferstehung der Toten
Wolf: Kassandra, Kindheitsmuster
Harig: Ordnung ist das ganze Leben
Henisch: Die kleine
Figur meines Vaters, Vom Wunsch Indianer zu werden
Schutting: Der
Vater
Frischmuth: Die
Klosterschule
Haushofer: Die
Wand, Schreckliche Treue (Erzählungen)
Jonke:
Geometrischer Heimatroman
Gruber: Aus dem Leben Hödlmosers
Schindel: Gebürtig
Klüger: Weiter leben
Kappacher: Wer
zuerst lacht, Silberpfeile
Hürlimann: Das
Holztheater
Artmann: Med ana
schwoazzn dintn
Kein: Kein-Buch
Merz/Qualtinger: Der Herr Karl
Hemingway: Kurzgeschichten, Der alte Mann und das Meer
Bichsel:
Erzählungen
Hohler: Der Granitblock im Kino,
Wegwerfgeschichten
Weiss/Hanisch
(Hrsg.): Vermittlungen
2. Auf den Jahres-Literaturunterricht abgestimmt:
6. Klasse (Oberstufe):
Hartmann: Der arme Heinrich (evtl. in nhd. Übertragung -
z.B. R 456) + Dorst / Ehler:
Die Legende von Armen Heinrich + M. Werner: Bis bald
Walther v.d. Vogelweide: Ich sâz ûf eime
steine
Auswahl mittelhochdeutscher Lyrik (z.B. "Minnesangs
Frühling". Deutsche Gedichte des Mittelalters, R 8849)
Sagenkreise um Nibelungen (Siegfried, Kriemhild, Burgunder)
und Artus/Gral (Erec, Iwein,
Parzival) + Dorst / Ehler:
Merlin oder Das wüste Land
Ausschnitte aus Nibelungenlied und "Parzival"
(Wolfram) + Muschg: Der Rote Ritter
Johann von Tepl (Saaz): Der Ackermann
Volksbuch vom Dr. Faust + Marlowe: Dr. Faustus
Sachs: 1 Fastnachtsspiel (z.B. "Der fahrende Schüler im
Paradies")
Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus
(Schulausg. R 7452) + Brecht: Mutter Courage und ihre
Kinder
Gryphius: Herr Peter Squenz +
Shakespeare: Ein Sommernachtstraum
Barocklyrik, Auswahl (z.B. R
7804)
Shakespeare: 1 Drama
Lessing: Emilia
Galotti, Nathan der Weise, Fabeln
Schiller: Die Räuber, Kabale und Liebe
Goethe: Götz von Berlichingen, Die Leiden des jungen
Werthers + Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W. + Salinger: The Catcher in the Rye
7. Klasse (Oberstufe):
Goethe: Iphigenie auf Tauris, Faust,
1. Teil
Schiller: Die Jungfrau von Orleans + Brecht: Die heilige
Johanna der Schlachthöfe, + Anouilh: Jeanne oder Die
Lerche + Shaw: St. Joan
Schiller: Wilhelm Tell + Frisch: Wilhelm Tell für die Schule
Goethe und Schiller: Gedichte und Balladen (u.a.: Der
Zauberlehrling, Erlkönig, Der Fischer, Der Taucher, Der Ring des Polykrates, Die Kraniche des Ibykus,
Die Bürgschaft, Der Handschuh)
Kleist: Das Bettelweib von Locarno, Der zerbrochne
Krug + Artmann
Novalis: Heinrich von Ofterdingen,
Die Christenheit
Hoffmann: Lebensansichten des Katers Murr, Der Sandmann
Stoker: Dracula
- oder: Shelley: Frankenstein
Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts, Gedichte
Hölderlin: Gedichte
Grillparzer: Der Traum ein Leben, Der arme Spielmann
Raimund: Der Verschwender
Nestroy: Der Zerrissene, Lumpazivagabundus (R ) + Henisch, Kommt eh der Komet
Mörike: Mozart auf der Reise nach Prag
Stifter: Bunte Steine
Droste-Hülshoff: Die Judenbuche
Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen, Gedichte
Büchner: Woyzeck, Lenz
Hebbel: Maria Magdalene
Gotthelf: Die schwarze Spinne
Keller: Die Leute von Seldwyla,
Spiegel das Kätzchen
Storm: Novellen (u.a. Der Schimmelreiter)
Fontane: Effi Briest + Flaubert: Madame Bovary
Ebner-Eschenbach: Dorf-
und Schloßgeschichten
Rosegger: Jakob der Letzte
Hauptmann: Bahnwärter Thiel, Die Weber
Holz-Schlaf: Papa Hamlet
Ibsen: Nora + Jelinek: Was geschah, als Nora ihren Mann
verlassen hatte
8. Klasse (Oberstufe):
Schnitzler: Leutnant Gustl, Fräulein Else; Liebelei,
Reigen
Polgar: Im Lauf der Zeit (Ro 107)
Kraus: Die letzten Tage der Menschheit (Auswahl)
Hofmannsthal: Jedermann, Der Schwierige
Anthologie: Lyrik des expressionistischen Jahrzehnts (dtv)
Anthologie: Menschheitsdämmerung (Pinthus)
Kafka: Die Verwandlung, Bericht für eine Akademie, Der Prozeß (daraus verpfl.: Vor
dem Gesetz)
Trakl: Gedichte
Wedekind: Frühlings Erwachen
Roth: Radetzkymarsch
St. Zweig: 1 Novelle (z.B. Schachnovelle, Angst)
Brecht: Der kaukasische Kreidekreis, Die Dreigroschenoper + Gay/Pepusch: The Beggar’s Opera
Th. Mann: Mario und der Zauberer, Tod in Venedig; Dr.
Faustus
H. Mann: Der Untertan
Andric: Die
Brücke über die Drina
Horvath: Geschichten aus dem Wiener Wald
Musil: Nachlaß zu Lebzeiten, Die
Verwirrungen des Zöglings Törleß
Elias Canetti: Die Blendung
Veza Canetti:
Geduld bringt Rosen
Doderer: Die Peinigung der Lederbeutelchen, Die Merowinger
Camus: Die Pest
Sartre: Die Fliegen + Sophokles:
König Ödipus
Beckett: Warten auf Godot
Borchert: Kurzgeschichten (z.B.:
Das Brot), Draußen vor der Tür
Frisch: Biedermann und die Brandstifter, Stiller
Lebert: Die
Wolfshaut
Grass: Die Blechtrommel
Eich: 1 Hörspiel (z.B.: Träume), Gedichte
Aichinger: 1 Hörspiel (z.B.: Knöpfe), Erzählungen (z.B.:
Spiegelgeschichte, Das Fenstertheater), Die größere Hoffnung
Bachmann: Gedichte (Anrufung des Großen Bären) Das
dreißigste Jahr, Simultan;
Enzensberger, Gedichte
Celan: Gedichte
(u.a.: Todesfuge)
P. Weiss: Die Ermittlung
Anthologie: Die Wiener Gruppe (Rowohlt)
Handke: Kaspar, Das Gewicht der Welt, Kindergeschichte
Turrini: rozznjogd, Der tollste Tag + Beaumarchais: Der tolle Tag +
Mozart/da Ponte: Le Nozze di Figaro
Jandl/Mayröcker: Fünf Mann
Menschen
Fried: Gedichte
Gstrein: Einer,
Die englischen Jahre
Bernhard: Das Kalkwerk, Heldenplatz
Walser: Die Brandung
Hein: Horns Ende, Drachenblut, Die Ritter der Tafelrunde
Süskind: Das Parfum
Ransmayr: Morbus Kitahara, Die
letzte Welt + Ovid: Metamorphosen
Schwab: Volksvernichtung
Jelinek: Die Klavierspielerin
Weiss u.a.
(Hrsg.): Zwischenbilanz
Anhang: Einige Titel aus der sog.
Bestseller-Literatur
Simmel: Es muss nicht immer Kaviar sein
Rowling, Harry
Potter
Pilcher: Die Muschelsucher
Eco: Der Name der Rose
King: In einer kleinen Stadt (= Needful
Things)
Donna Leon
Crichton,
Grisham: Die Akte
Da Vorschläge zur Gegenwartsliteratur erfahrungsgemäß sehr
schnell an Aktualität verlieren und überdies immer auch besonders anfällig für modische
Auswahl sind, wird empfohlen, die Literaturszene und Neuerscheinungen im Blick
zu behalten. Hinweise und Vorabdrucke finden sich in Literaturzeitschriften
(z.B.: Literatur und Kritik, manuskripte,
Wespennest, Salz)
Beachte auch das Angebot verschiedener Kultureinrichtungen,
in Salzburg bsd. die Rauriser Literaturtage und Veranstaltungen im
Literaturhaus Eizenbergerhof !
Alle genannten Titel verstehen sich (mit Ausnahme der
hervorgehobenen) als Lesevorschläge; unterstrichene Titel sind verpflichtende
Lektüre, die ggf. auch selbständig zu bewältigen ist.
http://www.land.salzburg.at/schule/faecher/deutsch/lektuereliste.html
Literatur:
Volker
Bohn u.a.: Über Kanon sprechen". In: DD H.64/1982; dazu H. 68/1982;
Harro
Müller-Michaels: Didaktische Wertung: Jb. d. Deutschdidaktik 1980. Königstein
1981 ;
Arbeit
am Kanon - Arbeit ohne Kanon. Tagungsbericht des Landesverbandes NW im Dt.
Germanistenverband 1993 (darin: Funhoff, Kowsky, Müller-Michaels; Kowsky);
Literaturunterricht
heute. DU 4/1993
Ulrich
Greiner: Die ZEIT-Schülerbibliothek. Weshalb wir
einen literarischen Kanon brauchen. DIE ZEIT 42/2002
= http://www.zeit.de/2002/42/SBib_Intro
© G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de