Kriterien der Textauswahl - das Kanonproblem

 

Kriterien der Textauswahl (Lehrplan NW SII 1999):

 

Literarische Texte

Literarische Texte bieten Konstellationen, in denen sich eine subjektive und histo­risch bedingte Sicht auf Mensch und Welt artikuliert. Sie geben Impulse zu diffe­renzierter Wahrnehmung von Wirklichkeit und zu deren Bewertung und erweitern die ästhetische Kompetenz der Rezipienten.

Je nach Unterrichtszusammenhang werden unterschiedliche Aspekte eines Textes bedeutsam. So müssen literarische Texte nicht immer umfassend untersucht wer­den, sondern lebensweltliche, historische, ethisch-normative und ästhetische As­pekte können Schwerpunkte der unterrichtlichen Arbeit bilden.

 

Kriterien für die Auswahl literarischer Texte sind ihre thematische, (literar)his­torische oder kulturelle Bedeutung, ihre sprachliche und künstlerische Qua­lität sowie ihr Gattungsbezug.

 

Die folgenden Hinweise sind Teil der Obligatorik.

 

Die thematische Bedeutung zeigt sich in der Anbindung

• an Probleme der Lebenswelt

• an aktuelle Fragen

• an die Interessen und Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler.

 

Die (literar-)historische und kulturelle Bedeutung sowie die sprachliche und künst­lerische Qualität zeigen sich

• in nachhaltiger Wirkungsgeschichte

• in aktueller Rezeption

• in ihrer kulturhistorischen Repräsentanz (Akzentuierung der Umbrüche vom 18. zum 19., vom 19. zum 20. Jahrhundert und der Gegenwart)

• (für den Leistungskurs) in der Berücksichtigung von Literatur vor 1700 und des Umbruchs der Nachkriegszeit.

 

Die beiden Epochenumbrüche vom 18. zum 19. Jahrhundert und vom 19. zum 20. Jahrhundert bieten ein reiches Spektrum an Texten unterschiedlicher Schreibweise und Perspektive, die Einblicke in die kulturelle Entwicklung verschaffen. Die „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" von Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik und Romantik zeigt die produktiven Widersprüche, die bis in die Gegenwart fortwir­ken. Die zeitliche Parallelität von Naturalismus, Expressionismus und Neuer Sach­lichkeit kennzeichnet die Anfänge der Moderne, in der wir heute leben. Eine Kon­zentration auf die Zeiträume, deren Bedeutung für die Gegenwart außer Frage steht, sichert somit auch das notwendige literarhistorische Grundlagenwissen und Kenntnisse und Einblick in ein breites Spektrum literarischer Strömungen.

Der Vorteil dieser Konzentration besteht darin, dass den Schülerinnen und Schü­lern über das Vergleichen und Kontrastieren von Texten, Schreibweisen und Be­wertungen interessante Lernwege eröffnet werden. Die Lehrperson kann Lernge­genstände (Texte/Themen) und Aufgabenstellungen so konstituieren, dass ein as­pektreicher Unterricht möglich ist.

MSWWF NRW (Hrsg.): Richtlinien und Lehrpläne Deutsch Sek. II Gymnasium/Gesamtschule. Frechen: Ritterbach. 1999 - S. 18

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Weitere Kriterien zur Diskussion um den Kanon:

 

Kriterien der Textauswahl (Lehrplan NW SII 1982):

thematische Relevanz - Exemplarität des Textes in seiner Struktur und kommunikativen Funktion - Exemplarität des Textes für eine Textart bzw. für die spezifische Erscheinungsform einer Gattung - geschichtliche Relevanz - Anreiz zur Förderung der kommunikativen Kompetenz

"Die didaktische Diskussion der letzten Jahre hat allerdings gezeigt, daß es nicht möglich ist, über eine Angebotsliste von konkreten Texten durchgängig Konsens zu erzielen oder sogar einen revidierten Lektürekanon zu etablieren. Denn ein relativ geschlossenes, vollständiges Bild gemeinsamer Tradition ist zur Zeit aus literaturimmanenten und gesellschaftspolitischen Gründen nicht plausibel für alle gesellschaftlichen Gruppen zu erstellen."

(RLL NW Gymn. Deutsch SII 1982, S.68 f.)

 

Textauswahl nach "Denkbildern":

Identifikation - Mitleid - Erschrecken -  Entdecken -  Kritik -  Lehre -  Utopie - Irritation - Lachen und Spaß

(Benjamin/Müller-Michaels/Funhoff)

Orientierung an Grundtendenzen der Gegenwart:

Enttraditionalisierung der Lebenswelt - Pluralisierung der Lebenswelt - Individualisierung der Lebenswelt - Suche nach Orientierung

(Ulrich Beck: Risikogesellschaft. Fft. 1986)

 

Thesen:

Aut prodesse volunt aut delectare poetae

aut simul et iucunda et idonea dicere vitae

                                                          

                                   Horaz

 

Die Dichter wollen entweder belehren, oder sie wollen erfreuen, oder sie wollen beides zugleich: sowohl das zum Leben Angenehme als auch das Angemessene sagen.

        (Funhoff)

 

 

"Noch nie wirkte Thekla so lächerlich wie jetzt. Aber auch Luise Millerin hat Schmerzen, die einfach nur noch restlos komischen Eindruck machen. Die Tragik der Gretchenkomödie ist verblaßt, und die Reinheit Hermanns läßt den Gedanken der Verlogenheit aufkommen ... Welche Dichtungsform entspricht denn unserer Zeit des Radios und des Kinos, der kniefreien Röcke, der Sensationspresse, der dachlosen Häuser, der Sportrekordleistungen?"                                                                                                                                       

(W.Schönbrunn 1929)

 

"Die Frage nach dem literarischen Kanon für die Schule [...] ist heute daher zunächst und vordringlich die Frage nach den Möglichkeiten der Vermittlung von Buchkultur, dann erst die Frage nach der Auswahl von Texten. Also gibt es keinen Kanon mehr? Nein, im Sinne einer verbindlichen Lektüreliste: nein. Aber als täglich neu gestellte Verpflichtung zu einer Auswahl von Texten, mit der ich als Deutschlehrer jeweils von neuem den Versuch wage, wagen muß, für diese Schüler vor mir und für mich selbst über die ausgewählten Texte der Vergangenheit Bedeutung zuzuschreiben, die Gegenwart zu erklären, der Zukunft Orientierung zu liefern. Vielleicht ist das doch ein wesentliches Moment von Freiheit, daß uns diese Aufgabe nicht abgenommen werden kann."    

                                                                                                             (F.Kowsky, 1993)

 

Nur der radikale Methodenwechsel vom kognitiv-analytischen, interpretierenden Literaturunterricht zum produktiven Umgang mit Literatur hilft über das Fehlen eines Gesamtkonzepts hinweg.    

(nach: J.Förster, DU 4/93)   

 

Innovationen der letzten Dekade: ... „die Fundierung des Literaturunterrichts auf einem erweiterten Textbegriff, d.h. Einbezug von Jugendliteratur und von Texten aus elektronischen Medien, Aufgabe des Kanons ‚obligatorischer Werke der Nationalliteratur’, der Einbezug neuer Methoden der sprachaufmerksamen Textanalyse (genaues Lesen; philoiogische Textkommentierung) und die Arbeit am Kanon und an Kanonisierungsprozessen statt der Deutung kanonischer Werke im Epochen-Kontext.“                                                                                                      (Fingerhut 2002)

 

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Thesen:

Leser stecken Leser an.

Deutschlehrer sind selber keine Leser mehr.

Lesen ist Familiensache.

Man kann nur  überzeugend vermitteln, was man selber mit Lust, Schrecken und neuen Erfahrungen gelesen hat.

Es gehört zu den Privilegien des Literaturlehrers, Texte der Gegenwartsliteratur frei auswählen zu können.

Der heimliche Lehrplan lautet: Steven King, TV-Programmzeitung, Das Buch zum Film, Das Biologie-Buch,...

Literatur ist folgenlos. - Lesen bildet.

 

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Bildung
Literatur in der Schule? Mangelhaft.

Experte kritisiert Vorgehen der Schulen bei der Literaturvermittlung

Deutschlands Schüler lesen Faust II - und verstehen nur Bahnhof. Schuld sind die Schulen. So sieht es jedenfalls der Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, Klaus Reichert. In einem dpa-Gespräch bescheinigte er den Schulen Versagen bei der Vermittlung von Literatur. Viele Schüler hätten nicht mehr genügend Hintergrundwissen, um bedeutende Werke zu verstehen.

Lehrer konfrontierten ihre Schülerinnen und Schüler zu früh mit schwierigen Werken. "Faust II als Schullektüre ist grober Unfug, auch wenn er in einem Kanon der Wochenzeitung "Die Zeit" als unabdingbar auftaucht", so Reichert. Das Werk sei keinem Schüler zuzumuten. Es bestehe vielmehr die Gefahr, ihm für alle Zeit das Interesse an diesem großartigen Faust zu vermiesen. Reichert fordert ein größeres persönliches Engagement von Literaturdozenten. Nur wenn diese sich selbst für die besprochenen Werke begeisterten, könnten sie ihre Schüler und Studenten zum Lesen verführen.

Literaturkanon ja - aber nur unter Vorbehalt ständiger Anpassung

"Sie brauchen jemanden, der ihnen sagt, was sie lesen sollen", meinte der Frankfurter Professor für Anglistik und Amerikanistik. "Zudem müssten die Lehrpläne flexibler sein, damit die Lehrer stärker ihre eigenen Interessen einbringen können." Ein Literaturkanon, wie ihn jetzt der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vorgeschlagen hat, sei zwar immer subjektiv, aber durchaus hilfreich. "Ein Literaturkanon ist dafür da, dass man ihn in Frage stellt, dass einem ein Gegenkanon einfällt". Eine solche Liste müsse ständig entrümpelt und ergänzt werden.

dpa - 27. Mai 2002   

http://www.workshop-zukunft.de/newsletter/2002/05/schule_literatur.html

 

Vorschläge:

 

Z E I T - S C H Ü L E R B I B L I O T H E K  - (c) DIE ZEIT 42/2002 – mit Kommentierungen

 

1. Bettina von Arnim: Die Günderode

2. Jurek Becker: Jakob, der Lügner

3. Heinrich Böll: Erzählungen

4. Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür

5. Hermann Bote: Till Eulenspiegel

6. Bertolt Brecht: Leben des Galilei

7. Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen

8. Georg Büchner: Lenz, Leonce und Lena, Dantons Tod

9. Wilhelm Busch: Ausgewählte Geschichten

10. Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame

11. Marie von Ebner-Eschenbach: Das Gemeindekind

12. Josephvon Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts

13. Michael Ende: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

14. Hans Fallada: Kleiner Mann - was nun?

15. Theodor Fontane: Effi Briest

16. Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter

17. Johann Wolfgang von Goethe: Faust I

18. Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers

19. Hans J. Christoffel von Grimmelshausen: Der Abenteuerliche Simplicissimus

20. Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen

21. Wilhelm Hauff: Märchen

22. E.T.A. Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi, Der Sandmann

23. Friedrich Hölderlin: Hyperion

24. Hans Henny Jahnn: Das Holzschiff

25. Anna Maria Jokl: Die Perlmutterfarbe

26. Franz Kafka: Der Prozess

27. Franz Kafka: Erzählungen

28. Marie Luise Kaschnitz: Erzählungen

29. Erich Kästner: Das fliegende Klassenzimmer

30. Gottfried Keller: Die drei gerechten

Kammacher, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Kleider machen Leute

31. Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas, Die Marquise von O., Das Erdbeben in Chili

32. Heinrich von Kleist: Penthesilea

33. Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise

34. Georg Christoph Lichtenberg: Aphorismen

35. Martin Luther: Das Matthäus-Evangelium

36. Lyrik I: Von Walther bis Hölderlin

37. Lyrik II: Von Novalis bis Hoffmann von Fallersleben

38. Lyrik III: Von Droste-Hülshoff bis Nietzsche

39. Lyrik IV: Von Morgenstern bis Bachmann

40. Lyrik V: Balladen

41. Heinrich Mann: Der Untertan

42. Thomas Mann: Mario und der Zauberer, Der Tod in Venedig

43. Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

44. Joseph Roth: Hiob

45. Friedrich Schiller: Kabale und Liebe

46. Arno Schmidt: Brand's Haide

47. Arthur Schnitzler: Fräulein Else, Traumnovelle

48. Anna Seghers: Das siebte Kreuz, Der Ausflug der toten Mädchen

49. Theodor Storm: Die Regentrude, Der Schimmelreiter

50. Frank Wedekind: Frühlings Erwachen

http://www.zeit.de/schwerpunkte/literatur/schuelerbibliothek

 

 

 

Leseliste - Land Salzburg - Oberstufe      © SHI 1995 - 2000

 

1. Allgemeine Empfehlungen (an keine bestimmte Klasse gebunden)

Dürrenmatt: Die Physiker

Kipphardt: In der Sache J. R. Oppenheimer

Brecht: Leben des Galilei

Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker, Der Besuch der alten Dame

Hesse: Unterm Rad

Horvath: Jugend ohne Gott

Torberg: Der Schüler Gerber

Bernhard: Der Keller, Ein Kind

Innerhofer: Schöne Tage

Passrugger: Hartes Brot

Frischmuth: Die Ferienfamilie

Mitterer: Die Piefke-Saga, Kein Platz für Idioten, Die Kinder des Teufels

Kempff: Fettfleck

Mechtel: Cold Turkey. Die Drogenkarriere des Andreas B.

Kerr: Als Hitler das rote Kaninchen stahl

Frank: Tagebuch der Anne Frank

Frisch: Andorra

Böll: Erzählungen, Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Fritsch: Moos auf den Steinen

Brandstetter: Zu Lasten der Briefträger, Überwindung der Blitzangst, Hier kocht der Wirt

Handke: Wunschloses Unglück, Kindergeschichte

Jandl: Gedichte (laut und luise, Idyllen ...)

Schneider: Schlafes Bruder

Köhlmeier: Sunrise, Telemach

Haslinger: Opernball, Das Vaterspiel

G. Roth: Der See, Der Plan

Haas, Der Knochenmann, Auferstehung der Toten

Wolf: Kassandra, Kindheitsmuster

Harig: Ordnung ist das ganze Leben

Henisch: Die kleine Figur meines Vaters, Vom Wunsch Indianer zu werden

Schutting: Der Vater

Frischmuth: Die Klosterschule

Haushofer: Die Wand, Schreckliche Treue (Erzählungen)

Jonke: Geometrischer Heimatroman

Gruber: Aus dem Leben Hödlmosers

Schindel: Gebürtig

Klüger: Weiter leben

Kappacher: Wer zuerst lacht, Silberpfeile

Hürlimann: Das Holztheater

Artmann: Med ana schwoazzn dintn

Kein: Kein-Buch

Merz/Qualtinger: Der Herr Karl

Hemingway: Kurzgeschichten, Der alte Mann und das Meer

Bichsel: Erzählungen

Hohler: Der Granitblock im Kino, Wegwerfgeschichten

Weiss/Hanisch (Hrsg.): Vermittlungen

 

2. Auf den Jahres-Literaturunterricht abgestimmt:

6. Klasse (Oberstufe):

Hartmann: Der arme Heinrich (evtl. in nhd. Übertragung - z.B. R 456) + Dorst / Ehler: Die Legende von Armen Heinrich + M. Werner: Bis bald

Walther v.d. Vogelweide: Ich sâz ûf eime steine

Auswahl mittelhochdeutscher Lyrik (z.B. "Minnesangs Frühling". Deutsche Gedichte des Mittelalters, R 8849)

Sagenkreise um Nibelungen (Siegfried, Kriemhild, Burgunder) und Artus/Gral (Erec, Iwein, Parzival) + Dorst / Ehler: Merlin oder Das wüste Land

Ausschnitte aus Nibelungenlied und "Parzival" (Wolfram) + Muschg: Der Rote Ritter

Johann von Tepl (Saaz): Der Ackermann

Volksbuch vom Dr. Faust + Marlowe: Dr. Faustus

Sachs: 1 Fastnachtsspiel (z.B. "Der fahrende Schüler im Paradies")

Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus (Schulausg. R 7452) + Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder

Gryphius: Herr Peter Squenz + Shakespeare: Ein Sommernachtstraum

Barocklyrik, Auswahl (z.B. R 7804)

Shakespeare: 1 Drama

Lessing: Emilia Galotti, Nathan der Weise, Fabeln

Schiller: Die Räuber, Kabale und Liebe

Goethe: Götz von Berlichingen, Die Leiden des jungen Werthers + Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W. + Salinger: The Catcher in the Rye

 

7. Klasse (Oberstufe):

Goethe: Iphigenie auf Tauris, Faust, 1. Teil

Schiller: Die Jungfrau von Orleans + Brecht: Die heilige Johanna der Schlachthöfe, + Anouilh: Jeanne oder Die Lerche + Shaw: St. Joan

Schiller: Wilhelm Tell + Frisch: Wilhelm Tell für die Schule

Goethe und Schiller: Gedichte und Balladen (u.a.: Der Zauberlehrling, Erlkönig, Der Fischer, Der Taucher, Der Ring des Polykrates, Die Kraniche des Ibykus, Die Bürgschaft, Der Handschuh)

Kleist: Das Bettelweib von Locarno, Der zerbrochne Krug + Artmann

Novalis: Heinrich von Ofterdingen, Die Christenheit

Hoffmann: Lebensansichten des Katers Murr, Der Sandmann

Stoker: Dracula - oder: Shelley: Frankenstein

Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts, Gedichte

Hölderlin: Gedichte

Grillparzer: Der Traum ein Leben, Der arme Spielmann

Raimund: Der Verschwender

Nestroy: Der Zerrissene, Lumpazivagabundus (R ) + Henisch, Kommt eh der Komet

Mörike: Mozart auf der Reise nach Prag

Stifter: Bunte Steine

Droste-Hülshoff: Die Judenbuche

Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen, Gedichte

Büchner: Woyzeck, Lenz

Hebbel: Maria Magdalene

Gotthelf: Die schwarze Spinne

Keller: Die Leute von Seldwyla, Spiegel das Kätzchen

Storm: Novellen (u.a. Der Schimmelreiter)

Fontane: Effi Briest + Flaubert: Madame Bovary

Ebner-Eschenbach: Dorf- und Schloßgeschichten

Rosegger: Jakob der Letzte

Hauptmann: Bahnwärter Thiel, Die Weber

Holz-Schlaf: Papa Hamlet

Ibsen: Nora + Jelinek: Was geschah, als Nora ihren Mann verlassen hatte

 

8. Klasse (Oberstufe):

Schnitzler: Leutnant Gustl, Fräulein Else; Liebelei, Reigen

Polgar: Im Lauf der Zeit (Ro 107)

Kraus: Die letzten Tage der Menschheit (Auswahl)

Hofmannsthal: Jedermann, Der Schwierige

Anthologie: Lyrik des expressionistischen Jahrzehnts (dtv)

Anthologie: Menschheitsdämmerung (Pinthus)

Kafka: Die Verwandlung, Bericht für eine Akademie, Der Prozeß (daraus verpfl.: Vor dem Gesetz)

Trakl: Gedichte

Wedekind: Frühlings Erwachen

Roth: Radetzkymarsch

St. Zweig: 1 Novelle (z.B. Schachnovelle, Angst)

Brecht: Der kaukasische Kreidekreis, Die Dreigroschenoper + Gay/Pepusch: The Beggar’s Opera

Th. Mann: Mario und der Zauberer, Tod in Venedig; Dr. Faustus

H. Mann: Der Untertan

Andric: Die Brücke über die Drina

Horvath: Geschichten aus dem Wiener Wald

Musil: Nachlaß zu Lebzeiten, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Elias Canetti: Die Blendung

Veza Canetti: Geduld bringt Rosen

Doderer: Die Peinigung der Lederbeutelchen, Die Merowinger

Camus: Die Pest

Sartre: Die Fliegen + Sophokles: König Ödipus

Beckett: Warten auf Godot

Borchert: Kurzgeschichten (z.B.: Das Brot), Draußen vor der Tür

Frisch: Biedermann und die Brandstifter, Stiller

Lebert: Die Wolfshaut

Grass: Die Blechtrommel

Eich: 1 Hörspiel (z.B.: Träume), Gedichte

Aichinger: 1 Hörspiel (z.B.: Knöpfe), Erzählungen (z.B.: Spiegelgeschichte, Das Fenstertheater), Die größere Hoffnung

Bachmann: Gedichte (Anrufung des Großen Bären) Das dreißigste Jahr, Simultan;

Enzensberger, Gedichte

Celan: Gedichte (u.a.: Todesfuge)

P. Weiss: Die Ermittlung

Anthologie: Die Wiener Gruppe (Rowohlt)

Handke: Kaspar, Das Gewicht der Welt, Kindergeschichte

Turrini: rozznjogd, Der tollste Tag + Beaumarchais: Der tolle Tag + Mozart/da Ponte: Le Nozze di Figaro

Jandl/Mayröcker: Fünf Mann Menschen

Fried: Gedichte

Gstrein: Einer, Die englischen Jahre

Bernhard: Das Kalkwerk, Heldenplatz

Walser: Die Brandung

Hein: Horns Ende, Drachenblut, Die Ritter der Tafelrunde

Süskind: Das Parfum

Ransmayr: Morbus Kitahara, Die letzte Welt + Ovid: Metamorphosen

Schwab: Volksvernichtung

Jelinek: Die Klavierspielerin

Weiss u.a. (Hrsg.): Zwischenbilanz

 

Anhang: Einige Titel aus der sog. Bestseller-Literatur

Simmel: Es muss nicht immer Kaviar sein

Rowling, Harry Potter

Pilcher: Die Muschelsucher

Eco: Der Name der Rose

King: In einer kleinen Stadt (= Needful Things)

Donna Leon

Crichton, Dino Park (= Jurassic Park)

Grisham: Die Akte

 

Da Vorschläge zur Gegenwartsliteratur erfahrungsgemäß sehr schnell an Aktualität verlieren und überdies immer auch besonders anfällig für modische Auswahl sind, wird empfohlen, die Literaturszene und Neuerscheinungen im Blick zu behalten. Hinweise und Vorabdrucke finden sich in Literaturzeitschriften (z.B.: Literatur und Kritik, manuskripte, Wespennest, Salz)

Beachte auch das Angebot verschiedener Kultureinrichtungen, in Salzburg bsd. die Rauriser Literaturtage und Veranstaltungen im Literaturhaus Eizenbergerhof !

Alle genannten Titel verstehen sich (mit Ausnahme der hervorgehobenen) als Lesevorschläge; unterstrichene Titel sind verpflichtende Lektüre, die ggf. auch selbständig zu bewältigen ist.

http://www.land.salzburg.at/schule/faecher/deutsch/lektuereliste.html

 

Literatur:

Volker Bohn u.a.: Über Kanon sprechen". In: DD H.64/1982; dazu H. 68/1982;

Harro Müller-Michaels: Didaktische Wertung: Jb. d. Deutschdidaktik 1980. Königstein 1981 ;

Arbeit am Kanon - Arbeit ohne Kanon. Tagungsbericht des Landesverbandes NW im Dt. Germanistenverband 1993 (darin: Funhoff, Kowsky, Müller-Michaels; Kowsky);

Literaturunterricht heute. DU 4/1993

Ulrich Greiner: Die ZEIT-Schülerbibliothek. Weshalb wir einen literarischen Kanon brauchen. DIE ZEIT 42/2002

=  http://www.zeit.de/2002/42/SBib_Intro

 

 

© G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de