Thema der Stunde:         

Interpretation des Gedichts „Nachts“ von Eichendorff durch Arbeit mit seinen Reimworten - LK 12

 

Stundenziel:

Die Schüler-/innen sollen mit Hilfe der Textreduktion das Spannungsverhältnis und die Subjektzentriertheit des Gedichts ,,Nachts“ von J.v. Eichendorff erarbeiten.

 

Teilziele:

Die Schüler-/innen sollen

1.  sich mit den auf Folie dargebotenen Reimworten beschäftigen, indem sie sich spontan dazu äußern.

2.  in Einzelarbeit die Reimworte zu einem vollständigen Gedicht ergänzen.

3.  2-3 ihrer eigenen Produktionen näher kennenlernen, indem sie ihre Eindrücke dazu und ihr bereits vor­handenes Wissen (Sehnsucht, Unendlichkeit, Naturgefühl, Gottnähe, Innigkeit) verbalisieren.

4.  erkennen, indem sie auf die gefühlsergiebigen Reimworte und die Wörter stoßen, die den Handlungsort näher bestimmen (Tal, Nachtigall, Bäume), warum sie ein im schlichten Sinne ,,romantisches“ Gedicht produziert haben.

5.  Gemeinsamkeiten ihrer Produktionen mit dem auf Folie dargebotenen Gedicht Eichendorffs erkennen und benennen (die Natur gibt Anlaß zu starken und schönen Gefühlen)

6.  erfassen, daß das Gedicht noch andere, für Eichendorff wesentliche Züge wie Spannung und Subjektzen­triertheit enthält, indem sie Disproportionen (,,grau und stille“, ,,O wunderbarer Nachtgesang: ... Wirrst die Gedanken mir“) herausfinden.

 

Phase, Zeit, Teilziele

 

Unterrichtsschritte/ Unterrichtsinhalt

 

Unt.formen/Medien

 

 

Aufbau der Lernsitua­tion / Präsentationspha­se         TZ 1             3'

Den Sch. werden auf einer Folie nur die jeweils letzten Wörter der 12 Verse des Gedichts ,,Nachts“ von J.v. Eichendorff prä­sentiert; sie sollen ihre ersten Eindrücke spontan äußern.

stiller Impuls/    Folie

Problemeröffnung / Erarbeitung 1

TZ 2           17'

,,Was könnte man mit diesen Reimwörtern anfangen?“

Jeder Sch. ergänzt die Reimwörter für sich zu einem Gedicht.

 gel. UG / 

 EA

Ergebnissichtung

TZ 3/4         6'

2-3 Gedichte von Sch., die diese auf Folie geschrieben ha­ben, werden den anderen präsentiert, die sich dazu kurz äußern sollen.

 

   SV / Folie

Präsentationsphase

 

TZ 5            6'

Das Gedicht Eichendorffs wird den Sch. nun auf Folie dar­gebo­ten, von der Lehrerin vorgelesen, ausgeteilt und Ge­meinsamkei­ten mit den Schülerproduktionen werden kurz genannt.

Vorlesen / Fo­lie / Kopie     

gel. UG

Erarbeitung 2

 

TZ 6            13'

Neben den wesentlich ,,romantischen“ Zügen des Gedichts wird nun die Subjektsphäre des Gedichts und die innere Spannung erarbeitet und an der Tafel festgehalten.

fgd. entw. UG

     Tafel

 

            Joseph von Eichendorff: Nachts

 

... Nacht

... sacht

... Wolkenhülle

... Tal

... Nachtigall

... stille

 

... Nachtgesang

... Gang

... Bäumen

... mir

... hier

...Träumen

1

2

3

4

5

6

 

7

8

9

10

11

12

Ich wandre durch die stille Nacht,                 

Da schleicht der Mond so heimlich sacht

Oft aus der dunklen Wolkenhülle,

Und hin und her im Tal

Erwacht die Nachtigall,

Dann wieder grau und  und stille.

 

O wunderbarer Nachtgesang:

Von fern im Land der Ströme Gang,

Leis Schauern in den dunklen Bäumen -

Wirrst die Gedanken mir,

Mein irres Singen hier

Ist wie ein Rufen nur aus Träumen.