Warum
lesen? – Leselust – Lesemotivation – Literarisches Leben
s. auch: Kanon-Debatte
Literaturportale
– Literaturhäuser – Literaturevents – Literaturszene -
Literaturwettbewerbe – Lesevereine – literarische Gesellschaften –
Literaturpreise – literarische Podcasts – Internetforen Literatur –
literarische Cafes - etc.
http://www.carpe.com/literaturwelt/Literaturportale/
http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?LiteraturPortale
http://www.literaturhaeuser.net/
http://www.dieterwunderlich.de/links_literaturhaus.htm
http://www.literaturhaus.at/lh/literaturhaeuser.html
http://www.alg.de/mitglied/mitglieder.html
http://www.autoren-magazin.de/autoren-magazin.phtml
http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=25520
http://literatur-community.de/
http://www.literaturschock.de/
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/leselust/
http://www.die-leselust.de/index.html
http://www.leselust-leipzig.de/
http://www.leselust-in-baden.de/
Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka an seinen Freund Oskar Pollak, 1904
Gesammelte
Werke. Briefe 1902-1924, S. 27 f. Frankfurt: Fischer 1958.
Ich
lese nichts lieber als Bücher von einigen Seiten. Sprachkürze gibt Denkweite.
Jean
Paul (1763 - 1825)
In:
Deutsche Aphorismen. Hrsg.: Fieguth, Gerhard. Reclam
Manchmal, o glücklicher Augenblick, bist du in ein Buch so vertieft, dass du in ihm versinkst – du bist gar nicht mehr da. Herz und Lunge arbeiten, dein Körper verrichtet gleichmäßig seine innere Fabrikarbeit, – du fühlst ihn nicht. Du fühlst dich nicht. Nichts weißt du von der Welt um dich herum, du hörst nichts, du siehst nichts, du liest. Du bist im Banne eines Buches. (So möchte man gern gelesen werden.)
Kurt
Tucholsky
Die
Weltbühne, 12.04.1932, Nr. 15, S. 573.
Man kann das Leben nicht neu beginnen, wenn es vorüber ist, aber wenn man ein Buch in der Hand hält, ganz gleich, wie schwierig es zu verstehen ist, kann man am Schluss zum Anfang zurückkehren, von vorn beginnen, um das Schwierige und damit das ganze Leben zu begreifen.
Orhan
Pamuk
In:
Facetten. Leipzig: Klett 2002
Was
hat mich zum Lesen gebracht? Das neugierige Verlangen, in fremde Welten
einzutauschen, ziemlich wahllos war ich büchersüchtig.
Gabriele
Wohmann
Dt.
Lesegesellschaft (Hrsg.): Leselieben. Nürnberg 1987
Wie die meisten Menschen las ich vieles, was für mich irgendwie nützlich war, ohne daß diese Lektüre mein Leben sonderlich beeinflußt hätte. Selbst in meiner Kindheit war ich ein Vielleser, doch handelte es sich dabei hauptsächlich um Wirklichkeitsflucht. Historische Romane ermöglichten mir eine Flucht in vergangene Zeiten, während andere Bücher, etwa die Romane von Karl May, das Entrinnen in den fernen Wilden Westen gestatteten; utopische Literatur, die Science-fiction jener Tage, ließ mich in eine ferne Zukunft reisen. Alle diese Bücher ermöglichten mir die Flucht vor der qualvollen Realität der Jahre 1914 bis 1918, der Zeit des Ersten Weltkriegs.
Bruno Bettelheim - 1903-1990, Psychologe
Themen
meines Lebens. Essays über Psychoanalyse, Kindererziehung und das jüdische
Schicksal. DVA Stuttgart 1990, S. 116.
Die
guten Leutchen wissen nicht, was es einem an Zeit und Mühe kostet, um lesen zu
lernen. Ich habe achtzig Jahre dafür gebraucht und kann auch jetzt nicht sagen,
dass ich am Ziel wäre.
Johann Wolfgang von Goethe, deutscher
Dichter, 1749 - 1832
Die
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.
Carl Hilty, schweizer Philosoph und
Politiker, 1833 - 1909
www.blueprints.de/zitate/wert-des-lesens/
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Hildesheimer:
Nennen Sie mir ein Buch, das die Schrecknisse unserer Zeit verhindert hätte.
Die Literatur ist machtlos. Kein Buch, kein Bild, die ganze Kultur richtet
nichts aus.
www.handl.net/management/zithildesheimer.htm
-
Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.
Aldous
Huxley 26.07.1894 - 22.11.1963 engl. Schriftsteller und Kritiker
Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.
William
Somerset Maugham 25.01.1874 - 16.12.1965 engl. Schriftsteller
Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zum Genuss und Belebung oder zur Erkenntnis und Belehrung.
Johann
Wolfgang von Goethe 28.08.1749 - 22.03.1832 dt. Schriftsteller
Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.
Heinrich
Heine 13.12.1797 - 17.02.1856 deutscher
Dichter und Journalist
Auch das schlechteste Buch hat seine gute Seite: die letzte!
John
Osborne 12.12.1929 -
Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.
Dieter
Hildebrandt 23.05.1927 - dt. Kabarettist
http://zitate.net/zitate/lesen/
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Joseph
Addison |
Lesen
ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist. |
|
Nicolas
Chamfort |
Die
meisten Bücher von heute scheinen an einem einzigen Tag geschrieben zu
sein, nach Büchern, die am Vorabend gelesen
wurden. |
|
Johann
Wolfgang von Goethe |
Man
soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu
machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. |
|
Joseph
Joubert |
Das
Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen. |
|
Immanuel
Kant |
Ich
habe in meinem Leben viele gute und kluge Bücher gelesen.
Aber ich habe in ihnen allen nicht gefunden, was mein Herz so still und
froh gemacht hätte wie die vier Worte aus dem 23. Psalm: "Du bist
bei mir." |
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Georg
Christoph Lichtenberg |
Der
gute Schriftsteller ist der, der viel und lange gelesen
und auch nach 100 Jahren noch in Allerlei Format aufgelegt und eben
dadurch das Vergnügen des Menschen im Allgemeinen wird. Das ganze
menschliche Geschlecht lobt nur das Gute, das Individuum oft das
Schlechte. |
|
Georg
Christoph Lichtenberg |
Er
las immer "Agamemnon" statt angenommen, so sehr hatte er den
Homer gelesen. |
|
Georg
Christoph Lichtenberg |
Es
gibt wirklich sehr viele Menschen, die bloß lesen,
damit sie nicht denken dürfen. |
|
Georg
Christoph Lichtenberg |
Leute,
die sehr viel gelesen
haben, machen selten große Entdeckungen. |
|
Georg
Christoph Lichtenberg |
Unter
die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den
neuesten Zeiten gefallen ist,gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher
zu beurteilen, ohne sie gelesen
zu haben. |
|
Arthur
Schopenhauer |
Das
Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen. |
|
Arthur
Schopenhauer |
Lesen
heißt, mit einem fremden Kopf statt dem eigenen zu denken. |
www.zitate-welt.de/zitate/suche.php
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(gesammelt
von Vandam mit kräftiger Unterstützung der BücherforumianerInnen)
Es
wäre gut Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte,
aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher, mit dem Aneignen ihres
Inhalts.
Schopenhauer
Ein
sicheres Zeichen von einem guten Buche ist, wenn es einem immer besser gefällt,
je älter man wird.
Lichtenberg
Je
mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrößert, desto geringer
wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden.
Feuerbach
Die
guten Leute wissen gar nicht, was es für Zeit und Mühe kostet, das Lesen zu
lernen und von dem Gelesenen Nutzen zu haben. Ich habe achtzig Jahre dazu
gebraucht.
Goethe
Wenn
ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal
im Buche?
G.CH. Lichtenberg
Alle
Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.
Hermann Hesse
(Marguerite Duras)
Bücher
sind bessere Freunde als Menschen; denn sie reden nur, wenn wir wollen, und
schweigen, wenn wir anderes vorhaben. Sie geben immer und fordern nie. (Börries
Freiherr von Münchhausen)
Bücher
ein Haufen toter Buchstaben? Nein, ein Sack voll Samenkörner.
(André Gide)
Liest
du ein Buch, lernst du einen Freund kennen.
Chines. Sprichwort
Ein
Buch ist ein Garten in der Tasche.
Cheng Chao
Ein
Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muß es besitzen.
(Nietzsche)
Das
Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
(Jorge Luis Borges)
Das Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns.
(Franz Kafka)
Literatur
beginnt jenseits der Bestsellerliste.
(Wolfram Siebeck)
Die
Feinde der guten Bücher und des guten Geschmacks sind nicht die vielen Bücherverächter
und Analphabeten, sondern die Vielleser.
(Hermann Hesse)
Schriftsteller,
die ununterbrochen nach Tiefgang suchen, kommen mir vor wie Taucher in einer
Badewanne.
(Alfred Polgar)
Jedes
Wort ist wahr. Für den Satz übernehme ich keine Verantwortung.
Rafik Schami
Das
Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
(Arthur Schopenhauer)
Der
Leser hat’s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
(Kurt Tucholsky)
Es
gibt keine alte und moderne Literatur, sondern nur eine ewige und eine vergängliche.
(Ernst von Feuchtersleben)
Ein
Buch lesen - für mich ist das das Erforschen eines Universums.
(Marguerite Duras)
Man
sollte niemals ein Buch lesen, bloß weil es auf irgendeiner Bestsellerliste
steht oder weil es einem zeitgenössischen Trend entspricht. Richtiges Lesen ist
Bürsten gegen den Strich.
(Doris Lessing)
Es
gibt nichts, was ein Buch als Nährboden der Phantasie ersetzen könnte
(Astrid Lindgren)
Bücher
lesen heisst wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne
(Jean Paul)
Kein
Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält. (William Somerset Maugham)
Wie
wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt
es ab, was du bist. (Elias Canetti)
Gern
lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche
des Entzückens einzutauschen.
(Charles-Louis de Montesquieu)
Man
soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein
treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige
Worte sprechen. (Johann Wolfgang von Goethe)
Moderne
Literatur ist die Kunst, den richtigen Interpreten zu finden. (Wolfgang Herbst)
http://www.buecherforum.org/blogger/zitate.shtml
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Du
öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich. Chinesisches Sprichwort
Je
mehr ich las, umso näher brachten die Bücher mir die Welt, um so heller und
bedeutsamer wurde für mich das Leben. Maxim Gorki
Ein
Buch ist für mich eine Art Schaufel, mit der ich mich umgrabe. Martin Walser
Die
Lektüre eines Buches ist schon die erste Stufe der Selbstverwirklichung.
Clemens Weber
Bücher
sind geschriebene Fragen. Stefan Zweig
Ich
liebe Bücher. Sie sind ein Ersatz für Menschen, ein Weg zu Menschen, eine
Schule, Menschen kennen zu lernen. Nur Bücher können die Illusion von der
Vollkommenheit des Menschen geben. Die guten Bücher sind so selten wie die
guten Menschen. Hermann Kesten
Bücher
sind nicht Denkmäler der Vergangenheit, sondern Waffe der Gegenwart. H. Laube
Bücher
sind eine Art Handfeuerwaffe gegen die Dummheit. Werner Mitsch
Bücher
sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen der Worte. Mosche Ibn
Sesra
Die
Welt allein bildet einen vollkommenen Menschen nicht. Das Lesen der besten
Schriftsteller muss dazu kommen. Lessing
http://www.ebbert-online.de/Zitate/Zitate_zum_Thema_Buecher___Lese/zitate_buecher_lesen.html
Lesen
scheint heutzutage nur noch etwas für "Warmduscher" zu sein -
richtige Jungs zappen sich durchs Fernsehprogramm oder daddeln am Computer. Wer
misst sich schon an saftlosen Intellektuellen? Belletristisches oder
wissensorientiertes Lesen bringt bei uns in Deutschland momentan weder Geld noch
Prestige. Wenn Jungen immer weniger lesen, so liegt das vermutlich nicht an
einem sie benachteiligenden Unterricht, sondern daran, dass sie Lesen für
"uncool" halten. Dabei ist die Verinnerlichung von Wissen, die der
Prozess des Lesens begünstigt wie kein anderes Medium, langfristig grundlegend
für eine wohlhabende, friedliche Gesellschaft.
Stephanie
Sellier Datum:
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Peter Bieri: "Bildung beginnt mit Neugierde"
Gebildete
Menschen sind Leser. Doch es reicht nicht, ein Bücherwurm und Vielwisser zu
sein. Es gibt den ungebildeten Gelehrten. Der Unterschied: Der Gebildete weiß Bücher
so zu lesen, dass sie ihn verändern
. „Schützt Humanismus denn vor gar nichts?“, fragte Alfred Andersch mit
Blick auf Heinrich Himmler, aufgewachsen in humanistisch fein gebildetem Bürgertum.
Die Antwort ist: Er schützt nur denjenigen, der die humanistischen Schriften
nicht bloß konsumiert, sondern sich auf sie einlässt; denjenigen, der nach dem
Lesen ein anderer ist als vorher.
Das
ist ein untrügliches Kennzeichen von Bildung: dass einer Wissen nicht als bloße
Ansammlung von Information, als vergnüglichen Zeitvertreib oder
gesellschaftliches Dekor betrachtet, sondern als etwas, das innere Veränderung
bedeuten kann, die handlungswirksam wird.
Der
Leser von Sachbüchern hat einen Chor von Stimmen im Kopf, wenn er nach dem
richtigen Urteil in einer Sache sucht. Er ist nicht mehr allein. Und es
geschieht etwas mit ihm, wenn er Voltaire, Freud, Bultmann oder Darwin liest. Er
sieht die Welt danach anders, kann differenzierter darüber reden und mehr
Zusammenhänge erkennen.
Der
Leser von Literatur lernt noch etwas anderes: wie man über das Denken, Wollen
und Fühlen von Menschen sprechen kann. Er lernt, dass man derselben Sache gegenüber
anders empfinden kann, als er es gewohnt ist. Andere Liebe, anderer Hass. Er
lernt neue Wörter und neue Metaphern für seelisches Geschehen. Er kann, weil
sein begriffliches Repertoire größer geworden ist, nuancierter über sein
Erleben reden, und das wiederum ermöglicht ihm, differenzierter zu empfinden.
Das
hat zur Folge, dass auch seine Beziehungen zu den Anderen differenzierter und
reicher werden. Das gilt vor allem für die Fähigkeit, die wir Einfühlungsvermögen
nennen. Sie ist ein Gradmesser für Bildung: Je gebildeter jemand ist, desto
besser kann er sich ausmalen, wie es wäre, in der Lage Anderer zu sein, und
dadurch vermag er, ihr Leid zu erkennen. Bildung macht präzise soziale
Phantasie möglich, und in dieser Form ist Bildung tatsächlich ein Bollwerk
gegen Grausamkeit. […]
Aber
es gibt Erfahrungen des Glücks, die aufs engste mit Facetten der Bildung verknüpft
sind, wie ich sie besprochen habe: die Freude, an der Welt etwas besser zu
verstehen; die befreiende Erfahrung, einen Aberglauben abzuschütteln; das Glück
beim Lesen eines Buchs, das einen historischen Korridor öffnet; die Faszination
durch einen Film, der zeigt, wie es anderswo ist, ein menschliches Leben zu führen;
die beglückende Erfahrung, eine neue Sprache für das eigene Erleben zu lernen;
die überraschende Erfahrung, dass sich mit dem Anwachsen der sozialen Phantasie
der eigene innere Radius vergrößert.
Und
Bildung schließt noch eine andere Dimension von Glück auf: die gesteigerte
Erfahrung von Gegenwart beim Lesen von Poesie, beim Betrachten von Gemälden,
beim Hören von Musik. Die Leuchtkraft von Worten, Bildern und Melodien erschließt
sich nur demjenigen ganz, der ihren Ort in dem vielschichtigen Gewebe aus
menschlicher Aktivität kennt, die wir Kultur nennen.
ZEITmagazin
LEBEN,
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Der
Roman, der im Gehirn des Lesers entsteht
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Was
es mit dem Lesen auf sich hat, will unsere kleine Lesekunde beleuchten.
Der
Leser ist bisweilen ein merkwürdiger Mensch. So sehr kann er sich vertiefen in
das Buchstabengewirr, dass er selbst eine Nashornherde, die am Fenster seiner
Straßenbahn vorbeizieht, nicht bemerken würde, geschweige denn die
Haltestelle, an der er aussteigen wollte. Kein Ohr für die Umwelt, kein Blick für
das Gegenüber. Wer ihn aufstört, der sieht ein erschrockenes Augenpaar. Wer
weiß, wo er gerade war, der Leser. Auf Marco Polos Reisen, in Shakespeares
Dramen, in der Zauberwelt von Harry Potter oder im Berlin der 30er Jahre, wo
Irmgard Keuns kunstseidenes Mädchen mit aller Macht und wenig Erfolg versucht,
„ein Glanz“ zu werden. Wie Monaden mögen die Leser ihrer Umwelt dann
vorkommen, denn das, was sie fesselt, bannt und verstrickt, ist unsichtbar. Die
Buchstaben auf den Seiten sind lediglich die Sprungbretter zum eigentlichen Ort
des Geschehens: zum Gehirn des Lesers. Dort findet dieser geheimnisvolle Prozess
statt, von dem Alberto Manguel sagt: „Das Beeindruckende daran ist, dass die
Leser die Bedeutung erst erschaffen, indem sie beim Lesen Beziehungen zwischen
ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und den geschriebenen Sätzen und Passagen des
Textes herstellen.“ Liest also jeder Leser eine andere Version von Anna
Karenina oder dem Tod in Venedig, je nach seinen eigenen Erfahrungen? Was ist
das für eine merkwürdige Tätigkeit, die dem einen Passion ist und dem andern
Mühsal. Für die der eine noch unter der Bettdecke den letzten Strahl der
Taschenlampe ausnutzt und der andere selbst mit allen Engelszungen der Welt
nicht gewonnen werden kann.
Letzteres,
so lässt sich immer häufiger von Schwarzsehern vernehmen, werde langsam zu
einer Bedrohung unserer Buch-Kultur. Doch vielleicht sollte man diesem
Pessimismus - bei aller Notwendigkeit der Leseförderung - den Langmut der
Geschichte gegenüberstellen. Im vierten Jahrtausend vor Christus hat alles
begonnen, mit einer gekerbten Tonscherbe. Alle Wandlungen der Vergangenheit hat
das Buch und mit ihm der Leser überlebt, warum sollte gerade das
Computerzeitalter zur Götterdämmerung werden?
Was
es mit dem Lesen auf sich hat, mit der Lust daran und dem Frust darüber, das
will die kleine Lesekunde, die mit dieser Folge beginnt, beleuchten und dabei
auch einige Antworten auf die oben gestellten Fragen wagen. Eine Warnung der
passionierten Leserin und Autorin Virginia Woolf soll dabei stets im Hinterkopf
bleiben: „Der einzige Rat, den ein Mensch einem anderen in puncto Lesen geben
kann, ist der, auf keinen Rat zu hören.“
(KStA)
download:
«Ich
habe mir das Paradies immer nur als eine Art Bibliothek vorstellen können»,
schreibt der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges. Mit dieser
Vorstellung steht er in einer langen Tradition. «Die Lektüre ist eine Quelle,
die vom Paradies Gottes ausgeht und die ganze Erde bewässert», heisst es im
14. Jahrhundert in der «Philosophia Monachorum». Das «Philobiblion» des
Bischofs von Durham Richard de Bury (1297/ 1345) nennt Bücher ganz unmittelbare
Werkzeuge des schauenden Glücks, der visio beatifica: «So reichen wir, von den
Büchern geführt, an den Lohn unserer Ewigkeit, während wir noch als Pilger
dahinleben.»
Auch
für die jüdische Tradition verbindet sich das Lesen mit Paradiesvorstellungen.
So ermuntert der Arzt und Übersetzer Judah Ibn Tibbon (etwa 1120/1190) seinen
Sohn: «Bücher sollen deine Gefährten sein und deine Bücherschränke und
Regale deine Vergnügungsplätze und Obstgärten. Aurelius Augustinus, der
bekanntlich durch ein geheimnisvolles «tolle, lege» endgültig zu seinem
Glauben gefunden hat, sieht in seinen «Confessiones» sogar die Engel als
beseligte Leser: «Denn sie schauen dein Angesicht allezeit, und dort lesen sie,
aber nicht in zeithafter Silbenfolge, was ein ewiger Wille will; lesen ihn, erwählen
ihn, lieben ihn. Immer lesen sie, und nie vergeht, was sie lesen . . .
Ihre Lesetafel wird nicht geschlossen, ihr Buch wird nicht zusammengerollt, denn
du selbst bist ihnen Tafel und Buch.»
Die
vielen Bilder lesender Menschen, die man in der Malerei seit dem Spätmittelalter
antrifft, sind gleichsam irdische Spiegelbilder dieser erhabenen Lesewelten. Dem
Alltagsgeschehen entrückt sieht man den Leser, in seine Lektüre vertieft,
schweigsam, andächtig, beseligt. Zunächst sind es Bibel, Psalter, Stundenbuch,
die den Leser, häufiger noch die Leserin fesseln. Maria ist das fromme
Lesevorbild. Der Verkündigungsengel trifft nicht eine schlichte, einfältige
Magd, sondern eine junge Frau, die, manchmal gar in einer kleinen Studierstube,
kniend und hingebungsvoll in das Wort Gottes vertieft ist. Unter dem Schutz
dieser mächtigen Lesepatronin haben Frauen erste emanzipatorische Schritte
getan - sie begannen zu lesen, sie öffneten sich eine Welt, die ihnen bis dahin
weitgehend verschlossen war.
Fortschreitend
wurde das Bild des Lesers, der Leserin säkularisiert. An die Stelle der religiösen
Lektüre traten antike Klassiker, gelehrte Folianten und schliesslich Romane,
die vor allem den Frauen offensichtlich himmlisches Vergnügen bereiteten. Die
Gottesmutter auf einem vorreformatorischen Andachtsbild und die Dame von Welt im
Skizzenbuch eines Biedermeierkünstlers haben dennoch eines gemeinsam: die Züge
einer sie ganz erfüllenden Leseerfahrung. Sorgen und Bedrängnisse, die
Alltagswelt sind in den Hintergrund getreten. Wenigstens für eine Weile lebt
der Leser, die Leserin in einer besseren Welt. Die Gewissheit, den Realitätszwängen
entfliehen zu können, war und ist heute noch ein starkes Motiv, sich einem Buch
zu widmen und es zu kaufen. So betrachtet ist der Buchhandel nicht nur ein
Handel mit nützlichen Informationen, er ist auch ein Geschäft mit dem Glück,
genauer mit Glücksverheissungen.
Nicht
jedem Autor mag dies behagen. Bücher werden auch geschrieben, um zu
beunruhigen, wachzurütteln, Meinungen umzustossen, mit dem Elend dieser Welt zu
konfrontieren und Veränderungen herauszufordern. Das gilt nicht nur für viele
Sachbücher, das gilt und galt eigentlich immer schon für fiktionale Literatur.
Sie bezieht ihre Spannung aus dramatischen Konflikten, die sie den Leser nachspüren
lässt und die nicht immer ein versöhnliches happy end finden. Vielleicht
braucht Literatur geradezu die Darstellung von Kampf und Streit, um das
Interesse des Lesers zu gewinnen. «Das Glück ist kein guter Stoff für Dichter»,
sagt Robert Walser im Gespräch mit Carl Seelig, «es ist zu selbstgenügsam. Es
braucht keinen Kommentar. Es kann in sich selbst zusammengerollt schlafen wie
ein Igel. Dagegen das Leid, die Tragödie und die Komödie: Sie stecken voll von
Explosionskräften.»
Lust
oder Pein - was soll Lesen bewirken? Vom Buch her lässt sich das kaum eindeutig
bestimmen. Das sogenannte Werther-Fieber ist ein klassisches Beispiel. Die einen
trieb Goethes Briefroman in einen zustimmenden Enthusiasmus, der sich bis in die
Kleidermode auswirkte, die anderen trieb er in tiefes Erschrecken, Ablehnung und
finstere volkspädagogische Prognosen. Lust und Pein - das könnte sich in einem
Leseakt auch bündeln. Besteht Leseglück nicht manchmal im atemlosen Miterleben
eines unseligen Schicksals, das zum Glück nicht unser Schicksal ist?
Nicht
nur erzählerische Literatur vermag Glück und Unglück auszulösen. In einer
Umfrage bei seinen Autoren wollte der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld wissen,
was ihr erstes bewegendes Leseerlebnis war. Neben den klassischen Jugendbüchern,
neben Karl May und Mickey- Mouse-Heften kamen völlig unerwartete «Auslöser»
zutage, wie «Das kommunistische Manifest» (Stephan Hermlin), Arthur
Schopenhauers «Die Welt ist Wille und Vorstellung» (Thomas Bernhard) oder ein
altes Geographie-Lehrbuch (Adolf Muschg). Anspruchsvolles und Triviales,
Kleinschrift und Wälzer können Leseglück bewirken. Es kommt weniger darauf
an, was gelesen wurde, sondern wie gelesen wird, in welcher Lebenssituation, in
welcher Verfassung, in welcher Gestimmtheit.
Ein
Erklärungsversuch muss hier ansetzen. Dabei kann die sogenannte Flow-Theorie
hilfreich sein. Es handelt sich dabei um eine psychologische Forschungsmethode,
die auf einer breiten empirischen Basis beruht. Der Chicagoer Tiefenpsychologe
Mihaly Czikszentmihalyi gab seinen Probanden ein Notizbüchlein mit auf den Weg
und einen kleinen elektronischen Empfänger, der durch einen zentralen
Radiosender in unregelmässigen Augenblicken aktiviert wurde. Bei jedem Signal
hatten die Teilnehmer ihre derzeitige Aktivität und ihren seelischen Zustand
auf einer Siebenpunkteskala zwischen «sehr glücklich» und «sehr unglücklich»
zu notieren. Die Forscher waren demnach nicht auf nachträgliche Erinnerung
angewiesen, die verfälschen konnte, sondern sie bekamen, zufallsgesteuert, eine
seelische Momentaufnahme, verknüpft mit einem aktuellen Tätigkeitsbericht, so
dass man in der Auswertung feststellen konnte, durch was Hochstimmung und
Niedergedrücktsein regelmässig ausgelöst werden. Dieses Experiment wurde über
Jahre mit Personen unterschiedlichster Herkunft und in Gegenden
unterschiedlichster Kultur durchgeführt. Eine übergreifende Gesetzmässigkeit
stellte sich am Ende langer Untersuchungsreihen heraus: Um ein gehobenes
Lebensgefühl, ein positives Gestimmtsein aufkommen zu lassen, müssen folgende
Faktoren zusammenspielen:
eine
Aktivität, der man gewachsen ist und an der man wächst
ein
ungestörtes Feedback
Konzentration
und Hingabe an die Tätigkeit
ein
verändertes Zeitgefühl
eine
Überwindung beengender Ich-Grenzen
spielerische
Autonomie
Im
Ergebnis stellt sich ein autotelischer Zustand her. Autotelisch ist ein Schlüsselbegriff
der Flow-Theorie. Er «leitet sich von zwei griechischen Wörtern ab: autos
bedeutet Selbst, telos Ziel. Er bezeichnet eine sich selbst genügende Aktivität,
eine, die man ohne Erwartung künftiger Vorteile ausübt, sondern einfach, weil
sie an sich lohnend ist. Kinder unterrichten, damit aus ihnen anständige Bürger
werden, ist nicht autotelisch, doch wenn man lehrt, weil man den Umgang mit
Kindern geniesst, ist es das. Der Ausgang beider Situationen ist offenkundig der
gleiche; bei einer autotelischen Erfahrung schenkt man jedoch der Sache um ihrer
selbst willen Aufmerksamkeit. Wenn dies nicht der Fall ist, zentriert sich die
Aufmerksamkeit auf deren Folgen.»
Besonders
charakteristisch für autotelische Erfahrungen sind z. B. Klettern,
Hochseesegeln, das Aufgehen in einer Beschäftigung (ob in Freizeit oder Beruf)
- und das Bücherlesen, das nach Meinung des Chicagoer Tiefenpsychologen unter
den intellektuellen Tätigkeiten die am meisten geübte Flow-Tätigkeit der Welt
ist. Wenn das zutrifft, dann müssen sich die sieben Faktoren, aus deren
Zusammenspiel Hochstimmung entsteht, im Akt des Lesens wiederfinden lassen.
Es
liegt auf der Hand, dass der Leser, der mit Genuss lesen will, dem Text
gewachsen sein muss. Ist der Text für ihn zu anspruchsvoll, wird er sich überfordert
fühlen. Unterschreitet er sein Niveau, wird er sich langweilen. Zwischen beiden
Extremen muss sich eine Balance herstellen, die aber nicht statisch ist, sondern
dynamisch. In dem Masse, in dem die Lesefähigkeit sich entwickelt, werden
schwierigere Texte «begehbar», werden leichtere Texte uninteressant. Im Laufe
seines Lebens bewegt sich der Leser im sogenannten Flow-Kanal. Wird sich der
literarische Geschmackssinn von der Jugend zum Erwachsensein weiterentwickeln,
dann steigen die Ansprüche an das Buch, Leseglück setzt ein immer höheres
Leseniveau voraus. Natürlich gibt es in der biographischen Entwicklung auch Rückbildungen,
auch Abstürze. Umfragen unter älteren Menschen haben gezeigt, dass die Leseträume
der Kindheit oft Erinnerungen an ein verlorenes Paradies sind. Aus welchen Gründen
auch immer haben Menschen im Laufe ihres Lebens verlernt, was Kindern fast
naturwüchsig geschenkt ist: das phantasievolle Spiel mit Geschichten, die
Imaginationskraft, die Fähigkeit, sich ganz in ein Buch hineinzuversetzen. Sie
sind aus der Übung gekommen, das Feedback ist nachhaltig gestört worden.
Lesebereitschaft
und Lesefreude müssen lebenslang gegen Störungen verteidigt werden. Wie sehr
Kinder heute durch den Medienrummel vom Lesen abgelenkt, im Lesen unterbrochen
werden, ist hinlänglich bekannt. Im Erwachsenenalter treten andere Störungen
auf: die Inanspruchnahme durch den Beruf, häusliche Überforderung, ein übertriebenes
ausserhäusliches Freizeitverhalten und überhaupt die allgemeine Unruhe, die
sich über die elektronischen Medien mitteilt. Der einsame Leser, der einem in
Bildern immer und immer wieder begegnet, mag immer noch ein schönes Ideal sein,
mit der Realität des modernen Lebens hat dies nur noch wenig zu tun.
In
der Gegenüberlegung zeigt sich, dass Konzentration und Hingabe wesentliche
Elemente der Lesekultur sind. «Welchen Leser ich wünsche?», notiert Goethe in
den Xenien. «Den Unbefangenen, der mich, sich und die Welt vergisst und in dem
Buche nur lebt.» Wie sich das darstellt, lässt sich am besten wieder an
Kindern studieren, wenn sie mit hochrotem Kopf über ihrem Buch sitzen, mit den
Helden ihrer Geschichte verwachsend, für die Umwelt möglichst unerreichbar.
Spontan suchen sie «Schutzräume» auf, wenn sie fürchten, gestört zu werden,
die Höhle unter der Bettdecke, den Dachboden, das Versteck im Haus.
Mit
dem Abstand vom Alltag verändert sich auch das Zeitgefühl. Lesen als «Zeitvertreib»
ist durchaus nicht abwertend im Sinne eines billigen Eskapismus zu verstehen.
Vertrieben wird nur die äusserlich gemessene Uhrzeit, die das alltägliche
Leben skandiert, umgeschaltet wird auf die innere Zeit, die ihren Takt vom
gelesenen und erlebten Text empfängt. Dieses Umschalten von einer Zeitdimension
in eine andere ist geradezu ein Indiz für das Auftreten von Leseglück, wie in
vielen autobiographischen Dokumenten bezeugt ist. Es zeigt an, dass der Übertritt
in eine andere Welt gelungen, dass eine zeitweilige Verwandlung vor sich
gegangen ist. Im Zustand der Glückserfahrung ist der Leser in einer gewissen
Weise ausser sich. Beengende Ich-Grenzen sind gesprengt. Je mehr er sich mit
seinem Text identifiziert, desto mehr nimmt er an neuen, fremden Erfahrungen und
Erkenntnissen teil. Psychologen sprechen davon, dass der hingebungsvolle Leser
eine zweite Familie erwirbt, mit der er in Dialog treten kann. Dieses Phänomen
war schon in der Antike bekannt. «Bücher sind die besten Freunde des
unterrichteten und tätigen Mannes», notierte Cicero, und Seneca gestand: «Mit
meinen Büchern führte ich die meisten Gespräche.»
In
der Anverwandlung einer zweiten Familie stecken eine emanzipatorische und eine
therapeutische Kraft. Die Geschichte zeigt, dass unterdrückte und
benachteiligte Gruppen durch Lesen gelernt haben, sich eine bessere Welt
vorzustellen und um ihre Verwirklichung zu kämpfen - Frauen z. B., indem
sie am erzählten Schicksal anderer Frauen teilnahmen, an einem Leben jenseits
von Küche, Kindern und Kirche. Die therapeutische Kraft beruht darin, dass
Lesen helfen kann, einer traumatischen Fixierung auf das eigene Leiden
entgegenzuwirken. Der bekannte Wiener Logotherapeut Victor E. Frankl
spricht, durchaus im klinischen Sinn, vom Buch als Therapeutikum und belegt das
aus langer ärztlicher Erfahrung. Von dieser Heilkraft des Lesens weiss die
moderne Medizin leider herzlich wenig.
«Lesen
verändert» überschreibt der Heidelberger Medizinhistoriker Heinrich
Schipperges seine bibliotherapeutischen Überlegungen. Schon seine
Titelformulierung deutet darauf hin, dass der Leser, der zu lesen versteht, kein
passiver Rezipient ist. Er ist im Akt des Lesens Mitarbeiter am Text. Während
er ihn aufnimmt, geht er mit ihm um, ergänzt ihn aus eigener Lebenserfahrung
und lässt sich, wenn er von ihm betroffen ist, verwandeln. So wie er in seiner
Primärfamilie nicht nur folgsam und hörig sein möchte, so will er auch in
seiner Sekundärfamilie im wahrsten Sinne des Wortes mitspielen. «Der wahre
Leser», heisst es bei Novalis, «muss der erweiterte Autor sein», und Voltaire
hält die Bücher für am ertragreichsten, die den Leser veranlassen, sie zu ergänzen
und weiterzuführen. Kinder können darin Lehrmeister sein. Sie vermögen sich
mit ihren Lieblingsgeschichten so zu identifizieren, dass sie sie weiterträumen,
sich in ihrer Phantasie den handelnden Personen zugesellen. Die Fähigkeit,
Mitautor zu werden, ist eine gute Voraussetzung für das Entstehen von Leseglück.
Wenn
ein Buch herausfordert, ohne zu überfordern, wenn es in einem ungestörten
Fluss aufgenommen werden kann, in Konzentration und Hingabe, wenn sich ein
anderes Welt- und Zeitgefühl einstellt, wenn der Leser von sich loskommt und
doch in einem tieferen Sinne bei sich ist, dann, in diesen Augenblicken
zweckfreien Daseins, wird Lesen glückhaft erlebt. Ein autotelischer Zustand ist
erreicht.
Der
schärfste Gegensatz dazu ist das Lesen nach Zielen und Zwecken, das «Lesen, um
zu». Freilich ist unbestreitbar, dass das instrumentelle Lesen eine
unentbehrliche Fertigkeit ist, der Normalfall des Lesens. Ohne die Beherrschung
dieser Kulturtechnik könnte man in unserer komplexen Welt nicht bestehen. Doch
die zweckgeleitete Lesehaltung führt bestenfalls zu einem erfreulichen
Aha-Erlebnis, niemals zu einer erfüllenden, länger andauernden Hoch-Erfahrung.
Das ist das vermutlich unvermeidbare Dilemma des Literaturunterrichts. Er soll
zur Schönheit einer Dichtung hinführen. Sobald aber der Text im Unterricht «behandelt»
wird, um dieses oder jenes zu erklären, entsteht jener Lesefrust, der manchem
Schüler den Umgang mit Literatur über Jahre hinweg verleidet.
Die
kognitiv ungerichtete Lesehaltung passt nicht in das Netz von Nützlichkeit, in
das wir normalerweise eingebunden sind. Sie hat die Qualität eines Spiels, das
von den alltäglichen Realitätszwängen entlastet und dem Ich einen neuen
Freiraum verschafft. In dieser Hinsicht ist die Flow- Theorie ganz nahe bei der
Spieltheorie Friedrich Schillers, die in der These gipfelt: «Der Mensch spielt
nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz
Mensch, wo er spielt.» In unserer durch und durch funktional ausgerichteten
Lebenswelt schafft Leseglück eine Oase der Unverfügbarkeit. Leseglück ist
daher kein beiläufiges Phänomen der Lesekultur. Es gehört in die Reihe
elementarer Lebenserfahrungen wie Zwiesprache mit der Natur, Nähe eines
Freundes, Geniessen von Brot und Wein.
Copyright ©
Neue Zürcher Zeitung AG
www.nzz.ch/
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Warum lesen wir eigentlich?
Antworten:
weil wir in andere Leben eintauchen wollen
zur Ablenkung von den Sorgen des eigenen Lebens (Eskapismus)
um Neues zu erfahren und um zu lernen
weil es Spaß macht
weil wir süchtig geworden sind
weil die Bücher da sind
weil das Bild in unseren Köpfen aktiv entsteht
weil man nicht der Sucht des Zappens unterliegt
...
http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?WarumWirLesen
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Laut
OECD-PISA-Studie 2000 ist Lesen "die Basiskompetenz für eine befriedigende
Lebensführung in persönlicher und gesellschaftlicher Hinsicht sowie für eine
aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben."
Im
Einzelnen heißt das:
Lesen
ist unverändert und im Informationszeitalter mehr denn je die
Basiskompetenz, um sich die Welt zu erschließen und sich im Alltag zu
orientieren.
Lesen
ist die Schlüsselqualifikation, um die verschiedenen Informations- und
Kommunikationsmedien selektiv und bewusst zu nutzen. Lesen steht nicht in
Konkurrenz zu den elektronischen Medien, sondern liefert wichtige
Voraussetzungen zu ihrer selektiven Nutzung.
Lesen
ist die Voraussetzung zum Lernen und zum Bildungserwerb.
Die
Zahl der Berufe, die Literalität, also Lese- und Schreibfähigkeit
verlangen, ist – vor allem auf Grund des Computereinsatzes – auf über
95 % gestiegen. Lesen ist Voraussetzung für berufliche Mobilität in der
Informationsgesellschaft.
Lesen
ist auch heute ein wichtiges Medium zur Persönlichkeitsentwicklung und
Entfaltung von Selbstbewusstsein. Lesen unterstützt selbst bestimmtes und
selbst organisiertes Denken, Fühlen und Handeln im privaten und öffentlichen
Leben.
Lesen
ist ein Dialog mit Menschen über Grenzen, Barrieren, Schlagbäume und
Generationen hinweg und damit ein wichtiger Beitrag zu Verständnis
und Toleranz. Lesen fördert Empathie für andere und soziale Kompetenz.
Lesen
vermittelt Spannung, Entspannung und Unterhaltung. Lesen befreit junge
Menschen von Alltagszwängen und gibt ihnen die Chance, Distanz zu persönlichen
Problemen und einer oft bedrängenden Umwelt zu finden.
Und
vor allem: Lesen ist eine faszinierende Abenteuerreise in fremde Länder, in
Fantasiewelten oder auch in den eigenen Kopf, ist Spaß an der Freud, ist
emotionell und spannend und kreativ und provokant ...
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Plädoyer für das Lesen:
Der
Autor Florian Langenscheidt hält in “Nach dem Pisa-Schock” ein glühendes
Plädoyer für das Lesen: “Es ist Fenster zur Welt und zu uns selbst. [...] Es
erzieht zur Mündigkeit des Urteils und eigenständiger Reflexion. Es eröffnet
komplexe Wissensräume und Bildung im humanistischen Sinne, schafft
ganzheitliches Verstehen und Wissen um Zusammenhänge und Zwischentöne. Es
inspiriert zu Kreativität, da es zwischen und hinter den Pinselstrichen der Sätze
Leerräume lässt, die es mit Fantasie auszumalen gilt. Es lässt uns mitlieben
und -leiden, überrennt die Grenzen unserer Beschränktheit und lässt unsere
Seelen reisen. Es ist das Abenteuer im Kopf, das wir umso dringender brauchen,
je formierter und zugleich kontingenter unsere Existenz in einer
hochzivilisierten Welt geworden ist.” (S. 297)
Entgegen einer weitverbreiteten Meinung kann Florian Langenscheidt in den
modernen Medien keine Gefahr für die Lesekultur entdecken: “Und welches ist
die Ware, die sich nach bisherigen Erfahrungen am besten im E-Commerce des
Netzes der Netze vertreiben lässt? Gerade das angeblich so veraltete Medium
Buch!” (S. 300) Dennoch gibt es unbestritten eine hohe Anzahl Jugendlicher,
die viel zu häufig vor dem Fernseher oder dem Computer hängen; die Erlernung
des richtigen Umgangs mit den neuen Medien (die sog. Medienkompetenz) muß daher
nach Meinung von Sigmar Gabriel (Vorsitzender der SPD im niedersächsischen
Landtag), in der Schule der Zukunft eine zentrale Stelle einnehmen. (PISA
und wie weiter? Pragmatische Ansätze aus der Politik und grundsätzliche
Gedanken des Langenscheidt-Erben zum Bildungsschock)
http://www.berlinbrandenburg24.de/index.php?site=news_view&id=56
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Yong-Hyun
Kim: Literarisches Lesen in der Mediengesellschaft. Phil.Diss.
Siegen 2005
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Von Elisabeth
Noelle-Neumann: Die
Verteidigung des Lesens. 1997
Die
Verteidigung des Lesens. Kann man einen langjährigen Trend mit Sozialforschung
wieder umdrehen? In: Medienrezeption seit 1945. Forschungsbilanz und
Forschungsperspektiven [Fachtagung, veranst. von der Südwestfunk
Medienforschung, 24./25.10.1997, Baden-Baden]. Hrsg. v. Walter Klingler; Gunnar
Roters; Maria Gerhards. Baden-Baden: Nomos Verl.-ges. 1998, S. 11-24.
http://www.medienrezeption.de/download/forums_doku/97/noelle.pdf
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Berlin (rpo). Deutschland leidet unter "sekundärem Analphabetismus". Das verkündetete Johannes Rau am Montag auf dem 27. Kongress der Internationalen Verleger-Union (IVU) in Berlin. Der scheidende Bundespräsident kritisiert eine mangelhafte Lesekultur in vielen entwickelten Ländern. Obwohl die meisten Menschen Lesen und Schreiben könnten, würden sie sich nicht mit Büchern beschäftigen. "Das ist nicht nur schade, weil ihnen vieles entgeht - das hat auch Folgen für die Gesellschaft", mahnte Rau laut Redetext.
Meine Damen und Herren,
als ich vor langer Zeit - vielleicht ein bisschen leichtsinnig - zugesagt hatte, beim Kongress der Internationalen Verleger Union zu sprechen, da habe ich noch nicht geahnt, wie viel Termine gerade in den letzten Tagen meiner Amtszeit auf mich zukommen würden.
Nun muss ein Bundespräsident natürlich Wort halten, vor allem wenn er eine Zusage gegeben hat. Das ist mir aber in diesem Falle nicht schwergefallen, da ich ja gewissermaßen einer von Ihnen bin - oder doch auf jeden Fall einmal war.
Ich bin also zu Ihnen gekommen aus einer alten Verbundenheit heraus - vielleicht aus einer Komplizenschaft? Immerhin habe ich zwei Jahrzehnte als Verleger gearbeitet. Ich weiß also, was es bedeutet, Bücher zu verlegen. Ich weiß, was es bedeutet, Autoren zu gewinnen und zu pflegen, eine Auflage zu kalkulieren, Verträge abzuschließen, Märkte zu beobachten, ein Programm zu entwickeln, eine schlüssige Werbung zu entwerfen. Ich weiß auch, wie Papier sich anfühlt, wie Druckerschwärze riecht - und ich kenne das jedes Mal neue Glück, den Einband zu spüren, wenn man ein druckfrisches Buch in den Händen halten kann.
Wenn ich also sage, dass Sie alle einen wunderbaren Beruf haben, dass Sie einem nicht nur nützlichen, hoffentlich ertragreichen, sondern auch beneidenswerten Geschäft nachgehen, dann kommt das aus eigener Erfahrung und aus ganzem Herzen. Das ist ehrlich, das ist fast ein bisschen wehmütig gemeint, denn ganz habe ich meine alte Profession nie vergessen. […]
Ich war zum Beispiel in Köln dabei, als dort das Literaturhaus eröffnet worden ist. In vielen Städten gibt es inzwischen solche Einrichtungen. Literatur muss unter die Leute, das ist ein Anliegen dieser Häuser - und ich glaube, Verleger sollten froh sein, dass es solche Foren gibt - und sie sollten, wo es geht, solche Einrichtungen unterstützen. Literaturhäuser können nicht nur Schwellenängste nehmen, sie können auch für einen lebendigen Kontakt zwischen Autor und Publikum sorgen. Dass Literatur unter die Leute muss, ist heute noch wichtiger als immer schon.
Ich weiß, dass eines der großen Ziele der Internationalen Verlegerunion der Kampf gegen den weltweiten Analphabetismus ist. In den entwickelten Ländern wie bei uns in Deutschland gibt es das Problem gewiss auch. Es gibt aber vor allem einen sekundären Analphabetismus, wie man das vielleicht nennen kann; das heißt: es gibt viele Menschen, die zwar Lesen und Schreiben können, aber kein Buch lesen. Das ist nicht nur schade, weil ihnen vieles entgeht - das hat auch Folgen für die Gesellschaft.
Menschen, die lesen, Menschen, die es gelernt haben, sich auf einen längeren Gedankengang einzulassen, auf eine hintergründige Geschichte, auf einen vielschichtigen Roman - das sind meist auch Menschen, die wissen, dass das Leben nicht aus einfachen Lösungen besteht, dass es kompliziert sein kann, dass oft Umwege zu wichtigen Zielen führen. Das sind auch Menschen, die kritisch und selbstkritisch sind, weniger manipulierbar, weniger verführbar. Sie sind anspruchsvoller, auch was öffentliche Verlautbarungen angeht. Und schließlich: Sie können sich selber besser ausdrücken, sie können formulieren, was sie denken und wollen. All diese Eigenschaften brauchen wir gerade in den unübersichtlicher gewordenen Gesellschaften von heute, in den demokratischen Prozessen der Willens- und Meinungsbildung. Insofern ist die private Lektüre nicht nur ein persönliches Hobby, sondern sie hat auch gesellschaftliche und politische Bedeutung.
Darum habe ich in den vergangenen Jahren verschiedenes unternommen, um die Freude am Lesen und an der Lektüre zu unterstützen. Ich habe die Schirmherrschaft über die Stiftung Lesen übernommen und war bei einigen ihrer Aktionen dabei. Ich habe Leseabende veranstaltet, beispielsweise mit Märchen, einer Literaturgattung, die alle Generationen ansprechen kann, oder mit Bernhard Schlink, einem Autor, der in viele Sprachen in aller Welt übersetzt ist.
Um die Popularisierung des Lesens, um die Popularisierung auch anspruchsvoller Literatur hat sich in Deutschland Marcel Reich-Ranicki in besonderer Weise verdient gemacht, vor allem mit seiner Fernsehsendung "Das literarische Quartett". Nicht nur um ihn zu ehren, sondern auch um das Fernsehen zu ermutigen, weiterhin auch solche Programme zu senden, hatte ich dazu eingeladen, dass die letzte Sendung des Literarischen Quartetts aus meinem Amtssitz, dem Schloss Bellevue, übertragen wurde. Ich freue mich übrigens sehr darüber, dass auch die Sendung mit Elke Heidenreich inzwischen erfolgreich für Autoren und Bücher wirbt, die nicht zur Massenware gehören. Nach der Sendung finden sie dann erfreulich oft viele Käuferinnen und Käufer.
Verleger brauchen die Lust der Menschen am Lesen. Ich habe also einiges versucht, um diese Lust am Lesen zu fördern.
Sie werden sich denken können, dass man als Bundespräsident viel im Lande herumkommt. Man trifft auf große, unübersehbare Institutionen, man trifft aber auch auf kleine, aber feine Einrichtungen, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind, die aber sehr wertvolle Arbeit leisten. […]
Das Erbe bewahren: Das bedeutet Pflege und Aktualisierung, nicht Musealisierung. Die Klassiker - und auch die vergessenen Klassiker - brauchen nicht so sehr Aureolen. Sie verlangen vielmehr danach, immer wieder in das Tageslicht der Aktualität gehalten zu werden. Erst wenn sie diesem Tageslicht standhalten, verdienen sie zurecht, Klassiker genannt zu werden und immer wieder neue Auflagen zu erleben. […]
Nicht jeder Verlag prägt mit seinem Namen eine Kultur. Jeder Verleger aber hat Anteil an dem, was die Kultur eines Landes, eines Gemeinwesens, einer Sprache ausmacht. Gewiss: Verleger wollen und müssen Geschäfte machen, Gewinne erzielen, aber sie handeln mit dem Geist - das ist nicht nur etwas ganz Wunderbares, das gibt auch Verantwortung auf.
Meine Damen und Herren,
vielleicht kann ich meine bunte Rhapsodie in einem kurzen Satz zusammenfassen: Unsere Kultur, unsere Zivilisation, unsere Gemeinwesen: das alles hängt auch davon ab, welche Bücher erscheinen; und da sind Sie gefordert.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
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Was
sollen Schüler lesen - was wollen Schüler lesen?
(Thesen von K.M. Bogdal zur Lektüreauswahl für den Deutschunterricht)
Deutschlehrer stehen in jedem Schuljahr vor der Entscheidung, die geeignete
Klassenlektüre zu finden, welche die Schüler zur Mitarbeit motiviert.
Im folgenden Ratschläge von K.M. Bogdal zur Auswahl der Klassenlektüre:
1. Der Lehrer sollte niemals aussuchen, die ihm sein didaktisches Konzept nahelegt, sondern solche, die er für sich entdeckt hat, die er nicht mit pflichtbewußtem Durchhaltevermögen, sondern mit Vergnügen gelesen hat.
2. Der Lehrer sollte Gegenwart nicht mit Tagesaktualität verwechseln und anbiedernd Themenkreise, wie z.B. Drogen, Umwelt und Tierversuche wählen. Auf diese Idee sind nämlich auch schon die Kollegen mit den Fächern Religion, Sozialkunde, Erdkunde, Kunst, Englisch usw. gekommen.
3. Schüler lassen sich immer wieder von Texten mit einem hohen Authentizitätsgrad beeindrucken. Heute meinen sie damit nicht realistische, dokumentarische oder selbstbekennende, sondern unmittelbare, distanzlose, leidenschaftliche, manchmal zynische Texte, die auf einen moralisierenden, kommentierenden Erzählgestus verzichten.
4. Die Mehrzahl der Texte in der Sekundarstufe (vor allem die Jugendbücher) sind aus der Opferperspektive verfaßt bzw. suggerieren sie als Lesehaltung. Mit dieser Perspektive wollen sich viele Schüler nicht mehr identifizieren. Zum Ausgleich sollte man Literatur auswählen, die noch als gesellschaftliches Gedächtnis fungiert, die - anders als die visuellen Verschleiß- und Überforderungsmedien - die in der Gegenwart jeweils notwendige Erinnerungsarbeit geleistet hat. Ich meine Texte ohne den moralischen Zeigefinger der Nachkriegsliteratur.
5. Schüler finden großes Interesse an Geschichten über vereinsamte, abgeschottete, sich verlierende Menschen. Bei der Besprechung kommen eigene Erfahrungen der Schüler an die Oberfläche, die der Literatur an Intensität nicht nachstehen. Befreiend wirken Satiren zu diesem Thema.
6. Man müsste ernsthaft zur Kenntnis nehmen, daß die Schüler von der Lektüre Vergnügen und Unterhaltung erwarten. Hinter der ersten passiven Erwartung, etwas Spannendes, Grausames, Lustiges oder Derbes geboten zu bekommen, verbirgt sich nicht selten der Wunsch, Betätigungsmöglichkeiten für die eigene Phantasie und Anregungen zu finden, mit dem literarischen Material etwas zu machen, es zu verändern, es darzustellen, damit spielerisch umzugehen.
7. Im unterrichtlichen Vergleich mit Literaturverfilmungen habe ich durchgängig die Erfahrung gemacht, daß die Schüler nach einiger Zeit die Überlegenheit der Literatur gegenüber der medialen Adaption entdecken. Es geht dann anschließend darum zu zeigen, was, wie die Schüler es formulieren, das Fernsehen (bzw. der Film) ,,nicht bringt".
8. Für viele Schüler ist ein Buch, das sie aus der Schule mitbringen, ein störender Fremdkörper ihrer Zimmereinrichtung, für das zwischen Disketten-Box und CD-Port kein Platz ist. Deshalb ist es notwendig, in der Klasse von Anfang an mit der Lektüre auch den Ort von Büchern zu rekonstruieren und ihren kulturellen Gebrauchswert zu entdecken, der zwar anders, aber nicht geringer als jener der audiovisuellen Medien ist. Das setzt aber voraus, daß eine Kommunikation über Bücher stattfindet, die schließlich zu einer ganz persönlichen Option führen darf.
(
Aus: K. M. Bogdal, Diskussion Deutsch, Heft 130, S. 124ff.)
http://www.mbsued.de/Deutsch/deutsch_4.htm
„Es
gibt dreierlei Arten Leser: Eine, die ohne Urteil genießt, eine dritte, die
ohne zu genießen urteilt, die mittlere, die genießend urteilt und urteilend
genießt; diese reproduziert eigentlich ein Kunstwerk aufs neue.“ (J.W. v. Goethe an J.F. Rochlitz,
13.6.1819)1
In
die Mitte seiner dreigliedrigen Typologie stellt Goethe den Leser als Neuschöpfer
des
Irene
Pieper: Literarisch
lesen lernen. Zum Erwerb einer Kulturtechnik
http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2005/882/pdf/pieper_lesenlernen.pdf
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Giehrl unterscheidet vier verschiedene Hauptlesertypen:
Der funktional-pragmatische Leser liest informatorisch und strebt nach Orientierung bei der Erfassung von Welt oder nach Anwendung von Wissen.
Der emotional-phantastische Leser liest evasorisch, möchte also den Begrenzungen seines bzw. des menschlichen Daseins schlechthin entfliehen.
Der rational-intellektuelle Leser liest kognitiv und folgt zum einen in seinen Grundantrieben denen des funktional-pragmatischen Lesers, geht aber mit seinem Suchen nach Sinndeutung der Welt und des menschlichen Daseins noch darüber hinaus.
Der literarische Leser liest aus den Grundantrieben, die sowohl den emotional-phantastischen als auch den rational-intellektuellen Leser kennzeichnen; sein Interesse ist zusätzlich auf die Gestaltung von Texten gerichtet wie auf den Ausbau von literarisch-kulturellem Wissen.
Lesen wird in der Typologie von Richter und Straßmeyer in zwei verschiedene Grundhaltungen aufgeteilt. Lesen ist
- zum einen "eine eher passive, von den Tatsachen (zumeist psychischen Belastungen) ablenkende“ Tätigkeit,
- zum andern „eine eher aktive, auf bestimmte Tatsachen hinlenkende Tätigkeit.
Lesen aus Unterhaltung fällt dabei beiden Bereichen zu. ... Mit dieser Zurückführung unterschiedlicher Leseweisen auf die Funktionen des Ab- bzw. Hinlenkens werden (zumindest implizit) Erklärungsperspektiven angesprochen, die die Außenwelt des Lesers, also soziale Faktoren in den Mittelpunkt rücken."
[nach: http://www.teachsam.de/arb/arb_les_hal1.htm]
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Warum
lesen wir das, was wir gerne lesen?
Welche Zugänge zum Buch gibt es?! Was für ein Lesetyp sind Sie? Können
Sie sich oder andere in den Beschreibungen wiedererkennen?
Susanne
Gölitzer hat drei Lesetypen skizziert:
Da
ist einmal die Gruppe der Leserinnen und Leser, die in der Kindheit und Jugend
eine leidenschaftliche Leseerfahrung gemacht haben mit „typischer“ Kinder-
und Jugendliteratur oder aber Abenteuerromanen und anderen spannenden, identifikatorisch
zu lesenden Büchern. Diese Leseerfahrung ist zumeist eine freizeitliche,
die zunächst ungetrübt von der schulischen Vermittlung ist. Die Konfrontation
mit „schwerer Schul-Lektüre“, die weniger lustvoll erlebt wird, scheint der
Lesemotivation dieser ersten Gruppe von Leserinnen und Lesern nicht zu schaden.
Sie bleiben einfach bei ihrer Lesepräferenz und Leidenschaft oder nehmen diese
Leidenschaft nach der Schule und der Pubertät, nachdem eine mögliche
Lese-Motivationskrise überwunden wurde, wieder auf und lesen auch nach der
Schule noch gerne, in erster Linie Bücher, die zur Identifikation einladen und
die man „verschlingen“ kann. Es sind dies in erster Linie Romane.
Die
zweite Gruppe von Lesern wird nachhaltig durch die pubertäre Unlust am
Kinderbuch oder der pubertären Krise am Buch geprägt. Diese
zweite Gruppe bemerkt den Verlust des leidenschaftlichen Lesens in der eigenen
Lesebiographie und macht dafür die Schule, bzw. den Deutschunterricht
verantwortlich. Nach der Schule gelingt es den Leserinnen und Lesern dieser
Gruppe nicht, die Lesetätigkeit wieder aufzunehmen, weil sie über den Verlust
des kindlichen Grenzverlusts (zwischen mir und dem Buch) nicht hinweg kommt. Es
gelingt ihnen nicht, eine neue Lesehaltung zu entwickeln. Diese Leserinnen und
Leser sind enttäuscht, dass ihnen das Lesen nicht mehr soviel Freude bereitet
wie früher.
Die
dritte Gruppe der Lesenden vermag nach dem vorübergehenden Verlust naiver
Lesefreuden und nach der Schule eine neue Lesehaltung einzunehmen, die weniger
an der puren „Versenkung“ oder der Identifikation als an der Lust am
Fremden oder am Sprachlichen gekennzeichnet ist. Dies schließt nicht
aus, dass Lesende dieser letzten Gruppe auch identifikatorisch lesen. Sie sind
aber weniger darauf angewiesen und können literarische Texte auch
„distanziert“ lesen, ohne dies als Enttäuschung zu empfinden.
http://www.uni-ulm.de/cgi-bin/cgiwrap/soft/www/root/LiLL/cgi/gl-heimatforum2.cgi
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Lesehaltung
und Lesertypologie
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|
Je
nach Textart ist die eine oder andere Lesehaltung bestimmend.
Selbstverständlich
kommt es aber auch zu Überschneidungen. So kann man einen literarischen Text
durchaus interpretierend und gleichzeitig kritisch lesen.
Die Lesehaltung des informativen Lesens ist gekennzeichnet durch das rasche Überfliegen eines Textes, bei dem nur die wichtigsten Informationen erfasst werden. Informatives Lesen kann mit verschiedenen Lesetechniken praktiziert werden. Im Allgemeinen praktiziert man das kursorische Lesen. Informatives Lesen ist es aber auch, wenn ganz bewusst nur bestimmte Detailinformationen oder Einzelaspekte aus einem Text "herausgelesen" werden. Diese Form der Auswahl kennzeichnet informatives Lesen auch als selektives Lesen.
Die Lesehaltung des interpretierenden Lesens ist gekennzeichnet durch das Erkennen und Werten von mehr oder weniger deutlich zusammenhängenden Sinnbezügen in einem Text. Interpretierendes Lesen vollzieht sich häufig in stiller Lektüre und mündet in der Schule häufig in ein Unterrichtsgespräch über das Gelesene. Dabei können die gewonnenen Erstleseeindrücke als Hypothesen Ausgangspunkt für die weitere Interpretation des Textes sein. Im Allgemeinen geht man mit einer interpretierenden Lesehaltungen an Texte heran, deren Aussagen gedeutet werden müssen. Das sind natürlich in erster Linie literarische Texte, die - mit welcher Methode und welchem Ziel auch immer - "interpretiert" werden. Aber auch andere (pragmatische) Texte, z.B. Gesetzestexte, werden mit dieser Lesehaltung gelesen.
3.
Kritisches Lesen
Wer die Lesehaltung des kritischen Lesens einnimmt, will sich mit einem Text in einer bestimmten Art und Weise auseinandersetzen. An ihrem Ende soll ein Urteil über Text und Textaussagen stehen, mit dem man dem Text als Ganzes, einzelnen Teilen, der Gesamtaussage oder Teilaussage zustimmt oder mit dem man diese ablehnt. Beim kritischen Lesen muss man sich zum Text distanziert verhalten, und jede Textgläubigkeit (alles Gedruckte ist wahr!), aber auch übertriebene Kritiksucht vermeiden. Grundsätzlich kann natürlich jeder Text mit einer kritischen Lesehaltung gelesen werden. So wird z.B. der normale Romanleser nicht unbedingt in einer kritischen Lesehaltung seinem Lektürevergnügen folgen, der Literaturwissenschaftler oder der Literaturkritiker gar wird jedoch häufig die kritische Brille nicht abnehmen. Im Umgang mit meinungsbildenden Zeitungstexten wiederum ist die Einnahme einer kritischen Lesehaltung aber gerade zu Voraussetzung, um ein differenziertes Wert- oder Sachurteil zu fällen.
4.
Kreatives Lesen
Beim kreativen Lesen will man "etwas mit dem Text anfangen". Diese Lesehaltung zielt also auf den selbsttätigen, produktiven, phantasievollen Umgang mit einem Text. Der Text wird damit zum Ausgangspunkt weiterer Bearbeitungen wie z.B.: Weiterführen einer Handlung - neue Perspektiven - Hinzufügen von Figuren - adaptierte Nutzung bei einer Privatfeier - Vortrag in Gesellschaft...
5.
Triviales Lesen
Die Lesehaltung, die man als triviales Lesen bezeichnet, ist eine Form des selektiven Lesens. Dabei zielt die Auswahl (Selektion) dessen, was beim Lesen aufgenommen wird, darauf ab, die beim Leser ohnehin schon vorhandenen (Vor-)Urteile und Einstellungen zu bestätigen. Beim trivialen Lesen reicht das "Zusammenspiel von Lesererwartung und Textdisposition", dass es zu einer "Übereinstimmung zwischen den Leseerwartungen der Käufer und dem Leseerlebnis, das der Text ermöglicht" kommt (Hoppe 1973, S.18). Diese Übereinstimmung nennt man "Adäquanz". "Die Technik der Trivialisierung von Texten durch triviales Lesen lässt sich auch als selektives Lesen beschreiben: Der Leser nimmt im Grunde nur Textelemente auf, stellt nur die Textbezüge her, die es ihm erlauben, Adäquanz zum Text herzustellen, ohne dabei sein eigenes Bewusstsein zu verändern. Die so entstehende Kommunikation Leser/Text hat im Grunde den Charakter eines in sich kreisenden Monologes." (Hussong 1973, S.53)
6.
Emotionales Lesen -
"Privates
Lesen" steht im Gegensatz zum didaktischen Lesen in der Schule; Maßstab
der Beurteilung ist der Unterhaltungswert (Spannung, Angerührtsein) - (Hussong
1973, S.50f.)
|
Subject
: Warum nicht moderne Literatur? |
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Subject
: RE: Warum nicht moderne Literatur? |
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Subject
: RE: Warum nicht moderne Literatur? |
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Subject
: Warum lese ich? |
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Subject
: |
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Subject
: Wegweiser? |
http://www.uni-ulm.de/cgi-bin/cgiwrap/soft/www/root/LiLL/cgi/gl-heimatforum2.cgi
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Kleine
Umfrage zum Thema "Lesen" - Warum,
lesen |
http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/166652,0.html
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Gerlinde
G. schreibt:
"Ich
konnte viele Bücher nicht von Beginn bis Ende lesen, da ich nicht in der Lage
war, mich über längere Zeit zu konzentrieren. Oft habe ich abgebrochen, neu
angesetzt, mir die Rosinen, die mir wichtig erschienen, herausgepickt. Die
Selektion, die ich damit betrieb hat mir auch immer gezeigt, welches Thema für
mich gerade wichtig war, auch wenn es nur ein Wort war, über das ich dann lange
nachdenken mußte."
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Christiane
K. findet dafür ein schönes Bild:
"Manche
Bücher sind wie Schlüssel zu unseren Gedanken, zu unseren Herzen; Schlüssel
zu Türen, von denen wir gar nicht wußten, daß sie existieren. Da versuchen
wir jahrelang mühsamst über Mauern zu klettern, uns geheime Gänge zu graben,
Zäune einzureißen, und dabei gibt es dieses geheimnisvolle Tor, das sich mit
einem Zauberwort knacken läßt. Sesam öffne dich!"
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Lesen
läßt Gefühle zu, kann mitunter dazu verhelfen, Gefühle überhaupt
wiederzuentdecken. Lesen kann von einer Krise ablenken:
Astrid
D. schreibt:
"In
der Krise aber lese ich lieber von Dingen, die nichts mit mir zu tun haben, um
der Realität zu entkommen, um in eine Scheinwelt zu fliehen und vorerst mich
durch die Gefühle anderer besser zu fühlen. Erst wenn ich was ändern will bei
mir interessieren mich die Krimis und Sciencefiction nicht mehr."
Lesen
vermag jedoch auch eine stellvertretende Auseinandersetzung mit den eigenen
Emotionen zu bewirken. Vielfach übertragen Lesende ihre Gefühle auf die
Helden/Heldinnen etwa eines Romans und entlasten sich so im identifikatorischen
Prozeß. Beispielhaft sei die Lesepraxis einer Frau erwähnt, die so lange
Geschichten, Aufsätze, Romane über Suizid las, bis sie eines Tages sicher sein
konnte, daß sie sich selbst nicht das Leben nehmen würde.
Andererseits
kann Lesen auch Angst auslösen, den vorhandenen inneren Konflikt zusätzlich
emotional aufladen:
"(...)
Ich habe Christa Wolfs: "Nachdenken über Christa T." zuende gelesen.
Setzen wir, zum Spaß einmal, für die Romanfigur Krischan mich ein, für den
Justus meinen Freund Andi, und für den jungen Jäger zum Schluß der Geschichte
meinen Freund Jens - das macht mir Angst. Gerade um dieses 18. Kapitel steht
meine Vergangenheit und die Prophezeiung einer Zukunft, von der ich schon seit
langem insgeheim alp-träume: "Das Leben in der festen Beziehung, dem
festen Platz, fertig geworden zu sein, alles plötzlich zerstören zu wollen;
und dann, sterben müssen, gerade dann keine Zeit mehr haben und dabei bemerken,
daß man sie will, daß man doch und nur noch leben will - und dann
sterben."" (Andrea M.)
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Warum
lesen Sie gern?? von TearsofanAngel
"Einmal etwas Neues.. ein Gedicht..."
![]()
Warum
lesen sie gern?
Weil der Text sie fesselt,
sie Buchstabe für Buchstabe in eine andere Welt hineingleiten lässt,
sie davon treiben lässt,
in eine Welt voll Fantasie,
in eine Welt voller Träume…
Alle Fragen die sie hatte,
fanden plötzlich eine Antwort,
sie spürte keine Angst,
keine Schmerz und keine Trauer mehr….
Sie wurde einfach hineingezogen,
in diese Geschichte…
und plötzlich lebte sie in ihr,
war ein Teil davon.
Sie blieb gefesselt bis zur letzten Seite,
bis zum letzten Atemzug des Buches,
und sobald es vorbei war,
stürzte sie wieder in die richtige Welt,
und stellte fest,
das es ihr in dieser Welt voller Träume viel besser gefallen hatte.
Immer dann,
wenn sie es hier nicht mehr aushielt,
schlug sie die Seiten auf,
und begann zu lesen…..
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Kommentar von The
R.P.M.
Sehr schön ge-und beschrieben !! Das kann ich nur zu gut nachvoll ziehen !
Manchmal wäre ich auch lieber in der schönen und fantastischen Welt von
manchen Büchern, als auf dieser...manchmal tristen und realen Welt !! Gefällt
mir gut !
Mfg The Radical Poetry Machine
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Kommentar von Guilty
wunderschöner text! die realität kann echt grausam sein wenn man ein gutes
buch gelesen hat. träume sind leider meistens schöner als die wirklichkeit
http://www.schreibart.de/forum-text,experimentelles,23500,Warum+lesen+Sie+gerne%3F%3F.html
Zusammenstellung: G. Einecke - http://www.fachdidaktik-einecke.de