Warum lesen? – Leselust – Lesemotivation – Literarisches Leben

 

 

1. Literarische Szene: Links

2. Aphorismen und Erfahrungen  

3. Argumentation zu „Lesen“

4. Lesertypologie

5. Internetforen zu „Lesen“  

 

s. auch: Kanon-Debatte


 

1. Literarische Szene - Links

 

Literaturportale – Literaturhäuser – Literaturevents – Literaturszene - Literaturwettbewerbe – Lesevereine – literarische Gesellschaften – Literaturpreise – literarische Podcasts – Internetforen Literatur – literarische Cafes - etc.

http://www.carpe.com/literaturwelt/Literaturportale/

http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?LiteraturPortale

http://www.literaturhaeuser.net/

http://www.dieterwunderlich.de/links_literaturhaus.htm

http://www.literaturhaus.at/lh/literaturhaeuser.html

http://www.literaturszene.de/

http://www.christian-von-kamp.de/Literatur/Ausschreibungen-Wettbewerbe/Ausschreibungen-Wettbewerbe.htm

http://www.alg.de/mitglied/mitglieder.html

http://www.autoren-magazin.de/autoren-magazin.phtml

http://www.literaturcafe.de/

http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=25520

http://www.rezensenten.de/

http://literatur-community.de/

http://www.literaturschock.de/

http://www.literaturforum.de/

http://www.buechertreff.de/

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/leselust/

http://www.die-leselust.de/index.html

http://www.leselust-rlp.de/

http://www.leselust-leipzig.de/

http://www.leselust-in-baden.de/

http://www.radio-leselust.de/


2. Aphorismen und Erfahrungen

 

Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

Franz Kafka an seinen Freund Oskar Pollak, 1904

Gesammelte Werke. Briefe 1902-1924, S. 27 f. Frankfurt: Fischer 1958.

 

Ich lese nichts lieber als Bücher von einigen Seiten. Sprachkürze gibt Denkweite.

Jean Paul (1763 - 1825)

In: Deutsche Aphorismen. Hrsg.: Fieguth, Gerhard. Reclam

 

Manchmal, o glücklicher Augenblick, bist du in ein Buch so vertieft, dass du in ihm versinkst – du bist gar nicht mehr da. Herz und Lunge arbeiten, dein Körper verrichtet gleichmäßig seine innere Fabrikarbeit, – du fühlst ihn nicht. Du fühlst dich nicht. Nichts weißt du von der Welt um dich herum, du hörst nichts, du siehst nichts, du liest. Du bist im Banne eines Buches. (So möchte man gern gelesen werden.)

Kurt Tucholsky

Die Weltbühne, 12.04.1932, Nr. 15, S. 573.

 

Man kann das Leben nicht neu beginnen, wenn es vorüber ist, aber wenn man ein Buch in der Hand hält, ganz gleich, wie schwierig es zu verstehen ist, kann man am Schluss zum Anfang zurückkehren, von vorn beginnen, um das Schwierige und damit das ganze Leben zu begreifen.

Orhan Pamuk

In: Facetten. Leipzig: Klett 2002

 

Was hat mich zum Lesen gebracht? Das neugierige Verlangen, in fremde Welten einzutauschen, ziemlich wahllos war ich büchersüchtig.

Gabriele Wohmann

Dt. Lesegesellschaft (Hrsg.): Leselieben. Nürnberg 1987

 

Wie die meisten Menschen las ich vieles, was für mich irgendwie nützlich war, ohne daß diese Lektüre mein Leben sonderlich beeinflußt hätte. Selbst in meiner Kindheit war ich ein Vielleser, doch handelte es sich dabei hauptsächlich um Wirklichkeitsflucht. Historische Romane ermöglichten mir eine Flucht in vergangene Zeiten, während andere Bücher, etwa die Romane von Karl May, das Entrinnen in den fernen Wilden Westen gestatteten; utopische Literatur, die Science-fiction jener Tage, ließ mich in eine ferne Zukunft reisen. Alle diese Bücher ermöglichten mir die Flucht vor der qualvollen Realität der Jahre 1914 bis 1918, der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Bruno Bettelheim - 1903-1990, Psychologe

Themen meines Lebens. Essays über Psychoanalyse, Kindererziehung und das jüdische Schicksal. DVA Stuttgart 1990, S. 116.

   

"Die guten Leute wissen gar nicht, was es für Zeit und Mühe kostet, das Lesen zu lernen und von dem Gelesenen Nutzen zu haben; ich habe achtzig Jahre dazu gebraucht." 

Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 - 1832 (Goethe am 25.1.1830 zu Frédéric Soret)
   

Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.
Carl Hilty, schweizer Philosoph und Politiker, 1833 - 1909

 

www.blueprints.de/zitate/wert-des-lesens/

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Hildesheimer: Nennen Sie mir ein Buch, das die Schrecknisse unserer Zeit verhindert hätte. Die Literatur ist machtlos. Kein Buch, kein Bild, die ganze Kultur richtet nichts aus.

www.handl.net/management/zithildesheimer.htm  -  10.1.2002

 

Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

Aldous Huxley 26.07.1894 - 22.11.1963 engl. Schriftsteller und Kritiker

 

Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.

William Somerset Maugham 25.01.1874 - 16.12.1965 engl. Schriftsteller

 

Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zum Genuss und Belebung oder zur Erkenntnis und Belehrung.

Johann Wolfgang von Goethe 28.08.1749 - 22.03.1832 dt. Schriftsteller

 

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

Heinrich Heine 13.12.1797 - 17.02.1856  deutscher Dichter und Journalist

 

Auch das schlechteste Buch hat seine gute Seite: die letzte!

John Osborne 12.12.1929 - 24.12.1994 britischer Journalist, Dramatiker und Schauspieler

 

Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.

Dieter Hildebrandt 23.05.1927 - dt. Kabarettist

 

http://zitate.net/zitate/lesen/

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Joseph Addison

Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist.

Nicolas Chamfort

Die meisten Bücher von heute scheinen an einem einzigen Tag geschrieben zu sein, nach Büchern, die am Vorabend gelesen wurden.

Johann Wolfgang von Goethe

Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

Joseph Joubert

Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen.

Immanuel Kant

Ich habe in meinem Leben viele gute und kluge Bücher gelesen. Aber ich habe in ihnen allen nicht gefunden, was mein Herz so still und froh gemacht hätte wie die vier Worte aus dem 23. Psalm: "Du bist bei mir."

Georg Christoph Lichtenberg

Der gute Schriftsteller ist der, der viel und lange gelesen und auch nach 100 Jahren noch in Allerlei Format aufgelegt und eben dadurch das Vergnügen des Menschen im Allgemeinen wird. Das ganze menschliche Geschlecht lobt nur das Gute, das Individuum oft das Schlechte.

Georg Christoph Lichtenberg

Er las immer "Agamemnon" statt angenommen, so sehr hatte er den Homer gelesen.

Georg Christoph Lichtenberg

Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die bloß lesen, damit sie nicht denken dürfen.

Georg Christoph Lichtenberg

Leute, die sehr viel gelesen haben, machen selten große Entdeckungen.

Georg Christoph Lichtenberg

Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den neuesten Zeiten gefallen ist,gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben.

Arthur Schopenhauer

Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.

Arthur Schopenhauer

Lesen heißt, mit einem fremden Kopf statt dem eigenen zu denken.

www.zitate-welt.de/zitate/suche.php

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Aphorismen, Zitate und Sprichwörter zum Thema Lesen, Literatur, Bücher

(gesammelt von Vandam mit kräftiger Unterstützung der BücherforumianerInnen)

Es wäre gut Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher, mit dem Aneignen ihres Inhalts.
Schopenhauer

Ein sicheres Zeichen von einem guten Buche ist, wenn es einem immer besser gefällt, je älter man wird.
Lichtenberg

Je mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrößert, desto geringer wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden.
Feuerbach

Die guten Leute wissen gar nicht, was es für Zeit und Mühe kostet, das Lesen zu lernen und von dem Gelesenen Nutzen zu haben. Ich habe achtzig Jahre dazu gebraucht.
Goethe

Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
G.CH. Lichtenberg
 

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.
Hermann Hesse

Ein Buch lesen - für mich ist das das Erforschen eines Universums.
(Marguerite Duras)

Bücher sind bessere Freunde als Menschen; denn sie reden nur, wenn wir wollen, und schweigen, wenn wir anderes vorhaben. Sie geben immer und fordern nie. (Börries Freiherr von Münchhausen)

Bücher ein Haufen toter Buchstaben? Nein, ein Sack voll Samenkörner.
(André Gide)

Liest du ein Buch, lernst du einen Freund kennen.
Chines. Sprichwort

Ein Buch ist ein Garten in der Tasche.
Cheng Chao

Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muß es besitzen.
(Nietzsche)

Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
(Jorge Luis Borges)
 Das Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns.
(Franz Kafka)

Literatur beginnt jenseits der Bestsellerliste.
(Wolfram Siebeck)

Die Feinde der guten Bücher und des guten Geschmacks sind nicht die vielen Bücherverächter und Analphabeten, sondern die Vielleser.
(Hermann Hesse)

Schriftsteller, die ununterbrochen nach Tiefgang suchen, kommen mir vor wie Taucher in einer Badewanne.
(Alfred Polgar)

Jedes Wort ist wahr. Für den Satz übernehme ich keine Verantwortung.
Rafik Schami

Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
(Arthur Schopenhauer)

Der Leser hat’s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
(Kurt Tucholsky)

Es gibt keine alte und moderne Literatur, sondern nur eine ewige und eine vergängliche.
(Ernst von Feuchtersleben)

Ein Buch lesen - für mich ist das das Erforschen eines Universums.
(Marguerite Duras)

Man sollte niemals ein Buch lesen, bloß weil es auf irgendeiner Bestsellerliste steht oder weil es einem zeitgenössischen Trend entspricht. Richtiges Lesen ist Bürsten gegen den Strich.
(Doris Lessing)

Es gibt nichts, was ein Buch als Nährboden der Phantasie ersetzen könnte
(Astrid Lindgren)

Bücher lesen heisst wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne
(Jean Paul)

Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält. (William Somerset Maugham)

Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist. (Elias Canetti)

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.
(Charles-Louis de Montesquieu)

Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. (Johann Wolfgang von Goethe)

Moderne Literatur ist die Kunst, den richtigen Interpreten zu finden. (Wolfgang Herbst)

http://www.buecherforum.org/blogger/zitate.shtml

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Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich. Chinesisches Sprichwort

Je mehr ich las, umso näher brachten die Bücher mir die Welt, um so heller und bedeutsamer wurde für mich das Leben. Maxim Gorki

Ein Buch ist für mich eine Art Schaufel, mit der ich mich umgrabe. Martin Walser

Die Lektüre eines Buches ist schon die erste Stufe der Selbstverwirklichung. Clemens Weber

Bücher sind geschriebene Fragen. Stefan Zweig

Ich liebe Bücher. Sie sind ein Ersatz für Menschen, ein Weg zu Menschen, eine Schule, Menschen kennen zu lernen. Nur Bücher können die Illusion von der Vollkommenheit des Menschen geben. Die guten Bücher sind so selten wie die guten Menschen. Hermann Kesten

Bücher sind nicht Denkmäler der Vergangenheit, sondern Waffe der Gegenwart. H. Laube

Bücher sind eine Art Handfeuerwaffe gegen die Dummheit. Werner Mitsch

Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen der Worte. Mosche Ibn Sesra

Die Welt allein bildet einen vollkommenen Menschen nicht. Das Lesen der besten Schriftsteller muss dazu kommen. Lessing

http://www.ebbert-online.de/Zitate/Zitate_zum_Thema_Buecher___Lese/zitate_buecher_lesen.html

 


3. Argumentation zu „Lesen“

Lesen scheint heutzutage nur noch etwas für "Warmduscher" zu sein - richtige Jungs zappen sich durchs Fernsehprogramm oder daddeln am Computer. Wer misst sich schon an saftlosen Intellektuellen? Belletristisches oder wissensorientiertes Lesen bringt bei uns in Deutschland momentan weder Geld noch Prestige. Wenn Jungen immer weniger lesen, so liegt das vermutlich nicht an einem sie benachteiligenden Unterricht, sondern daran, dass sie Lesen für "uncool" halten. Dabei ist die Verinnerlichung von Wissen, die der Prozess des Lesens begünstigt wie kein anderes Medium, langfristig grundlegend für eine wohlhabende, friedliche Gesellschaft.

Stephanie Sellier Datum:  01.05.2002 (www.lehrer-online.de/dyn/210171.asp?url=289405%2Ehtm)

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Peter Bieri: "Bildung beginnt mit Neugierde" 

Gebildete Menschen sind Leser. Doch es reicht nicht, ein Bücherwurm und Vielwisser zu sein. Es gibt den ungebildeten Gelehrten. Der Unterschied: Der Gebildete weiß Bücher so zu lesen, dass sie ihn verändern . „Schützt Humanismus denn vor gar nichts?“, fragte Alfred Andersch mit Blick auf Heinrich Himmler, aufgewachsen in humanistisch fein gebildetem Bürgertum. Die Antwort ist: Er schützt nur denjenigen, der die humanistischen Schriften nicht bloß konsumiert, sondern sich auf sie einlässt; denjenigen, der nach dem Lesen ein anderer ist als vorher.

Das ist ein untrügliches Kennzeichen von Bildung: dass einer Wissen nicht als bloße Ansammlung von Information, als vergnüglichen Zeitvertreib oder gesellschaftliches Dekor betrachtet, sondern als etwas, das innere Veränderung bedeuten kann, die handlungswirksam wird.

Der Leser von Sachbüchern hat einen Chor von Stimmen im Kopf, wenn er nach dem richtigen Urteil in einer Sache sucht. Er ist nicht mehr allein. Und es geschieht etwas mit ihm, wenn er Voltaire, Freud, Bultmann oder Darwin liest. Er sieht die Welt danach anders, kann differenzierter darüber reden und mehr Zusammenhänge erkennen.

Der Leser von Literatur lernt noch etwas anderes: wie man über das Denken, Wollen und Fühlen von Menschen sprechen kann. Er lernt, dass man derselben Sache gegenüber anders empfinden kann, als er es gewohnt ist. Andere Liebe, anderer Hass. Er lernt neue Wörter und neue Metaphern für seelisches Geschehen. Er kann, weil sein begriffliches Repertoire größer geworden ist, nuancierter über sein Erleben reden, und das wiederum ermöglicht ihm, differenzierter zu empfinden.

Das hat zur Folge, dass auch seine Beziehungen zu den Anderen differenzierter und reicher werden. Das gilt vor allem für die Fähigkeit, die wir Einfühlungsvermögen nennen. Sie ist ein Gradmesser für Bildung: Je gebildeter jemand ist, desto besser kann er sich ausmalen, wie es wäre, in der Lage Anderer zu sein, und dadurch vermag er, ihr Leid zu erkennen. Bildung macht präzise soziale Phantasie möglich, und in dieser Form ist Bildung tatsächlich ein Bollwerk gegen Grausamkeit. […]

Aber es gibt Erfahrungen des Glücks, die aufs engste mit Facetten der Bildung verknüpft sind, wie ich sie besprochen habe: die Freude, an der Welt etwas besser zu verstehen; die befreiende Erfahrung, einen Aberglauben abzuschütteln; das Glück beim Lesen eines Buchs, das einen historischen Korridor öffnet; die Faszination durch einen Film, der zeigt, wie es anderswo ist, ein menschliches Leben zu führen; die beglückende Erfahrung, eine neue Sprache für das eigene Erleben zu lernen; die überraschende Erfahrung, dass sich mit dem Anwachsen der sozialen Phantasie der eigene innere Radius vergrößert.

Und Bildung schließt noch eine andere Dimension von Glück auf: die gesteigerte Erfahrung von Gegenwart beim Lesen von Poesie, beim Betrachten von Gemälden, beim Hören von Musik. Die Leuchtkraft von Worten, Bildern und Melodien erschließt sich nur demjenigen ganz, der ihren Ort in dem vielschichtigen Gewebe aus menschlicher Aktivität kennt, die wir Kultur nennen.

ZEITmagazin LEBEN, 02.08.2007 Nr. 32

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Der Roman, der im Gehirn des Lesers entsteht


Was es mit dem Lesen auf sich hat, will unsere kleine Lesekunde beleuchten.

Der Leser ist bisweilen ein merkwürdiger Mensch. So sehr kann er sich vertiefen in das Buchstabengewirr, dass er selbst eine Nashornherde, die am Fenster seiner Straßenbahn vorbeizieht, nicht bemerken würde, geschweige denn die Haltestelle, an der er aussteigen wollte. Kein Ohr für die Umwelt, kein Blick für das Gegenüber. Wer ihn aufstört, der sieht ein erschrockenes Augenpaar. Wer weiß, wo er gerade war, der Leser. Auf Marco Polos Reisen, in Shakespeares Dramen, in der Zauberwelt von Harry Potter oder im Berlin der 30er Jahre, wo Irmgard Keuns kunstseidenes Mädchen mit aller Macht und wenig Erfolg versucht, „ein Glanz“ zu werden. Wie Monaden mögen die Leser ihrer Umwelt dann vorkommen, denn das, was sie fesselt, bannt und verstrickt, ist unsichtbar. Die Buchstaben auf den Seiten sind lediglich die Sprungbretter zum eigentlichen Ort des Geschehens: zum Gehirn des Lesers. Dort findet dieser geheimnisvolle Prozess statt, von dem Alberto Manguel sagt: „Das Beeindruckende daran ist, dass die Leser die Bedeutung erst erschaffen, indem sie beim Lesen Beziehungen zwischen ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und den geschriebenen Sätzen und Passagen des Textes herstellen.“ Liest also jeder Leser eine andere Version von Anna Karenina oder dem Tod in Venedig, je nach seinen eigenen Erfahrungen? Was ist das für eine merkwürdige Tätigkeit, die dem einen Passion ist und dem andern Mühsal. Für die der eine noch unter der Bettdecke den letzten Strahl der Taschenlampe ausnutzt und der andere selbst mit allen Engelszungen der Welt nicht gewonnen werden kann.

Letzteres, so lässt sich immer häufiger von Schwarzsehern vernehmen, werde langsam zu einer Bedrohung unserer Buch-Kultur. Doch vielleicht sollte man diesem Pessimismus - bei aller Notwendigkeit der Leseförderung - den Langmut der Geschichte gegenüberstellen. Im vierten Jahrtausend vor Christus hat alles begonnen, mit einer gekerbten Tonscherbe. Alle Wandlungen der Vergangenheit hat das Buch und mit ihm der Leser überlebt, warum sollte gerade das Computerzeitalter zur Götterdämmerung werden?

Was es mit dem Lesen auf sich hat, mit der Lust daran und dem Frust darüber, das will die kleine Lesekunde, die mit dieser Folge beginnt, beleuchten und dabei auch einige Antworten auf die oben gestellten Fragen wagen. Eine Warnung der passionierten Leserin und Autorin Virginia Woolf soll dabei stets im Hinterkopf bleiben: „Der einzige Rat, den ein Mensch einem anderen in puncto Lesen geben kann, ist der, auf keinen Rat zu hören.“

 (KStA)

http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1066925885058&openMenu=992283260305&calledPageId=1054827195966&listid=1054827195941

download: 17.1.2004

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Neue Zürcher Zeitung 28.2.2004

Die Lust am Lesen

Einige theoretische Anmerkungen über ein traumhaftes Vergnügen

Intensives Lesen, das geht in unserer audiovisuell geprägten Epoche mehr und mehr vergessen, ist eine hoch beglückende Erfahrung. Wer sich in die zweckfreie Lektüre vertieft, dem öffnet sich nicht nur eine neue Welt, sondern auch eine andere Form von Zeit. Darin steckt sowohl emanzipatorisches als auch therapeutisches Potenzial.

«Ich habe mir das Paradies immer nur als eine Art Bibliothek vorstellen können», schreibt der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges. Mit dieser Vorstellung steht er in einer langen Tradition. «Die Lektüre ist eine Quelle, die vom Paradies Gottes ausgeht und die ganze Erde bewässert», heisst es im 14. Jahrhundert in der «Philosophia Monachorum». Das «Philobiblion» des Bischofs von Durham Richard de Bury (1297/ 1345) nennt Bücher ganz unmittelbare Werkzeuge des schauenden Glücks, der visio beatifica: «So reichen wir, von den Büchern geführt, an den Lohn unserer Ewigkeit, während wir noch als Pilger dahinleben.»

Auch für die jüdische Tradition verbindet sich das Lesen mit Paradiesvorstellungen. So ermuntert der Arzt und Übersetzer Judah Ibn Tibbon (etwa 1120/1190) seinen Sohn: «Bücher sollen deine Gefährten sein und deine Bücherschränke und Regale deine Vergnügungsplätze und Obstgärten. Aurelius Augustinus, der bekanntlich durch ein geheimnisvolles «tolle, lege» endgültig zu seinem Glauben gefunden hat, sieht in seinen «Confessiones» sogar die Engel als beseligte Leser: «Denn sie schauen dein Angesicht allezeit, und dort lesen sie, aber nicht in zeithafter Silbenfolge, was ein ewiger Wille will; lesen ihn, erwählen ihn, lieben ihn. Immer lesen sie, und nie vergeht, was sie lesen . . . Ihre Lesetafel wird nicht geschlossen, ihr Buch wird nicht zusammengerollt, denn du selbst bist ihnen Tafel und Buch.»

Die vielen Bilder lesender Menschen, die man in der Malerei seit dem Spätmittelalter antrifft, sind gleichsam irdische Spiegelbilder dieser erhabenen Lesewelten. Dem Alltagsgeschehen entrückt sieht man den Leser, in seine Lektüre vertieft, schweigsam, andächtig, beseligt. Zunächst sind es Bibel, Psalter, Stundenbuch, die den Leser, häufiger noch die Leserin fesseln. Maria ist das fromme Lesevorbild. Der Verkündigungsengel trifft nicht eine schlichte, einfältige Magd, sondern eine junge Frau, die, manchmal gar in einer kleinen Studierstube, kniend und hingebungsvoll in das Wort Gottes vertieft ist. Unter dem Schutz dieser mächtigen Lesepatronin haben Frauen erste emanzipatorische Schritte getan - sie begannen zu lesen, sie öffneten sich eine Welt, die ihnen bis dahin weitgehend verschlossen war.

ERFÜLLENDE ERFAHRUNG

Fortschreitend wurde das Bild des Lesers, der Leserin säkularisiert. An die Stelle der religiösen Lektüre traten antike Klassiker, gelehrte Folianten und schliesslich Romane, die vor allem den Frauen offensichtlich himmlisches Vergnügen bereiteten. Die Gottesmutter auf einem vorreformatorischen Andachtsbild und die Dame von Welt im Skizzenbuch eines Biedermeierkünstlers haben dennoch eines gemeinsam: die Züge einer sie ganz erfüllenden Leseerfahrung. Sorgen und Bedrängnisse, die Alltagswelt sind in den Hintergrund getreten. Wenigstens für eine Weile lebt der Leser, die Leserin in einer besseren Welt. Die Gewissheit, den Realitätszwängen entfliehen zu können, war und ist heute noch ein starkes Motiv, sich einem Buch zu widmen und es zu kaufen. So betrachtet ist der Buchhandel nicht nur ein Handel mit nützlichen Informationen, er ist auch ein Geschäft mit dem Glück, genauer mit Glücksverheissungen.

Nicht jedem Autor mag dies behagen. Bücher werden auch geschrieben, um zu beunruhigen, wachzurütteln, Meinungen umzustossen, mit dem Elend dieser Welt zu konfrontieren und Veränderungen herauszufordern. Das gilt nicht nur für viele Sachbücher, das gilt und galt eigentlich immer schon für fiktionale Literatur. Sie bezieht ihre Spannung aus dramatischen Konflikten, die sie den Leser nachspüren lässt und die nicht immer ein versöhnliches happy end finden. Vielleicht braucht Literatur geradezu die Darstellung von Kampf und Streit, um das Interesse des Lesers zu gewinnen. «Das Glück ist kein guter Stoff für Dichter», sagt Robert Walser im Gespräch mit Carl Seelig, «es ist zu selbstgenügsam. Es braucht keinen Kommentar. Es kann in sich selbst zusammengerollt schlafen wie ein Igel. Dagegen das Leid, die Tragödie und die Komödie: Sie stecken voll von Explosionskräften.»

Lust oder Pein - was soll Lesen bewirken? Vom Buch her lässt sich das kaum eindeutig bestimmen. Das sogenannte Werther-Fieber ist ein klassisches Beispiel. Die einen trieb Goethes Briefroman in einen zustimmenden Enthusiasmus, der sich bis in die Kleidermode auswirkte, die anderen trieb er in tiefes Erschrecken, Ablehnung und finstere volkspädagogische Prognosen. Lust und Pein - das könnte sich in einem Leseakt auch bündeln. Besteht Leseglück nicht manchmal im atemlosen Miterleben eines unseligen Schicksals, das zum Glück nicht unser Schicksal ist?

Nicht nur erzählerische Literatur vermag Glück und Unglück auszulösen. In einer Umfrage bei seinen Autoren wollte der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld wissen, was ihr erstes bewegendes Leseerlebnis war. Neben den klassischen Jugendbüchern, neben Karl May und Mickey- Mouse-Heften kamen völlig unerwartete «Auslöser» zutage, wie «Das kommunistische Manifest» (Stephan Hermlin), Arthur Schopenhauers «Die Welt ist Wille und Vorstellung» (Thomas Bernhard) oder ein altes Geographie-Lehrbuch (Adolf Muschg). Anspruchsvolles und Triviales, Kleinschrift und Wälzer können Leseglück bewirken. Es kommt weniger darauf an, was gelesen wurde, sondern wie gelesen wird, in welcher Lebenssituation, in welcher Verfassung, in welcher Gestimmtheit.

Ein Erklärungsversuch muss hier ansetzen. Dabei kann die sogenannte Flow-Theorie hilfreich sein. Es handelt sich dabei um eine psychologische Forschungsmethode, die auf einer breiten empirischen Basis beruht. Der Chicagoer Tiefenpsychologe Mihaly Czikszentmihalyi gab seinen Probanden ein Notizbüchlein mit auf den Weg und einen kleinen elektronischen Empfänger, der durch einen zentralen Radiosender in unregelmässigen Augenblicken aktiviert wurde. Bei jedem Signal hatten die Teilnehmer ihre derzeitige Aktivität und ihren seelischen Zustand auf einer Siebenpunkteskala zwischen «sehr glücklich» und «sehr unglücklich» zu notieren. Die Forscher waren demnach nicht auf nachträgliche Erinnerung angewiesen, die verfälschen konnte, sondern sie bekamen, zufallsgesteuert, eine seelische Momentaufnahme, verknüpft mit einem aktuellen Tätigkeitsbericht, so dass man in der Auswertung feststellen konnte, durch was Hochstimmung und Niedergedrücktsein regelmässig ausgelöst werden. Dieses Experiment wurde über Jahre mit Personen unterschiedlichster Herkunft und in Gegenden unterschiedlichster Kultur durchgeführt. Eine übergreifende Gesetzmässigkeit stellte sich am Ende langer Untersuchungsreihen heraus: Um ein gehobenes Lebensgefühl, ein positives Gestimmtsein aufkommen zu lassen, müssen folgende Faktoren zusammenspielen:

Im Ergebnis stellt sich ein autotelischer Zustand her. Autotelisch ist ein Schlüsselbegriff der Flow-Theorie. Er «leitet sich von zwei griechischen Wörtern ab: autos bedeutet Selbst, telos Ziel. Er bezeichnet eine sich selbst genügende Aktivität, eine, die man ohne Erwartung künftiger Vorteile ausübt, sondern einfach, weil sie an sich lohnend ist. Kinder unterrichten, damit aus ihnen anständige Bürger werden, ist nicht autotelisch, doch wenn man lehrt, weil man den Umgang mit Kindern geniesst, ist es das. Der Ausgang beider Situationen ist offenkundig der gleiche; bei einer autotelischen Erfahrung schenkt man jedoch der Sache um ihrer selbst willen Aufmerksamkeit. Wenn dies nicht der Fall ist, zentriert sich die Aufmerksamkeit auf deren Folgen.»

Besonders charakteristisch für autotelische Erfahrungen sind z. B. Klettern, Hochseesegeln, das Aufgehen in einer Beschäftigung (ob in Freizeit oder Beruf) - und das Bücherlesen, das nach Meinung des Chicagoer Tiefenpsychologen unter den intellektuellen Tätigkeiten die am meisten geübte Flow-Tätigkeit der Welt ist. Wenn das zutrifft, dann müssen sich die sieben Faktoren, aus deren Zusammenspiel Hochstimmung entsteht, im Akt des Lesens wiederfinden lassen.

UNGETEILTE HINGABE

Es liegt auf der Hand, dass der Leser, der mit Genuss lesen will, dem Text gewachsen sein muss. Ist der Text für ihn zu anspruchsvoll, wird er sich überfordert fühlen. Unterschreitet er sein Niveau, wird er sich langweilen. Zwischen beiden Extremen muss sich eine Balance herstellen, die aber nicht statisch ist, sondern dynamisch. In dem Masse, in dem die Lesefähigkeit sich entwickelt, werden schwierigere Texte «begehbar», werden leichtere Texte uninteressant. Im Laufe seines Lebens bewegt sich der Leser im sogenannten Flow-Kanal. Wird sich der literarische Geschmackssinn von der Jugend zum Erwachsensein weiterentwickeln, dann steigen die Ansprüche an das Buch, Leseglück setzt ein immer höheres Leseniveau voraus. Natürlich gibt es in der biographischen Entwicklung auch Rückbildungen, auch Abstürze. Umfragen unter älteren Menschen haben gezeigt, dass die Leseträume der Kindheit oft Erinnerungen an ein verlorenes Paradies sind. Aus welchen Gründen auch immer haben Menschen im Laufe ihres Lebens verlernt, was Kindern fast naturwüchsig geschenkt ist: das phantasievolle Spiel mit Geschichten, die Imaginationskraft, die Fähigkeit, sich ganz in ein Buch hineinzuversetzen. Sie sind aus der Übung gekommen, das Feedback ist nachhaltig gestört worden.

Lesebereitschaft und Lesefreude müssen lebenslang gegen Störungen verteidigt werden. Wie sehr Kinder heute durch den Medienrummel vom Lesen abgelenkt, im Lesen unterbrochen werden, ist hinlänglich bekannt. Im Erwachsenenalter treten andere Störungen auf: die Inanspruchnahme durch den Beruf, häusliche Überforderung, ein übertriebenes ausserhäusliches Freizeitverhalten und überhaupt die allgemeine Unruhe, die sich über die elektronischen Medien mitteilt. Der einsame Leser, der einem in Bildern immer und immer wieder begegnet, mag immer noch ein schönes Ideal sein, mit der Realität des modernen Lebens hat dies nur noch wenig zu tun.

In der Gegenüberlegung zeigt sich, dass Konzentration und Hingabe wesentliche Elemente der Lesekultur sind. «Welchen Leser ich wünsche?», notiert Goethe in den Xenien. «Den Unbefangenen, der mich, sich und die Welt vergisst und in dem Buche nur lebt.» Wie sich das darstellt, lässt sich am besten wieder an Kindern studieren, wenn sie mit hochrotem Kopf über ihrem Buch sitzen, mit den Helden ihrer Geschichte verwachsend, für die Umwelt möglichst unerreichbar. Spontan suchen sie «Schutzräume» auf, wenn sie fürchten, gestört zu werden, die Höhle unter der Bettdecke, den Dachboden, das Versteck im Haus.

Mit dem Abstand vom Alltag verändert sich auch das Zeitgefühl. Lesen als «Zeitvertreib» ist durchaus nicht abwertend im Sinne eines billigen Eskapismus zu verstehen. Vertrieben wird nur die äusserlich gemessene Uhrzeit, die das alltägliche Leben skandiert, umgeschaltet wird auf die innere Zeit, die ihren Takt vom gelesenen und erlebten Text empfängt. Dieses Umschalten von einer Zeitdimension in eine andere ist geradezu ein Indiz für das Auftreten von Leseglück, wie in vielen autobiographischen Dokumenten bezeugt ist. Es zeigt an, dass der Übertritt in eine andere Welt gelungen, dass eine zeitweilige Verwandlung vor sich gegangen ist. Im Zustand der Glückserfahrung ist der Leser in einer gewissen Weise ausser sich. Beengende Ich-Grenzen sind gesprengt. Je mehr er sich mit seinem Text identifiziert, desto mehr nimmt er an neuen, fremden Erfahrungen und Erkenntnissen teil. Psychologen sprechen davon, dass der hingebungsvolle Leser eine zweite Familie erwirbt, mit der er in Dialog treten kann. Dieses Phänomen war schon in der Antike bekannt. «Bücher sind die besten Freunde des unterrichteten und tätigen Mannes», notierte Cicero, und Seneca gestand: «Mit meinen Büchern führte ich die meisten Gespräche.»

In der Anverwandlung einer zweiten Familie stecken eine emanzipatorische und eine therapeutische Kraft. Die Geschichte zeigt, dass unterdrückte und benachteiligte Gruppen durch Lesen gelernt haben, sich eine bessere Welt vorzustellen und um ihre Verwirklichung zu kämpfen - Frauen z. B., indem sie am erzählten Schicksal anderer Frauen teilnahmen, an einem Leben jenseits von Küche, Kindern und Kirche. Die therapeutische Kraft beruht darin, dass Lesen helfen kann, einer traumatischen Fixierung auf das eigene Leiden entgegenzuwirken. Der bekannte Wiener Logotherapeut Victor E. Frankl spricht, durchaus im klinischen Sinn, vom Buch als Therapeutikum und belegt das aus langer ärztlicher Erfahrung. Von dieser Heilkraft des Lesens weiss die moderne Medizin leider herzlich wenig.

«Lesen verändert» überschreibt der Heidelberger Medizinhistoriker Heinrich Schipperges seine bibliotherapeutischen Überlegungen. Schon seine Titelformulierung deutet darauf hin, dass der Leser, der zu lesen versteht, kein passiver Rezipient ist. Er ist im Akt des Lesens Mitarbeiter am Text. Während er ihn aufnimmt, geht er mit ihm um, ergänzt ihn aus eigener Lebenserfahrung und lässt sich, wenn er von ihm betroffen ist, verwandeln. So wie er in seiner Primärfamilie nicht nur folgsam und hörig sein möchte, so will er auch in seiner Sekundärfamilie im wahrsten Sinne des Wortes mitspielen. «Der wahre Leser», heisst es bei Novalis, «muss der erweiterte Autor sein», und Voltaire hält die Bücher für am ertragreichsten, die den Leser veranlassen, sie zu ergänzen und weiterzuführen. Kinder können darin Lehrmeister sein. Sie vermögen sich mit ihren Lieblingsgeschichten so zu identifizieren, dass sie sie weiterträumen, sich in ihrer Phantasie den handelnden Personen zugesellen. Die Fähigkeit, Mitautor zu werden, ist eine gute Voraussetzung für das Entstehen von Leseglück.

ANDERS LESEN

Wenn ein Buch herausfordert, ohne zu überfordern, wenn es in einem ungestörten Fluss aufgenommen werden kann, in Konzentration und Hingabe, wenn sich ein anderes Welt- und Zeitgefühl einstellt, wenn der Leser von sich loskommt und doch in einem tieferen Sinne bei sich ist, dann, in diesen Augenblicken zweckfreien Daseins, wird Lesen glückhaft erlebt. Ein autotelischer Zustand ist erreicht.

Der schärfste Gegensatz dazu ist das Lesen nach Zielen und Zwecken, das «Lesen, um zu». Freilich ist unbestreitbar, dass das instrumentelle Lesen eine unentbehrliche Fertigkeit ist, der Normalfall des Lesens. Ohne die Beherrschung dieser Kulturtechnik könnte man in unserer komplexen Welt nicht bestehen. Doch die zweckgeleitete Lesehaltung führt bestenfalls zu einem erfreulichen Aha-Erlebnis, niemals zu einer erfüllenden, länger andauernden Hoch-Erfahrung. Das ist das vermutlich unvermeidbare Dilemma des Literaturunterrichts. Er soll zur Schönheit einer Dichtung hinführen. Sobald aber der Text im Unterricht «behandelt» wird, um dieses oder jenes zu erklären, entsteht jener Lesefrust, der manchem Schüler den Umgang mit Literatur über Jahre hinweg verleidet.

Die kognitiv ungerichtete Lesehaltung passt nicht in das Netz von Nützlichkeit, in das wir normalerweise eingebunden sind. Sie hat die Qualität eines Spiels, das von den alltäglichen Realitätszwängen entlastet und dem Ich einen neuen Freiraum verschafft. In dieser Hinsicht ist die Flow- Theorie ganz nahe bei der Spieltheorie Friedrich Schillers, die in der These gipfelt: «Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.» In unserer durch und durch funktional ausgerichteten Lebenswelt schafft Leseglück eine Oase der Unverfügbarkeit. Leseglück ist daher kein beiläufiges Phänomen der Lesekultur. Es gehört in die Reihe elementarer Lebenserfahrungen wie Zwiesprache mit der Natur, Nähe eines Freundes, Geniessen von Brot und Wein.

.Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG
 www.nzz.ch/ 2004/02/28 /li/article8S0J5.html

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Warum lesen wir eigentlich?

Antworten:

http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?WarumWirLesen

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Warum lesen?

Unser Wertekatalog

Laut OECD-PISA-Studie 2000 ist Lesen "die Basiskompetenz für eine befriedigende Lebensführung in persönlicher und gesellschaftlicher Hinsicht sowie für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben."

Im Einzelnen heißt das:

 http://www.buchklub.at/Lesepraxis/Eltern/Warum-lesen.html

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Plädoyer für das Lesen:

Der Autor Florian Langenscheidt hält in “Nach dem Pisa-Schock” ein glühendes Plädoyer für das Lesen: “Es ist Fenster zur Welt und zu uns selbst. [...] Es erzieht zur Mündigkeit des Urteils und eigenständiger Reflexion. Es eröffnet komplexe Wissensräume und Bildung im humanistischen Sinne, schafft ganzheitliches Verstehen und Wissen um Zusammenhänge und Zwischentöne. Es inspiriert zu Kreativität, da es zwischen und hinter den Pinselstrichen der Sätze Leerräume lässt, die es mit Fantasie auszumalen gilt. Es lässt uns mitlieben und -leiden, überrennt die Grenzen unserer Beschränktheit und lässt unsere Seelen reisen. Es ist das Abenteuer im Kopf, das wir umso dringender brauchen, je formierter und zugleich kontingenter unsere Existenz in einer hochzivilisierten Welt geworden ist.” (S. 297)
Entgegen einer weitverbreiteten Meinung kann Florian Langenscheidt in den modernen Medien keine Gefahr für die Lesekultur entdecken: “Und welches ist die Ware, die sich nach bisherigen Erfahrungen am besten im E-Commerce des Netzes der Netze vertreiben lässt? Gerade das angeblich so veraltete Medium Buch!” (S. 300) Dennoch gibt es unbestritten eine hohe Anzahl Jugendlicher, die viel zu häufig vor dem Fernseher oder dem Computer hängen; die Erlernung des richtigen Umgangs mit den neuen Medien (die sog. Medienkompetenz) muß daher nach Meinung von Sigmar Gabriel (Vorsitzender der SPD im niedersächsischen Landtag), in der Schule der Zukunft eine zentrale Stelle einnehmen. 
(PISA und wie weiter? Pragmatische Ansätze aus der Politik und grundsätzliche Gedanken des Langenscheidt-Erben zum Bildungsschock)

http://www.berlinbrandenburg24.de/index.php?site=news_view&id=56

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Yong-Hyun Kim: Literarisches Lesen in der Mediengesellschaft. Phil.Diss. Siegen 2005

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=976008564&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=976008564.pdf

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Von Elisabeth Noelle-Neumann: Die Verteidigung des Lesens. 1997

Die Verteidigung des Lesens. Kann man einen langjährigen Trend mit Sozialforschung wieder umdrehen? In: Medienrezeption seit 1945. Forschungsbilanz und Forschungsperspektiven [Fachtagung, veranst. von der Südwestfunk Medienforschung, 24./25.10.1997, Baden-Baden]. Hrsg. v. Walter Klingler; Gunnar Roters; Maria Gerhards. Baden-Baden: Nomos Verl.-ges. 1998, S. 11-24.

http://www.medienrezeption.de/download/forums_doku/97/noelle.pdf

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Rau eröffnet Verleger-Kongress in Berlin - Plädoyer für das Lesen

Berlin (rpo). Deutschland leidet unter "sekundärem Analphabetismus". Das verkündetete Johannes Rau am Montag auf dem 27. Kongress der Internationalen Verleger-Union (IVU) in Berlin. Der scheidende Bundespräsident kritisiert eine mangelhafte Lesekultur in vielen entwickelten Ländern. Obwohl die meisten Menschen Lesen und Schreiben könnten, würden sie sich nicht mit Büchern beschäftigen. "Das ist nicht nur schade, weil ihnen vieles entgeht - das hat auch Folgen für die Gesellschaft", mahnte Rau laut Redetext.

Rede von Bundespräsident Johannes Rau beim Kongress der Internationalen Verleger Union – Berlin 21.06.2004

Meine Damen und Herren,

als ich vor langer Zeit - vielleicht ein bisschen leichtsinnig - zugesagt hatte, beim Kongress der Internationalen Verleger Union zu sprechen, da habe ich noch nicht geahnt, wie viel Termine gerade in den letzten Tagen meiner Amtszeit auf mich zukommen würden.

Nun  muss ein Bundespräsident natürlich Wort halten, vor allem wenn er eine Zusage gegeben hat. Das ist mir aber in diesem Falle nicht schwergefallen, da ich ja gewissermaßen einer von Ihnen bin - oder doch auf jeden Fall einmal war.

Ich bin also zu Ihnen gekommen aus einer alten Verbundenheit heraus - vielleicht aus einer Komplizenschaft? Immerhin habe ich zwei Jahrzehnte als Verleger gearbeitet. Ich weiß also, was es bedeutet, Bücher zu verlegen. Ich weiß, was es bedeutet, Autoren zu gewinnen und zu pflegen, eine Auflage zu kalkulieren, Verträge abzuschließen, Märkte zu beobachten, ein Programm zu entwickeln, eine schlüssige Werbung zu entwerfen. Ich weiß auch, wie Papier sich anfühlt, wie Druckerschwärze riecht - und ich kenne das jedes Mal neue Glück, den Einband zu spüren, wenn man ein druckfrisches Buch in den Händen halten kann.

Wenn ich also sage, dass Sie alle einen wunderbaren Beruf haben, dass Sie einem nicht nur nützlichen, hoffentlich ertragreichen, sondern auch beneidenswerten Geschäft nachgehen, dann kommt das aus eigener Erfahrung und aus ganzem Herzen. Das ist ehrlich, das ist fast ein bisschen wehmütig gemeint, denn ganz habe ich meine alte Profession nie vergessen. […]

Ich war zum Beispiel in Köln dabei, als dort das Literaturhaus eröffnet worden ist. In vielen Städten gibt es inzwischen solche Einrichtungen. Literatur muss unter die Leute, das ist ein Anliegen dieser Häuser - und ich glaube, Verleger sollten froh sein, dass es solche Foren gibt - und sie sollten, wo es geht, solche Einrichtungen unterstützen. Literaturhäuser können nicht nur Schwellenängste nehmen, sie können auch für einen lebendigen Kontakt zwischen Autor und Publikum sorgen. Dass Literatur unter die Leute muss, ist heute noch wichtiger als immer schon.

Ich weiß, dass eines der großen Ziele der Internationalen Verlegerunion der Kampf gegen den weltweiten Analphabetismus ist. In den entwickelten Ländern wie bei uns in Deutschland gibt es das Problem gewiss auch. Es gibt aber vor allem einen sekundären Analphabetismus, wie man das vielleicht nennen kann; das heißt: es gibt viele Menschen, die zwar Lesen und Schreiben können, aber kein Buch lesen. Das ist nicht nur schade, weil ihnen vieles entgeht - das hat auch Folgen für die Gesellschaft.

Menschen, die lesen, Menschen, die es gelernt haben, sich auf einen längeren Gedankengang einzulassen, auf eine hintergründige Geschichte, auf einen vielschichtigen Roman - das sind meist auch Menschen, die wissen, dass das Leben nicht aus einfachen Lösungen besteht, dass es kompliziert sein kann, dass oft Umwege zu wichtigen Zielen führen. Das sind auch Menschen, die kritisch und selbstkritisch sind, weniger manipulierbar, weniger verführbar. Sie sind anspruchsvoller, auch was öffentliche Verlautbarungen angeht. Und schließlich: Sie können sich selber besser ausdrücken, sie können formulieren, was sie denken und wollen. All diese Eigenschaften brauchen wir gerade in den unübersichtlicher gewordenen Gesellschaften von heute, in den demokratischen Prozessen der Willens- und Meinungsbildung. Insofern ist die private Lektüre nicht nur ein persönliches Hobby, sondern sie hat auch gesellschaftliche und politische Bedeutung.

Darum habe ich in den vergangenen Jahren verschiedenes unternommen, um die Freude am Lesen und an der Lektüre zu unterstützen. Ich habe die Schirmherrschaft über die Stiftung Lesen übernommen und war bei einigen ihrer Aktionen dabei. Ich habe Leseabende veranstaltet, beispielsweise mit Märchen, einer Literaturgattung, die alle Generationen ansprechen kann, oder mit Bernhard Schlink, einem Autor, der in viele Sprachen in aller Welt übersetzt ist.

Um die Popularisierung des Lesens, um die Popularisierung auch anspruchsvoller Literatur hat sich in Deutschland Marcel Reich-Ranicki in besonderer Weise verdient gemacht, vor allem mit seiner Fernsehsendung "Das literarische Quartett".  Nicht nur um ihn zu ehren, sondern auch um das Fernsehen zu ermutigen, weiterhin auch solche Programme zu senden, hatte ich dazu eingeladen, dass die letzte Sendung des Literarischen Quartetts aus meinem Amtssitz, dem Schloss Bellevue, übertragen wurde. Ich freue mich übrigens sehr darüber, dass auch die Sendung mit Elke Heidenreich inzwischen erfolgreich für Autoren und Bücher wirbt, die nicht zur Massenware gehören. Nach der Sendung finden sie dann erfreulich oft viele Käuferinnen und Käufer.

Verleger brauchen die Lust der Menschen am Lesen. Ich habe also einiges versucht, um diese Lust am Lesen zu fördern.

Sie werden sich denken können, dass man als Bundespräsident viel im Lande herumkommt. Man trifft auf große, unübersehbare Institutionen, man trifft aber auch auf kleine, aber feine Einrichtungen, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind, die aber sehr wertvolle Arbeit leisten.  […]

Das Erbe bewahren: Das bedeutet Pflege und Aktualisierung, nicht Musealisierung. Die Klassiker - und auch die vergessenen Klassiker - brauchen nicht so sehr Aureolen. Sie verlangen vielmehr danach, immer wieder in das Tageslicht der Aktualität gehalten zu werden. Erst wenn sie diesem Tageslicht standhalten, verdienen sie zurecht, Klassiker genannt zu werden und immer wieder neue Auflagen zu erleben. […]

Nicht jeder Verlag prägt mit seinem Namen eine Kultur. Jeder Verleger aber hat Anteil an dem, was die Kultur eines Landes, eines Gemeinwesens, einer Sprache ausmacht. Gewiss: Verleger wollen und müssen Geschäfte machen, Gewinne erzielen, aber sie handeln mit dem Geist - das ist nicht nur etwas ganz Wunderbares, das gibt auch Verantwortung auf.

Meine Damen und Herren,

vielleicht kann ich meine bunte Rhapsodie in einem kurzen Satz zusammenfassen: Unsere Kultur, unsere Zivilisation, unsere Gemeinwesen: das alles hängt auch davon ab, welche Bücher erscheinen; und da sind Sie gefordert.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

 

 http://www.bundespraesident.de/Reden-und-Interviews/Reden-Johannes-Rau-,11070.95117/Rede-von-Bundespraesident-Joha.htm?global.back=/Reden-und-Interviews/-%2c11070%2c0/Reden-Johannes-Rau.htm%3flink%3dbpr_liste

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Was sollen Schüler lesen - was wollen Schüler lesen?
(Thesen von K.M. Bogdal zur Lektüreauswahl für den Deutschunterricht)

Deutschlehrer stehen in jedem Schuljahr vor der Entscheidung, die geeignete Klassenlektüre zu finden, welche die Schüler zur Mitarbeit motiviert.
Im folgenden Ratschläge von K.M. Bogdal zur Auswahl der Klassenlektüre:

1. Der Lehrer sollte niemals aussuchen, die ihm sein didaktisches Konzept nahelegt, sondern solche, die er für sich entdeckt hat, die er nicht mit pflichtbewußtem Durchhaltevermögen, sondern mit Vergnügen gelesen hat.

2. Der Lehrer sollte Gegenwart nicht mit Tagesaktualität verwechseln und anbiedernd Themenkreise, wie z.B. Drogen, Umwelt und Tierversuche wählen. Auf diese Idee sind nämlich auch schon die Kollegen mit den Fächern Religion, Sozialkunde, Erdkunde, Kunst, Englisch usw. gekommen.

3. Schüler lassen sich immer wieder von Texten mit einem hohen Authentizitätsgrad beeindrucken. Heute meinen sie damit nicht realistische, dokumentarische oder selbstbekennende, sondern unmittelbare, distanzlose, leidenschaftliche, manchmal zynische Texte, die auf einen moralisierenden, kommentierenden Erzählgestus verzichten.

4. Die Mehrzahl der Texte in der Sekundarstufe (vor allem die Jugendbücher) sind aus der Opferperspektive verfaßt bzw. suggerieren sie als Lesehaltung. Mit dieser Perspektive wollen sich viele Schüler nicht mehr identifizieren. Zum Ausgleich sollte man Literatur auswählen, die noch als gesellschaftliches Gedächtnis fungiert, die - anders als die visuellen Verschleiß- und Überforderungsmedien - die in der Gegenwart jeweils notwendige Erinnerungsarbeit geleistet hat. Ich meine Texte ohne den moralischen Zeigefinger der Nachkriegsliteratur.

5. Schüler finden großes Interesse an Geschichten über vereinsamte, abgeschottete, sich verlierende Menschen. Bei der Besprechung kommen eigene Erfahrungen der Schüler an die Oberfläche, die der Literatur an Intensität nicht nachstehen. Befreiend wirken Satiren zu diesem Thema.

6. Man müsste ernsthaft zur Kenntnis nehmen, daß die Schüler von der Lektüre Vergnügen und Unterhaltung erwarten. Hinter der ersten passiven Erwartung, etwas Spannendes, Grausames, Lustiges oder Derbes geboten zu bekommen, verbirgt sich nicht selten der Wunsch, Betätigungsmöglichkeiten für die eigene Phantasie und Anregungen zu finden, mit dem literarischen Material etwas zu machen, es zu verändern, es darzustellen, damit spielerisch umzugehen.

7. Im unterrichtlichen Vergleich mit Literaturverfilmungen habe ich durchgängig die Erfahrung gemacht, daß die Schüler nach einiger Zeit die Überlegenheit der Literatur gegenüber der medialen Adaption entdecken. Es geht dann anschließend darum zu zeigen, was, wie die Schüler es formulieren, das Fernsehen (bzw. der Film) ,,nicht bringt".

8. Für viele Schüler ist ein Buch, das sie aus der Schule mitbringen, ein störender Fremdkörper ihrer Zimmereinrichtung, für das zwischen Disketten-Box und CD-Port kein Platz ist. Deshalb ist es notwendig, in der Klasse von Anfang an mit der Lektüre auch den Ort von Büchern zu rekonstruieren und ihren kulturellen Gebrauchswert zu entdecken, der zwar anders, aber nicht geringer als jener der audiovisuellen Medien ist. Das setzt aber voraus, daß eine Kommunikation über Bücher stattfindet, die schließlich zu einer ganz persönlichen Option führen darf.

( Aus: K. M. Bogdal, Diskussion Deutsch, Heft 130, S. 124ff.) 

http://www.mbsued.de/Deutsch/deutsch_4.htm

 


 

4. Lesertypologie

 

„Es gibt dreierlei Arten Leser: Eine, die ohne Urteil genießt, eine dritte, die ohne zu genießen urteilt, die mittlere, die genießend urteilt und urteilend genießt; diese reproduziert eigentlich ein Kunstwerk aufs neue.“ (J.W. v. Goethe an J.F. Rochlitz, 13.6.1819)1

In die Mitte seiner dreigliedrigen Typologie stellt Goethe den Leser als Neuschöpfer des Kunstwerks. Dieser entspricht nicht nur einem Ideal von Literaturkritik, sondern wohl auch am ehesten dem Modell-Leser literaturwissenschaftlich orientierter Zielvorstellungen: im besten Sinne kritisch lesend, nämlich ohne die „Lust am Text“ (Anz 1998) und die Freude am Lesen zu verlieren („genießend“), im Leseprozess emotional beteiligt und zugleich mehr oder weniger distanziert reflektierend („urteilend“).

Irene Pieper: Literarisch lesen lernen. Zum Erwerb einer Kulturtechnik

http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2005/882/pdf/pieper_lesenlernen.pdf

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Giehrl  unterscheidet vier verschiedene Hauptlesertypen

Der funktional-pragmatische Leser liest informatorisch und strebt nach Orientierung bei der Erfassung von Welt oder nach Anwendung von Wissen.

Der emotional-phantastische Leser liest evasorisch, möchte also den Begrenzungen seines bzw. des menschlichen Daseins schlechthin entfliehen.

Der rational-intellektuelle Leser liest kognitiv und folgt zum einen in seinen Grundantrieben denen des funktional-pragmatischen Lesers, geht aber mit seinem Suchen nach Sinndeutung der Welt und des menschlichen Daseins noch darüber hinaus.

Der literarische Leser liest aus den Grundantrieben, die sowohl den emotional-phantastischen als auch den rational-intellektuellen Leser kennzeichnen; sein Interesse ist zusätzlich auf die Gestaltung von Texten gerichtet wie auf den Ausbau von literarisch-kulturellem Wissen.

 

Lesen wird in der Typologie von Richter und Straßmeyer in zwei verschiedene Grundhaltungen aufgeteilt. Lesen ist

- zum einen "eine eher passive, von den Tatsachen (zumeist psychischen Belastungen) ablenkende“ Tätigkeit,

- zum andern „eine eher aktive, auf bestimmte Tatsachen hinlenkende Tätigkeit.

Lesen aus Unterhaltung fällt dabei beiden Bereichen zu. ... Mit dieser Zurückführung unterschiedlicher Leseweisen auf die Funktionen des Ab- bzw. Hinlenkens werden (zumindest implizit) Erklärungsperspektiven angesprochen, die die Außenwelt des Lesers, also soziale Faktoren in den Mittelpunkt rücken."    

   [nach: http://www.teachsam.de/arb/arb_les_hal1.htm]

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Warum lesen wir das, was wir gerne lesen?  
Welche Zugänge zum Buch gibt es?! Was für ein Lesetyp sind Sie? Können Sie sich oder andere in den Beschreibungen wiedererkennen?

Susanne Gölitzer hat drei Lesetypen skizziert:

Da ist einmal die Gruppe der Leserinnen und Leser, die in der Kindheit und Jugend eine leidenschaftliche Leseerfahrung gemacht haben mit „typischer“ Kinder- und Jugendliteratur oder aber Abenteuerromanen und anderen spannenden, identifikatorisch zu lesenden Büchern. Diese Leseerfahrung ist zumeist eine freizeitliche, die zunächst ungetrübt von der schulischen Vermittlung ist. Die Konfrontation mit „schwerer Schul-Lektüre“, die weniger lustvoll erlebt wird, scheint der Lesemotivation dieser ersten Gruppe von Leserinnen und Lesern nicht zu schaden. Sie bleiben einfach bei ihrer Lesepräferenz und Leidenschaft oder nehmen diese Leidenschaft nach der Schule und der Pubertät, nachdem eine mögliche Lese-Motivationskrise überwunden wurde, wieder auf und lesen auch nach der Schule noch gerne, in erster Linie Bücher, die zur Identifikation einladen und die man „verschlingen“ kann. Es sind dies in erster Linie Romane.  

Die zweite Gruppe von Lesern wird nachhaltig durch die pubertäre Unlust am Kinderbuch oder der pubertären Krise am Buch geprägt. Diese zweite Gruppe bemerkt den Verlust des leidenschaftlichen Lesens in der eigenen Lesebiographie und macht dafür die Schule, bzw. den Deutschunterricht verantwortlich. Nach der Schule gelingt es den Leserinnen und Lesern dieser Gruppe nicht, die Lesetätigkeit wieder aufzunehmen, weil sie über den Verlust des kindlichen Grenzverlusts (zwischen mir und dem Buch) nicht hinweg kommt. Es gelingt ihnen nicht, eine neue Lesehaltung zu entwickeln. Diese Leserinnen und Leser sind enttäuscht, dass ihnen das Lesen nicht mehr soviel Freude bereitet wie früher.

Die dritte Gruppe der Lesenden vermag nach dem vorübergehenden Verlust naiver Lesefreuden und nach der Schule eine neue Lesehaltung einzunehmen, die weniger an der puren „Versenkung“ oder der Identifikation als an der Lust am Fremden oder am Sprachlichen gekennzeichnet ist. Dies schließt nicht aus, dass Lesende dieser letzten Gruppe auch identifikatorisch lesen. Sie sind aber weniger darauf angewiesen und können literarische Texte auch „distanziert“ lesen, ohne dies als Enttäuschung zu empfinden.

 

http://www.uni-ulm.de/cgi-bin/cgiwrap/soft/www/root/LiLL/cgi/gl-heimatforum2.cgi

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Lesehaltung und Lesertypologie

 

 

 

 

Je nach Textart ist die eine oder andere Lesehaltung bestimmend. Selbstverständlich kommt es aber auch zu Überschneidungen. So kann man einen literarischen Text durchaus interpretierend und gleichzeitig kritisch lesen.

 

 

 

 

1. Informatives Lesen

Die Lesehaltung des informativen Lesens ist gekennzeichnet durch das rasche Überfliegen eines Textes, bei dem nur die wichtigsten Informationen erfasst werden. Informatives Lesen kann mit verschiedenen Lesetechniken praktiziert werden. Im Allgemeinen praktiziert man das kursorische Lesen.  Informatives Lesen ist es aber auch, wenn ganz bewusst nur bestimmte Detailinformationen oder Einzelaspekte aus einem Text "herausgelesen" werden. Diese Form der Auswahl kennzeichnet informatives Lesen auch als selektives Lesen.

2. Interpretierendes Lesen

Die Lesehaltung des interpretierenden Lesens ist gekennzeichnet durch das Erkennen und Werten von mehr oder weniger deutlich zusammenhängenden Sinnbezügen in einem Text. Interpretierendes Lesen vollzieht sich häufig in stiller Lektüre und mündet in der Schule häufig in ein Unterrichtsgespräch über das Gelesene. Dabei können die gewonnenen Erstleseeindrücke als Hypothesen Ausgangspunkt für die weitere Interpretation des Textes sein. Im Allgemeinen geht man mit einer interpretierenden Lesehaltungen an Texte heran, deren Aussagen gedeutet werden müssen. Das sind natürlich in erster Linie literarische Texte, die - mit welcher Methode und welchem Ziel auch immer - "interpretiert" werden. Aber auch andere (pragmatische) Texte, z.B. Gesetzestexte, werden mit dieser Lesehaltung gelesen.

3. Kritisches Lesen

Wer die Lesehaltung des kritischen Lesens einnimmt, will sich mit einem Text in einer bestimmten Art und Weise auseinandersetzen. An ihrem Ende soll ein Urteil über Text und Textaussagen stehen, mit dem man dem Text als Ganzes, einzelnen Teilen, der Gesamtaussage oder Teilaussage zustimmt oder mit dem man diese ablehnt. Beim kritischen Lesen muss man sich zum Text distanziert verhalten, und jede Textgläubigkeit (alles Gedruckte ist wahr!), aber auch übertriebene Kritiksucht vermeiden. Grundsätzlich kann natürlich jeder Text mit einer kritischen Lesehaltung gelesen werden. So wird z.B. der normale Romanleser nicht unbedingt in einer kritischen Lesehaltung seinem Lektürevergnügen folgen, der Literaturwissenschaftler oder der Literaturkritiker gar wird jedoch häufig die kritische Brille nicht abnehmen. Im Umgang mit meinungsbildenden Zeitungstexten wiederum ist die Einnahme einer kritischen Lesehaltung aber gerade zu Voraussetzung, um ein differenziertes Wert- oder Sachurteil zu fällen.

4. Kreatives Lesen

Beim kreativen Lesen will man "etwas mit dem Text anfangen". Diese Lesehaltung zielt also auf den selbsttätigen, produktiven, phantasievollen Umgang mit einem Text. Der Text wird damit zum Ausgangspunkt weiterer Bearbeitungen wie z.B.: Weiterführen einer Handlung  -  neue Perspektiven - Hinzufügen von Figuren - adaptierte Nutzung bei einer Privatfeier - Vortrag in Gesellschaft...

5. Triviales Lesen

Die Lesehaltung, die man als triviales Lesen bezeichnet, ist eine Form des selektiven Lesens. Dabei zielt die Auswahl (Selektion) dessen, was beim Lesen aufgenommen wird, darauf ab, die beim Leser ohnehin schon vorhandenen (Vor-)Urteile und Einstellungen zu bestätigen. Beim trivialen Lesen reicht das  "Zusammenspiel von Lesererwartung und Textdisposition", dass es zu einer "Übereinstimmung zwischen den Leseerwartungen der Käufer und dem Leseerlebnis, das der Text ermöglicht" kommt (Hoppe 1973, S.18). Diese Übereinstimmung nennt man "Adäquanz". "Die Technik der Trivialisierung von Texten durch triviales Lesen lässt sich auch als selektives Lesen beschreiben: Der Leser nimmt im Grunde nur Textelemente auf, stellt nur die Textbezüge her, die es ihm erlauben, Adäquanz zum Text herzustellen, ohne dabei sein eigenes Bewusstsein zu verändern. Die so entstehende Kommunikation Leser/Text hat im Grunde den Charakter eines in sich kreisenden Monologes." (Hussong 1973, S.53)

6. Emotionales Lesen -
"Privates Lesen" steht im Gegensatz zum didaktischen Lesen in der Schule;  Maßstab der Beurteilung ist der Unterhaltungswert (Spannung, Angerührtsein) - (Hussong 1973, S.50f.)

 http://www.teachsam.de/arb/arb_les_hal1.htm]


 

5. Internetforen zu „Lesen“

 

Subject : Warum nicht moderne Literatur?
Date
    : 07/19/2001 07:24    By         : Susanne Gölitzer    E-mail    
Das ist doch genau die Frage: Warum tun sich viele mit zeitgenössischer Literatur schwer? Ich meine, mit wirklich zeitgenössischer Literatur: s. Felicitas Hoppe.

Subject : RE: Warum nicht moderne Literatur?
Date     : 07/20/2001 10:51   By         :
Ich kann moderne Literatur, wie z.B. F.Hoppe - Der linke Schuh - lesen, wenn ich nicht den Ehrgeiz besitze, den Text verstehen zu wollen. Vielmehr genieße ich die Konstruktion und die Sprache, den Fluss des Textes. Vielleicht ist moderne Literatur manchen deshalb zu schwierig, weil sie davon ausgehen, dass dewr Text einen Sinn macht, einen, den sie herausfinden müssen. Oder ist nicht der Autor verrückt, der moderne Literatur schreibt? Ein weiteres Denkmuster, Kafka spinnt, den verstehe ich sowieso nicht, also warum sollte ich ihn lesen. Ich will verstehen, was ich lese.
Für mich stellt sich auch die Frage, was macht das mit mir, wenn ich moderne Literatur lese, auch wenn ich sie nicht verstehe?

Subject : RE: Warum nicht moderne Literatur?
Date     : 07/20/2001 10:51   By         : Simone Kopp
Ich kann moderne Literatur, wie z.B. F.Hoppe - Der linke Schuh - lesen, wenn ich nicht den Ehrgeiz besitze, den Text verstehen zu wollen. Vielmehr genieße ich die Konstruktion und die Sprache, den Fluss des Textes. Vielleicht ist moderne Literatur manchen deshalb zu schwierig, weil sie davon ausgehen, dass dewr Text einen Sinn macht, einen, den sie herausfinden müssen. Oder ist nicht der Autor verrückt, der moderne Literatur schreibt? Ein weiteres Denkmuster, Kafka spinnt, den verstehe ich sowieso nicht, also warum sollte ich ihn lesen. Ich will verstehen, was ich lese.
Für mich stellt sich auch die Frage, was macht das mit mir, wenn ich moderne Literatur lese, auch wenn ich sie nicht verstehe?

Subject : Warum lese ich?
Date     : 07/21/2001 08:41    By         : Peter Joksch (Jg. 1932)    E-mail    
Durch die bisherigen Beiträge stoße ich auf die Frage: Warum lese ich überhaupt? Entspannung? Wissensdurst? Interessantes Thema? Wegen der Formulierungskunst oder der Fabulierkunst des Autors/Autorin?
Auch für mich gehört Kafka nicht gerade zu den Lieblingsautoren. Liegt es daran, dass man Texte von ihm sich erarbeiten muss und nicht einmal weiß, ob man sie richtig deutet oder verstanden hat? Auch Felicitas Hoppes: Der linke Schuh ist mehrdeutig und geht nicht sofort ein.
Ich wäre froh, wenn es einen "Wegweiser" gäbe (s. A. Schirmer), der mir den Zugang zu moderner Literatur erleichterte.

Subject :
Date     : 07/19/2001 07:10    By         : Johannes Wiese    E-mail    
Wie kann man denn die (vermutlich größte) Gruppe der Leser de-
finieren, die ohne jeden literarischen Ehrgeiz einfach Inhalte
(vor allem Schicksale von anderen Menschen) suchen und verarbeiten? Ich lese alle 14 Tage in einem anspruchsvollen Seniorenheim; hier haben wir in letzter Zeit vor allem mit Biographien (zuletzt Christiane Vulpius/Goethe) Erfolg gehabt.
Die 95% Damen gehören allerdings zur "Oberschicht".
Zum "Gemeinsamlesen" würde diese Gruppe vielleicht noch zu
gewinnen sein; allerdings haben wir mit "moderner" Literatur bisher wenig Anklang gefunden. Gut liefen Ricarda Huch, Theodor Fontane; auch der Feuilletonist Victor Auburtin kam gut an.

Subject : Wegweiser?
Date     : 07/23/2001 06:02    By         : Werner Toporski    E-mail    
Einen "Wegweiser" durch irgendeine Literaturgattung kann es nicht geben, weil man mit Wörtern einfach zu viel Unterschiedliches anstellen kann. Dabei kann selbst eine scheinbar "anschauliche" Literatur Verschlüsselungen enthalten, die ein von den Ereignissen mitgerissener Leser übersieht. Je weiter ein Text sich von der Realität entfernt, desto geheimnisvoller wird er. Und jetzt kommt es darauf an: Will man sich in die Geheimnisse eindringen oder bleibt man außen vor?
Der einzige Zugang besteht darin, sich auf etwas einzulassen. Das gilt auch für Felicitas Hoppe: Hinnehmen, dass es Menschen gibt, die verdrehter sind als ich. Nachfühlen, dass für manchen die Welt komplizierter aussieht. Damit leben, dass die Windungen unserer Seele der Ratio immer wieder Streiche spielen.

 

http://www.uni-ulm.de/cgi-bin/cgiwrap/soft/www/root/LiLL/cgi/gl-heimatforum2.cgi

 

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Studium, Ausbildung und Beruf

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Kleine Umfrage zum Thema "Lesen" - Warum, lesen

 

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D0mino
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 204

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 18:50: 24    Titel: Kleine Umfrage zum Thema "Lesen"

 


Hi,
ich führe gerade eine kleine Umfrage zum Thema "Lesen" durch und würde mich über rege Beteiligung freuen. Wink
1. Warum lesen Sie (nicht)?
2. Welches war Ihr letztes Buch?
3. Was lesen Sie gerade?
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?

Danke! Very Happy
_________________
Gruß,
D0mino

Merle87
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Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 21:30: 57    Titel:

 


1) 1. weil es Bildung auf unterhaltsame Art&Weise darstellt, 2. ich dann besser einschlafen kann, 3. weil es einem Einblicke in andere Welten, Länder, Menschen, Abenteuer bietet und einen aus dem Alltag holen (retten?) kann, 4. es macht einfach Spaß! Very HappyIch habe bestimmt noch viele andere Gründe, die mir gerade nicht einfallen. Wink
2) Von: Mo Hayder - "Die Sekte" (super Buch Exclamation Exclamation Exclamation)
3) Von: Jane Austen - "Stolz und Vorurteil"
4) meistens vorm Schlafen
5) Nein
6) Ich denke, das wäre übertrieben, aber sie spielen sicher eine Rolle. Wink
7) Mo Hayder, wobei Wolfgang Hohlbein auch nicht schlecht ist.
Die Nationalität ist völlig gleichgültig, so lange, die Bücher ins Deutsche übersetzt sind... Laughing
8 ) Meistens leihe ich mir Bücher aus. Gebe also kaum Geld dafür aus, auch, weil ich mir das nicht unbedingt leisten kann.
9) Das ist wirklich von Buch zu Buch unterschiedlich. Wirklich gute Bücher lese ich an zwei bis drei Tagen. Bücher, die "ok" sind, lese ich in mehreren Wochen, teilweise auch Monaten. Hab nicht soo viel Zeit...
Schlechte Bücher lese ich selten zu Ende...
10) Privat ist es mir wichtig immer nur einem Buch meine volle Aufmerksamkeit zu schenken, da ich aber noch zur Schule gehe, kommt noch die übliche Schullektüre hinzu (diese kann man aber meinstens in wenigen Stunden lesen, zählt also nicht wirklich).

Liebe Grüße Merle Very Happy
_________________
Mensch: im Grunde ein wildes Tier. Wir kennen es bloß im Zustand der Bändigung und Zähmung.
Arthur Schopenhauer

reggaekati
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Anmeldungsdatum: 09.02.2006
Beiträge: 174
Wohnort: Tulln (NÖ)

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 21:37: 07    Titel:

 


Heeey Wink

Also da bin ich natürlich auch dabei:

1. Warum lesen Sie (nicht)?
Ich lese sehr gerne und die Frage nach dem Warum könnte ich mit zig Sätzen beantworten, aber ich werde mich kurz halten: ich bin ein Fan von Wörtern Wink
2. Welches war Ihr letztes Buch?
Gute Frage, aber ich denke Der Geizhals von Molière
3. Was lesen Sie gerade?
Todesmarsch - Stephen King
American Psycho - Bret Easton
Der Menschenfeind - Molière
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
Da gibt es keinen konkreten Zeitplan. Wenn ich Lust und natürlich auch die Zeit dafür habe.
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Noch bin ich in der Thriller-Phase, jedoch finde ich ich mich so langsam in die Welt der Literaturbücher ein.
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
Definitiv. Sie sind einfach eine zweite Welt, in der man total abschalten und sich einfach nur faszinieren lassen kann..
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Schwer zu sagen, da gibt es einfach zu viele gute, aber wenn es nach der Anzahl der Bücher geht: Stephen King (war auch schon fleißig im Horror-Genre unterwegs), John Grisham (einfach ein Muss) und zurzeit Molière.
Wobei ich zugeben muss, dass ich "früher" eher nach der Nationalität gelesen bzw. deutsche Autoren absichtlich ausgelassen habe (einen wirklichen Grund gab es dafür nie, waren wahrscheinlich bloße Vorurteile..).
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
Also es gab schon Höchstspannen, wo ich in zwei Monaten an die € 200,00 ausgegeben habe, wobei man eben berechnen muss, dass ich noch Schüler bin und das sozusagen mein ganzes Taschengeld war - ich bin einfach fasziniert von Büchern. Aber zurzeit beläuft es sich auf ca. € 20,00 bis 30,00 Euro im Monat. Schulbücher exklusive.
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Eins nach dem Anderen WinkNein, also zwischen zwei Büchern habe ich oft ein paar Tage Bedenkzeit, aber dann brauche ich eigentlich schon wieder ein anderes.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Wie man sieht, lese ich zurzeit mehrere, obwohl das eher eine Ausnahme ist. Ansonsten wenn ich zwei lese, ist eines meistens davon ein Sachbuch und kein Roman.

lG Kati

PS: Die Frage nach dem Lieblingsbuch fehlt Sad(die meisten fragen nämlich immer nach dem Buch, das einen am meisten fasziniert hat und warum Wink)
_________________
There is no way to peace; peace is the way.
Mahatma Gandhi & Martin Luther King showed how it could work..

Zuletzt bearbeitet von reggaekati am 15 Dez 2007 - 11:09:04, insgesamt einmal bearbeitet

Apfelschorle
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Anmeldungsdatum: 05.11.2007
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 16:07: 17    Titel:

 


Ich will auch mitmachen!!!!!


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Lesen ist ein netter Zeitvertreib, z.B. beim Zug fahren (besonders als Pendler), aber auch Hobby…regt die Fantasie oder Phantasie (?) an und ist quasi „Denksport“.
2. Welches war Ihr letztes Buch?
„Der Jäger“ von Andreas Franz….richtig genial!!!
3. Was lesen Sie gerade?
„Sternschnuppen“ von Anne Hertz
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
Meistens abends oder in den Ferien, eben wenn Zeit dafür ist, oder eben im Zug Wink
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Am liebsten Krimis, aber auch Schnulzen…typisch Frau Wink
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
Na ja, Bücher sind schon wichtig, vor allem, wenn man noch zur Schule geht Wink
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Andreas Franz, Anne Hertz, Steve Mosby, Sybille Schrödter, Cecilia Ahern, Alex Barclay
8. Wie viel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
Unterschiedlich, wenn mir ein Buch gefällt, kaufe ich es einfach. Oder ich gehe in die Bibliothek.
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Unterschiedlich, mal packt mich das „Lesefieber“ und dann gibt’s Zeiten, da werden nur Zeitschriften und Schulbücher gelesen.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Meistens ist es so, dass ich ein Buch lese und eins höre… also schon irgendwie „stereo“ Smile

Für was brauchst du denn die Angaben, Schule?

LG

D0mino
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 204

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 16:24: 58    Titel:

 


Hey, danke an alle die bis jetzt mitgemacht haben. Ja, Apfelschorle, ist für die Schule, aber ich finds trotzdem sehr interessant. Hehe, "trotzdem"... Wink
_________________
Gruß,
D0mino

Apfelschorle
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 05.11.2007
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 16:40: 36    Titel:

 


Meines Erachtens liegen die ganzen Hörbücher auch im Trend...aber ist natürlich nicht so effektiv wie selber lesen. Dennoch, ich denke, solche Hörbücher liegen dieses Jahr oft unterm Weihnachtsbaum Smile

MeaCulpa
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Anmeldungsdatum: 01.12.2007
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 19:38: 48    Titel:

 


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Ich lese weil es mir Spaß macht und ich dabei wunderbar entspannen kann!
2. Welches war Ihr letztes Buch?
Kathy Reichs "Hals über Kopf"
3. Was lesen Sie gerade?
Sophie Kinsella "Prada, Pumps und Babypuder"
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
Immer zwischendurch, meistens Abends
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Nein, von Liebenromen über Krimis bis hin zu Litertaurbüchern ist alles dabei.
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?

Sie spielen auf jeden Fall eine Rolle, denn beim lesen kann ich wunderbar entspannen!
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Kathy Reichs, Nicholas Sparks
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
Nicht viel, etwa 10 Euro, die meisten leihe ich mir von Freunden oder in der Bücherrei.
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Ich versuche, eins nach dem anderen zu lesen, manchmal scheitert das Vorhaben allerdings an meiner freien Zeit.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Immer nur ein Buch, das dann allerdings sehr schnell.

s51
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Anmeldungsdatum: 13.12.2005
Beiträge: 123

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 20:56: 59    Titel: Re: Kleine Umfrage zum Thema "Lesen"

 


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Lesen bedeutet für mich entspannen zu können.
2. Welches war Ihr letztes Buch?
Frank Schätzing - Nachrichten aus einem unbekannten Universum
3. Was lesen Sie gerade?
Karin Slaughter - Blindsighted
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
Unterschiedlich. Auf dem Weg zur Schule, abends, nachmittags im Bett.
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Nein.
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
Ja.
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Robert Lludlum, Frank Schätzing, Karin Slaugher
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher
aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
8€
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Wechselt. Habe aber eigtl immer ein Buch, dass ich nach dem nächsten anfangen kann.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Unterschiedlich. Wenn ich zwei gleichzeitig lese, dann ist es ein Sachbuch und ein Roman. Zwei Romane, oder zwei Sachbücher gleichzeitig eher nicht.

annika1
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Anmeldungsdatum: 10.12.2007
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 22:16: 29    Titel:

 


1. Warum lesen Sie ?
weil Bücher besser als Filme sind, weil man sich beim lesen entspannen kann
2. Welches war Ihr letztes Buch?
Stark – The Dark Half“ („The Dark Half“) (Roman) von Stephen King
3. Was lesen Sie gerade?
Veronica beschließt zu sterben
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
in jeder freien minute
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Horror
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
ja
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Stephen King
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
immer verschieden, ca. 10 €
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
eins nach dem anderen
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
immer eins

mkay1337
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 12 Dez 2007 - 01:40: 13    Titel:

 


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Freizeitbeschäftigung + Bildungserwerb
2. Welches war Ihr letztes Buch?
Fontane : Effi Briest ,
3. Was lesen Sie gerade?
Rowling : Harry Potter 7 (englische Version),
Goethe : Faust 1
Dawkings : Gotteswahn
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
Fast ausschließlich im Bett , also Abends bzw. Nachts
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Keine Spezialisierung.. jedoch präferiere ich Fantasy , auch wenn es meine Liste nicht vermuten lässt
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
Ja
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Keinen generellen Topautor.
Goethe & Fontanes Werke sind genial.
Neuzeitliche Sachen von Rowling , der Harry Potter Autorin
oder aucch Jacques Berndorf mit seinen Krimis
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
0 € - Mein Vater hat sozusagen eine kleine "Bibliothek" und gibt weiterhin jeden Monat dreistellige Summen für Bücher aus und ich kann mich glücklich schätzen , dass er jedes Buch bezahlt , das wir nicht haben und ich lesen möchte
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Sehr fesselnde und spannende Geschichten (z.B. Berndorf Krimis , Harry Potter Romane ) können schonmal in einemer 24 Zug gelesen werden
Bei den komplexeren Werken (z.B. Faust) lasse ich mir Zeit , um alles erfassen zu können.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Mehrere
_________________
"Ralph Giordano" - Aschaffenburger Gespräche

Wenn offen getragene Haare bei Männern Begierde auslösen , wäre es doch sinnvoller den Männern Handschellen anzulegen anstatt Frauen Kopftücher

Andi214
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 02.12.2005
Beiträge: 415

BeitragVerfasst am: 12 Dez 2007 - 18:04: 17    Titel:

 


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Weil ich mich für die Uni weiterbilden muss (Stoff festigen, nachlesen) und weil ich demnächst eine Hausarbeit schreiben muss.
2. Welches war Ihr letztes Buch?
"Calculus" von Spivak (Analysis- Buch)
3. Was lesen Sie gerade?
"Calculus", "Analysis I"
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
Zwischendurch. Immer, wenn es der Fall erfordert.
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Gezwungenermaßen ja. Mathematik und Politik.
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
Ja, eine wichtige auf jeden Fall. Aber keine Hauptrolle.
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Da habe ich keinen.
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
Ohne Fachliteratur? Dann sind es 0 Euro Wink... Dann kaufe ich höchstens mal ein Buch zum Verschenken...
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Siehe 4. . Immer, wenn es erforderlich ist. Also in keinen regelmäßigen Abständen.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Mehrere.
_________________
Alle Rechtschreibfehler wurden maschinell erstellt und gelten ohne Unterschrift und Stempel.

D0mino
Full Member
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 204

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2007 - 13:43: 10    Titel:

 


Ok, vielen Dank an alle, die mitgemacht haben! Very Happy
_________________
Gruß,
D0mino

kleingeist
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 14.12.2007
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 14 Dez 2007 - 19:02: 56    Titel: Re: Kleine Umfrage zum Thema "Lesen"

 


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Fernseher?
2. Welches war Ihr letztes Buch?
siehe oben
3. Was lesen Sie gerade?
siehe oben
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
siehe oben
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Enthüllungsreportagen
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
gar keine
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
keiner
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
null Euro
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
nie
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
weder noch

Zuletzt bearbeitet von kleingeist am 03 Jan 2008 - 00:54: 39, insgesamt einmal bearbeitet

Eyesinthemirror
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 08.10.2007
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 14 Dez 2007 - 20:11: 28    Titel:

 


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Ein "Laster" das ich mir in meiner Kindheit angeignet habe. Very Happy
2. Welches war Ihr letztes Buch?
"Die Hexe von Paris" von Judith Merkle Riley
3. Was lesen Sie gerade?
Die Kurzgeschichtensammlung "Cathedral" von Raymond Carver und "El camino de los ingleses" von Antonio Soler
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
Meistens abends vor dem Einschlafen. Ansonsten auch in Wartezimmern oder im Flugzeug (wenn man dann mal verreist).
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
Nicht wirklich, obwohl ich schon eher Romane vorziehe.
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
Ja
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Viele: Patrick Süskind, Tracy Chevalier, Marion Zimmer Bradley, Carlos Ruíz Zafón, Anne Rice, Javier García Sánchez, Iréne Némirovsky,...
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
Vielleicht 20 €? Zum Glück gibts aber auch Geburtstag und Weihnachten und liebe Menschen die wissen was ich gern lese...
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Kommt darauf an. Wenn ich Zeit habe und das Buch mich sehr packt hab ichs in ein paar Tagen durch, für andere wiederum brauch ich ein paar Monate.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Dank der Schullektüren in 3-4 Fächern gleichzeitig verwirrt es mich nicht mehr mehrere Bücher auf einmal zu lesen.

Lizzy3003
Newbie
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Anmeldungsdatum: 16.11.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 18 Dez 2007 - 20:27: 35    Titel:

 


1. Warum lesen Sie (nicht)?
Weil Sprache eine Waffe ist, die ich gern beherrschen würde.
2. Welches war Ihr letztes Buch?
Kästner: die Schule der Diktatoren
3. Was lesen Sie gerade?
Harald Schmidt: Mulatten in gelben Sesseln,
Stefan Zweig: Sternstunden der Menschheit,
Nietzsche: über die Frauen
4. Wann lesen Sie (feste Zeit oder zwischendurch)?
in der Bahn, vor dem Schlafen, auf dem Klo
5. Sind Sie auf ein Genre spezialisiert? Welches?
nein
6. Würden Sie sagen, dass Bücher eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen?
Auf jeden Fall. Ich kann nie genug haben.
7. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller / ihre Lieblingsschriftstellerin (Nationalität egal)?
Da kann ich mich nicht festlegen.
8. Wieviel Geld geben Sie pro Monat durchschnittlich ungefähr für Bücher aus (keine Schulbücher oder notwendige Fachliteratur mitgezählt)?
ca. 30€-40€
9. In welchen Zeitabständen lesen Sie Bücher?
Das ist unterschiedlich.
10. Lesen Sie immer nur ein Buch zur Zeit oder mehrere?
Meist mehrere, da ich für jedes eine bestimme Stimmung/ Athmosphäre brauche.

http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/166652,0.html

 

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Gerlinde G. schreibt:

"Ich konnte viele Bücher nicht von Beginn bis Ende lesen, da ich nicht in der Lage war, mich über längere Zeit zu konzentrieren. Oft habe ich abgebrochen, neu angesetzt, mir die Rosinen, die mir wichtig erschienen, herausgepickt. Die Selektion, die ich damit betrieb hat mir auch immer gezeigt, welches Thema für mich gerade wichtig war, auch wenn es nur ein Wort war, über das ich dann lange nachdenken mußte."

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Christiane K. findet dafür ein schönes Bild:

"Manche Bücher sind wie Schlüssel zu unseren Gedanken, zu unseren Herzen; Schlüssel zu Türen, von denen wir gar nicht wußten, daß sie existieren. Da versuchen wir jahrelang mühsamst über Mauern zu klettern, uns geheime Gänge zu graben, Zäune einzureißen, und dabei gibt es dieses geheimnisvolle Tor, das sich mit einem Zauberwort knacken läßt. Sesam öffne dich!"

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Lesen läßt Gefühle zu, kann mitunter dazu verhelfen, Gefühle überhaupt wiederzuentdecken. Lesen kann von einer Krise ablenken:

Astrid D. schreibt:

"In der Krise aber lese ich lieber von Dingen, die nichts mit mir zu tun haben, um der Realität zu entkommen, um in eine Scheinwelt zu fliehen und vorerst mich durch die Gefühle anderer besser zu fühlen. Erst wenn ich was ändern will bei mir interessieren mich die Krimis und Sciencefiction nicht mehr."

Lesen vermag jedoch auch eine stellvertretende Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen zu bewirken. Vielfach übertragen Lesende ihre Gefühle auf die Helden/Heldinnen etwa eines Romans und entlasten sich so im identifikatorischen Prozeß. Beispielhaft sei die Lesepraxis einer Frau erwähnt, die so lange Geschichten, Aufsätze, Romane über Suizid las, bis sie eines Tages sicher sein konnte, daß sie sich selbst nicht das Leben nehmen würde.

Andererseits kann Lesen auch Angst auslösen, den vorhandenen inneren Konflikt zusätzlich emotional aufladen:

"(...) Ich habe Christa Wolfs: "Nachdenken über Christa T." zuende gelesen. Setzen wir, zum Spaß einmal, für die Romanfigur Krischan mich ein, für den Justus meinen Freund Andi, und für den jungen Jäger zum Schluß der Geschichte meinen Freund Jens - das macht mir Angst. Gerade um dieses 18. Kapitel steht meine Vergangenheit und die Prophezeiung einer Zukunft, von der ich schon seit langem insgeheim alp-träume: "Das Leben in der festen Beziehung, dem festen Platz, fertig geworden zu sein, alles plötzlich zerstören zu wollen; und dann, sterben müssen, gerade dann keine Zeit mehr haben und dabei bemerken, daß man sie will, daß man doch und nur noch leben will - und dann sterben."" (Andrea M.)

http://deuserv.uni-muenster.de/IfdSULuiD/Arbeitsstellen/Randgruppen/Psychatrie/Forschung/schreiben.htm

 

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Warum lesen Sie gern?? von TearsofanAngel  19.03.2007
 
"Einmal etwas Neues.. ein Gedicht..."

Warum lesen sie gern?

Weil der Text sie fesselt,
sie Buchstabe für Buchstabe in eine andere Welt hineingleiten lässt,
sie davon treiben lässt,
in eine Welt voll Fantasie,
in eine Welt voller Träume…
Alle Fragen die sie hatte,
fanden plötzlich eine Antwort,
sie spürte keine Angst,
keine Schmerz und keine Trauer mehr….
Sie wurde einfach hineingezogen,
in diese Geschichte…
und plötzlich lebte sie in ihr,
war ein Teil davon.
Sie blieb gefesselt bis zur letzten Seite,
bis zum letzten Atemzug des Buches,
und sobald es vorbei war,
stürzte sie wieder in die richtige Welt,
und stellte fest,
das es ihr in dieser Welt voller Träume viel besser gefallen hatte.
Immer dann,
wenn sie es hier nicht mehr aushielt,
schlug sie die Seiten auf,
und begann zu lesen…..

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19.03.2007 - 21.39Uhr
Kommentar von The R.P.M.
Sehr schön ge-und beschrieben !! Das kann ich nur zu gut nachvoll ziehen ! Manchmal wäre ich auch lieber in der schönen und fantastischen Welt von manchen Büchern, als auf dieser...manchmal tristen und realen Welt !! Gefällt mir gut !
Mfg The Radical Poetry Machine

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20.03.2007 - 23.07Uhr
Kommentar von Guilty
wunderschöner text! die realität kann echt grausam sein wenn man ein gutes buch gelesen hat. träume sind leider meistens schöner als die wirklichkeit

 

http://www.schreibart.de/forum-text,experimentelles,23500,Warum+lesen+Sie+gerne%3F%3F.html

 


Zusammenstellung: G. Einecke - http://www.fachdidaktik-einecke.de