(Ina Jansen, Lüder
Kampen, Sabine Königs, Christian Roussel)
Das Leben ist schön Regie
Roberto Benigni Buch Vincenzo Cerami and Rberto Benigni
http://german.imdb.com/Title?0118799
Inhalt und Sequenzübersicht:
Filmheft „Das Leben ist schön“: http://www.kino-gegen-gewalt.de
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Die Tragikomödie „Das Leben
ist schön“ im Deutschunterricht der Oberstufe (Filmanalyse)
Das
Leben ist schön (La vita è bella);
Italien 1998
Buch
und Regie: Roberto Benigni
Darsteller: Roberto
Benigni (Guido), Nicoletta Brasci (Dora),
Giorgio Cantarini (Giosuè), Sergio Bustric (Ferruccio), Horst Buchholz (Dr. Lessing) u. a.
Länge:
124 Min.
FSK:
ab 6 J., empfohlen ab 12 J.
1
Die Gattung Tragikomödie in Film und
Literatur (Christian Roussel)
„Das
Lachen bleibt einem im Halse stecken.“ Dieser Satz lässt sich insbesondere auf
den im Konzentrationslager spielenden zweiten Teil des Films beziehen. Die
(gelungene?) Verbindung von tragischen
und komödiantischen Mitteln ist sicherlich ein sehr auffälliges Element des
Films und fordert sicherlich auch Schüler zu einer Stellungnahme auf: Darf man über den Holocaust eine Komödie
drehen?[1]
Zwar ist Benignis Film keine Komödie im wirklichen
Sinn, sondern eine Tragikomödie, aber die komischen Elemente sind in beiden
Teilen des Films von tragender Bedeutung. Neben einer filmimmanenten Analyse
dieser Mittel bietet es sich an, die Gattung „Tragikomödie“ auch theoretisch und vergleichend in den Blick zu nehmen.
Die
Schüler können mit einer Definition aus
einem literaturwissenschaftlichen Lexikon konfrontiert werden und hieraus
die einzelnen Elemente zusammenstellen und in einem zweiten Schritt diese am
Film überprüfen. So können die Schüler diskutieren, ob sich die tragischen und
komischen Elemente wechselseitig durchdringen bzw. zusammenwirken, so dass die Tragik durch Humor gemildert wird
oder die tragisch gebrochene Komik die tragischen
Aspekte vertieft.[2] Als
Vertiefung kann die Gattung Tragikomödie von der Groteske abgesetzt werden. Hierbei können auch Bilder – etwa von
Georg Grosz oder Otto Dix – hinzugezogen werden. Ebenso bietet sich eine
kontrastierende Auseinandersetzung mit den Gattungsbegriffen Komödie und Tragödie an (in Film und Literatur).
Der
Gattungsbegriff „Tragikomödie“ bezeichnet eine dramatische Gattung. Für den
Unterricht ist es sinnvoller, sich nicht auf das Drama zu beschränken, sondern
vielmehr die tragikomischen Elemente in verschiedenen literarischen und
nichtliterarischen Texten zu untersuchen. Zum Vergleich bieten sich „Texte“ an, die ebenfalls den Faschismus bzw.
Nationalsozialismus thematisieren. Dies kann arbeitsteilig in kleineren
Projekten geschehen. Einzelne Gruppen stellen verschiedene „Texte“ vor und
vergleichen diese mit Benignis Film.
Als
Filme bieten sich Ernst Lubitschs „Sein
oder Nichtsein“ (USA 1942) und vor allem Charlie Chaplins „Der große Diktator“ (USA 1939/40) an.[3]
Letzterer wird offensichtlich von Benigni häufig
zitiert. Da sind zum einen die vielen Slapstick-Szenen
und Running-Gags,
die unter anderem von Chaplin zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den Film
entwickelt worden sind. Aber auch die romantische
Liebesgeschichte zwischen Guido und Dora ist ein wichtiges Element vieler
Chaplin-Klassiker (ebenso in „Der große Diktator“). Ferner macht Benigni einige, kleinere Anspielungen auf Motive aus „Der große Diktator“: z. B.
das Motiv der Verwechslung des Protagonisten (Friseur) mit dem Diktator (Hynkel) wird von Benigni zu
Beginn zitiert, als Guido im Auto von einer jubelnden Menge als „Führer“
erkannt wird. Die in „Der große Diktator“ persiflierte Rivalität zwischen Hynkel und seinem Bündnisgenossen wird bei Benigni im Streit der Söhne des Bürgermeisters aufgenommen,
die Adolfo und Benito heißen.[4] Beide
Filme arbeiten mit sehr vielen komischen Mitteln und Einfällen, so dass der
Eindruck entsteht, es handele sich um eine Komödie. Das Tragische schleicht
sich in beiden Filmen langsam ein und wird immer stärker, die komischen
Elemente werden aber nie augegeben oder gar völlig
abgelöst. „Der große Diktator“ bietet also auf allen Ebenen (strukturell,
formal und inhaltlich) viele Vergleichsmöglichkeiten im Unterricht.
In
der Literatur ist mir ein ähnlich tragikomischer Text zur Holocaustproblematik
nicht bekannt, Humor spielt jedoch in einigen Texten eine gewisse Rolle. Eine
gute Vergleichsmöglichkeit bietet hier Jurek Beckers Roman „Jakob der Lügner“, der auch zweimal verfilmt worden ist. Die
„Erfindung“ eines Radios im Konzentrationslager ist sicherlich schon ein
tragikomisches Element. Der Humor im Roman ist allerdings anders als bei Benigni, er ist „leiser“. Auch dieser unterschiedliche
Einsatz von Humor kann von den Schülern gut herausgearbeitet werden. Im Zentrum
eines Vergleichs würde aber sicherlich eher die Rolle und Kraft der Phantasie
stehen (vgl. dazu unten).
2
Komödiantische Elemente in „Das Leben ist schön“ (Ina Jansen)
„Das
Leben ist schön“ wird in vielen Rezensionen den Genren Komödie und Drama zugeordnet. Es ist zu untersuchen,
in wie weit der Film den Anforderungen einer Komödie entspricht.
Der Film zerfällt in zwei Hälften. Auf der einen Seite
gibt es wirklich die unbeschwerte und alberne Komödie, die im gewissen Sinne
nach etlichen Slapstick-Einlagen auch das geforderte glückliche Ende nimmt. Auf
der anderen Seite das tragische Spiel, als das Benigni
seinem Sohn das Leben im Konzentrationslager inszeniert. Die von Benigni dargestellte Vater-Figur verbindet beide Teile
miteinander und verdient daher eine besonders eingehende Betrachtung.
Erst die Figur des Guido mit all seinen Eigenheiten
macht aus dem Film im gewissen Sinne eine Komödie: Wortwitz, Gewandtheit, eine
rasche Auffassungsgabe, Sensibilität und Unverschämtheit prägen den ersten Teil
und werden im zweiten Teil voll ausgespielt. Manchmal bewegen sich Benignis Solonummern arg am Rande der Klamotte, aber sehr komisch sind Guidos Bewerbung (und Arbeit) als
Kellner und sein Auftritt als faschistischer Schulinspektor, der den Schülern
die Überlegenheit der arischen Rasse demonstrieren soll. Es bietet sich an,
exemplarisch an solchen Szenen zu arbeiten, um genau zu untersuchen, welche
komödiantischen Mittel die Szenen witzig erscheinen lässt.
Im ersten, märchenhaften Teil des Filmes, der die
Eroberung Doras und die Tage in Arezzo schildert,
kann Situationskomik einen
unterrichtlichen Schwerpunkt darstellen. Running gags, z.B. der immer wiederkehrende Huttausch, bestimmen die Szenerie. Benigni
steht hier in der Tradition der Commedia
dell'arte, der klassischen italienischen
Burleske. In dieser um 1550 in Oberitalien entstandenen Form der Stegreifkomödie,
die von Berufsschauspielern aufgeführt wurde, lagen nur der Handlungsverlauf
und die Szenenfolge fest, der Dialog wurde meist improvisiert. Und oft wurden
auch Clownereien eingesetzt. Benignis
Guido ist ein typischer Vertreter: mit seiner überschwenglichen
Gestik, seiner sprudelnden, sich überschlagenden Sprache und seiner
extrovertierten Mimik. An diesem Punkt bietet sich eine Vertiefung der Gattungsbegriffe an. Eventuell kann auch auf die
Herkunft der Komödie eingegangen werden und auf ihre Abgrenzung zur Tragödie
bzw. auf die Verbindung beider Gattungen in der Tragikomödie. Theoretische
Schriften oder literarische Beispiele untermauern dabei die Arbeit am Medium
Film (s.o.).
Der zweite Teil des Filmes könnte in Abgrenzung zur
Commedia dell’arte als eine „Commedia dell'morte“ bezeichnet werden,
ein verzweifeltes Lügentheater, ein scherzhaftes Verdrehen der Gegebenheiten
einer grauenvollen Realität.
Hinter dem vorher nur lustigen Minenspiel treten jetzt
oft die Verzweiflung, die Angst und die Anstrengung hervor. Das Unsagbare,
Schreckliche muss, um die Unschuld des Kindes zu wahren und sich selbst einen
Grund zum Leben zu geben, ins Lächerliche gezogen werden. Ein Paradestück der
Filmkomik ist dabei die (bewusst falsche) Übersetzung der Lagerregeln, die ein
bulliger SS-Führer den Häftlingen der Baracke erklärt. Guido, der kein Wort
deutsch versteht, übersetzt alles so, dass es Giosuè
als Spielregeln auffassen kann. Wenn der SS-Führer brüllt: „Ihr habt die Ehre,
für unser großes deutsches Vaterland arbeiten zu dürfen und am Bau des
Großdeutschen Reiches teilzunehmen!“, übersetzt Guido: „Wir spielen in dem
Spiel die Bösen, die immer brüllen. Wer Angst vor uns hat, bekommt Punkte
abgezogen!“
Um diese irrwitzige Konstruktion für seinen Sohn
aufrechtzuerhalten, bedarf es schier unglaublicher tragikomischer Anstrengungen
von seiten Guidos. Ihren Höhepunkt findet diese Groteske in der Lagerszene, in der das
Kind mit verängstigt großen Augen sagt: „Sie machen Knöpfe und Seife aus uns!“
Ohne groß zu überlegen, lacht Guido (in Angstschweiß gebadet, fast hysterisch)
los: „Knöpfe aus Menschen? Das wär' ja die Höhe! Und
das hast du geglaubt? ... Knöpfe und Seife! ... Stell dir vor, morgen früh
wasch' ich mir mit Bartolomeo [ein Mithäftling] die Hände, mit Francesco knöpf'
ich mir die Jacke zu, und mit Claudio kämm' ich mich ... (lacht, reißt sich
einen Jackenknopf ab und läßt ihn fallen) ... Hoppla,
Giorgio ist mir runtergefallen!“ Benigni
erweist sich gerade in dieser sehr heiklen Szene seinem Thema gewachsen. Die
Absurdität und sarkastische Zuspitzung, in der dem Zuschauer das Lachen im
Halse steckenbleibt, sind immer auf der Folie der
lebensrettenden Lüge für seinen Sohn zu sehen.
Die Komödie tritt zwar noch hervor, macht aber mehr
und mehr der Tragödie Platz. Der Film kann somit in seiner Entwicklung zur
Tragikomödie Schritt für Schritt nachvollzogen werden. Eine übergreifende
(Gruppen-)aufgabe könnte es sein, die komödiantischen
bzw. tragischen Elemente des Films gesondert herauszufiltern und in einer
weiteren Erarbeitungsphase zu einer Tragikomödie zusammenzufügen. Dabei sollte
die Wirkung dieser besonderen Gattung sehr deutlich werden und somit den
Grundstein legen für weitere Diskussionen.
Denn „Das Leben ist schön“ hat insgesamt große Kontroversen entfacht. So hat ihn z.B.
Berlinale-Chef de Hadeln abgelehnt. Eine grundlegende
Frage war dabei: Darf man in das Thema Holocaust Humor, die Spielart der
Komödie einbringen?
Eine Besprechung dieser Frage mit den Schülern könnte
z.B. in Form einer Debatte, einer Podiumsdiskussion oder eines Streitgespräches
erfolgen. Dabei wird nicht nur das Ergebnis der unterrichtlichen Arbeit
vertiefend gesichert, sondern gleichzeitig wird auch Methodik geschult.
3
Tragische Elemente in das „Leben ist schön“ (Sabine Königs)
4
Die Überwindung der Realität durch die Phantasie (Lüder
Kampen)
Der
erste Teil von „Das Leben ist schön“ erzählt das Märchen vom Prinzen Guido und
seiner Prinzessin. Wesentliche Märchenelemente werden verwendet. Der
Märchenheld Guido ist als Habenichts (und später Kellner) unterprivilegiert.
Trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen geht er unbeirrt seinen Weg und macht
sein Glück. Er heiratet schließlich eine Tochter aus reichem Haus. Das Element
des Zufalls bestimmt den Gang der Handlung: Dora fällt ihm vom Himmel in die
Arme und der Fahrradunfall geschah auch unabsichtlich. Die Märchenatmosphäre
wird spätestens im zweiten Teil gebrochen.
Guidos
Phantasie macht die Welt bunter und folgerichtig bestimmt eine große Farbigkeit
den Filmanfang. Der Protagonist macht die Erfahrung, dass man mit der Phantasie
die Realität verändern kann. Dabei beruft er sich auf ein Axiom von
Schopenhauer („Schopenhauer sagt, mit genug Willenskraft ist alles möglich. Ich
bin das, was ich sein will.“). So erfindet Guido Geschichten, die zur Realität
werden (die Geschichten mit dem Schlüssel, mit den 7 Minuten und mit dem Hut).
Doch die Grenzen der Phantasie zeigen sich mit dem Einmarsch der deutschen
Soldaten. Guido vermag die grausame Wirklichkeit umzudeuten („Zutritt verboten
für Juden und Hunde“), aber er kann sie nicht mehr ändern. Damit ist das Muster
für die Deportation und das Konzentrationslager vorgegeben. Guido interpretiert
die Deportation zu einem Geburtstagsausflug für seinen Sohn um. Auf diese Weise
wird die grausame Wirklichkeit erträglich gemacht. Im Konzentrationslager haben
das Panzerspiel, das Schweigespiel und das Versteckspiel eine weitere Funktion:
sie sind Überlebensstrategie und –training für Giosuè. Guido erhält die Fiktion des Spiels bis zu seiner
Hinrichtung aufrecht und triumphiert damit über seinen Mörder. Denn er weigert
sich, die ihm zugedachte Opferrolle anzunehmen. Als Giosuè
aus seinem Versteck kommt und den Panzer sieht, bleibt die Illusion des Spiels
erhalten. Die Phantasie war stärker als die grausame Realiät.
5
Die Goldenen Zwanziger Jahre und das Aufkommen des Faschismus (Lüder Kampen)
Die
Schrecken des Ersten Weltkriegs sind vorbei. Mit dem wirtschaftlichen
Aufschwung bricht sich auch ein neues Lebensgefühl die Bahn. Hatten in der
traditionellen italienischen Gesellschaft Männer und Frauen einen großen Teil
des geselligen Lebens getrennt verbracht, so wurden nun Kinos, Bars und
Speiselokale zu Treffpunkten der gemeinsamen Abendunterhaltung. In den
Jahren ab 1925 erreichte der Tanz seine
Blütezeit. Die feine Gesellschaft schwang in vornehmen Hotels das Tanzbein,
bevor sie zu privaten Partys weiterzog. Die pompöse
Verlobungsfeier und die Abendgesellschaften des Präfekten sind insofern
zeittypisch. Die „äthiopische Torte mit Zabaione aus
Straußeneiern“, die servierenden Mohren und die extravaganten Kostüme verraten
den Hang zur Dekadenz. In den Zwanziger
Jahren tanzten die Menschen vor allem zu Jazz. In „Das Leben ist schön“ wird im
Hotel eine Melange aus Volks-, Schlager- und Jazzmusik dargeboten.
Wissenschaft
und Technik erlebten bis zur Weltwirtschaftskrise einen Aufschwung. Das
Leitmotiv des offenen Wagens steht für diese Entwicklung. Auch die Künste
gelangten zu hoher Blüte. Art Deco und Neue Sachlichkeit bestimmen das Bild des
Tanzsaals. Es entstand eine Fülle von Büchern und Zeitschriften, Opern und
Schauspielen, Gemälden und Bauwerken. Nicht zufällig will Ferruccio
Schriftsteller werden und Guido einen Buchladen eröffnen. Auch die hohe
gesellschaftliche Stellung der Verlegerin unterstreicht dies.
Für
die Historiker sind die Goldenen Zwanziger aber nicht nur die Zeit des Jazz,
der Art Deco und der Dekadenz, sondern auch die Zeit des aufziehenden
Faschismus. Auch wenn die feine Gesellschaft den selbstbewussten und
lautseligen Auftritt eines Faschisten („Schwarzhemd“) mit eisigem Schweigen
quittiert, so hat sich die politische Elite längst arrangiert. Überdies sind faschistische Ideologie und Rituale
Bestandteil der Alltagswelt geworden. Schon der Vorspann parodiert die
Inszenierungen der Faschisten: der Führer lässt sich im offenen Wagen von den
Massen huldigen. Die Kinder des Tuchhändlers heißen Adolfo
und Benito. Nationalismus und Rassismus erhalten Eingang in den Lehrplan der
Schule. Guido entlarvt in einem grotesken und absurden Schauspiel nicht nur die
faschistische Ideologie (insbesondere ihre Pseudowissenschaftlichkeit) sondern
auch die Autoritätsgläubigkeit des
Lehrerkollegiums. Von den humanistischen Wurzeln des italienischen
Bildungssystems ( Die Schule ist nach Petrarca benannt!) ist nichts mehr übrig geblieben.
Deutschland erscheint als das große Vorbild. Auch den Antisemitismus hat man
aus diesem Land importiert. Auf dem grün bemalten Pferd des Onkels steht das
deutsche Wort „Achtung jüdisches Pferd“. Dass gerade die Schuldirektorin
am Tisch der Verlobungsgesellschaft den Gedanken der Euthanasie propagiert,
versinnbildlicht den moralischen Abstieg des italienischen Bürgertums.
Lediglich Dora und ihre Freundin nehmen Anstoß an dieser Theorie, sie
repräsentieren den „gesunden Menschenverstand“. Auch die Figur des Dr. Lessing
(Sic!) veranschaulicht den Niedergang des Bildungsbürgertums. Dr. Lessing ist
stolz auf seine umfassende Bildung. Aber diese besteht lediglich aus
angehäuftem Wissen. Da eine ethische Fundierung fehlt, ist die Bildung zu einem
bloßen Kreuzworträtselwissen abgesunken. Die ganze Unmenschlichkeit dieses
Bildungsbegriffs zeigt sich dann in Dr. Lessings Tätigkeit als KZ-Arzt. Guidos
Onkel fungiert als Kontrastfigur. Er verliert selbst im KZ nicht seine
Menschlichkeit, wenn er einer gefallenen Wärterin aufhilft.
6
Literaturhinweise
Apitz,
Bruno: Nackt unter Wölfen. Roman. Halle (Saale ): Mitteldeutscher Verlag, 1958.
Becker,
Jurek: Jakob der Lügner. Roman. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1969.
Eberle,
Annette: Medienpaket Komödie und Holocaust. Methodische Anleitungen zur Arbeit
mit Filmausschnitten – Das Leben ist schön, Der große Diktator, Sein oder
Nichtsein. Stuttgart, 2000 [Im Internet unter
www.dvd-educativ.de/Infos_Material/Unterrichts-material/MF10573/ABH.doc]
Schweikle,
Irmgard: Art. Tragikomödie. In: Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Defintionen. Hrsg. von Günther und Irmgard Schweikle. Zweite, überarbeitete Auflage. Stuttgart:
Metzler, 1990.
Spiegelman,
Art: Maus I. Die Geschichte eines Überlebenden. Mein Vater kotzt Geschichte
aus. Reinbek: Rowohlt, 1989.
Spiegelman,
Art: Maus II. Die Geschichte eines Überlebenden. Und hier begann mein Unglück.
Reinbek: Rowohlt, 1992.
Stauer,
Ute: Film-Heft „Das Leben ist schön“. Hrsg. vom Institut für Kino und
Filmkultur im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung. Köln, 2001.
[Als pdf im Internet unter
www.kino-gegen-gewalt.de/filme/04_das_leben_ist_schoen/filmheft.pdf]
www.bundestag.de/info/parlhist/g1929_5.html
www.zwanziger-jahre.de
[1] Diese Frage kann – in Bezug auf Art Spiegelmans Maus-Comics - erweitert werden: Darf man ein Comic über den Holocaust machen?
[2] Vgl. Schweikle. Art. Tragikomödie, S. 469.
[3] Vgl. zu beiden Filmen insbes. Eberle: Medienpaket Komödie und Holocaust.
[4] Zu weiteren Motiven vgl. Eberle: Medienpaket Komödie und Holocaust.