-------------------------------------------------------------------------------------------------
►►► Die
Filmvorlage: Infos und szenische Eindrücke:
|
|
Titel Deutschland: Der Schakal Kino
Deutschland: 1998-03-12 |
|
|
Video Deutschland: ja DVD
Deutschland: 2001-02-01 |
|
|
Niemand
kennt seine Identität, sein Ziel oder gar seinen Zeitplan. Doch als der Schakal
für ein Kopfgeld von 70 Millionen Dollar angeheuert wird, um öffentlich eine
der prominentesten Polit-Persönlichkeiten der Welt zu töten, setzen die
Geheimdienste zweier Regierungen alles daran, das Attentat zu verhindern.
Ihre Chancen: dürftig.
Der Killer ist zu schnell, zu wandlungsfähig, zu kaltblütig. Wo immer der
FBI-Mann Preston und seine russische Kollegin
Valentina bei der globalen Hatz hinkommen, finden sie nur blutige Spuren.
Ihre einzige Hoffnung:
Jemand, der politisch motivierte Gewalt aus erster Hand kennt und den Schakal
womöglich identifizieren kann. Ein Mann wie der zu lebenslanger Haft verurteilte
Ex-Terrorist Declan Mulqueen.
Er gibt sein Wort, das FBI zu unterstützen, anstatt bei erstbester Gelegenheit
zu flüchten. Mehr nicht.
Doch schon bald gerät Mulqueens große Liebe, die Baskin Isabella, zwischen die
Fronten. Jetzt wird die Jagd persönlich. Der Schakal ist amüsiert. Die Uhr
tickt unerbittlich. Und dann blitzt in Washington plötzlich Mündungsfeuer auf ...
Darsteller: Bruce Willis (Schakal),
Richard Gere (Declan Mulqueen), Sidney Poitier
(Carter Preston), Diane Venora (Valentina Koslova),
Mathilda May (Isabella), J. K. Simmons (Witherspoon),
Stephen Spinella (Douglas), Richard Lineback (McMurphy), Jack Black
(Lamont), John Cunningham (Donald Brown), Michael Caton-Jones
(Mann auf Video)
Regie: Michael Caton-Jones
Stab: • Produzenten: James Jacks, Sean Daniel,
Kevin Jarre • Drehbuch: Chuck Pfarrer • Vorlage:
Roman "Der Schakal" von Frederick Forsythe • Musik: Carter Burwell • Kamera: Karl Walter Lindenlaub • Spezialeffekte:
- • Ausstattung: Michael White • Schnitt: Jim Clark • Kostüme: Albert Wolsky • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt:
- • Stunts: Joe Dunne (Koordination) •
►►► Die
Filmkritiken
film-dienst 05/1998:
Die ambitionslose Neuverfilmung eines bereits 1972 von Fred Zinnemann
adaptierten Romans von Frederick Forsyth wartet zwar
mit zwei Superstars und vielen modischen Effekten auf, vermag aber seiner
Vorlage keinerlei neue Facetten abzugewinnen. Im Gegenteil: Die Neuinszenierung
fällt in jeder Hinsicht ab.
TV Movie 06/1998:
Bruce-Willis-Fans dürfte das Herz höher schlagen: Selten hat sich der
Hollywood-Held so wandlungsfähig präsentiert. Mit seinen rollenbedingten
Tarnungs-Intermezzi (u. a. als Pauschaltourist, tumber Redneck
und schwuler Softi) spielt er die graue Maus Richard Gere glatt an die Wand.
Das auf die 90er Jahre zurechtgetrimmte Drehbuch hat
solche Überraschungen leider nicht zu bieten. Einmal mehr ist die Russen-Mafia
der urheber alles Bösen. Immerhin - die junge
Kinogeneration, die das Zinnemann-Original nicht mehr kennt, wird hier ganz
annehmbar unterhalten.
TV Today 06/1998:
Die paar guten Radauszenen wirken inmitten des dramaturgischen Wirrwarrs wie
unerwünschte Zwischenfälle.
TV Spielfilm 06/1998: Streckenweise spannendes Remake, das aber an keinem
Klischee vorbeikommt.
Cinema
03/1998: Mittelprächtiges Remake
eines großartigen Thrillers.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der
Schakal ist ein ganz gerissener Hund. Sogar die russische Mafia legt er rein
und verlangt von ihr für die Ermordung des FBI-Chefs sage und schreibe 70
Millionen Dollar: ,,Die Hälfte im voraus, der Rest
nach Lieferung.'' Und was macht die Mafia? Nun, sie denkt nicht lange nach und
zahlt das Geld. Dabei hätte sie in jeder x-beliebigen Großstadt nicht nur der
USA einen Profikiller für einen Bruchteil der Summe dingen können. Doch so ist
die Russen-Mafia im Kino eben: großspurig, stinkereich
und brutal-dämlich.
Aber der Schakal ist
nicht nur gerissen, sondern auch ziemlich umständlich. Da bereitet er sich in
Kanada äußerst penibel auf seinen Killer-Job vor, bringt so ganz nebenbei noch
ein paar ihn nervende Zeitgenossen um, und dann will er die Grenze zu den USA
überschreiten, was eigentlich kein Problem sein sollte, doch unser Schakal
wählt den verzwicktesten aller Wege: Er kauft ein
Segelboot und nimmt ausgerechnet an einer Regatta (Ziel: Chicago) teil.
Und der Schakal ist
trotz seiner neckischen Mann-zu-Mann-Kußszene keineswegs
schwul. Nein, auch wenn den Zuschauern der Schreck dabei so in die Glieder
fährt, daß sie im Kino von Herzen aufstöhnen oder
verlegen kichern. Denn nach gut einer Stunde löst sich der ,,schreckliche''
Verdacht in Wohlgefallen auf, und der schwule vermeintliche Sex-Partner des
Schakals darf seine irdischen Sünden von nun an im Jenseits abbüßen.
Daß das Publikum so spürbar mit dem bösen Helden
mitfiebert, hat einen simplen Grund: Bruce Willis. Der bewährte
Action-Darsteller ist als Titelheld in Michael Caton-Jones'
Remake von Fred Zinnemanns Kinoklassiker ,,Der Schakal'' der einzige
Lichtblick, und seine Verkleidungskünste sind eine wahre Augenfreude. Mal gibt
er sich als Hippie mit falschem blonden Langhaar,
danach schaut er aus wie eine männliche Landpomeranze, um sich kurz darauf mit
strohblonder Kurzhaarfrisur in einen eiskalten Engel aus der Business Class zu verwandeln.
Und natürlich ist Willis wieder so cool, cooler geht's nicht. Ohne einen
Hauch von Emotion oder Abscheu und ohne Sadismus macht er seinen mörderischen
Job und tötet. daß sich die Balken im Kino fast vor
Angst verbiegen. Doch genau diese absolute Coolness, die er wie kaum ein
anderer verkörpert, schätzen seine vorwiegend männlichen Fans, denen es dann
auch konsequent egal ist, ob ihr Star den Bösen oder wie in der populären
,,Stirb langsam''-Reihe den Guten gibt.
Seine Gegenspieler in
dieser zum Haareraufen konstruierten Geschichte
machen es ihm zudem äußerst einfach: Sidney Poitier ist ein netter polternder FBI-Agent. Richard Gere,
der als ehemaliger IRA-Terrorist aus persönliche Gründen
die Polizei unterstützt, sucht zwar, aber findet in dem Spektakel nicht sein
Profil. Und Diane Venora als russische Spezialagentin
begnügt sich damit entweder zu rauchen oder sich just eine neue Zigarette
anzustecken.
Daß der
Film dann nach gut zwei Stunden westernreif endet,
versteht sich von selbst. Obwohl ausnahmsweise eine Frau ihre Hände mit ihm
Spiel hat und der strahlende Sieger sich als eifriger Kinogänger entpuppt, der
sich endlich mal nicht vom nur scheintot hingestreckten Gegner überrumpeln läßt.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Der
Schakal" ist ein skrupelloser Killer. Ähnlich skrupellos gingen die
Drehbuchautoren mit der Vorlage um. Wer hofft, Fred Zinnemanns "The day of the
jackal" in einer modernisierten Fassung zu sehen
zu bekommen, dürfte heftig enttäuscht werden. Frederick Forsyths
Romanvorlage diente allenfalls als Inspiration. Geblieben ist nur die Idee von
einem skrupellosen Profikiller, der eine bekannte Persönlichkeit umbringen
soll. Die Polizei ist ihm natürlich auf den Fersen.
Wie es z. Z. modern ist,
wurde der Start der Geschichte nach Rußland verlegt.
Das FBI und die russischen Sicherheitsbehörden arbeiten gemeinsam gegen die
Mafia. Bei einer Razzia in einem Nachtclub kommt es zu einer Schießerei. Einer
der Ganoven wird erschossen.
Dies ist der Anlaß für den russischen Paten, einen Killer mit der
Exekution einer bekannten US-Persönlichkeit zu beauftragen. Er beauftragt den
Top Hitman "Schakal" (Bruce Willis). Für 70
Mio US Dollar nimmt dieser den Auftrag an.
Aber die Pläne sickern
zur amerikanischen Bundespolizei durch. Der FBI Mann Carter Preston
(Sidney Poitier) und seine
russische Kollegin Valentina Koslova (Diane Venora) nehmen die Jagd auf. Sie haben das Problem, daß nur wenige, die den Schakal gesehen haben noch leben.
Es existieren keinerlei Fotos von dem Mann. Aber in der Gestalt des
Ex-Terroristen Declan Mulqueen
(Richard Gere) finden sie schließlich doch einen Helfer in ihrem Kampf. Dieser
ziert sich zunächst, aber als seine große Liebe, die Ex-Freiheitskämpferin
Isabella in die Schußlinie zu geraten droht macht er
mit. Derweil rüstet der Terrorist hoch. Eine schnelle Maschinenkanone auf einem
computergesteuerten Spezialunterbau ist schon sein. Nun muß
er nur noch in die USA kommen ...
Die Story wurde der Zeit
angepaßt. Der Killer arbeitet mit computergestützten
Waffen und kommuniziert über Internet. Dagegen muten die Methoden der
Sicherheitsbehörden schon recht altertümlich an. Dafür arbeiten die Russen und
die Amerikaner - politisch korrekt - brav zusammen. Allerdings sind die Bösen
dann doch eher bei den Russen zu suchen.
Es gibt einige
Technikspielereien für Waffenfreunde, aber das High-Tech
Spektakel kann den Zuschauer insgesamt nicht blenden. Dafür ist der Film
einfach zu konventionell geraten. Die Geschichte ist vorhersehbar, die
Charaktere eher flach geraten. Mit den kettenrauchenden,
brutalen Russen und den heldenhaften, kooperierenden Freiheitskämpfern wird
kein Klischee ausgelassen. Die Story mehr Löcher als ein namhafter Schweizer
Käse. Die Personen verhalten sich teilweise so dumm, daß
man sich fragt, wie sie es im Leben so weit gebracht haben. Um mal nur ein
Beispiel zu nennen: Der Spezialist, der den Unterbau für die Maschinenkanone
gebaut hat, quetscht den Schakal so aus, daß sein
Ende kein Wunder ist. Eher schon die Art seines Endes. Auffälliger dürfte es
wohl kaum zu machen sein. Sieht man mal von dem Toten ab, den der Schakal in
einem Parkhaus hinterläßt. Ich hoffe, ich habe nun
nicht zuviel verraten.
Bruce Willis legt den
eiskalten Profikiller recht unpassend mit einem leichten Dauerlächeln im
Gesicht an. Er kultiviert - diesmal auf der Seite der Bösen - seine Charaktere
aus "Stirb langsam" oder "Last Boy Scout". Nach eigenen
Aussagen soll ihm der Wechsel von Gut nach Böse gut gefallen haben. Aber er
hätte den Schakal vielleicht doch etwas cooler, ruhiger und profihafter
anlegen sollen. Na ja, vielleicht sehen wir ja in seinen nächsten Projekten
einen besseren Bruce Willis. Voraussichtlich noch in 1998 wird er in
"Mercury Rising" (auf der Seite der Guten),
"Armageddon" und "Breakfast for Champions" zu sehen sein.
Richard Gere scheint die
Rolle des irischen Freiheitskämpfers Declan Mulqueen wohl mit einer Rolle als Weiberheld verwechselt zu
haben. Jedenfalls versucht er die ganze Zeit über mit diesem schmachtenden
Blick rum, auf den seiner Meinung nach die Frauen wohl stehen und läßt keine Anmache aus.
Sidney Poitier ist nach "Sneakers" (1992) erstmals wieder in einer neuen
Produktion auf der Leinwand zu sehen. Die Rolle des stellvertretenden FBI
Direktors könnte man ihm glatt noch abnehmen. Aber auch diese leidet unter dem
Drehbuch. Ich finde es faszinierend wie sich *leitende* Beamte des FBI mit
untergeordneten Ermittlungsarbeiten abgeben und immer an der vordersten Front
stehen. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Die schauspielerischen
Leistungen von Mr. Poitier sind in Ordnung, wenn nun
auch nicht gerade herausragend.
Diane Venora (einigen vielleicht noch aus "Heat" oder "Bird"
in Erinnerung) als Major Koslova, bemüht sich redlich
die russische Powerfrau rüberzubringen. Das dies nicht immer gelingt, liegt
auch hier mal wieder an der bescheidenen Story.
Aber auch dem Regisseur
Michael Caton-Jones ("Rob Roy", "Doc
Hollywood") vermag die Geschichte nur so gerade eben zusammenzuhalten.
Seine Erzählweise ist sehr konventionell und bringt auch keine neuen Ideen oder
Sichtweisen. So sieht jeder beliebige runtergedrehte
Thriller der 90er Jahre aus. Von Fesselung der Zuschauer oder imposanten
Bildern keine Spur.
Wenn man in der Lage
ist, zumindest zeitweise die unlogische Story zu verzeihen, bekommt man einen
netten Spannungsfilm für einen verregneten Sonntagnachmittag. Es gibt
schlimmeres, aber auch wesentlich besseres im Kino.
Fazit: Ein Spannungsfilm
(nein kein Thriller) wie viele andere.
5 von 10 Aasfressern
http://www.dem.de/entertainment/kino/110/110048.html
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Filmkritik:
Der Schakal
Regie: Michael Caton-Jones /
Darsteller: Bruce Willis, Richard Gere, Sidney Poitier, Mathilda May
Blutige Rache schwört ein russischer Mafia-Boß den
USA, als sein Bruder bei einem Attentat durch das FBI ums Leben kommt. Deshalb
heuert er den berüchtigten Profi-Killer Schakal (Bruce Willis) an, der für 70
Millionen Dollar vor aller Augen eine Persönlichkeit
des öffentlichen Lebens ermorden soll. Als FBI-Mann Preston
(Sidney Poitier) von dem
geplanten Attentat erfährt, macht er sich mit seiner russischen Kollegin auf
den Weg ins Gefängnis. Denn hier sitzt der vermutlich einzige Mann ein, der den
mysteriösen Schakal je persönlich kennenlernen durfte
und dieses Ereignis überlebt hat: der irische Terrorist Declan
Mulqueen (Richard Gere). Der hat zunächst zwar nichts
als Zynismus für die Regierungsbeamten übrig, läßt
sich jedoch einspannen, als er erfährt, daß seine
ehemalige große Liebe Isabella (Mathilda May) zwischen die Fronten geraten
könnte. Nun beginnt ein großangelegtes
Katz-und-Maus-Spiel, denn obwohl Mulqueen die
Schritte seines Widersachers gut deuten kann, ist dieser ihm mit einer Reihe
von Verkleidungen und modernster Tötungstechnologie immer ein kleines Stück
voraus. Und der Schakal spielt mit seinen Häschern, denn die Jagd ist längst
auch zu einer persönlichen Geschichte zwischen Mulqueen
und ihm geworden - immer mehr blutige Spuren hinterläßt
er auf dem Weg zum großen Showdown.
So
unterschiedliche Werke wie "Doc Hollywood" oder "Rob Roy"
gehen auf das Konto von Regisseur Michael Caton-Jones,
der sich nun an ein Remake des 70er Jahre-Thrillers
"Tag des Schakals" mit Edward Fox in der Hauptrolle wagte. Vielleicht
wäre ein besserer Streifen gelungen, hätte sich ein John Woo in den Regie-Stuhl
gesetzt. So lebt der Film hauptsächlich von Action-Profi Bruce Willis in seinen
zahlreichen Verkleidungen. Komplett daneben ist hingegen Richard Gere, dem man
den irischen Freischärler kaum abnehmen mag. Kann es wirklich sein, daß dieser charmante Kerl vor seiner Gefangenschaft blutige
Gemetzel initiiert hat? Leicht unlogisch mutet auch die Gegebenheit an, daß man ausgerechnet einem Knacki, der zudem noch allein
durch sein Versprechen an die Aktion und damit die amerikanische Regierung gebunden
ist, die Leitung über das Unternehmen übertragen und mit Waffen ausgestattet
hat. Und dann zum Schluß: Warum zündet der Schakal
sein Todesfeuerwerk ausgerechnet im Getümmel der anwesenden FBI-Agenten, wo das
Teil ohnehin per Handy ausgelöst wird und somit bequem aus einem Hotel drei
Blocks weiter hätte erledigt werden können? Das hätte man nun wirklich besser
machen können. (sm) http://www.hinternet.de/film/schakal.htm
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
s.
auch:
Martin Zinsser - Matthias Dube -
Christian Habersetzer: Filmanalyse der
Schakal