Sieben Arbeitsformen selbstständigen Lernens in der Oberstufe
(G.
Einecke)
Impulsreferat
- Expertenpuzzle - Arbeitsteilige
Gruppenarbeit - Projektarbeit mit Arbeitsjournal
–
Kugellagermethode
– Stationenlernen – Wandzeitung
als Hypertext
Ziel:
intensive selbstständige Erarbeitung – Formen der Reduktion, Komprimierung
und Visualisierung entwickeln - anderen die Arbeitsergebnisse vermitteln –
durch eine Abschlussimpuls die Verarbeitung der Informationen im Plenum
initiieren
Effekt:
stärkere Praxis der Verbalisierung, des Kurzvortrags - Festigung des eigenen
Wissens
-
als langfristige Hausaufgabe
-
auf der Basis von Text(en) und Materialien
-
mit einer eingrenzenden Aufgabe zu einem literarischen oder sprachlichen Thema
-
für einen festen Termin
▪
10 Minuten Kurzvortrag - die Zeit ist einzuhalten
▪
relativ frei gehalten – allerdings mit Hilfe eines
Stichwortzettels/einer Mindmap/einer Gliederungsübersicht - mit einzelnen
zentralen Zitaten - abgeleitet aus einem eigenen Text von 3 - max. 5 Seiten
▪
Visualisierung – auch zur Führung durch die Gliederung: Folie,
Tafelbild, Poster …
▪
Ergebnisse und Impuls als Türöffner für die Diskussion: Thesenpapier
/ Handout – max. 1 Seite
Aufbau:
|
1)
advance organizer: Hörerführung durch Hinweise zum Thema, zur
Aufgabe – Text-/Materialhinweise – Fragestellungen,
Problemstellung – Zugangsweisen und Methoden der Arbeit 2)
inhaltliche, sachliche Ausführungen (Kurzvortrag): Information
über zentrale Inhalte und Ergebnisse – eigene (ggf. kritische) Erläuterung
der Ergebnisse – ggf. Kurzreflexion der Arbeit; keine chronologische
Inhaltswiedergabe einer Text-/Materialvorlage! 3)
Impuls für die Weiterführung im Plenum:
Herausstellung einer Fragestellung, mit der sich das Plenum weiter
befassen sollte – Anwendung für den Unterrichtszusammenhang -
Stellenwert der Ergebnisse im Kontext eines größeren Themas –
Nutzung in der Unterrichtssequenz – strittige Punkte – offene
Fragen – stehen gebliebene Schwierigkeiten |
Der
freie Kurzvortrag, der Diskussionseinstieg über den Impuls und die eigene
Materialvorlage werden zur Beurteilung herangezogen.
Beispiel:
Thema
Die
Interpretation von Kafkas Parabel "Gibs auf" in den drei Fachtexten
von Heinz Politzer (Auszüge, 1977), Thomas Kielinger (Auszüge, 1971) und
Helmut Richter (Auszüge, DDR 1982) –
>
Impuls: Worin bestehen die Unterschiede zwischen den drei Interpretationsansätzen?
>
Impuls: Welcher Ansatz, welche Sicht, welche Gedanken kommen unserer eigenen
Interpretation des Textes im Unterricht nahe?
Expertenpuzzle
![]() |
Methode:
schülerorientiertes Verfahren – „Lernen durch Lehren“ Ziel:
zu einem gemeinsamen Sachverhalt/Problem an einem Text aus unterschiedlichen
Perspektiven Wissen einholen und dann als Experten Wissen vermitteln,
austauschen und miteinander (aus)wertend verhandeln Effekt:
divergentes Denken fördern - Positionen differenzieren - Wissen selbstständig
aneignen
|
z.B.
für 16 Schülerinnen und Schüler in einem Kurs
4 Vierer-Gruppen
4 Texte
-
i.d.R. quadratische Zahl - bei mehr Schülerinnen und Schülern: Themen
doppelt besetzen oder Beobachter einsetzen - viele Varianten denkbar –
-
Textumfang in der Einzelstunde je nach Schwierigkeitsgrad ca. 1 DIN
A4-Seite; in einer Doppelstunde ggf. möglich: ein längerer, schwierigerer
Text (2 DIN A4-Seiten) mit Methoden der Arbeit am Text; bei schwierigem
Text für eine Einzelstunde: ggf. Lektüre des Textes in der vorbereitenden
Hausaufgabe
Ablauf:
0.
Plenum: eine Ausgangsfrage aus den Vorstunden als Rahmenthema für
alle Schülerinnen und Schüler
1.
Runde: 4 Expertengruppen mit je 4 Teilnehmern bilden: A - D
-
die Expertengruppen setzen sich nach freier Wahl oder nach Zuordnung
durch die Lehrperson;
-
jede Expertengruppe erhält einen anderen Text als Arbeitsgrundlage / in
der Gruppe aber jeder denselben
1)
sorgfältige Textlektüre in Einzelarbeit / still / mit dem Stift –
je nach Text ca. 5’- 10’
2)
kurze Verständnissicherung im Gespräch in der Gruppe
ggf. knapper Stichwortzettel / Karte über die zentralen
Informationen für die folgende Vermittlung: max. 10-12 Wörter als Stichworte
für einen mündlichen Vortrag! – ca. 5’
-
ein Fixieren der Leseergebnisse auf Folie bietet sich nicht an, da eine
Präsentation im Plenum nicht vorgesehen ist
-
ggf. wenige Kontrollfragen zum Gruppentext für die spätere
Plenumsauswertung formulieren
Kontrolle der eigenen Arbeitsergebnisse an einem zunächst verdeckt
liegenden „Abgleichbogen“, auf dem die Lehrkraft zu jedem Text die
erwarteten Ergebnisse festgehalten hat.
2.
Runde: Mischung neuer 4 Gruppen: I – IV (Puzzeln), in jeder Gruppe
sitzt je ein Experte aus A – D;
3)
4 kurze Lehrvorträge der 4 Experten über die Informationen aus ihrem
jeweiligen Text für die 3 Zuhörer; es ist zu entscheiden, ob sich die Zuhörer
Notizen machen – je ca. 2 – 3’
4)
kurze Erörterung der verschiedenen Positionen oder Informationen zum
selben Rahmenthema: Gleiches und Verschiedenes, das Neue, Beziehungen zwischen
den 4 verschiedenen Teilperspektiven, Konsequenzen… – 5’ - 10’
3.
Plenumsgespräch:
●
in einer Doppelstunde: die Expertengruppe wendet sich zunächst mit
ihren Kontrollfragen (s.o.) an das Plenum zur Überprüfung, ob die
Vermittlung in den gemischten Gruppen gelungen ist
5)
Zusammenschau und Verarbeitung im Plenum zum Rahmenthema: unter
einer übergeordneten Fragestellung, einem weiterführenden Thema auf der
Basis der neuen Kenntnisse – i.d.R. aber keine erneute Präsentation der
Textinformationen, also keine überflüssige Wiederholung! – allenfalls
Einbringen der Erörterungsaspekte aus dem 4. Schritt – Vertiefung /
Vernetzung / Konsequenzen für den weiteren Unterricht – ca. 10’
Beispiel:
das Problem „Die literarische Wertung des gelesenen neuen Romans XY“ -
Gruppen A – D:
A)
Rezension „Süddeutsche Zeitung“
B)
Rezension „Die Zeit“
C)
Rezension im Zeitungssammelarchiv: http://www.uibk.ac.at/iza/
D)
Rezension www.dradio.de/literatur/buechermarkt/index.html
![]() |
Methode:
schülerorientiertes Verfahren Ziel:
Arbeitsergebnisse in Kleingruppen erstellen und sich gegenseitig vermitteln
zur Integration der Teile / Zusammenschau im Plenum Effekt:
stärkere Praxis eines individuell bevorzugten Verfahrens - oder kontrollierte
Einübung eines ungewohnten Verfahrens - selbständiges Arbeiten -
adressatenbezogenes Präsentieren - kriterienbezogenes Auswerten
|
z.B. für 20 Schülerinnen und Schüler in einem Kurs
▪
4 Arbeitsgruppen (je 5 Teilnehmer) - für
z.B. 3 verschiedene Zugriffe auf einen Text - oder auch nur für 2 Zugriffe,
so dass dann doppelt besetzt wäre: zu…
z.B.
politische Rede / argumentativer Sachtext:
A)
Konspekt zum gedanklichen Aufbau des Textes
B)
Argumentationsanalyse: Argumentationsziel, einzelne zentrale Argumente, Arten
der Argumente
C)
Kommunikationsanalyse: Redesituation, Sprecher, Adressaten,
Kommunikationsbedingungen,
Sprachhandlungen, Redestrategien
D)
Rhetorik der Rede: rhetorische Mittel - stilistische Mittel - Effekte -
Wirkungen
●
Arbeitsablauf – z.B. bei 45’:
1.
Entwicklung von Arbeitsaufträgen , 3’
2.
arbeitsteilige Erarbeitung/Analyse in der Kleingruppe, 15’ /
Ergebnisse z.T. auf Folien
3.
Kurzvortrag zur Präsentation der Ergebnisse, je ca. 5’; (drei Vorträge
sind das Maximum! – besser 2; die 3., 4. Gruppe könnte in der
Integrationsphase mit eingebaut werden; oder ein Thema wird doppelt besetzt) -
ggf. mit Folieneinsatz:
a)
Vortrag der Einzelergebnisse;
b)
Hinweise für die anderen Gruppen zu Bezügen, die für das Verständnis auf
den anderen Analyseebenen besonders wichtig sind; Plenum beobachtet die Bezüge
4.
Plenumsgespräch zur Integration, ca. 10’: Verknüpfung der
Analyseergebnisse in einer Interpretation / Zusammenschau / Vernetzung /
Vertiefung (Aspekte müssen von der Lehrperson vorgeplant sein!)
▪
Einsatz von Funktionskarten
Rollenübernahme
– zu
verschiedenen Zeiten auch im Rollenwechsel
Moderator: ein Gruppenmitglied regelt die Gesprächsabläufe,
achtet auf gleichberechtigte Beteiligung, fordert auf etc.
Zeitnehmer: ein Gruppenmitglied achtet auf baldigen Beginn, die
Arbeitszeit, ggf. Pausen, Endtermin, Zeitpunkt der Fixierung von Ergebnissen
etc.
Protokollant: ein Gruppenmitglied hält Arbeitsschritte,
Probleme, Teilergebnisse, ggf. das Gesamtergebnis fest
Optimierer: ein Gruppenmitglied
achtet auf den Fortschritt, die Nutzung von Mitteln, die Störungen etc. und
macht Optimierungsvorschläge
▪
In der Präsentations- und Auswertungsphase kommt es darauf an, jeweils die
anderen Gruppen, deren Thema gerade nicht präsentiert und behandelt wird,
einzuspannen, z.B.:
a)
durch Vergleichsaufgaben
b)
durch Festhalten von Aspekten oder Argumenten, die die eigenen Ergebnisse
ausbauen, verändern, präzisieren
c)
durch Beobachtung von Kriterien: z.B. Anwendung eingeführter Verfahren, Form
der Präsentation, Nutzen der Ergebnisse etc.
d)
durch Auftrag, aus den ca. 4 Teilprodukten ein Gesamtprodukt zu erstellen
e)
durch Vorlage eines Lückentextes, der nach Befunden aus allen 4 Teilgebieten
fragt
f)
durch Auftrag, die Teilergebnisse in einer verknüpfenden Grafik zusammenzufügen.
Weiter
zur Gruppenarbeit: http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/lernen/unt/cl_aelteresch.html
Projektarbeit
mit Arbeitsjournal
Methode:
schülerorientiertes Verfahren – handlungsorientiert auf ein Projektziel,
auf ein Produkt, auf eine Präsentation, auf einen Termin hin arbeiten
Ziel:
auf der Basis eigener Entscheidungen – aber im Lehrplan-Rahmen - selbständig
einen Arbeits- und Lernprozess steuern
Effekt:
selbstverantwortlich lernen – kooperieren – evaluieren – Nutzen für
andere im Auge behalten
|
1.
die Idee |
2.
die Planung |
3.
die Erarbeitung |
4.
die Präsentation |
|
·
das Problem ·
Fragestellungen ·
Suchrichtungen ·
mein
Interesse ·
die
Mitarbeiter ·
die
Zielgruppe ·
der
Zeitrahmen |
·
Sichtung des
vorhandenen Materials ·
weitere
Quellen ·
Aspekte der
Behandlung ·
Teilthemen ·
Produktionsziele ·
Kooperationsformen ·
Zeitablauf |
·
Arbeitsverteilung ·
zusätzliche
Recherche ·
Lektüre /
Aneignung des Materials ·
Stoffgliederung ·
Hausaufgaben ·
Formulieren,
Zeichnen, Ton-/Video-Aufnahmen ·
das Produkt
erstellen |
·
Veröffentlichung
schriftlicher und audiovisueller Produkte: Wandzeitung, CD-Rom, Hörkassette... ·
Darbietung
mit Stimuli: Handouts / Paper / Grafik / Leser-, Hörerführung ·
Bewertung
und Kritik durch Zuschauer, Hörer, Plenum |
|
|
|
|
|
|
·
von Produkt
und Prozess ·
der
Progression, Arbeitsverteilung, Eigenaktivitäten einzelner ·
der Störungen,
Umorientierungen ·
der Qualität
der Ergebnisse |
|||
▪
an einem überschaubaren,
aber hinreichend komplexen Thema selbständiges Arbeiten erproben
▪
individuell für ein
gemeinsames Produkt verantwortlich sein (d.h. Arbeit auch bei Abwesenheit
eines einzelnen Gruppenmitglieds absichern)
▪
in Gruppenarbeit Arbeitsteilung
erproben und ein gemeinsames Ergebnis herstellen
▪
die verschiedenen Arbeitstechniken
einsetzen
▪
fachübergreifende
Perspektiven verfolgen
▪
den Arbeitsprozess
reflektieren und bewerten
▪
die Arbeitsprodukte
verarbeiten und bewerten
▪
ein Arbeitsjournal zur
Dokumentation des Arbeitsprozesses führen:
Muster:
|
Arbeitsjournal
- (A) Gruppenmitglieder:
- Gruppensprecher/in: |
|||||
|
Datum
/ Journalführer/in |
Arbeitsschritte/-verteilung
/ Aufgaben / Tätigkeiten / Inhalte |
daran
Beteiligte / Verantwortliche/r |
Materialien
/ Recherchen |
Hausaufgaben Verteilung |
Kommentar
zu Fortschritt und Störungen |
|
Mo,
8.3. … |
… |
… |
… |
… |
… |
|
Di,
9.3. ... |
... |
... |
... |
... |
… |
fachspezifisch
z.B.:
▪
Hör-Feature
z.B. zu Schlink „Der Vorleser“, zur „Gruppe 47“ etc.
▪
Filmwerbung
für z.B. „Titanic - Literatur, Medien und Vermarktung“
▪
„Autorengruppen und
literarische Veranstaltungen in der Region“ - eine simulierte Autorenlesung
▪
„Literatur
im Netz“ - eine eigene CD mit Rezensionen, Präsentationen und Links
herstellen
fachübergreifend
oder fächerverbindend, z.B.:
▪
Das Phänomen
„Rhythmus“ in Literatur, Musik, Kunst, Physik und Biologie
▪
„Expressionismus“ als
Epochenstil (Literatur, Kunst, Musik)
![]() |
Ziel:
sich gegenseitig Kenntnisse, Beobachtungen, Leseergebnisse etc. vermitteln Effekt:
stärkere Praxis der Verbalisierung, des Kurzvortrags - Festigung des eigenen
Wissens
z.B.
3 Kugellager I - III für 18 Schülerinnen und
Schüler in einem Kurs:
Die
Schülerinnen und Schüler sollen sich gegenseitig Inhalte und Intentionen von
3 Sachtexten vermitteln: z.B.
3 Positionen zu einem Problem von verschiedenen Interessenvertretern als
Vorbereitung auf eine Erörterung, z.B.
3 literaturtheoretische Texte zu einer Gattung, z.B.
historische, biografische und soziologische Hintergrundinformationen zu einem
Werk etc.
|
Ablauf:
3
Texte: A B
C
je
Text 6
6 6
Schülerinnen / Schüler
Vorbereitung der Texte in je drei Tandems zu Text A, B und C
● ca.
15’ - je nach Text, ggf. max. 12 Stichwörter zu 1 Seite notieren
erlaubt
Kontrolle der eigenen Arbeitsergebnisse an einem zunächst verdeckt
liegenden „Abgleichbogen“, auf dem die Lehrkraft jeweils zu einem
Text die erwarteten Ergebnisse festgehalten hat.
3 Kugellager I - III einrichten (Geräuschpegel regeln!!):
1.
Außenkreis vermittelt an Innenkreis, ca. 5’
2.
Innenkreis vermittelt an Außenkreis, ca. 5’
3.
Innenkreis wandert 1 Sitz weiter im Uhrzeigersinn, Innenkreis
vermittelt an Außenkreis, ca. 5’
4.
Außenkreis vermittelt an Innenkreis, ca. 5’
Summe:
max. 35’ Dauer des Kugellagers - jede/r hat zweimal einen Kurzvortrag
gehalten und etwas aus zwei fremden Texten vermittelt bekommen; anschließend
ggf. Vertiefung im Plenum.
Stationenlernen
![]() |
Methode:
schülerorientiertes Verfahren - längere Phase des selbständigen
individuellen Lernens Ziel:
einen Lerngegenstand aus verschiedenen Perspektiven, auf verschiedenen „Kanälen“
und mit verschiedenen Methoden erarbeiten Effekt:
verschiedene Sinne einsetzen - Stationen und Arbeitsweg selbstverantwortlich
angehen
|
▪
Einsatz von Pflichtstationen und freien Wahlstationen
▪
motivierendes Material bei jeder Station
▪
klare Aufgabenstellung bei jeder Station
▪
Einsatz von Übersichtsbögen je Schüler zum Abhaken oder Eintragen der
geleisteten Arbeit
▪
Kontrollbögen am Ende der Stationen
▪
Vorbereitung eines integrierenden, übergreifenden Themas für das
verarbeitende Plenumsgespräch
z.B.
„Umbruch um 1900 in Kunst und Literatur“ in Jg. 13 (mehrstündig):
z.B.
Station
A) Zeitzeichen-Sendung (WDR) als Hörtext und Geschichtsbuch:
Wilhelminische Epoche
Informationen zum historisch-politischen
Hintergrund aufbereiten
Station
B) DVD-Video auf Laptop: Berlin – Sinfonie einer Großstadt,
Ausschnitt
Stadtbild und Montagetechnik erläutern
Station
C) epischer Textvergleich: Auszüge aus Wilhelm Raabe: Die
Chronik der Sperlingsgasse – Döblin: Berlin Alexanderplatz
Wahrnehmungsmuster und Schreibmuster
vergleichen
Station
D) Malerei um 1900: 3 Bilder im Kontrast (von z.B. Liebermann,
Grosz, Bonnard, Delaunay, Die Brücke)
Wahrnehmungsmuster und Gestaltungsformen
vergleichen – in Bildskizze nachgestalten
Station
E) Theorietexte:
Nachdenken über die Großstadt (Horvath, Krakauer, Sinclair, Brecht)
zeitgenössische
Problemstellungen als Thesen erarbeiten – eigene Thesen zur Großstadt
mit den vorgelegten konfrontieren
Station
F) Musik um 1900: Debussy, Mahler, Hindemith, Debussy
neue Formen der Harmonik an 1 Beispiel nachvollziehen und
Wirkungen beschreiben (erste Tonbeispiele z.B. in Wikipedia
„Quartenharmonik“ etc. – ggf. durch Mitschüler/in am Instrument)
Integration
im Plenum: über „Krisenbewusstsein“ - neue Ansätze in Philosophie,
Psychologie und Literatur (dazu Texte von Nietzsche, Freud,
Schnitzler, Hofmannsthal)
http://www.wolfram-thom.de/lfb-material.htm
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wandzeitung
als Hypertext
Methode:
schülerorientiertes Verfahren - Lernen durch Visualisieren
Ziel:
„Gesamt-Text“ über alle erarbeiteten Ergebnisse zur Arbeit an einer
Ganzschrift oder einem Dossier als Wandzeitung mit verschiedenen Textsorten -
auf Poster, Tapetenrolle u.ä. - Vernetzung von Teilergebnissen:
Beziehungen zwischen den Teilen markieren (Querverweise/Links) - Wahrnehmung
der Netzarchitektur - Springen zur individuellen Nutzung von Knoten zu Knoten
Aufgabe:
Schülerinnen und Schüler erarbeiten komplexe Themen an einer Ganzschrift, zu
einem Autor, zu einer Epoche
1.
In einem Brainstorming zum Thema und Text Produktionsideen für eine
Wandzeitung herstellen, die Außenstehende über das Thema sowie den Text
informieren sowie die eigene Arbeit und die Ergebnisse optisch aufbereitet und
verarbeitet vorstellen soll (s. Module nach dem Prinzip des „Textdesign“).
2.
Produktion in Gruppen-, Partner- oder Einzelarbeit: Produkte zum Thema,
zum Text, zu einem Teilthema, zu Hintergründen (Autor/Epoche etc.) herstellen
- verschiedenen Textsorten nutzen - in verschiedenen Medien verfassen -
Module:
- analytische
Texte: z.B. Textanalyse - schriftliche Szenenanalyse - Kommunikationsanalyse
- Stil- und Sprachanalyse - Problemerörterung - Rezension - Textkommentar -
Figurenkonstellation - Spannungsbogen - Analyse zeitgenössischer Rezensionen
- Analyse theoretischer Texte zur Literatur-/Kunsttheorie der Epoche -
Analyse der „historischen Differenz“ zum Textverständnis - vergleichende
Untersuchung von Stellen in verschiedenen Literaturgeschichten - etc.
- informierende
Texte: z.B. allgemein-politischer Überblick für jene Zeit - biografische
Information zum Autor - Lexikonartikel zur Epoche - Erläuterungen zur
Gattung - Sachtexte zum Problem im literarischen Text -
literaturgeschichtlicher Textabschnitt - Informationen über andere Autoren
der Epoche - Information über ausländische Literatur zur selben Epoche und
zum Epochenstil - Vergleich mit anderen Epochen - etc.
- produktive
und kreative Texte: z.B. Erinnerungs-Cluster zum Leseeindruck
- Szenisches Lesen auf Audiokassette - Standbilder auf Fotoposter (am
besten Digitalkamera) - Videomitschnitt eines Szeneanspiels (ggf. mit „freezing“)
- (hinzuerfundene) Briefe, Tagebuchnotizen, Testamente, Anfragen, Bitten,
Beschwerden verschiedener Textfiguren - Interview mit einer Textfigur -
Reportage, Denkschrift, Leitartikel, Zeitungsbericht über die sozialen Verhältnisse
im Originaltext - Beratungsgespräche, Briefkasten-Texte zu den psychologischen
Problemen der Figuren - Gerichtsverhandlung über die Schuldfrage - hinzuerfundene,
den Handlungsverlauf verändernde Szene mit Linie der Konsequenzen - Covertext
und Titelbild für die Buchausgabe - Entwurf von Kulissen und Requisiten
- Streichfassung von Szenen für eine Aufführung - Werbeplakat zu einer
Aufführung - Fotowand zum histor. Umfeld - etc.
3.)
Vernetzen - Verknüpfungen herstellen: Gesamtangebot der Produkte
sichten und auf der Wand arrangieren (nach Ressorts, Teilthemen, Produktarten,
Arbeitsgruppen, Texten zur Schnellinformation oder zur Vertiefung o.ä.) -
Rezeption der Produkte vor der Wand - Module mit Nummerierungsvarianten,
Verbindungslinien o.ä. auf der Wandzeitung verknüpfen (von Schlüsselwort zu
Schlüsselwort) - Verbindungen erklären und somit mündlich die Ergebnisse
integrieren – einen integrierenden „Überblickstext“ schreiben (s.
Aufgabentyp: auf der Basis von Materialien einen informierenden Text
verfassen) - etc.
Beispiel
- „Naturalismus - G. Hauptmann, Vor Sonnenaufgang“ (Wandzeitung
- Hypertext)
©
G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de