Arbeitsteilige Gruppenarbeit
Methode: schülerorientiertes Verfahren
Ziel: Arbeitsergebnisse in Kleingruppen erstellen und sich gegenseitig
vermitteln zur Integration der Teile / Zusammenschau im Plenum
Effekt: stärkere Praxis eines individuell bevorzugten Verfahrens - oder kontrollierte
Einübung eines ungewohnten Verfahrens - selbständiges Arbeiten -
adressatenbezogenes Präsentieren - kriterienbezogenes Auswerten

▬►z.B.
für 20 Schülerinnen und Schüler
in einem Kurs
● z.B.: 1
Text als Gegenstand für alle
Schülerinnen und Schüler
● 4
Arbeitsgruppen (je 5
Teilnehmer)
für z.B. 3 verschiedene Zugriffe auf einen
Text -
oder auch nur für 2 Zugriffe, so dass dann
doppelt besetzt wäre:
In Auswahl aus…
z.B. Gedicht:
A)
interpretierendes Lesen: Situation des lyrischen Ichs, Gefühle, Sprache der
Gefühle
B) Motive,
thematische Entwicklung, Blickführung, Sinneseindrücke
C) Bildsprache,
Metaphern, Symbole, Einzelbilder - Bildkomplexe
D) rhetorische
Mittel, Klangmittel, äußere Form – in Funktion
oder
z.B. Erzähltext:
A) Analyse - systematisch: Erzählformen,
Erzählersituation, Perspektiven, Erzählzeit...
B) Analyse - aspektorientiert: zentrale
Themen, Motive, Verhaltensweisen, Aussagen...
C) Analyse von Schlüsselstellen her: ein,
zwei als Ausgangspunkte, weitere Parallelen dazu
D) historisch: Text als Beispiel für
Epoche/Epochenumbruch: Mentalität, spezifische Gestaltung etc.
oder
z.B. politische Rede / argumentativer Sachtext:
A) Konspekt zum gedanklichen Aufbau des
Textes
B) Argumentationsanalyse: Argumentationsziel,
einzelne zentrale Argumente, Arten der Argumente
C) Kommunikationsanalyse: Redesituation,
Sprecher, Adressaten, Kommunikationsbedingungen,
Sprachhandlungen,
Redestrategien
D) Rhetorik der Rede: rhetorische Mittel - stilistische
Mittel - Effekte - Wirkungen
●
Kleingruppen
setzen sich nach freier Wahl zusammen oder werden von der Lehrperson eingeteilt:
a) nach bevorzugten Verfahren oder
b)
nach wenig geübten Verfahren oder
c)
nach Themen oder
d)
nach Interessen oder
e)
nach Sympathie oder
f)
nach Kombination von schwächeren und
stärkeren Schülerinnen und Schülern oder
g)
nach Geschlechtermischung oder
h)
...
● Einsatz von Funktionskarten ► Rollenübernahme
–
zu verschiedenen
Zeiten auch im Rollenwechsel
►Moderator: ein Gruppenmitglied regelt die Gesprächsabläufe,
achtet auf gleichberechtigte Beteiligung, fordert auf etc.
► Zeitnehmer:
ein Gruppenmitglied achtet auf baldigen Beginn, die Arbeitszeit, ggf. Pausen,
Endtermin, Zeitpunkt der Fixierung von Ergebnissen etc.
► Protokollant: ein Gruppenmitglied hält Arbeitsschritte,
Probleme, Teilergebnisse, ggf. das Gesamtergebnis fest
► Optimierer: ein
Gruppenmitglied achtet auf den Fortschritt, die Nutzung von Mitteln, die Störungen
etc. und macht Optimierungsvorschläge
●
Arbeitsablauf
– z.B. bei 45’:
0.
Textlektüre in Einzelarbeit / still / mit dem
Stift - je nach Text, ca. 5-7’ - wenn nicht schon als vorbereitende Hausaufgabe
erledigt; in diesem Falle nur Kurzreaktion auf den Text
1.
Entwicklung von Arbeitsaufträgen, 3’
2.
arbeitsteilige Erarbeitung/Analyse in der
Kleingruppe, 15’ / Ergebnisse z.T. auf Folien
3.
2 Kurzvortrag
zur Präsentation der Ergebnisse, je ca. 5’
(3 Vorträge sind das Maximum! – besser
2; die 3., 4. Gruppe könnte in der Integrationsphase mit eingebaut werden; oder
ein Thema wird doppelt besetzt) - ggf. mit Folieneinsatz:
a) Vortrag der
Einzelergebnisse;
b) Hinweise für die anderen Gruppen zu
Bezügen, die für das Verständnis auf den anderen Analyseebenen besonders wichtig
sind; Plenum beobachtet die Bezüge
4.
Plenumsgespräch zur Integration, ca. 10’:
Verknüpfung der Analyseergebnisse in einer Interpretation / Zusammenschau /
Vernetzung / Vertiefung (Aspekte müssen von der Lehrperson vorgeplant sein!)
In der Präsentations- und Auswertungsphase kommt es darauf an, jeweils
die anderen Gruppen, deren Thema gerade nicht präsentiert und behandelt wird,
einzuspannen, z.B.:
a) durch
Vergleichsaufgaben
b) durch Festhalten
von Aspekten oder Argumenten, die die eigenen Ergebnisse ausbauen, verändern,
präzisieren etc.
c) durch
Beobachtung von Kriterien: z.B. Anwendung eingeführter Verfahren, Form der
Präsentation, Nutzen der Ergebnisse etc.
d) durch Auftrag,
aus den vier Teilprodukten ein Gesamtprodukt zu erstellen
e) durch Vorlage
eines Lückentextes, der nach Befunden aus allen vier Teilgebieten fragt
f) durch Auftrag,
die Teilergebnisse in einer verknüpfenden Grafik zusammenzufügen.
Weiter zur Gruppenarbeit: http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/lernen/unt/cl_aelteresch.html
© G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de