Arbeit mit
Folien
Methode: mediengestütztes Verfahren - komprimierte, reduzierte und
optisch akzentuierende Form
Ziel: z.B. Informationen übersichtlich visualisieren -
Arbeitsergebnisse in Kleingruppen erstellen und sich gegenseitig vermitteln -
Referate mit Foliendarstellung stützen
Effekt: selbständiges Arbeiten - adressatenbezogenes Präsentieren -- Mit
Folien kann man sich als Lehrperson eine Sammlung von Kurztexten, Aufgaben oder
Grafiken anlegen, die man immer wieder einsetzen kann.
Schreibtechnik: beschreibbare Folien, Kopierfolien und Inkjet-Druckfolien unterscheiden; Schrift mit permanent-Folienstiften (löschbar mit Spiritus, Kölnisch
Wasser o.ä.) und non-permanent-Folienstiften
(löschbar mit Wasser); Schriftgröße mindestens 14 Punkt; Farbe Rot vermeiden,
da zu wenig zu erkennen); Overhead-Projektor + Projektionsfläche
Layout: Textaufteilung auf dem Blatt großzügig; i.d.R. sollte es sich um eine
eigens aufbereitete grafische Darstellung handeln, die einen Vortrag stützt;
also eher exemplarisch darstellen als systematisch alles sammeln; bei Kopieren
von Text müsste die Kopiervorlage vorher über Punkt 12 hinaus vergrößert werden
Präsentation: wesentlich
ist der Vorteil der Folienarbeit, dass der Vortragende während der Vermittlung
mit dem Gesicht zum Publikum sprechen kann; er steht seitlich neben dem
Projektor und zeigt mit einem Stift auf
einzelne Elemente auf der Folie, wendet sich also nicht um zur
Projektionsfläche, um dort etwas zu zeigen!
Arbeitsfolien: z.B. An einem Erzähltext mit zwei
verschiedenfarbigen Folienstiften alle Verbformen im
Präteritum sowie im Präsens unterstreichen lassen und den Tempuswechsel
beobachten und deuten.
Textfolien: z.B. Ein Merktext (s.o.) wird durch Projektion zum
Abschreiben vermittelt; zur Kontrolle kann er am nächsten Tag in Teilen
abgedeckt (s.u.) wieder aufgelegt werden.
Folienstreifen: Es hat sich bewährt, dass die Schülerinnen und
Schüler bei Gruppenarbeit (z.B. 3-4 Gruppen ausgewählt zur Präsentation auf
Folie) ) die Teilergebnisse für eine arbeitsteilige
komplexe Aufgabenstellung so auf Folienstreifen schreiben (große Schrift,
exemplarische Befunde... s.o.), dass diese Streifen dann neben-/untereinander
aufgelegt werden können und somit ein Überblick über das gesamte Ergebnis
ermöglicht wird.
Folien abdecken: Was die Schüler noch erschließen sollen, auf der
Folie aber schon geschrieben steht, zunächst mit einem entsprechend großen
Papierstück abdecken: z.B. Die Schüler
haben an dem Tempuswechsel beobachtet, dass der Wechsel vom Präteritum ins
Präsens die Funktion hat, den Höhepunkt nahezurücken;
sie ergänzen den Satz zur Begriffsbildung und Funktionsbestimmung:
„Den Übergang vom Präteritum zum
Präsens nennen wir ____________________________.
In einer Erzählung hebt er den
_____________________________ hervor.“
Oder:
In einem Gedicht werden alle Adjektive abgedeckt, und in einer semantischen
Analyse werden sie aus dem Kontext erschlossen und nach Aufdecken verglichen
oder verifiziert.
Folien überblenden: Was im Unterricht immer wieder benutzt werden soll,
auf einer Grundfolie „permanent“ schreiben, dabei an Stellen, an denen die
Schüler Lösungen finden sollen, Lücken lassen; auf einer darüber gelegten
Überlegfolie von Hand das Gewünschte in die Lücken eintragen (lassen):
z.B.
in einem Gedicht auf der Grundfolie die finiten Verben auslassen, von den
Schülern aus einer Infinitivliste auf einer Überlegfolie einsetzen lassen,
eine zweite Überlegfolie in anderer Farbe mit den Originaleinträgen zur
Kontrolle darüber- oder daneben legen.
Folienspiele: Wenn mit sprachlichen Elementen umgegangen wird, die
zu größeren Einheiten zusammengefügt werden sollen, können die Elemente wie
ein Puzzle aus Folienstreifen
hergestellt, zunächst willkürlich aufgelegt
und dann von den Schülern sinnvoll
angeordnet werden: z.B. Satzglieder, aus denen ein Satz zu bilden ist; Sätze
im Text umstellen; aus einer Sammlung Adverbien in Sätze einfügen; aus einer
Sammlung von Konjunktionen wählen und Sätze aneinander koppeln etc.
Beispiel:
Natur in „Werthers Leiden“
A)
Naturerlebnis:
10. Mai 1771
●
„ich erliege unter der Gewalt der
Herrlichkeit dieser Erscheinungen“
●
„wie die Gestalt einer Geliebten“
●
„inneres Heiligtum“
B) Natur als
Spiegel der Seele:
4. September 1772
●
„Wie die Natur sich zum Herbste
neigt, wird es Herbst in mir und um mich her. Meine Blätter werden gelb.“
12. Dezember 1772
●
„mein liebes Tal überschwemmt“
●
„fürchterlich herrlicher
Widerschein“
●
„ich habe Mut zu sterben“
●
„Meine Uhr ist noch nicht
ausgelaufen“
© G. Einecke -
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