Partnerarbeit
Methode: schülerorientiertes Verfahren - Lernen durch kooperatives und
kommunikatives Arbeiten
Ziel: im gemeinsamen Untersuchen und Erörtern ein Problem lösen
Effekt: soziales Lernen - Formen der Kooperation aufbauen - Fremdperspektive
einnehmen
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Partnerarbeit
findet in einer zeitlich enger begrenzten Unterrichtsphase statt, wenn 2 (bis
max.3) Schüler, in der Regel die Banknachbarn, miteinander durch gemeinsame
Kommunikation etwas zu erarbeiten haben.
Den
Schülern ist die Funktion von PA zu erläutern, explizit durch Lehrerkommentare
oder/und implizit in der Arbeitsanweisung für die PA.
PA
ist vor allem dann funktionell, wenn es um folgende Aufgabenstellungen
geht:
Schülerinnen
und Schüler
1.
ergänzen
sich gegenseitig aufgrund individuell unterschiedlicher Erfahrungen oder Kenntnisse
bei Sammelaufgaben;
2.
ergänzen
sich aufgrund unterschiedlicher Aufmerksamkeit bei Beobachtungsaufgaben;
3.
beraten
sich bei Problemlöseaufgaben;
4.
beraten
sich bei Entscheidungssituationen;
5.
beraten
sich bei Bewertungsvorgängen;
6.
helfen
sich im „Helfersystem“ / „Tandem“: z.B. gegenseitiges Diktieren von Partnerdiktaten;
gegenseitiges Korrigieren; Vorschläge für die Textüberarbeitung; „Abhören“
eines auswendig gelernten Gedichts etc.
Partnerarbeit
ist eine Form der Binnendifferenzierung. Sie bereitet Formen der
Gruppenarbeit vor, ist aber auch eine eigenständige Unterrichtsmethode. Sie
ermöglicht eine höhere Sprech‑ und Beteiligungsfrequenz im
Klassenunterricht. Die Schülerinnen und Schüler halten die Ergebnisse ihrer PA
in der Regel schriftlich fest. Arbeitsaufträge auf Arbeitsblättern steuern längere
PA: z.B. zu 2. ‑ 5.: provokative Thesen sind zu überprüfen; zwei Kontrast‑Texte
sind durch Vergleich auszuwerten; für eine Stellungnahme ist ein Begründungszusammenhang
zu erstellen etc.
Varianten
der Ergebnisphase nach PA:
A)
Die Tandems tragen ihre Ergebnisse einzeln vor; dabei sollte in der Regel
mitgeliefert werden, ob die Partner unterschiedliche Positionen vertraten (bes.
3.-5.) und evtl. wie sie zu einem gemeinsamen Ergebnis kamen. Die verschiedenen
Positionen einzelner Tandems werden an der Tafel für eine Gesamtbetrachtung
festgehalten. Bei solchem Einzelvortrag kann jeder die Eigenleistung des
Tandems demonstrieren.
B)
Die Tandems tragen ihre Ergebnisse einzeln vor, verbinden sie aber im Vortrag
mit den Ergebnissen anderer Tandems. Dabei nutzen sie „Einleitungsformeln“ wie:
„Wir sehen das ähnlich wie XY. / Wir sind zu einem entgegengesetzten Ergebnis gekommen.
/ Wir sehen das an der Stelle x etwas anders. / Wir können folgendes ergänzen.“
etc. Hierdurch wird pure Ergebniswiederholung vermieden, die Schülerinnen und
Schüler erkennen ihre argumentative Position im Unterrichtsgespräch und gehen
von der Selbstdarstellung zu einer Sachdarstellung über.
C)
Die Schülerinnen und Schüler tragen ihre Ergebnisse nicht mehr einzeln vor,
sondern bauen sie in ein auswertendes Unterrichtsgespräch ein. ‑ Dafür
muss zuvor eine weite problematisierende Fragestellung aufgebaut werden. Evtl.
handelt es sich bei ihr um dieselbe Fragestellung wie für die PA, so dass die
Funktion der PA darin lag, ein Unterrichtsgespräch vorzubereiten, an dem nun
viele Schülerinnen und Schüler teilnehmen können.
Lit.: Brüning, Ludger: Aufmerksamkeit fördern – effiziente Formen
der Partnerarbeit. In: DE (Deutschunterricht: Westermann) 5/2006, 14 ff.
© G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de