Tafelbild - Arbeit an der
Wandtafel
Methode: Unterstützung des Lernens durch Visualisierung - Konzentrierung einer Klasse auf ein gemeinsames Objekt - klare Formen der Ergebnissicherung
Effekt: mnemotechnische Hilfe - besseres Speichern
Vorzug: einfaches Handhaben - Nachteil: nach Gebrauch gelöscht
gegenüber der Folie: geringerer Aufwand - wirkt direkter - Schüler können auch beteiligt werden
Problem: Diffamierung als "Methode aus der Kreidezeit" - aber ohne großen Aufwand durchzuführen
Funktionen
des Tafelbildes - auch in Kombination:
Induktionstafelbild: sprachliches Ausgangsmaterial bereit stellen
Ergebnistafelbild: Ergebnisse des Unterrichts in knapper, einprägsamer und übersichtlicher Form fixieren
Systematisierungstafelbild: Unterrichtsergebnisse übersichtlich systematisieren
Arbeitstafelbild: für die Schülerübung, die Wiederholung und Kontrolle verwenden; für die Schreibweise einzelner Wörter, für Skizzen zur Veranschaulichung u. a. .
Entstehung
des Tafelbildes:
im
Ablauf des Unterrichts, in einzelnen Phasen: genetisches Tafelbild
vor der Stunde vorbereitet: statisches Tafelbild
Das Ergebnistafelbild und das Induktionstafelbild wird die Lehrperson meistens selbst an der Tafel fixieren.
Das Ergebnistafelbild und das Systematisierungstafelbild sollten wegen ihres Einprägewertes in der Regel im Verlauf einer Unterrichtsstunde nicht abgewischt werden.
Der Wert eines guten Tafelbildes liegt vor allem in der visuellen Veranschaulichung, der Konzentration der Schüler auf wichtige Seiten des Unterrichtsgegenstandes und im Einprägeeffekt. Außerdem können die Schüler durch die Tafelarbeit aktiviert worden.
Die Art des Tafelbildes, der Inhalt, die Form und der Einsatz müssen in der Unterrichtsvorbereitung geplant werden, und zwar sowohl die Phasen der Erarbeitung als auch die Endfassung.
Vorsicht: Sammlungen in Tafelbildern (Wortbeispiele, Phrasen, Zitate etc.) dürfen nicht zu umfangreich werden! Stattdessen nur exemplarisch ins Tafelbild aufnehmen und nur mündlich weitere Beispiele anführen lassen.
Ausformulierungen in vollständigen Sätzen nur in der Unterstufe; in höheren Klassen nur Wortgruppen oder Begriffe nutzen und daraus zumeist eine grafische Darstellung entwickeln (s. Konspekt).
Abgeschrieben wird des Tafelbild,
wenn es wichtigen Merkstoff für den Schüler enthält
wenn es Grundlage für die Erledigung der Hausaufgabe ist;
wenn es die Grundlage für die folgenden oder andere Stunden bildet;
Nicht abgeschrieben wird das Tafelbild,
wenn es ein Induktions- oder Arbeitstafelbild ist
wenn es ein Ergebnistafelbild ist, das keinen wichtigen Merkstoff enthält
wenn es ein Ergebnistafelbild ist und Merkstoff enthält, der im Schulbuch steht und von dort evtl. in Hausarbeit ins Merkheft übertragen worden kann.
Die Abschrift des Tafelbildes (auch nur in Teilen) erfolgt demnach immer geplant und ist niemals nur Zeitfüllsel.
(z.T. nach: W. Bütow u.a.: Methodik Deutschunterricht - Muttersprache. Berlin: VW 1979;
zum Tafelbild ausführlicher: Winzer, in: Seminar 2/2001)
Aufteilung der Tafelflächen - linke Seite - Mitte - rechte Seite - eine reflektierte Planung:
Hier gibt es traditionelle Lesemuster in unserem Kulturkreis, in dem man von links nach rechts liest: Die Reihenfolge der Einträge würde von links nach rechts erfolgen.
Und es gibt tradierte ikonographische Schwerpunkte: Das Wichtigste steht in der Mitte.

(Unterrichtsbeispiel und Bild: Sandra Rousselle, Ref' Jülich 2006)
Hier wurde in Klasse 5 am Thema "TV-Programmhinweise - Satzanfänge variieren" die Umstellprobe zur Bestimmung der Satzglieder eingeführt. (s. integrierter Grammatikunterricht)
Nach einer Beobachtung an einem Ausgangstext (s. Kerntext) wurde die Leitfrage für die Sprachreflexion, die nun die nächste Stundenphase bestimmt, als Eingangssteuerung auf der linken Tafelfläche notiert. Das zentrale operationale Verfahren, das auch weiter angewendet und behalten werden soll, erscheint in der Mitte: die Umstellprobe. Ein aktuelles Ergebnis zum vorgegebenen Beispiel wird auf der rechten Tafelfläche festgehalten: In diesem Beispiel ließen sich durch die Umstellprobe 4 Satzglieder bei 6 Wörtern ermitteln. (Als Folgerung wäre ggf. darunter einzutragen: Satzglieder können aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen. Beim Umstellen bleiben die Wörter der Wortgruppe zusammen.)
Die ganze Arbeit auf der Tafelmitte ist zudem operational und aktivierend: Zunächst wurde der Ausgangssatz aus dem Programmhinweis in der Mitte oben angeschrieben: "Er sucht also einen neuen Job." Die Einkreisungen gab es noch nicht. - Die Schülerinnen und Schüler experimentierten dann mit neuen Formulierungsvarianten an der Tafel, indem sie den Satz umarrangierten. Diese konnten sie mit den vorbereiteten zugeschnittenen farbigen Karten, die mit Magneten an der Tafel haften, entsprechend an die Tafel heften. - Die Beobachtung beim Umstellen führte zur Einkreisung der Satzglieder im oberen Satz. Dabei wurde farbige Kreide benutzt, die die Farbe der Karten wieder aufnimmt. - Schließlich gab es die Feststellung im rechten Tafelteil und die verbale Ergebnisfixierung: Mit der Umstellprobe kann man die Satzglieder bestimmen.
Beispiel 1: sammelndes Tafelbild
nach Kategorie "Kontraste" gegliedert - sammelnde Tafeltexte dürfen nicht zu umfangreich werden; ggf. aus den mündlichen Beiträgen nur exemplarisch an der Tafel fixieren; dieser Typus nimmt mit höheren Jahrgängen ab

Beispiel 2: sammelndes Tafelbild
Kategorie der Gliederung: Vergleich zweier Texte und Resümee - die Menge ggf. kontrolliert halten
(Kästner: Besuch vom Lande - Brief eines nackten Mannes; in: Deutschbuch 8, Lehrerband, 177)

Beispiel 3: Ergebnis-Tafelbild
im Rückblick auf die Figur - kommentierend
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Beispiel 4: strukturiertes Tafelbild
"Textanalyse optisch" - spiegelt die Perspektiven-Gestaltung

Beispiel 5: begleitendes, genetisches Tafelbild
Elemente entstehen im Prozess der Erarbeitung
(Frisch: Andorra - aus: Deutschbuch 9, Lehrerband, 179)

Beispiel 6: strukturiertes Tafelbild (Strukturdiagramm)
die Beziehungen zwischen Aspekten werden grafisch verdeutlicht
( aus: Deutschbuch 9, Lehrerband, 181)

Beispiel 7: Ergebnis-Tafelbild
gestaltet als Merkwissen: visualisierend mit bildlichem und definitorischem Teil, Beispielspalte und Leseanweisung
(aus: Deutschbuch 7, Lehrerband, 85)

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