Richtlinien und Lehrpläne Deutsch - Sek. II
- Gymnasium/Gesamtschule NRW 1999
Reflexion
über Sprache
Ziele: u.a. Sprachliche
Kompetenz - sprachliche Verstehens- und Darstellungskompetenz (RLL 5)
Bereiche: Sprechen - Schreiben - Umgang mit Texten
und Medien - Reflexion über Sprache -
Methoden des fachspezifischen und fächerübergreifenden
Arbeitens
1.
Reflexion über Sprache als bereichsübergreifendes Grundprinzip (RLL 22, 33):
Sprache
in Funktionszusammenhängen - forschendes Lernen - Formulierungsentscheidungen
2.
Reflexion über Sprache als spezieller Bereich (RLL 22, 33):
Obligatorik
- Progression und Rückbezug der Unterrichtsvorhaben (UV)
Obligatorik:
Themen für UV oder in andere UV integriert (RLL
35):
▪ Denken, Verstehen, Lernen
▪ Kommunikation,
Kommunikationstechnologien
▪ Sprachentwicklung
▪ Sprachvarietäten
▪ Sprachstruktur,
Sprachfunktion
Unterrichtsvorhaben (UV):
Jg. 11: 1 UV von 4
Jg. 12/13: GK:
2 von 7 UV (bei 2 UV je Hj.)
LK: 3 von 10 UV (bei 3 UV je Hj.)
Aufgabenschwerpunkte:
1.
Strukturen der
Sprache als System und Funktionen ihres Gebrauchs in Texten und
Kommunikationssituationen kennen lernen und beschreiben können:
●
Erweiterung der
grammatischen und stilistischen Kompetenz in der Arbeit an und mit Texten und
Medien - nicht isoliert (RLL 23)
●
Argumentation
●
Rhetorik
2.
Sprache als
Ergebnis von ontogenetischen, historischen und interlingualen
Entwicklungsprozessen verstehen:
●
Spracherwerb:
interlingual, d.h. interkulturell / Mehrsprachigkeit
●
Sprachwandel:
Epochenumbrüche / Bedeutungswandel (Arbeit an Begriffen)
3.
Sprachvarietäten
untersuchen und angemessen verwenden können:
●
Sprachebenen stilistisch
unterscheiden - Sprachnormen
●
Jugendsprache, Jargon...
●
Fachsprachen,
Wissenschaftssprache
4.
über das
Verhältnis von Sprache, Denken und Wirklichkeit nachdenken:
●
sprachtheoretische und
sprachphilosophische Themen - Sprache und Denken
●
Sprache und Wirklichkeit
oder Fiktion
●
Sprache und
Popularisierung fachwissenschaftlicher Erkenntnisse
5.
Veränderungen im
Denken, Wahrnehmen und Kommunizieren durch die Informations- und
Kommunikationstechnologien reflektieren
●
Sprach- und Medienkritik
●
Massenmedien und
Bewusstseinsindustrie
●
Journalismus
●
Internet
Arbeitsweisen (RLL 26):
▪
operativ-kreatives
Eingreifen in Sach- und Medientexte: Umgestaltung - sprachanalytische Operationen
▪
Textoptimierung:
Operationen, Schreibkonferenzen, Gespräche über eigene Texte, Überarbeitung
▪
situativ oder in
Lernarrangements: Sprachnormen und sprachliche Mittel reflektieren
▪
publizistische Sachtexte
zu den sprachtheoretischen Themen
▪
fachübergreifendes
und projektorientiertes Arbeiten
Methoden sprachanalytischer Arbeit (RLL 27 f.):
▪
Arbeit an
Begriffen
▪
Beschreibung,
Analyse und Bewertung von Formulierungsentscheidungen
▪
Beobachtung und
Erprobung argumentativer und rhetorischer Strategien
▪
in versch.
Kommunikationssituationen
▪
rezeptiv und
produktiv
►
Integrativer Unterricht ist entscheidende Voraussetzung dafür, dass die
stilistische und grammatische Kompetenz der Jugendlichen erweitert werden kann.
Beispielsequenzen der Richtlinien und Lehrpläne mit explizitem Bereichsbezug zur
Reflexion über Sprache (RLL 54 ff.):
|
11/I |
1.
UV |
Kommunikation in Erzähltexten - kommunikative Prozesse im
Unterricht |
|
11/II |
2.
UV |
Wissenschaftssprache und Medienöffentlichkeit (nach:
„Wissenschaftlerdrama“) |
|
12/II |
2.
UV |
Sprachstrukturen und Sprachfunktionen (zu: eigene
Argumentation / Facharbeit; sprach- oder literaturtheoretische Sachtexte,
Essays |
|
13/I |
2.
UV |
Sprachskepsis - Sprachkritik (im Kontext: Epochenumbruch
19./20. Jh. |
|
13/II |
|
Begegnung
von Kulturen in Sprache und
literarischen Texten (zu: deutsche und nichtdeutsche Literatur) -
Mehrsprachigkeit - Übersetzung |
Reflexion über Sprache in den Aufgabenarten für Klausuren und Abitur
(RLL 75 ff.):
►
Aufgabenart I: Analyse eines Sachtextes mit weiterführendem Schreibauftrag
z.B. sprachtheoretische
Texte, sprachkritische
Abhandlungen, Reden...
►
Aufgabenart III: argumentative
Entfaltung eines fachspezifischen Sachverhaltes bzw. Problems oder eines
Problems, dessen fachlicher Hintergrund aus dem Unterricht bekannt ist,
- im Anschluss an eine Textvorlage
- unter Vorgabe einer Kommunikationssituation
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