Umgang mit Texten und Medien (RLL D S II NRW 1999, 2. 1.
2, S. 16 ff.)
● Die Schülerinnen
und Schüler lernen zunehmend, Sachverhalte und Textbefunde präziser zu benennen
und unter verschiedenen Aspekten angemessener zu beschreiben. Darüber hinaus
ist ihre Fähigkeit, zwischen reproduzierenden,
beschreibenden, deutenden und wertenden Äußerungen zu unterscheiden
weiterzuentwickeln.
● Die Schülerinnen
und Schüler erwerben ihre Kenntnisse und Einsichten über Normen und Verhaltensweisen in den Lebenswelten,
denen die Texte entstammen. Durch die Wahrnehmung historisch und kulturell
bedingter Andersartigkeit vergrößern sie die
eigene Erfahrung.
● In der
Auseinandersetzung mit literarischen Modellen sozialen
Handelns im Konfliktfeld diskrepanter Werthaltungen wird ein zunehmend
selbstständiges Urteilsvermögen ausgebildet. Der Blick auf die in der Literatur
wahrnehmbare historische Entwicklung bestimmter
gesellschaftlicher Normen und der Vergleich unterschiedlicher Konfliktlösungen
ermöglichen die Erörterung von ethischen Positionen und deren Bezug auf die eigene
Denk- und Handlungsweise.
● Die Schülerinnen
und Schüler erwerben im Verlauf der gymnasialen Oberstufe die Fähigkeit, auch
umfangreiche und komplexe Texte zu erschließen
und die Ergebnisse in eigenen Texten differenzierter
darzustellen.
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(RLL D S II 1999, 2. 1. 2, S. 17)
Bei den Arbeitsweisen lassen sich drei Ebenen unterscheiden, auf denen texterschließende und textverarbeitende Operationen
anzuwenden sind:
● wiedergeben,
beschreiben und deuten
● erörtern
und beurteilen
● anwenden
Der Verstehensprozess
selbst ist Gegenstand der Reflexion. Als Reflexion des
Textverstehens übergreift dieser Aufgabenschwerpunkt die zuvor genannten
Gegenstände und Arbeitsweisen.
Die Schülerinnen und
Schüler lernen, ihr eigenes Textverstehen als Ergebnis eines konstruktiven Prozesses zu sehen, der Plausibilität beansprucht. Dies stellt zunehmend
höhere Anforderungen an das Abstraktionsvermögen und die Fähigkeit zur argumentativen Informationsverarbeitung. Das
beinhaltet auch die Einsicht, dass die gewonnene Textbedeutung von den Kontexten abhängt.
In der unterrichtlichen Interaktion stellen die Schülerinnen und
Schüler fest, dass in der Lerngruppe bezogen auf einen Text unterschiedliche
Wahrnehmungen und Verstehensentwürfe zur Sprache kommen. Diese Beobachtung verstärkt
ihr Bewusstsein davon, dass Textverstehen auch eine subjektive Leistung ist.
Zugleich ist die Möglichkeit gegeben, interaktive
Formen des Verstehens zu praktizieren und zu reflektieren.
Lernprogression zeigt sich darin, dass die intertextuellen Bezüge von den Schülerinnen und Schüler durchschaut
und für ein vertieftes Textverständnis genutzt werden. Dadurch werden Zugänge
zur Literatur ermöglicht, die das Lesevergnügen steigern.
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(RLL D S II 1999, 2. 1. 2, S. 20 f.)
Verfahren im Umgang mit Texten und Medien
In
diesem Bereich lassen sich drei Ebenen unterscheiden, auf denen texterschließende und textverarbeitende Operationen anzuwenden sind:
Voraussetzung jeder
Textwiedergabe ist textgenaues Lesen, sei es bei intensiver oder kursorischer
Lektüre. Wiedergabe von Texten umfasst vor allem
● resümieren,
● referieren,
● zitieren,
● exzerpieren.
Beim Beschreiben und
Deuten von Texten sind folgende auf das begriffliche
Denken gerichtete Operationen anzuwenden:
● Texte
durchmustern, Informationen auswählen und isolieren
● Informationen
einem Begriff subsumieren, unter einem bestimmten Aspekt zusammenfassen,
klassifizieren
● Textausschnitte
analogisieren, kontrastieren, differenzieren
● Schlussfolgerungen
ziehen
● ausgewählte Informationen neu anordnen
In
jeder Phase des Verstehensprozesses können Hypothesen
hinsichtlich der Textbedeutung auch über eine Reihe weiterer Operationen gewonnen
werden, die eher auf Anschauung gerichtet
sind:
● Ergänzen
(Merkmale einsetzen/ Informationen hinzufügen, Ereignisse antizipieren,
Verläufe imaginieren)
● Verschieben
(Informationen umstellen, Verhältnis von Zentrum und Peripherie verändern)
● Modifizieren/
Kontrastieren (Merkmale/ Informationen ersetzen oder austauschen, Alternativen
entwerfen, persiflieren)
● Weglassen/
Erweitern (Texte/ Informationen reduzieren, Merkmale/ Informationen hinzufügen)
● Übersetzen (Texte auf eine
andere Sprachebene, in eine andere Sprache bringen, in andere Ausdrucksformen
transponieren)
Im Bereich der Literatur
und der audiovisuellen Texte lassen sich sinnvolle Rekonstruktionen
vor allem über die Raum- und Zeitgestaltung, die Konfiguration, das
Figurenverhalten und die Ereignis- bzw. Konfliktstruktur durchführen.
Deutungen
können auf sehr unterschiedliche Weise gewonnen werden. In jedem Fall aber
müssen sie einer textuellen Überprüfung standhalten.
Der literarische oder
filmische Text wird auf historische oder thematische Kontexte bezogen. Dabei
sollen den Lernenden mögliche Aspekte der Verknüpfung
deutlich werden. So entwickelt sich im Lauf des Unterrichts in der gymnasialen
Oberstufe ein Netz von Bezügen zwischen den bearbeiteten Texten. Gleichzeitig
verlangt dieses Ziel, dass die Lernenden die Zusammenhänge, in denen sie die
Texte aktualisieren, zunehmend besser beurteilen können.
In erörternd-beurteilenden
Zusammenhängen ist es erforderlich, eigene und
vermittelte Wertungen zu unterscheiden. Diese Entscheidungen verlangen
kognitive Fähigkeiten und Empathie.
Dafür wird ein spezifisches Vokabular benötigt sowie die Fähigkeit,
erzählende, berichtende, beschreibende und argumentierende Schreibweisen
auseinander zu halten.
Das an den Texten
Erarbeitete soll in anderen Zusammenhängen angewendet werden:
● in der
Lebenswelt der Lernenden (Applikation)
● in der
wissenschaftliche Argumentation (Explikation)
●
in ästhetischen Zusammenhängen (Gestaltung).
Zusammenstellung
und Herausstellung: © G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de