Richtlinien und Lehrpläne Deutsch Gymnasium Sek. II NW 1999, 80 f.:

 

 

Aufgabenart II B: Analyse eines literarischen Textes mit weiterführendem, produktionsorientiertem Schreibauftrag

 

Der weiterführende Schreibauftrag kann den literarischen Ausgangstext auf verschiedene Weise in den Blick nehmen: ...

 

II B: Die Textuntersuchung wird mit einem produktionsorientierten Schreibauftrag verbunden.

 

Damit die Schülerinnen und Schüler die Leistungsanforderungen der Aufgabenform II B erfüllen können, müssen im Unterricht alle im Bereich „Umgang mit Texten“ genannten Verfahren eingeübt sein. Geeignete Aufgaben für einen produktionsorientierten Schreibauftrag sind z. B. Episoden umzuschreiben, aus veränderter Perspektive zu schreiben oder Figuren aus anderen literarischen Kontexten einzufügen. Eigene Erfahrungen können in produktiver Auseinandersetzung mit Bauform und stilistischen Besonderheiten der Textvorlage gestaltet werden, z. B. Erinnerungen an vergleichbare Ereignisse, Situationen, Konfliktlagen etc. Auch Rezeptionserfahrungen von Büchern und Filmen mit ähnlicher Thematik können zur kreativen Auseinandersetzung genutzt werden. In der Aufgabenstellung müssen die weiterführenden Schreibaufträge präzise formuliert werden. Sich anschließende Aufgabenstellungen wie „Begründen Sie Ihre Gestaltungsentscheidungen und die Wahl der Gestaltungsmittel“ sind möglich.

Die kreative Auseinandersetzung mit einer Textvorlage kann auf Analogiebildung beruhen und sich an das vorgegebene Muster halten. Sie kann darüber hinausgehen und Einzelelemente der Textvorlage neu zusammensetzen und umbestimmen.

An der produktiven Veränderung durch Auswahl und Kombination, Kontrastierung und Verfremdung von Einzelelementen zu einem neu- oder andersartigen Verweisungszusammenhang wird Distanzierung und Reflexion ebenso wie imaginative Gestaltungs- und Überzeugungskraft deutlicher sichtbar.

 

Die Bewertung des produktiven Schreibauftrags wird analytisch-konstruktive wie intuitiv-kreative Momente berücksichtigen. Schlüssigkeit und Detailgenauigkeit (auch bei der analogen Reproduktion) spielen ebenso eine Rolle wie Selbstständigkeit und Kreativität. Vielfalt und Originalität des Ausdrucks sind positive Beurteilungsgesichtspunkte.

 

(Herausstellung: G.E.)

 

 

 

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