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0 |
Korrelate
/ Bezugsgrössen |
A |
Sprachsystematische
& orthographische Richtigkeit |
B |
Angemessenheit |
|
B 1. |
Funktionale
Angemessenheit |
B 2. |
Ästhetische
Angemessenheit |
B 3. |
Inhaltliche
Relevanz |
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0 |
Bezugsgrössen/Korrelate |
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0.1 |
Textlänge.
token-Zahlen |
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0.2 |
types-Zahlen |
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||||||||
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0.3 |
Charakterisierung
des Wortschatzes: |
Grundwortschatz/Nicht-Grundwortschatz |
||||||||
|
|
0.4 |
Charakterisierung
der Syntax: |
einfach/komplex;
normal/ausgefallen |
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0.5 |
Charakterisierung
der Kohäsionsleistung: |
viel/wenig;
einfach/schwierig |
||||||||
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0.6 |
Charakterisierung
der Komplexität des Themas sowie der Behandlung des Themas im Text |
|||||||||
|
Sprachsystematische
und orthographische Richtigkeit |
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O |
Orthographie |
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I |
Interpunktion |
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M |
Morphologie |
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|
SY |
Syntax |
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|
T |
Textbau/Satzverknüpfung |
|
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SA |
Semantik
von Inhaltswörtern/Autosemantika |
|
|
SS |
Semantik
von Funktionswörtern/Synsemantika |
|
|
SK |
Semantik
komplexer Ausdrücke (komplexe Wörter, Wortgruppen, Sätze) |
|
B |
Funktionale
Angemessenheit: Verständlichkeit/Kohärenz |
||
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B.1.1 |
Gesamtidee,
Thema, Absicht des Textes |
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|
|
|
1.1.1 |
In
welchem Masse lässt sich im Text eine Gesamtidee erkennen, die den
einzelnen Textteilen ihren Ort zuweist? |
|
|
|
1.1.2 |
Welches
ist diese Gesamtidee? |
|
|
|
1.1.2 |
Entspricht
die Gesamtidee der Aufgabenstellung (wie sie z.B. durch den Titel markiert
sein kann)? |
|
|
B.1.2 |
Aufbau,
Gliederung (Textmakrostruktur) |
|
|
|
|
|
Hat
der Text eine der Gesamtidee entsprechende Gliederung? Welches sind die
einzelnen Glieder? |
|
|
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1.2.1 |
Innere
Gliederung |
|
|
|
1.3.1 |
Äussere
Gliederung (graphisch mittels Absatz, Spiegelstrich u. ä.) |
|
|
B.1.3 |
Thematische
Entfaltung |
|
|
|
|
1.3.1 |
Lässt
sich in der thematischen Entfaltung eine Logik hinter dem Text
rekonstruieren? (Texthintergrundslogik THL) |
|
|
|
1.3.2 |
Zeigt
sich in der thematischen Entfaltung eine Logik im Text selbst?
(Textvordergrundslogik TVL) |
|
|
B.1.4 |
Grad
an Implizitheit/Explizitheit |
|
|
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|
1.4.1 |
Ist
der Text so implizit wie möglich? |
|
|
|
1.4.2 |
Ist
der Text so explizit wie nötig? |
|
|
B.1.5 |
Ausdrücke
der Rezipientenführung |
|
|
|
|
1.5.1 |
Metakommunikative
Elemente |
|
|
|
1.5.2 |
Kohäsionsmittel
(Verweis-, Verknüpfungsmittel: Pronomen, Konjunktionen,
Konjunktionaladverbien u.a.; textstrukturierende Mittel, Wortstellung) |
|
|
|
1.5.3 |
Graphische
Mittel (Unterstreichung, Schriftauszeichnung u. ä.) |
|
|
|
1.5.4 |
Explizite
Nennung von Produzent und Rezipient; Markierung des Standpunktes des
Produzenten |
|
|
B.1.6 |
Angemessenheit
der Sprachmittel (Sachadäquatheit, Funktionsadäquatheit, Ususadäquatheit) |
|
|
|
|
1.6.1 |
Interpunktion |
|
|
|
1.6.2 |
Wortformen-,
Phrasen- und Satzbau |
|
|
|
1.6.3 |
Textbau |
|
|
|
1.6.4 |
Wahl
von Inhaltswörtern/Autosemantika |
|
|
|
1.6.5 |
Wahl
von Funktionswörtern/Synsemantika |
|
|
|
1.6.6 |
Semantik
komplexer Ausdrücke |
|
|
|
1.6.7 |
Registerwahl |
|
|
B.1.7 |
Erfüllung
von Textmusternormen |
|
|
|
|
||
|
|
Ästhetische
Angemessenheit: Besondere formale Qualitäten |
||
|
|
B.2.1 |
Sprachlich-formales
Wagnis |
|
|
|
B.2.2 |
Qualität
der Sprachmittel (Attraktivität/Repulsivität) |
|
|
|
|
2.2.1 |
Wortwahl |
|
|
|
2.2.2 |
Satz-
und Textbau |
|
|
|
2.2.3 |
Rhythmus |
|
|
|
2.2.4 |
Registerwahl,
Tonlage |
|
|
|
||
|
|
Inhaltliche
Relevanz: Besondere inhaltliche Qualitäten |
||
|
|
B.3.1 |
Inhaltliches
Wagnis |
|
|
|
B.3.2 |
Inhaltliche
Wegqualität (Attraktivität/Repulsivität) |
|
Vgl.
·
Nussbaumer, Markus 1994: Ein Blick und eine Sprache für die Sprache. Von
der Rolle des Textwissens im Schreibunterricht. In: Der Deutschunterricht. 5.
48-69.
· Nussbaumer, Markus & Sieber, Peter (1994) Texte analysieren mit dem Zürcher Textanalyseraster. In: Sieber, P. (Hg.) Sprachfähigkeiten - Besser als ihr Ruf und nötiger denn je! Aarau u.a., 141-186
· Nussbaumer, Markus & Peter Sieber 1995: Über Textqualitäten reden lernen - z.B. anhand des `Zürcher Textanalyserasters.` In: Diskussion Deutsch 1995. 141. 15-24.
Dies Raster ist ein hochkomplexes Beobachtungssystem für die Diagnose der Schreibleistung - zur Beurteilung nur jeweils in Teilen heranzuziehen, wenn entsprechende Aspekte gezielt geübt werden. Entsprechend kann aber auch ein vereinfachtes Evaluationssystem für die Schulpraxis abgeleitet werden.
Dazu:
Guy
André Mayor (Luzern):
Lektorieren
statt korrigieren – das Zürcher Textanalyseraster und seine Folgen
Im Rahmen einer Kleinstumfrage bei ehemaligen Teilnehmenden der 'Textanalyse konkret'- Kurse schreibt ein Kollege: "Bin ... pensioniert, lektoriere viel, bin aber zum Glück die leidige Korrigiererei von Schülertexten los !" Mir scheint, da liege ein Missverständnis vor.
Geht
man nämlich davon aus, dass Schülerinnen und Schüler durch eigenes Schreiben
a)
erkennen sollen, dass zwischen mündlichem und schriftlichem
Sprachegebrauchen gewichtige
Unterschiede
bestehen,
b)
verstehen sollen, wie schriftliche Texte 'funktionieren' bzw. nicht
'funktionieren',
c)
lernen sollen, selber angemessen gegliederte, verständliche und kohärent
wirkende Texte zu
verfassen,
ist
es m.E. wenig hilfreich, wenn der Lehrer oder die Lehrerin in den Texten
ausschliesslich Fehlerhaftes oder Unangemessenes sucht und anstreicht (so
genannte 'Aufsatzkorrektur') und lediglich in einen
Schlusskommentar allfällig Positives einfliessen lässt.
Weit
nützlicher für die Schreibenden sind meiner Erfahrung nach relativ ausführliche
Einzelkommentare, die zwar einerseits Misslungenes ansprechen –
und erklären, warum z.B. die konkrete Schreibung, Interpunktion,
Wortwahl, Wortstellung, Satz- oder Abschnittsverknüpfung etc. falsch bzw. in
diesem Kontext unangemessen ist –, andererseits aber auch die positiven
Qualitäten des Textes an der entsprechenden Stelle begründend hervorheben,
also etwa originelle Lexik, geschickte Verknüpfung und Kohärenzangebote,
gelungene Rezipientenführung, sprachlichformales
oder
inhaltliches Wagnis usf. explizit benennen.
Obwohl
das Zürcher Textanalyse-Raster für
die angemessene Untersuchung eines grossen Korpus
von Schüler- und Studienanfänger-Texten entwickelt worden ist und keineswegs
– weil dies viel zu aufwändig wäre – tale quale für die
Kommentierung von Schüler-Texten im Schulalltag
verwendet werden kann, stellt es doch, wie wir meinen ii,
sowohl den SchülerInnen als auch den LehrerInnen
handliche und brauchbare Beschreibungskategorien und Beurteilungskriterien
zur Verfügung.
Ich nenne aus Platzgründen nur einige von denen, die ich in den Kommentaren selbst verwende – und selbstverständlich vorgängig und immer wieder mit den SchülerInnen aufgrund ihrer eigenen Texte bespreche.
An
vielen Schülertexten, dem werden die meisten KollegInnen zustimmen, fällt auf,
-
dass in
ihnen oft – was mit der zumindest partiell vernachlässigten Differenz
zwischen mündlicher
und schriftlicher Kommunikation zusammenhängt – die Grundregel "So implizit
wie möglich, so explizit wie nötig" – missachtet wird (d.h.
die Texte sind häufig entweder redundant oder aber zu implizit formuliert),
-
dass Satzbau,
Satz- und Abschnittsverknüpfung durch Kohäsionsmittel wie Rekurrenz
, Vor- und Rückverweise und
geeignete Konnektoren öfter missglücken und
-
dass
eine zweckmässige Rezipientenführung, etwa durch metakommunikative
Kommentare und entsprechende Grossgliederung,
fehlt.
Darauf
– und in diskursiven Texten zusätzlich auf die Argumentationsstruktur
– beziehen sich denn auch die meisten Kommentare. Und selbstverständlich
auf die Lexik (Register, Semantik von Inhalts- und Funktionswörtern)
und auf grammmatikalische Kategorien wie Valenz und Verbkongruenz,
Stellung des
Verbs im
Satz, Interpunktion und Schreibungen.
http://www.guy-andre-mayor.ch/pdf_aktuell/Lektorieren.pdf
www.fachdidaktik-einecke.de