Abwehrmechanismen (nach S. u. A. Freud)
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wie sie auch bei Figuren in der Literatur zu beobachten sind
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zur psychologischen Interpretation
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aber mit Vorsicht zu klassifizieren: welche Rolle spielt die eigene
Persönlichkeitsstruktur - welche Rolle spielen die Umstände - welche Rolle
spielt die Perspektive (des Erzählers, Lesers etc.) ??
Grundlage
ist der Konflikt im Ich zwischen:
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Es ▬► |
◄▬ Über-Ich |
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triebhafte Ansprüche - ungehemmte Durchsetzung der
Triebregungen: Lustgewinn |
im Sozialisierungsprozess ausgebildete
Gewissensinstanz: moralischer Verzicht |
Statt
der Extremlösungen ein Kompromiss, mit dem Ziel und Gefühl, die Unschuld oder
moralische Sauberkeit bewahrt zu haben und gleichzeitig die Triebziele
teilweise oder entstellt erreicht zu haben. Dazu Nutzung von Abwehrmechanismen:
a)
Verdrängung: Nicht-wahr-haben-Wollen einer
Intention oder eines Erlebnisses
b)
Rationalisierung: nachträgliche Scheinbegründung für Aktionen
c)
Substitution: Verschiebung des Affektes auf Ersatzobjekte
d)
Sublimation: Überführung primitiver Triebregungen in sozial hoch
bewertete Tätigkeiten
e)
Projektion: Zuschreibung eigener, widersprochener Regungen an andere
Personen (z.B. nicht ich hasse sie, sondern sie hasst mich)
f)
Identifizierung: sich auf die Seite des Angreifers oder der verbietenden
Autorität schlagen und damit sich deren Ziele zueigen machen; Wendung der
Aggression nach innen
g)
Überkompensation: Wettmachen eines Minderwertigkeitsgefühls durch
besondere, meist verkrampfte, oft aber erfolgreiche Anstrengungen.
Diese
Formen werden auch bis zu einem gewissen Grade auch vom "normalen
Menschen" angewendet.
Typisch
neurotische Formen der Abwehr:
h)
Regression: Reaktivierung von Verhaltensmustern der frühen Kindheit
i)
Konversion: Umwandlung psychischer Konflikte und Spannungen in
körperliche Symptome, bes. in hysterische Reaktionen (z.B. eine nicht
organische, sondern funktionelle Sehstörung, wenn man etwas nicht wahrnehmen
will) oder Affektverarmung (Apathie)
Und
extremere Formen:
j)
Amnesie: Erinnerungsverlust
k)
Persönlichkeitsspaltung (Person X erlebt sich doppelt, mal als Person A,
mal als Person B)
l)
Phobien: dauerhafte Furcht vor bestimmten Objekten, Situationen oder
Tätigkeiten (z.B. "Platzangst")
m)
Zwangsneurosen: innere Nötigung zur Durchführung bestimmter
objektiv
zweckloser Tätigkeiten in ritualisierter Form (z.B.
"Waschzwang")
Zu
unterscheiden von aktuellen Neurosen: Reaktionen, die auf Situationen
zurückgehen, in denen dem Organismus die Verarbeitung plötzlicher stark
auftretender Affekte misslang: z.B. Angstneurose nach einer Katastrophe. Die
Person weiß um diesen Zustand, ohne unbedingt den Ursachenzusammenhang zu
durchschauen.
(nach: P.R.Hofstätter:
Psychologie. Frankfurt:1970, S.211 ff.)
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