A) Überblick zum Inhalt geben:
1.
der Titel des Textes - das Thema - die Textsorte - die Entstehungszeit
- Autor/in
2.
die entscheidende
Fragestellung - das Problem - der Wirklichkeitsausschnitt - der Sachverhalt
3.
die Position des Autors/der Autorin zum
Thema oder Problem - die Intention (Vermittlungsabsicht,
„Botschaft“) - die Zielgruppe - (ggf.
als Arbeitshypothese für die folgende Detailanalyse)
4.
die geraffte Inhaltswiedergabe und Gliederung des Textes (nach Teilthemen) - Resümee der wichtigsten Informationen; ggf. die Funktion der Teile - Gedankengang des Textes
5.
ggf. ein Konspekt über den gedanklichen Grundriss
des ganzen Textes (grafische Darstellung: Flussdiagramm, Strukturdiagramm,
Spiegelstrichgruppen o.ä.)
B) Auffälliges im Detail - in
Auswahl und mit Bezug zueinander erklären:
6.
Arten der Darlegung: Beschreibung, Bericht, gedankliche Entfaltung...;
Fachinformation, Erlebnis, Spekulation; Tatsachenaussage (wahr - falsch); Behauptung
(strittig); Urteil (subjektiv-wertend); ...
7.
Assoziative Kerne: Stellen mit suggestiver Wirkung, Anstoß von Konnotationen (z.B.
"Kalter Krieg": Eiszeit, kühle Kalkulation, Gefühlskälte, kalt erledigen,
vor der heißen Phase...); Einwirkung auf Gefühle; Rückgriff auf Bilder aus der Erfahrung und der Wunschvorstellung
("Ruhe und Frieden"...)
8.
Semantische Mittel: Schlüsselwörter (Humanität; der Künstler - der Philister; ...),
politische Leitbegriffe (Freiheit, Solidarität, aufgeklärte Menschen, Bürgermut,
...), Reizwörter (Asylant, Skins, soziale Hängematte, ...), Fachwörter,
Leerformeln (Recht und Ordnung, Freiheit des Autofahrers, Betroffenheit ...),
Phrasen (wir wollen doch alle dasselbe, da hört's
aber auf...), Redensarten, Sprichwörter, abstrakte oder konkrete Wörter,
Bilder, Klischees, Topoi ("der kleine Mann", "wir sitzen alle im
selben Boot", "das Schicksal", ...); Fachbegriffe, Fremdwörter
etc.
9.
Argumentation: a) Argumentationskette: Ablauf von Thesen, Gegenthesen, Argumenten; Aussage,
Behauptung - Beweis, Begründung - Folgerung; linear - dialektisch; steigernd,
pointiert; logisch, systematisch; chronologisch; reihend; im Kreis; geradlinig,
sprunghaft, verzweigt...; b) Arten der
Argumente: argumentieren mit Fakten, Autoritäten, Zitaten, Beispielen, Analogien,
Normen -
indirektes Argument (z.B. ex negativo, vom
Gegenteil her), Argument ad baculum (Befürchtungen weckend),
ad populum (Gefühle der Menge erregend), ad misericordiam (das Mitleid ansprechend)
10.
Sprachhandlungen: Erklärung, Unterstellung, Folgerung, Entschuldigung, Einschränkung,
Widerspruch, Rückgriff, Zustimmung, Aufforderung, Bitte, Lob, Dank, Vorwurf,
etc. - ggf. in verschiedenen grammatischen Formen
11.
Grammatische Signale a) der logischen Verknüpfung: Konjunktionen und Adverbien (kausal, konditional,
konsekutiv, konzessiv, temporal, final: da, wenn, so dass, obwohl, als, damit;
aber, doch, schließlich, folglich, daher, also...), textbezogene Redewendungen
(daraus folgt, im allgemeinen, wenn man bedenkt, üblicherweise, ...); Modus:
Indikativ, Konjunktiv I (z.B. Redewiedergabe) II (z.B. Irreales...) - b) der appellativen Sprache: Imperativ,
Modalverben, Anredepronomen, Ellipsen...
12.
Rhetorische Mittel: Wortspiele, Klangformen,
Formen der Steigerung, Übertreibung, Wiederholung, Beschönigung (Euphemismus),
Antithetik/Kontrast, Parallelismus, Anaphern, ...;
C) Problematisieren - kritisch
kommentieren:
13.
Textaussage und
Intention wiederaufgreifen - Gedankengang und
Geltungsanspruch des Textes würdigen
14.
zu Logik und
Stil: Prämissen (Voraussetzungen) - Schlüssigkeit der Begründung -
Anschaulichkeit - Verständlichkeit...
15.
zur Wirkung:
Bezug zum Adressaten, zur Zielgruppe; Nutzen und Verwertbarkeit
16.
ggf. zur
historischen oder aktuellen Situation und den Bedingungen
© G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de