Schreiben
von Sachtexten -Sek. II G.
Einecke
Sachtexte: z.B. ein expositorischer Text - eine „argumentative Entfaltung eines
fachspezifischen Sachverhalts oder Problems“; ein Essay; ein Leserbrief; ein
Kommentar; eine Problemanalyse; eine Textanalyse mit anschließender Stellungnahme; eine freie Erörterung;
eine Beurteilung; ein Sachbericht; etc.
► Textplanung:
Um
nicht zu viel überarbeiten zu müssen, macht man sich vor dem Schreiben
Gedanken:
Stoffsammlung und Textgliederung, Textskizze, Schreibplan,
Stichwortliste, Überschriften für Abschnitte, Konspekt...
Möglichkeit A:
I. Hinleitung: Erfahrungen, Grundsätze, Feststellungen,
Fragestellung →Thema
ggf. Leserführung durch advance organizers = Hinweise
über den Aufbau des Folgenden
II. Entfaltung
des Themas:
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systematisch |
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1. Teilthema 1 1.1 Unteraspekt 1 1.2 Unteraspekt 2 ... (+
Argumente) |
► |
2. Teilthema 2 2.1 Unteraspekt 1 2.2 Unteraspekt 2 ... (+
Argumente) |
► |
3. Teilthema 3 3.1 Unteraspekt 1 3.2 Unteraspekt 2 ... (+
Argumente) |
► |
... |
III. Abrundung: Pointierung, Zusammenschau, Wertung, Weiterführung,
Ausblick etc.
oder:
Möglichkeit B:
II. Entfaltung
des Themas:
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assoziativ-geordnet |
Man
sammelt Einfälle mit der Cluster-Technik: Schreibe den Kern eines Einfalls
auf ein leeres Blatt und rahme ihn mit einem Kreis ein. Nun lasse - ähnlich wie
bei einem Brainstorming, bei dem viele miteinander Einfälle produzieren - dir
Assoziationen zu dem vorhandenen Kern kommen; gruppiere sie in Kreisen um den
ersten Kern; die neuen Kerne sind dann wieder Ausgangspunkte für weitere
Assoziationen. - So entsteht allmählich eine Traube, ein Schwarm (engl. cluster) von Gedanken oder auch ein Spinnennetz, wenn du
die zusammengehörigen Kerne miteinander verbindest. - Mit dieser Materialsammlung
schreibst du nun einen Text. Dabei kannst du weglassen oder ergänzen, was dir
sinnvoll erscheint.
Cluster:

► Den
Einstieg finden:
-
Anknüpfen an
Aktuelles: ein Ereignis - ein persönliches Erlebnis - das vermutete Interesse
der Zuhörer
-
Rückgriff auf
Historisches: ein historischer Vergleich - ein früheres Ereignis - die
Entstehung des Problems
-
ein literarischer
Aufhänger: ein Zitat - ein Sprichwort - ein Witz - eine Episode
-
eine Provokation:
Überspitzung des Problems - Übertreibung - eine unglaubwürdige These
-
Vorgriff auf
Zukünftiges: die Veränderung des Problems - die Prognose - die Zukunftsvision
-
Abklärung des
Themas: die Fragestellung im Thema - eine Definition - die Voraussetzungen des
Themas - Abgrenzung gegenüber der Fülle der Aspekte und Ausschluss -
Ausgangsthese des Redners
► Verständlich
schreiben:
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D i e
v i e r Verständlichmacher: 1.
EINFACHHEIT - Gegensatz:
Kompliziertheit 2.
GLIEDERUNG - Gegensatz: Unordnung 3.
PRÄGNANZ - Gegensatz:
Weitschweifigkeit 4.
STIMULANZ - Gegensatz: keine
zusätzlichen Reize |
Die
„Verständlichkeit“ ist bei Sachtexten / nichtfiktionalen Texten das
ausschlaggebende Gütekriterium.
Bei
Überlegungen zur Verständlichkeit von Texten ist zu unterscheiden zwischen
Texten, die vor allem aufgrund ihres Inhaltes schwierig sind, und solchen, die
vorwiegend aufgrund der Art und Weise schwierig sind, in der sie ihren Inhalt
sprachlich ausdrücken: inhaltsbedingte oder darstellungsbedingte Schwerverständlichkeit.
Gegen
die darstellungsbedingte Schwerverständlichkeit kann man angehen:
1.
Einfachheit: kurze, anschauliche
Sätze - wenig bzw. keine Nebensätze und Attribute - wenig Passiv und komplizierte
Zeitformen - wenig bzw. keine kompliziert gebildeten Wörter - geläufige Wörter
sind leichter lesbar als komplizierte Sätze und Wörter;
2.
Gliederung: Texte, die durch äußere
Abschnitte, Zwischenüberschriften, Leerzeilen usw. übersichtlich gemacht sind -
in denen die Aussagen nach Teilthemen geordnet und folgerichtig angeordnet sind
- in denen Wesentliches gut hervorgehoben ist - die einen „roten Faden“
erkennen lassen, sind leichter lesbar als ungeordnete Texte;
3.
Prägnanz: knapp und genau formulierte
Texte - auf das Wesentliche beschränkte Formulierungen - aber auch durch
notwendige Einführungen und hinreichende Wiederholungen des Neuen auf Leser
eingestellte Texte sind leichter lesbar als weitschweifige Texte;
4.
Stimulanz: Texte, die einen zusätzlichen
Leseanreiz durch bildhafte, konkrete Sprache (z.B. „Stadtpark'“ statt
„städtische Grünanlagen“) - durch direkte Rede - durch rhetorische Fragen zum
Mitdenken - durch lebensnahe Beispiele, witzige Formulierungen, Wortspiele
bieten, sind leichter lesbar als langweilige, trockene Texte.
► Textüberarbeitung:
Beim
eigenen Schreiben geht man nach der ersten Produktion des Textes - Entwurf -
noch an die Überarbeitung heran und stellt eine in Aussage, Stil, und
Schreibnormen (Rechtschreibung, Interpunktion, Grammatik) verbesserte
Fassung her; alleine oder mit Schreibpartnern, die gegenlesen und
Korrekturhinweise geben.
Außerdem
achtet man auf das Layout des Textes: Man richtet passend zur
gedanklichen Gliederung Abschnitte ein (neue Zeile), man formuliert
ggf. Zwischenüberschriften, man schreibt mit Rand. Man schreibt lesbar.
Bei
Referaten o. Ä. setzt man den Namen des Verfassers und das Datum vorweg; man
legt ggf. ein Inhalts- und ein Quellenverzeichnis an.
Bei
der Textüberarbeitung hilft ...
Die ESAU-Regel: Bei der
Textüberarbeitung „Proben“ nutzen (Einecke
1991)
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über ERGÄNZEN - wo eine Lücke auffällt -
mit Einfügeschleife ٧ der Einfügestelle; längere Einfügungen
am Blattende oder Textende
mit fortlaufenden Fußnotenziffern 1) 2) 3)
STREICHEN - wo etwas überflüssig
erscheint - den Satz... AUSTAUSCHEN
- wo ein Wort, Satzglied, Satz,
Textteil nicht passt - also: streichen
und ergänzen oder ganze Passagen umformulieren UMSTELLEN - wo die Reihenfolge der
Satzglieder, Sätze, Gedanken oder Textabschnitte unstimmig ist (mit Ziffern, mit Pfeilen, am PC…):
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