Arbeit mit einem Lehrwerk: Unterrichtsreihe –
Unterrichtsvorhaben – Unterrichtssequenz
Lehrerinnen
und Lehrer nutzen Lehrwerkskapitel in einem integrativen Arbeitsbuch (oder einer
Kombination von Lesebuch und Sprachbuch) für die Umsetzung bestimmter
Arbeitsgebiete aus dem eigenen Halbjahresplan. Ein Lehrwerk ermöglicht eine
angemessene und sorgfältig zusammengestellte Materialpräsentation. Chaotisch
werdende Sammlungen fliegender Blätter (Kopien) werden vermieden bzw.
reduziert. Die Schülerinnen und Schüler haben ein Buch in der Hand, mit dem sie
selbständig nacharbeiten und üben können. (Beispiele aus Deutschbuch Neu. Bd. 5
Berlin: Cornelsen 2004)
Dabei
gibt das Lehrwerk vor:
Die
Gliederung einer Unterrichtsreihe folgt
einem Kapitel X. mit seinen Unterkapiteln
X.1, X.2, X.3.
Die
thematische Ausrichtung ist bestimmt
durch ein Rahmenthema (z.B. 11 Es war
einmal… - Auf Märchen trifft man überall) und die Teilthemen (z.B. 11.1 Rumpenstünzchen und
Oniroku – Märchen erzählen und vergleichen, 11.2 „Gut Mus feil!“ – Die Sprache der Märchen
erkunden, 11.3 In der Märchenwerkstatt – Märchen umerzählen
und neu erfinden).
Das
Lehrwerk hilft das ständige Springen in den Themen, d.h. den
Wirklichkeitsbereichen, Erfahrungsfeldern und Problembereichen, zu vermeiden,
wie es sonst zumeist bei einem Unterrichts auf der
Basis von Kopien vorkommt.
Das
integrative Arbeitsbuch sorgt für eine angemessene Integration der Lernbereiche im Sinne des verbundenen
Deutschunterrichts: z.B.
3
Erlebnisse im Alltag – Spannend erzählen
3.1
Erlebnisse erzählen (Fesselnde Geschichten / Erzählanfänge – Schlingen legen /
Einen Erzählkern ausgestalten)
→
Lernbereich Sprechen und Schreiben
3.2
Abenteuerliche Alltagsgeschichten (drei längere literarische Erzählungen)
→
Lernbereich Umgang mit Texten
3.3
Aus der Geschichtenwerkstatt (Anschaulich erzählen / Ausdrücken, was in uns
vorgeht)
→
Lernbereich Reflexion über Sprache
sowie Übungen zum Schreiben
Das
Lehrbuchkapitel macht in Text-, Bild- und
Materialpräsentation Angebote für die verschiedenen Sinne.
Das
Lehrwerk bietet für den Lernweg eine interne geplante Progression im Materialangebot, im Wissensaufbau und in der
Anforderungshöhe. Induktive Lernwege und deduktive Ansätze wechseln nach Bedarf,
Ergiebigkeit und zeitökonomischen Aspekten.
z.B.
6
Sprachspiele – Satzglieder und Sätze
6.1
Papierfliegerwettbewerb – Flieger und Sätze bauen
→
„Satzglied“ → Prädikat als Satzkern → Satzglieder erfragen –
Subjekt und Objekte → Genaue Angaben machen – Adverbiale Bestimmungen →
Satzbau und Textüberarbeitung
Der
Aufgabenapparat zielt auf
-
verschiedene fachdidaktische
Zugriffe: rezeptionsorientierte, kognitiv-analytische, produktionsorientierte
und handlungsorientierte sowie kreative Aufgaben;
-
verschiedene Handlungsmuster:
entdecken, erarbeiten, produzieren, problematisieren, werten, anwenden, üben,
wiederholen
-
Arbeit an Inhalten
und Entwicklung von Methoden
-
zusätzliche Integration
eines anderen Lernbereichs auf dieser untersten Ebene (z.B. Aufgabe, über die
Sprache in einem Erzähltext nachzudenken)
-
Arbeitsaufgaben und Kontrollaufgaben, d.h. Anregung und Überprüfung
werden auseinander gehalten.
Werkstätten oder Stationen
geben der Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler durch Bereitstellung von
Materialien und Arbeitsimpulse Raum
Merkkästen fassen zusammen, geben Tipps und fixieren deklaratives Wissen, Lernstrategien und Arbeitsmethoden.
Im
Orientierungswissen
werden Übersichten angeboten.
Die
Sozialform und die konkrete Unterrichtsmethode kann zwar
angeregt werden, doch bleibt das Lehrwerk hier i.d.R. für die
Methodenentscheidung der Lehrkraft offen.
Wie Lehrerinnen und Lehrer ein Lehrwerk selbständig
einsetzen
1.
Orientierung im Buch: Wesentlich für den gelingenden Einsatz eines Lehrwerks ist, dass sich
die Lehrkraft selbst im Lehrwerk vororientiert hat.
2.
Planung: Zu
entscheiden ist, welche Kapitel im Schuljahr anstehen sollen, in welcher
Reihenfolge und mit welcher Klassenarbeit zwischendurch oder am Ende.
3.
Adaption: Nach
Lernlaufbahn, Arbeitsstand und Bedarf einer Klasse wird entschieden, ob die
Reihenfolge der Unterkapitel eines Kapitels eingehalten werden soll und ob alle
Teile genutzt werden sollen.
4.
Reduktion, Austausch und Ergänzung: Der Umfang in Text- und Materialangebot wird
bisweilen reduziert; es werden i.d.R. auch weitere Texte, Übersichten etc., mit
denen man gute Erfahrungen gemacht hat, ergänzt oder ausgetauscht.
5.
Aufgabenauswahl:
Mit den vorgeschlagenen Aufgaben wird i.d.R. durch die Lehrkraft frei, d.h. in
Auswahl umgegangen.
6.
Feinmethodisierung: Für die Aufgaben im Lehrbuch muss i.d.R. die Arbeits-/Sozialform noch
entschieden werden: Soll z.B. eine Aufgabe zur Arbeit an einem Text in Stillarbeit/Einzelarbeit,
in Partnerarbeit, in Kleingruppenarbeit oder im Plenum durchgeführt werden; im
Gespräch, durch Schreiben im Heft oder am PC, durch Übersichten an der Tafel,
mit Ergebnissen auf Plakaten etc.; können die verschiedenen Aufgaben in einem
Unterkapitel als Stationen für einen Lernzirkel gruppiert und eingesetzt werden,
so dass die Schülerinnen und Schüler den Lernweg selbst stärker in die Hand nehmen?
7.
Medienkombination: Das Lehrwerk sollte i.d.R. das Leitmedium für den Unterricht sein.
Ihm werden aber andere Medien und Materialien zugeordnet: Arbeitsheft des
Lehrwerks; Hörbuch zum Lehrwerk; Nachschlageheft „Orientierungswissen“; literarische
Ganzschriften und Jugendbücher; Filme und Hörspiele etc.
8.
Heftführung:
Im eigenen Heft tragen die Schülerinnen und Schüler ihre Produkte während der
Arbeit mit dem Lehrwerk ein: Texte während des Unterrichts, Hausaufgaben,
Regeln etc. – Lehrerinnen und Lehrer unterscheiden z.T. Hausaufgabenheft,
Regelheft und freies Portfolio (eigenständige Sammlung eigener und fremder
Produkte, zumeist aus dem produktionsorientierten und kreativen Bereich); hinzu
kommt z.B. ein Lesetagebuch etc.
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