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Die deutschen Literatur wird typischerweise in Epochen eingeteilt, die jeweils durch charakteristische Merkmale gekennzeichnet sind. Die Werke, die in einem gemeinsamen Zeitabschnitt fallen, weisen dabei i.d.R. ähnliche stilistische und formale Eigenschaften auf.

Zur deutschsprachigen Literatur zählen Prosa & Lyrik, die in Deutschland, Österreich, den deutschen Teilen der Schweiz und Belgiens, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol in Italien und in geringerem Maße auch in der deutschen Diaspora entstanden ist.

Hinweis: die Epochen überlappen sich teilweise und sind nicht trennscharf. Auch unter Experten ist die Einteilung zum Teil umstritten. Zudem ist der Übergang zwischen zwei Epochen immer fließend.

Die mittelalterliche deutsche Literatur ist die in Deutschland geschriebene Literatur seit der Karolingerdynastie; für das Ende des deutschen literarischen Mittelalters werden verschiedene Daten genannt, wobei die Reformation (1517) als letzter möglicher Endpunkt gilt. Die althochdeutsche Periode wird etwa bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts angesetzt; die berühmtesten Werke sind das Hildebrandslied und das Heliand genannte Heldenepos. Das Mittelhochdeutsche beginnt im 12. Jahrhundert; zu den wichtigsten Werken gehören der Ring (ca. 1410) und die Gedichte von Oswald von Wolkenstein und Johannes von Tepl.

Die Barockzeit (1600 bis 1720) war eine der fruchtbarsten Zeiten der deutschen Literatur. Die moderne Literatur in deutscher Sprache beginnt mit den Autoren der Aufklärung (wie Herder). Die Empfindsamkeitsbewegung der 1750er bis 1770er Jahre endet mit Goethes Bestseller Die Leiden des jungen Werther (1774). Die Bewegungen des Sturm und Drang und der Weimarer Klassik wurden von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller angeführt. Die deutsche Romantik war die dominierende Bewegung des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

Das Biedermeier bezieht sich auf die Literatur, die Musik, die bildende Kunst und die Innenarchitektur in der Zeit zwischen 1815 (Wiener Kongress), dem Ende der Napoleonischen Kriege, und 1848, dem Jahr der europäischen Revolutionen.

Unter dem NS-Regime gingen einige Autoren ins Exil (Exilliteratur), andere unterwarfen sich der Zensur ("Innere Emigration"). Der Literaturnobelpreis wurde vierzehn Mal (Stand 2020) an deutschsprachige Autoren verliehen, d. h. am zweithäufigsten, gleichauf mit den französischsprachigen Autoren, nach den englischsprachigen Autoren (mit 32 Preisträgern). Zu den Preisträgern gehören Thomas Mann, Hermann Hesse, Günter Grass und Peter Handke.

Die deutsche Literatur der Neuzeit ist größtenteils in Standarddeutsch verfasst, doch gibt es einige Literaturströmungen, die mehr oder weniger stark von Dialekten (z. B. Alemannisch) beeinflusst sind.

Inhalt

Frühmittelalter (750–1050)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Hochmittelalter (1050–1250)

Hintergrund

Motive

Autoren

Spätmittelalter (1250–1470)

Hintergrund

Motive

Autoren

Humanismus und Renaissance (1470–1600)

Hintergrund

Motive

Autoren

Reformation (1517–1648)

Hintergrund

Motive

Autoren

Barock (1600–1720)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Aufklärung (1720–1800)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Empfindsamkeit (1740–1790)

Hintergrund

Motive

Autoren

Sturm und Drang (1765–1785)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Lyrik:

Autoren

Weimarer Klassik (1786–1805)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Romantik (1795-1835)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Biedermeier (1815–1848)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Junges Deutschland und Vormärz (1825–1848)

Hintergrund

Zum Historischen siehe Biedermeier

Motive

Merkmale

Autoren

Realismus (1850–1890)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Naturalismus (1880–1900)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Jahrhundertwende (1890-1918)

Mit Naturalismus und Symbolismus beginnt das, was man oft als die Klassische Moderne bezeichnet. Die Literatur von 1890 bis zum Ersten Weltkrieg ist geprägt von zahlreichen sich teils widersprechenden wie ergänzenden Strömungen. Die meisten Autoren lassen sich in mindestens eine dieser Stilrichtungen einordnen.

Fin de Siècle

Ausgehend von der französischen Literatur, besonders der Lyrik der Symbolisten Charles Baudelaire, Stéphane Mallarmé und Arthur Rimbaud wie ihrer Rezeption im Westen und Norden Europas, verbreitete sich um die Jahrhundertwende auch in Deutschland eine Literatur, die sich vom Objektivitätsanspruch des Naturalismus verabschiedete.

Impressionismus

Als wichtigster Dichter gilt Detlev von Liliencron (1844–1909), ein weiterer Dichter war Max Dauthendey (1867–1918). Als bedeutendster Erzähler gilt Eduard von Keyserling (1855–1918) mit seinem Roman "Wellen". Die impressionistische Lyrik zeichnet sich durch eine Serialität von Sinneseindrücken aus. Ebenfalls in seiner Kurzprosa ist der Schweizer Robert Walser ein Impressionist("Der Gehülfe").

Symbolismus

Die wichtigsten Vertreter des deutschen Symbolismus sind der Dichter Stefan George (1868–1933), der österreichische Dichter, Dramatiker, Essayist wie Erzähler Hugo von Hofmannsthal (1874–1929) und der Dichter wie Essayist und Erzähler Rainer Maria Rilke (1875–1926). Gemein ist den Symbolisten die Abkehr von einer mimetischen Darstellung der Wirklichkeit sowie die Enthebung der Kunst aus dem Reich der Notwendigkeiten als absolute Dichtung. Der klangliche Ausdruck ist von hervorragender Bedeutung.

Dekadenzliteratur

Schriftstellerische Vorbilder waren französische Erzähler, darunter die Realisten Gustave Flaubert und Guy de Maupassant sowie der Ästhetizist Paul Bourget und Maurice Barrès, für die provokativen Autorenrolle vor allem Oscar Wilde. Weitere Anreger für die Prosa der Dekadenzliteratur waren die dänischen Impressionisten Jens Peter Jacobsen und Herman Bang. Im Gegensatz zu den französischen Dekadenzliteraten wie Joris-Karl Huysmans in seinem Roman "Gegen den Strich", welcher tatsächlich die Degeneration aufgrund einer inneren Verödung vorführt, waren die bedeutendsten deutschsprachigen Vertreter Skeptiker, Ironiker und Tragiker der Dekadenz.

Arthur Schnitzler (1862–1931) wirkte als Dramatiker um die Jahrhundertwende mit psychologisch starken Dramen. Ein weiterer bedeutender Dramatiker der Dekadenzliteratur war Frank Wedekind (1864–1918) mit seinen Stücken Frühlings Erwachen (UA 1906) und Erdgeist (UA 1898). Die Wedekindsche Kritik am Bürgertum forcierte Carl Sternheim (1878–1942) in politische Satiren wie Die Hose (UA 1911), womit er die Dekadenz durch eine Kampfansage an die Zeitumstände hinter sich lässt.

Thomas Manns (1875–1955) erster Roman Die Buddenbrooks von 1901 enthält bereits im Untertitel Verfall einer Familie das Hauptthema der Dekadenz.

Neuromantik

Dichter wie Agnes Miegel, Börries Freiherr von Münchhausen, Ina Seidel, Ricarda Huch und Gertrud Kolmar führten die Transformation der Moderne nicht selten in Mystifizierungen fort.

Hermann Hesse (1877–1962) gilt in seinem Frühwerk als ihr wichtigster Erzähler, obgleich er stilistisch sich am Realismus Gottfried Kellers und in der Entwicklung seiner Figuren unter anderem an der Analytische Psychologie Carl Gustav Jungs orientierte.

Jugendstil

Die Dichter des Jugendstils orientierten sich ideell weniger an die Romantik, als an die sinnliche Lyrik Goethes. Wichtige Dichter waren Richard Dehmel und der jüngere Alfred Mombert.

Heimatkunst

Bekanntester Autor in Deutschland war Hermann Löns mit seinen in der Heide spielenden Romanen, besonders mit dem Historienroman "Der Wehrwolf", welcher von Überfällen auf Höfe und den Verteidigungsmaßnahmen der Heidebauern im Dreißigjährigen Krieg handelt. Der Erzähler Gustav Frenssen erreichte mit seinen Romanen, darunter "Jörn Uhl", gleichfalls hohe Auflagen.

Expressionismus

Als Initialzündung der expressionistischen Lyrik wird in der Literaturgeschichte oftmals Jakob van Hoddis’ Gedicht "Weltende" von 1911 angeführt

Die Dichterin Else Lasker-Schüler legte bereits mit ihren zweiten Gedichtband Der siebente Tag 1905 eine Lyrik vor, die im Gegensatz zur vitalistischen Vorgängergeneration nicht mehr im Inhalt eine Radikalität einforderte, sondern diese auch formal einlöste.

Gottfried Benn, der gerade die Ausbildung zum Mediziner beendet hatte, erregte 1912 Aufsehen mit dem schmalen Band Morgue, darin er Themen in Prosaversen zur Sprache brachte, die bislang kaum dargestellt wurden.

In Österreich dichtete Georg Trakl eine Lyrik zwischen Symbolismus und Expressionismus, die Traumbilder und Verfall zusammensetzt. Georg Heym hingegen, der ähnlich Trakl aus dem Symbolismus heraus seinen Stil entwickelte, knüpfte Wahn, Dämonie und Schrecken in seinen Gedichten zu einem nicht selten ekstatischen Gesang der Unruhe.

In seinem Frühwerk, unter anderem in der Erzählung "Die Verwandlung" ist Franz Kafka gleichfalls zu den Expressionisten zu zählen. Später nahm er surrealistische Elemente in seinem Werk auf.

Neue Sachlichkeit / Weimarer Republick (1918–1933)

Hintergrund

Motive

Merkmale

Autoren

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)

Exilliteratur

Im Rahmen der Judenverfolgung wurde die Dichter Gertrud Kolmar und Jakob van Hoddis ermordet, der Romancier Ernst Weiß und der Kulturphilosoph Egon Friedell versuchten der drohenden Verhaftung und späteren Ermordung durch Selbstmord vorzukommen. Ebenfalls Jochen Klepper, der die Verfolgung seiner jüdischen Frau fürchtete. Theodor Kramer überlebte 1938 einen Selbstmordversuch. Selbst wem die Flucht gelang, suizidierte sich wie Ernst Toller und Stefan Zweig im Exil. Der bedeutendste Dramatiker neben Brecht und Schöpfer des neuen Volksstück Ödön von Horváth verunglückte in Paris tödlich.

Autoren, die auch im Exil produktiv blieben, waren unter anderem Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Franz Werfel und Hermann Broch. Andere, wie Alfred Döblin, Joseph Roth und Robert Musil fanden sich nicht zuletzt wegen ihrer finanziell äußerst angespannten Situation im Exil nur schwer oder gar nicht zurecht, wenngleich sie ihr Werk fortsetzten.

Völkische Literatur

Österreichische Schriftsteller wie Mirko Jelusich und der Dichter Josef Weinheber waren als Unterstützer des Regimes zu Anerkennung und Preise gekommen. Zahlreiche Unterstützer des NS-Regimes wie Wilhelm Schäfer, Agnes Miegel, Emil Strauß und Rudolf G. Binding sowie die zweitrangigen und parteifrommen Börries Freiherr von Münchhausen, Hans Grimm, Erwin Guido Kolbenheyer, Werner Beumelburg, Hans Friedrich Blunck und Hanns Johst erlangten als Mitglieder der Preußische Akademie der Künste Sektion Literatur in der nunmehr parteipolitisch ideologisierten Literaturlandschaft Anerkennung.

Nachkriegsliteratur / Trümmerliteratur (1945–1960/1990)

Hintergrund

Motive

Autoren