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"Polysemie" bezeichnet die Eigenschaft eines Zeichens (Symbol, Wort, etc.) mehrere Bedeutungen zu haben. Polyseme (von altgriechisch polys „viel, mehrere“ und sema „Zeichen“) Wörter sind also mehrdeutig. Der Begriff steht im Gegensatz zur Monosemie.

Polysemie ist nicht auf Wörter beschränkt sondern gilt im Allgemeinen für einen Ausdruck bzw. konkret für ein Morphem, ein Lexem oder das Syntagma eines Satzes. Sie kann zu Missverständnissen und Fehlschlüssen führen, aber auch wortspielerisch, sprachschöpferisch oder dichterisch eingesetzt werden.

Inhalt

Beispiele

Die meisten Wörter sind polysem, beschreiben also mehrere unterschiedliche Sachverhalte, die sich aus einem gemeinsamen Kontext entwickelt haben. Polysemie gilt als natürlichsprachlicher Normalfall und als Ausdruck des sprachlichen Ökonomie-Prinzips.

Homonymie vs. Polysemie

Homonyme (griechisch „gleichnamig“;) sind unterschiedliche Wörter mit unterschiedlichen Ursprung (etymologische Anomalie) & Bedeutung (semantische Anomalie). Vor allem in der Philosophie spricht man auch von Äquivokation. Ein Beispiel ist das Wort „Tau“, das folgende Bedeutungen hat:

  1. ein Seil
  2. den morgendlichen Niederschlag
  3. einen Buchstaben des griechischen Alphabets

Ob Polysemie oder Homonymie vorliegt, ist vielfach nur mit fundierten etymologischen Kenntnissen entscheidbar.

 

Vergleich von  Homonymie und Polysemie

Vergleich von Homonymie und Polysemie


 

Teekesselchen, auch Teekessel, ist ein Spiel, bei dem ein Wort mit mehreren Bedeutungen, also ein Homonym oder ein Polysem, aufgrund der Definition der Bedeutungen erraten werden muss.
Bei den Wort "Schloß" (= Gebäude und Verschluß) kann die Verwandtschaft nicht (mehr) nachempfunden werden.

Synonymie vs. Polysemie

Polysemie ist mehr oder weniger das Gegenteil von Synonymie. Zwei Polyseme sind verschiedene Bedeutungen eines Wortes. Zwei Synonyme sind dagegen zwei verschiedene Wörter mit der gleichen Bedeutung.