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Ein Puzzle besteht aus unregelmäßig geformten, ineinandergreifenden und mosaikartigen Einzelteilen die zu einem "Bild" zusammengesetzt werden müssen. Es handelt sich Geduldspiel bzw. Legespiel. Der englischsprachige Begriff ist "jigsaw puzzle" („Laubsägenrätsel“), da das erste dokumentierte (1766) Spiel in England mit einer Laubsäge hergestellt wurden.

Es gibt inzwischen eine Reihe von Puzzle-Zubehör, darunter Bretter, Etuis, Rahmen und aufrollbare Matten, um Puzzle-Liebhabern zu helfen. Während die meisten zusammengesetzten Puzzles zur Wiederverwendung zerlegt werden, können sie auch mit Klebstoff auf einer Unterlage befestigt und als Kunstwerke ausgestellt werden.

Inhalt

Geschichte

Im 18. Jahrhundert wurden Puzzles hergestellt, indem man ein Bild auf ein flaches, rechteckiges Stück Holz malte und es dann in kleine Teile zerschnitt. Trotz des Namens wurde eine Stichsäge nie verwendet. John Spilsbury, einem Londoner Kartographen und Graveur, wird die Kommerzialisierung von Puzzles um 1760 zugeschrieben. Er entwarf Weltkarten, aus denen er die einzelnen Länder herausschnitt, damit sie von Schülern als geografisches Lehrmittel wieder zusammengesetzt werden konnten. Seitdem bestehen sie hauptsächlich aus ineinander greifenden Pappteilen und enthalten eine Vielzahl von Bildern und Designs.

Motive

Typische Bilder auf Puzzles sind Naturszenen, Gebäude und sich wiederholende Motive - Burgen und Berge sind häufig, ebenso wie andere traditionelle Motive. Es kann aber auch jedes andere Bild verwendet werden. Kunsthandwerkliche Puzzlemacher und Unternehmen, die Technologien für Einzelstücke und kleine Auflagen verwenden, nutzen eine breite Palette von Motiven, darunter optische Täuschungen, ungewöhnliche Kunst und persönliche Fotos. Neben den traditionellen flachen, zweidimensionalen Puzzles werden inzwischen auch dreidimensionale Puzzles in großem Maßstab hergestellt, darunter kugelförmige Puzzles und Architekturnachbildungen.

Formen

Die Form der Teile für viele Puzzles ist in der Regel so, dass die Teile an den Seiten Vorsprünge haben, die in eine Kerbe in einem benachbarten Teil passen. Kantenstücke haben an drei Seiten Vorsprünge, Eckstücke nur an zwei Seiten. Wenn sie verlegt werden, sitzen die Teile fest zusammen. In der Regel sind sie alle unterschiedlich, so dass es möglich ist, sie anhand ihrer Form an die richtige Stelle zu setzen, abgesehen von dem vorgegebenen Bild. Oft ist das Muster eines Puzzles so beschaffen, dass sich vier Teile an allen Kreuzungspunkten treffen: Ein solches Puzzle wird mit durchgehenden vertikalen und horizontalen Linien geschnitten. Bei runden Puzzles treffen sich die Schnittlinien nicht nur in Schnittpunkten, sondern auch in "T-Spalten". Das macht runde Puzzles kniffliger als rechteckige Puzzles.

Es gibt auch dreidimensionale Puzzles. Die Teile werden dann aus Kunststoff hergestellt. Sie werden dann so fest zusammengeklebt, dass das Puzzle auch ohne Klebstoff oder Klebeband aufrecht stehen kann. Solche Puzzles sind manchmal mit Lampen ausgestattet, die durch die Fenster leuchten.

Vorgehen

Die gemeinsame Lösungsmethode umfasst in der Regel die folgenden Schritte (es gibt aber auch Puzzles ohne geraden Rand und damit ohne Ecken):

  1. Suche nach den Ecken: Die vier Teile, die die Ecken des vollständigen Puzzles bilden, lassen sich daran erkennen, dass sie auf zwei aneinandergrenzenden Seiten keine Auswüchse oder Vertiefungen haben;
  2. Suche nach den Kanten: Die Kanten sind daran zu erkennen, dass sie auf einer der vier Seiten keine Ausstülpungen oder Vertiefungen aufweisen;
  3. Füllen: Anschließend werden die restlichen Teile zusammengesetzt, entweder aus den Rändern oder aus den Elementen, die auf dem Bild am leichtesten zu erkennen sind (z. B. die Hauptfigur oder das Hauptdenkmal);
  4. um nicht zufällig eines von mehreren hundert oder gar tausend Teilen ziehen zu müssen, kann man die Teile vorher nach der vorherrschenden Farbe oder nach der Form ihrer Auswüchse und Vertiefungen sortieren.
  5. dann die vorhandenen Symmetrien beim Ausschneiden der Teile (die mit der wiederholten Verwendung des Ausstechers an den vier Ecken des Puzzles in der Regel zusammenhängen) nutzen, um schneller auf die Positionierung der Teile zu schließen. So erscheint bei mehr als 2.000 Teilen systematisch ein Muster, das durch Zentralsymmetrie reproduziert wird, und bei mehr als 4.000 Teilen ist häufig eine Kombination aus Zentralsymmetrie und Translation zu beobachten.

Bei dieser Art von großen Puzzles sind die Teile, die sich an der Nahtstelle der Stanzplatten befinden, leicht zu erkennen, da sie eine bestimmte Form haben, die ein Ineinandergreifen zwischen den Platten und nicht "von einem Teil zum anderen" ermöglicht.

Geistige Gesundheit

Nach Angaben der Alzheimer-Gesellschaft von Kanada ist das Puzzeln eine von vielen Aktivitäten, die das Gehirn aktiv halten und das Risiko der Alzheimer-Krankheit verringern können.

Puzzlestücke wurden erstmals 1963 von der National Autistic Society des Vereinigten Königreichs als Symbol für Autismus verwendet. Die Organisation wählte Puzzlestücke für ihr Logo, um die "rätselhafte" Natur des Autismus und die Unfähigkeit, sich aufgrund sozialer Unterschiede "einzufügen", darzustellen, und auch, weil Puzzlestücke erkennbar und ansonsten unbenutzt waren. Puzzlestücke wurden seitdem in die Logos und Werbematerialien vieler Organisationen aufgenommen.

Befürworter der Autismus-Bewegung lehnen die Puzzle-Symbolik mit der Begründung ab, dass Metaphern wie "puzzeln" und "unvollständig" für autistische Menschen schädlich sind. Kritiker des Puzzlesymbols plädieren stattdessen für ein goldfarbenes oder rotes Unendlichkeitssymbol, das für Vielfalt steht. 2017 kam die Zeitschrift Autism zu dem Schluss, dass die Verwendung des Puzzles eine negative öffentliche Wahrnehmung von Autisten hervorruft. Im Februar 2018 wurde das Puzzleteil von der Titelseite entfernt.

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