FachdidaktikFachdidaktik

Die Satire ist eine Kunstform, die oft auf humorvolle Weise die Gesellschaft oder einzelne Personen kritisiert. Die Kritik kann durch Parodie, Ironie, Sarkasmus, Pastiche, Burleske, Analogie und Karikatur erfolgen. Die Ziele können Personen, Politiker, Traditionen, Religionen, Künstler, Entertainer, Medien, Normen, Werte und Trends sein.

Inhalt

Etymologie

Das Wort Satire stammt von dem lateinischen Wort "satur" und der darauf folgenden Redewendung "lanx satura" ab. Satur bedeutete "voll", aber durch die Verbindung mit lanx verlagerte sich die Bedeutung auf "Gemischtes": Der Ausdruck lanx satura bedeutet wörtlich "eine volle Schüssel mit verschiedenen Früchten".

Das von Quintilian verwendete Wort satura bezeichnete jedoch nur die römische Verssatire, eine strenge Gattung, die die Hexameterform vorschrieb, eine engere Gattung als das, was später als Satire bezeichnet wurde. Quintilian sagte bekanntlich, dass satura, d. h. eine Satire in Hexameter-Versen, eine literarische Gattung rein römischen Ursprungs sei (satura tota nostra est). Er kannte und kommentierte die griechische Satire, bezeichnete sie aber damals nicht als solche, obwohl heute die Alte Komödie von Aristophanes als Ursprung der Satire angesehen wird. Der erste Kritiker, der den Begriff "Satire" im modernen, umfassenderen Sinne verwendete, war Apuleius.

Für Quintilian war die Satire eine strenge literarische Form, aber der Begriff löste sich bald von der ursprünglichen engen Definition. Robert Elliott schreibt:

"Sobald ein Substantiv in den Bereich der Metapher eintritt, wie ein moderner Gelehrter betont hat, schreit es nach Erweiterung; und satura (das keine verbalen, adverbialen oder adjektivischen Formen hatte) wurde sofort durch Aneignung des griechischen Wortes für "Satyr" (satyros) und seiner Ableitungen erweitert. Das merkwürdige Ergebnis ist, dass das englische "satire" vom lateinischen satura abstammt; aber "satirize", "satirisch" usw. sind griechischen Ursprungs. Etwa ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. wurde der Verfasser von Satiren als satyricus bezeichnet; der heilige Hieronymus beispielsweise wurde von einem seiner Feinde als "Satiriker in Prosa" ("satyricus scriptor in prosa") bezeichnet. Spätere orthografische Änderungen verwischten den lateinischen Ursprung des Wortes Satire: satura wurde zu satyra, und in England wurde es im 16. Jahrhundert als 'satyre.' geschrieben."

Das Wort Satire leitet sich von satura ab, und sein Ursprung wurde nicht von der griechischen mythologischen Figur des Satyrs beeinflusst. Im 17. Jahrhundert war der Philologe Isaac Casaubon der erste, der die Etymologie der Satire vom Satyr bestritt, entgegen der bis dahin herrschenden Meinung.

Eigenschaften

Obwohl Satire in der Regel humorvoll sein soll, besteht ihr größerer Zweck oft in konstruktiver Sozialkritik, indem sie mit Witz & Doppeldeutigkeit die Aufmerksamkeit sowohl auf bestimmte als auch auf allgemeinere Probleme der Gesellschaft lenkt. Manche Satiren sind so aggressiv und scharf, dass ihr Hauptzweck darin besteht, zu provozieren oder zum Handeln aufzurufen. Aus diesem Grund wurden im Laufe der Geschichte viele Satiriker von den Behörden verfolgt.

Lachen ist allerdings kein wesentlicher Bestandteil der Satire; es gibt sogar Arten von Satire, die überhaupt nicht "lustig" sein sollen.

Satire findet sich in vielen künstlerischen Ausdrucksformen, darunter Internet-Memes, Literatur, Theaterstücke, Kommentare, Musik, Film- und Fernsehsendungen sowie Liedtexte.

Die Satire entspricht, historisch und kulturell gesehen, einem Bedürfnis des menschlichen Geistes: dem Schwanken zwischen dem Heiligen und dem Profanen.

Eine Satire, die sich über ein bestehendes Kunstwerk lustig macht, wird Parodie oder Persiflage genannt.

Formen

Die Satire kann in zwei Formen unterteilt werden:

  1. "Horatianisch", benannt nach dem römischen Dichter Horaz, bezeichnet eine leichte Satire, deren Hauptzweck darin besteht, sich auf witzige Weise über die Torheit der Gesellschaft lustig zu machen. Ein bekanntes Beispiel ist Desiderius Erasmus' Lob der Torheit.
  2. Eine härtere, schärfere und ätzendere Form der Satire wird nach dem römischen Dichter Juvenalis als "Juvenalismus" bezeichnet, bei dem die Kritik in aggressiver und zynischer Weise geäußert wird, um das Publikum zum Nachdenken oder Handeln zu bewegen. Der humoristische Aspekt ist hier manchmal weniger wichtig. Ein bekanntes Beispiel ist George Orwells Farm der Tiere.

Literatur

In der Zeit der Weimarer Republik von 1919 bis 1933 zählen Karl Kraus, Kurt Tucholsky und Erich Kästner (ab 1927) zu den großen Satirikern deutscher Sprache.

Nennenswert sind auch Heinrich Manns gesellschaftskritische Romane Professor Unrat (1905) und Der Untertan (1918), Ödön von Horváths Der ewige Spießer (1930) sowie die armeekritischen Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (1920–1923) des Tschechen Jaroslav Hašek. Gleichzeitig schufen Karl Valentin und Liesl Karlstadt ihre ersten Stummfilme und Bühnenprogramme.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Satirezeitschrift pardon (1962) sowie das Satireheft Titanic (1979) vor allem in politisch "linken" Zirkeln einigermaßen bekannt.
Erfolgreicher waren in Deutschland, gerechnet an den Verkaufszahlen, allerdings die bürgerlichen Satiren von Ephraim Kishon und Loriot. Beispiele der jüngeren Zeit sind "Das Gummibärchenorakel" (1996, Dietmar Bittrich) und "Er ist wieder da" (2012, Timur Vermes).

Film

Auch im Film ist die Satire relativ häufig präsent. Sie ist zwar kaum als eigenständiges Filmgenre zu betrachten, dennoch ist sie ein Bestandteil vieler Filme, welche Kritik, so z. B. auf die Gesellschaft, ausüben.

Charlie Chaplin gehörte zu den ersten, die den Spielfilm als satirisches Medium ernst nahmen. Mit Moderne Zeiten (1936) und Der große Diktator (1940) schuf er satirische Meisterwerke; es waren zugleich seine ersten Filme, die direkt aktuelle politische Zustände angriffen.

Beispiele: