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Das Tafelbild ist ein didaktisches Instrument im Unterricht um Inhalte & Erkenntnisse zu vermitteln.

Inhalt

Aufbau

Das Tafelbild muss so aufgebaut sein, dass Schüler es in einer Zeit abschreiben können, die ihrer Altersstufe angemessen ist. Je jünger die Lernenden, umso weniger Umfang sollte es haben. Dabei steht das Tafelbild immer im Spannungsverhältnis zwischen der Formulierung ganzer Sätze (zur Schulung der Schreibfähigkeit) und der Zeitökonomie.

Neben einfachen Möglichkeiten der Strukturierung als Liste und Tabelle können auch Symbole genutzt werden wie Pfeile (vor allem für logische Folgerungen und Fazite) oder Blitze (zur Kenntlichmachung von Widersprüchen). Durch Einrahmungen können wichtige Informationen oder Zusammenfassungen ähnlich wie Fettgedrucktes markiert oder hervorgehoben werden, zum Beispiel um auf einen Blick alles Wichtige (Formeln, Grammatikregeln etc.) für Klassenarbeiten zu lernen.

Es ist zu bedenken, dass die Tafel ein Hilfsmittel zur Visualisierung des dargebotenen Unterrichtsstoff ist, so dass es für den korrekten Lernprozess wesentlich ist, die Ideen so zu organisieren, dass sie intuitiv nachvollziehbar sind.

Es gibt unterschiedliche Formen des Tafelbilds:

Quelle: Arndt H. (o. J.): Das Tafelbild

Funktion

Als Methode unterstützt das Tafelbild das Lernens durch Visualisierung (mnemotechnische Hilfe) sowie die Konzentration einer Klasse auf ein gemeinsames Objekt mit dem Effekt der Ergebnissicherung.

Der Vorteil gegenüber einer Folie, oder PC liegt nicht nur in der einfachen Handhabung, sondern insbesondere auch in der "Direktheit" als auch in der Möglichkeit, die Schüler bei der Entwicklung des Tafelbilds aktiv zu beteiligen. Teilweise wird es allerdings auch als "Methode aus der Kreidezeit" diffamiert.

Das Tafelbild kann im Unterricht verschiedenste Funktionen wahrnehmen:

  1. Unterrichtssteuernde Funktion: Mit dem Aufbau und der Entwicklung des Tafelbildes kann der Unterricht phrasiert und gesteuert werden.
  2. Disziplinierende Funktion: Die Tafelarbeit fokussiert die Blicke der Schüler und konzentriert das Unterrichtsgeschehen sichtbar auf eine Bühne und fördert die Aufmerksamkeit. (Achtung: Auch der umgekehrte Fall kommt vor: Der Lehrer schreibt und die Schüler nutzen die Gelegenheit zum Schwätzen.)
  3. Dokumentierende Funktion: Das Tafelbild dokumentiert hauptsächlich in der Sammelphase den Stundenverlauf und die Mitschrift des Tafelbildes dokumentiert den Unterricht zur Nacharbeit.
  4. Lernsteigernde Funktion: Ein strukturiertes, gegliedertes und ansprechendes Tafelbild erleichtert das Verstehen und erhöht die Behaltensleistungen, insbesondere dann wenn es mit den andern Medien gut zusammenarbeitet.

Quelle: Arndt H. (o. J.): Das Tafelbild

Entstehung

Es werden 2 Typen der Entstehung eines Tafelbildes unterschieden:

 
  1. im Verlauf des Unterrichts: dynamisches Tafelbild
  2. vor der Stunde vorbereitet: statisches Tafelbild
 

Das Ergebnistafelbild und das Induktionstafelbild wird die Lehrperson meistens selbst an der Tafel fixieren. Die Art des Tafelbildes, der Inhalt, die Form und der Einsatz müssen in der Unterrichtsvorbereitung geplant werden, und zwar sowohl die Phasen der Erarbeitung als auch die Endfassung.

Das Ergebnistafelbild und das Systematisierungstafelbild sollten wegen ihres Einprägewertes in der Regel im Verlauf einer Unterrichtsstunde nicht abgewischt werden.

Der Wert eines guten Tafelbildes liegt vor allem in der visuellen Veranschaulichung, der Konzentration der Schüler auf wichtige Seiten des Unterrichtsgegenstandes und im Einprägeeffekt. Außerdem können die Schüler durch die Tafelarbeit aktiviert worden.

 

Vorsicht: Sammlungen in Tafelbildern (Wortbeispiele, Phrasen, Zitate etc.) dürfen nicht zu umfangreich werden! Stattdessen nur exemplarisch ins Tafelbild aufnehmen und nur mündlich weitere Beispiele anführen lassen.

Ausformulierungen in vollständigen Sätzen nur in der Unterstufe; in höheren Klassen nur Wortgruppen oder Begriffe nutzen und daraus zumeist eine grafische Darstellung entwickeln (s. Konspekt).

 

Abgeschrieben wird des Tafelbild,

 

Nicht abgeschrieben wird das Tafelbild,

 

Die Abschrift des Tafelbildes (auch nur in Teilen) erfolgt demnach immer geplant und ist niemals nur um die Zeit zu füllen.

 

Aufteilung

Anders als das Blatt der Schüler stehen an der Schultafel in aller Regel Seitentafeln zur Verfügung, an denen je nach Vorliebe des Lehrers Erklärungen, Aufgaben und Hilfen angeschrieben werden können, die nicht von den Schülern ins Heft übernommen werden müssen.
Hier ist eine reflektierte Planung notwendig, was jeweils auf den einzelnen Bestandteilen stehen soll: linke Seite - Mitte - rechte Seite.


Es gibt traditionelle Lesemuster in unserem Kulturkreis, in dem man von links nach rechts liest: Die Reihenfolge der Einträge würde von links nach rechts erfolgen. Und es gibt tradierte ikonographische Schwerpunkte: Das Wichtigste steht in der Mitte.

 


 

Quelle der Informationen unter den Überschriften "Funktion", "Entstehung" und "Aufteilung": Günther Einecke (http://www.fachdidaktik-einecke.de/ — 2003-2022), z.T. nach: W. Bütow u.a.: Methodik Deutschunterricht - Muttersprache. Berlin: VW 1979; zum Tafelbild ausführlicher: Winzer, in: Seminar 2/2001.

Literatur