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Beim Videoschnitt (Montage) werden vorab auf Video aufgenommene Bildsequenzen ausgewählt und zu einer zusammenhängenden Folge inhaltlich und dramaturgisch zusammengesetzt.

Videobearbeitung ist einer der Post-Produktionsschritte bei der Herstellung von Dokumentarfilmen, Fernsehfilmen, Spielfilmen, Reportagen, Videoclips, Animationsfilmen etc. Zu den Techniken gehört das Trimmen einzelner Videosegmente, das Neuanordnen von Clips und das Hinzufügen von Übergängen.

Inhalt

Überblick

Seit den Anfängen der Kinematografie wurde der Schnitt von Profis für Spezialeffekte oder zur Formulierung einer Ellipse in einer Erzählung eingesetzt. Seit dem Aufkommen des Amateurfilms ist er auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit den Fortschritten der Computertechnik in den 1990er Jahren wurde der Schnitt für die breite Öffentlichkeit immer beliebter, vor allem dank spezieller Software und digitaler Camcorder, mit denen man Familienfilme oder eigene Spielfilme erstellen und bearbeiten kann.

Die ersten kommerziellen Videobearbeitungsprogramme waren Adobe Premiere Anfang der 1990er Jahre und Final Cut Pro Ende desselben Jahrzehnts, um mit der professionellen Avid Technology zu konkurrieren, zunächst für den Macintosh und später angepasst an die PC-Windows-Welt.

Die sogenannte Montage schafft die Verbindungen zwischen Einstellungen, Szenen und Sequenzen. Sie hat die Aufgabe die filmische Zeit und den filmischen Raum zu organisieren. Sie "erschafft" die inhaltliche Kontinuität des Films. Die Montage ist das Organisationsprinzip des Films: räumlich, zeitlich, grafisch und rhythmisch.

Der Begriff Montage wird im weiteren als Oberbegriff verwendet. Weiter Begriffe die eher den handwerklichen Aspekt betonen sind: cutting, editing, Schnitt.

Quelle: freies filmbüro; Hannover

Arten

Während früher nur teure Maschinen, so genannte Video-Editoren, zum Einsatz kamen, gibt es heute Videobearbeitungssoftware für Personal Computer und Workstations. Die Videobearbeitung umfasst das Schneiden von Segmenten (Trimmen), das Re-Sequenzieren von Clips und das Hinzufügen von Übergängen und anderen Spezialeffekten.

Montage

Die Montage-Kategorien weisen bereits deutliche Analogien zu Begriffen der Textanalyse auf: zum einen zur Erzählanalyse, zum anderen zur Dramenanalyse bzw. ihrem theaterwissenschaftlichen Pendant, der Aufführungs- bzw. Inszenierungsanalyse. Mit dem neuerlich verstärkten Bemühen der Erzählforschung wird auch der narrativen Struktur des Films verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt, werden doch im Film wie in der Erzählprosa Geschichten erzählt und lassen sich auch im Film "Bauformen des Erzählens" finden. So ist z. B. die Position und Strategie des Erzählers (im Film ist dies vor allem die Kamera) analysierbar, lassen sich View-point-Techniken, Erzählphasen, Rückwendungen und Vorausdeutungen, schließlich auch rhetorische Figuren untersuchen.

Ebenso kann auch das Instrumentarium der Dramenanalyse sinngemäß auf den Film übertragen werden. Die Konstellation der Figuren mit ihrer unterschiedlichen, häufig entgegengesetzten Rollenausstattung, der Verteilung von Haupt- und Nebenfiguren sowie die Frage der Schauspielerbesetzung (mit den spezifischen mimischen und gestischen Ausdrucksformen) sind wesentliche Aspekte, weiter der Handlungsaufbau, der gerade in Unterhaltungsfilmen häufig einem traditionellen Dramenschema folgt.

Für die filmanalytische Praxis von großer Bedeutung ist häufig der Filmanfang, weil hier der Zuschauer in das Filmgeschehen hineingezogen werden muß, und in einer solchen Exposition eine Vielzahl unterschiedlicher filmästhetischer Mittel untersucht werden kann, ohne daß es dazu der Kenntnis des ganzen Films bedarf. Neben der Exposition ist der Konfliktaufbau von Bedeutung, sind es die Wendepunkte des Handlungsverlaufs, Retardierungen, Scheinlösungen, schließlich auch die Fragen des Schlusses, Happy end, tragischer Ausgang oder offenes Ende.

Im Inszenierungsbegriff gehen eine Vielzahl, an verschiedenen anderen Punkten bereits erwähnte Aspekte ein: von der schauspielerischen Darstellung über den Zusammenhang der geschaffenen Umgebung, das Ambiente der Figuren, den Requisiten bis hin zu der Frage, wie sich eine Geschichte entfaltet, welchen Rhythmus der Film entwickelt. Gerade im stimmigen Zusammenbringen der verschiedenen Faktoren liegt ja die zentrale Leistung der Regie.

Die Vielzahl der Kategorien soll nun nicht abschrecken, sondern zur Entwicklung eigener Herangehensweisen ermutigen. Wichtig ist, das soll am Schluß noch einmal wiederholt sein, daß man bei jeder Filmanalyse vorab weiß, was man untersuchen will, worin das Erkenntnisinteresse liegt, und daß man sich dann gezielt der dazu notwendigen filmanalytischen Begriffe bedient. Denn in solchen Kategorien steckt die Gefahr, daß sie sich verselbständigen und man glaubt, man habe bereits eine Analyse durchgeführt, wenn man nur den Film mit solchen Kategorien genau beschrieben hat. Doch eine solche Beschreibung ist nur eine Vorstufe, ist Material, weil erst die Funktion, die solche Mittel übernehmen, erst die damit erzeugte Bedeutung herausgearbeitet werden muß.

Quelle: Knut Hickethier: Begriffe der Film- und Fernsehanalyse. In: PD 57/1983, 23