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Bei einem Unterrichtsgespräch versuchen die Schüler einer Klasse, ein Problem zu lösen oder eine Aufgabe durch ein Gespräch zu erledigen. In einer Klassendiskussion übernimmt die Lehrkraft in der Regel die Aufgabe der Moderation. Sie lenkt die Kommunikation und lädt zu Beiträgen ein.

Inhalt

Varianten

Unterschieden werden in genaueren Analysen folgende Varianten ohne scharfe Trennung:

  1. die Debatte, das Streitgespräch, die Diskussion: relativ freie Erörterung eines Problems unter Beachtung von Kommunikationsregeln
  2. das freie Unterrichtsgespräch (auch Schülergespräch): Lehrer hält sich weitgehend nach dem Anfangsimpuls zurück und vertraut auf die Fortführung durch die Schüler selbst, die sich einander zuwenden
  3. das gelenkte Unterrichtsgespräch (Lehrgespräch): Lehrer gibt Inhalt und Ziel vor und regt Schüler zu passenden Antworten an
  4. das sokratische Gespräch (mäeutisches Gespräch): Lehrer stellt die Fragen so, dass die Schüler von selbst auf die Lösung kommen, die aber vom Lehrer genau vorhergesehen wird
  5. das fragend-entwickelnde Unterrichtsgespräch: Lehrer entwickelt das Problem aus Sicht und teilweise in der Sprache der Schüler unter Nutzung ihres Vorwissens
  6. das Prüfungsgespräch: Gespräch zur Leistungskontrolle, teilweise als Katechese

Schüler sollen zu längeren Beiträgen ermutigt werden, auch wenn diese noch nicht die vollständige Lösung des gestellten Problems beinhalten oder auf falschen Annahmen beruhen. Durch das Gespräch kann der Lehrer sich ein Bild von der Klasse machen, ein Feedback über ihr Wissen erhalten und zur Übung übergehen.

Negativ beurteilt wird heute das „Lehrerecho“, bei dem der Lehrer den Schülerbeitrag unverändert wiederholt, teilweise auch um über seine Lautstärke allgemeine Verständlichkeit herzustellen.

Kritik

Der Hauptkritikpunkt ist, dass eine Klassendiskussion für jeden einzelnen Schüler fast ausschließlich aus Zuhören besteht (bei 25 Schülern, gleicher Beteiligung und ohne Interaktion mit dem Lehrer sprechen die anderen Schüler 96 % der Zeit, während der einzelne Schüler 4 % der Zeit spricht). Nach allen pädagogischen und psychologischen Untersuchungen ist das Zuhören die am wenigsten effektive Lernmethode. Hinzu kommt, dass in der Praxis der Lehrer einen beträchtlichen Teil der Redezeit erhält, was zu einer noch geringeren aktiven Zeit für jeden Schüler führt. Aus der Sicht des Lehrers wird das Klassengespräch jedoch fälschlicherweise als wesentlich anregender dargestellt, da er in der Regel als Erster zu Wort kommt.

Häufig auch kritisiert, dass das „gelenkte Unterrichtsgespräch“ die häufigste Form des Schulunterrichts sei, obwohl es die Schüler nicht zum selbständigen Arbeiten und Denken freistellt.